Vorschriften, Genehmigungen für die Nutzung von Drohnen und Multicoptern

Wer darf eine Drohne oder einen Multicopter / Quadrocopter fliegen? Und wo? Welche Genehmigungen sind nötig, welche Gesetze und Richtlinien/Regeln sowie Verbote und Einschränkungen gibt es?
(Die hier gelisteten Informationen beziehen sich hauptsächlich auf den Luftraum in Deutschland – in anderen Ländern wie Österreich oder Schweiz gelten gesonderte Gesetze und Bestimmungen)
Haftpflichtversicherung
Eine wichtige Voraussetzung: prinzipiell ist das Fliegen mit so genannten UAVs (Unmanned Areal Vehicle) erst einmal versicherungspflichtig. Egal ob dies zu reinen Hobbyzwecken oder aus gewerblichen Ambitionen heraus geschieht. Eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Was viele nicht wissen: die private Haftpflichtversicherung deckt dies in der Regel nicht ab! Es muss also eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Wir haben dafür einen Drohnen und Multicopter Haftpflichtversicherungsvergleich zusammengestellt.

Gesetzliches Mindestalter

Ein gesetzliches Mindestalter gibt es unseres Wissens nach nicht – dies wird aber in der Regel durch die notwendigen Versicherungen bzw. Versicherungsgesellschaften vorgegeben.

Wo darf man fliegen und wie hoch darf man fliegen?

Auch dies wird teilweise durch die jeweils abgeschlossenen Versicherungen begrenzt. Versicherungen über Modellflugverbände z.B. erlauben oft nur das Fliegen auf eigenen oder fremden Modellflugplätzen. Andere Versicherungen hingegen erlauben auch das “freie oder wilde Fliegen” – also an beliebigen Orten, solange es den gesetzlichen Bestimmungen entspricht.

Die gesetzlichen Bestimmungen legen fest:

  • ohne Sondergenehmigung darf nur im unkontrollierten Luftraum (G = Golf) geflogen werden
  • der unkontrollierte Luftraum endet in einer Höhe von 762 Metern (2500 ft) über den Boden
  • unter bestimmten Umständen wird diese Höhe des unkontrollierten Flugraums noch weiter eingeschränkt. Z.B. in der Nähe von Kontrollzonen (D = Delta). Dies sind in der Regel Flugplätze. Hier ist die Höhe im Vorfeld bereits schrittweise auf 518,15 Meter (1700 ft) und 304,8 Meter (1000ft) reduziert und der unkontrollierte Flugraum endet sogar gänzlich dort, wo die Kontrollzone (Luftraum Delta) beginnt.

Die genauen Bestimmungen und Lufträume sind auf den ICAO-Karten (Luftfahrkarten) hinterlegt. Es ist die Pflicht jedes “Piloten”, sich für sein Fluggebiet dort die entsprechenden Informationen einzuholen. [Details]

Neu ist ab dem 1. Juni 2015 die Regelung im Umkreis der 16 internationalen deutschen Verkehrsflughäfen. Hier schützt eine sogenannte Kontrollzone individueller Lage und Ausdehnung den an- und abfliegenden Verkehr des Flughafens. Innerhalb eines Abstandes von 1,5 km vom Flughafenzaun ist die Nutzung von Flugmodellen und unbemannten Flugsystemen (Drohnen) grundsätzlich ganz verboten. Außerhalb des 1,5 km-Abstandes benötigt jedes Luftfahrzeug, das in die Kontrollzone einfliegt, eine Freigabe der Flugsicherung. Dies gilt auch für kleine Flugmodelle und unbemannte Luftfahrzeuge. Die Freigabe für Flüge von Flugmodellen bis 5 Kilo Gesamtgewicht und einer Höhe von höchstens 30 Metern über Grund gilt mit der neuen Regelung pauschal als erteilt. Für unbemannte Luftfahrzeuge bis 25 Kilo Gesamtgewicht gilt dies bis zu 50 Meter Flughöhe.

Für beide Gruppen sind bei der Nutzung noch weitere wichtige Grundregeln zu beachten:

Der Flugbetrieb darf nur in direkter Sichtweite des Steuerers stattfinden. Ferngläser, On-Board Kameras, Nachtsichtgeräte oder ähnliche technische Hilfsmittel fallen nicht unter den Begriff der direkten Sichtweite. Der Luftraum ist während des Fluges, insbesondere im Hinblick auf anderen Verkehr, ständig vom Steuerer oder einer zweiten Person, die mit dem Steuerer in Kontakt steht, zu beobachten. Bemanntem Flugverkehr ist stets auszuweichen. Über Menschenmengen, militärischen Objekten, Kraftwerken und Krankenhäusern darf grundsätzlich nicht geflogen werden. Gerät ein Flugmodell oder ein unbemanntes Luftfahrzeug außer Kontrolle, ist dies unverzüglich der Flugsicherung zu melden.

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Genehmigungen und gesetzliche Bestimmungen für den Flug

Welche Genehmigungen werden benötigt? Fliegt man rein privat und als Hobby, sind in der Regel keine Genehmigungen erforderlich bis zu einem Aufstiegsgewicht / einer Gesamtmasse von maximal 5kg. Für das gewerbliche Fliegen hingegen ist eine Aufstiegsgenehmigung immer Pflicht, die vom Luftfahrtbundesamt des jeweiligen Bundeslandes vergeben wird. Diese muss also je Bundesland und je Flugeinsatz einzeln beantragt werden und ist theoretisch bis zu einem Abfluggewicht von 25kg gültig. Vereinfachte gewerblichen Aufstiegsgenehmigungen bis zu 5kg Abfluggewicht jedoch können pauschal beantragt werden, reichen jeweils für 2 Jahre und setzen natürlich ebenfalls eine Haftpflichtversicherung voraus. Achtung: gewerbliches Fliegen beginnt schon dort, wo z.B. eine Veranstaltung mit Luftaufnahmen oder Videos dokumentiert werden soll oder Fotos zu gewerblichen Zwecken geschossen werden.

Die einfache / vereinfachte pauschale gewerbliche Aufstiegsgenehmigungen hat in der Regel noch verschiedene weitere Einschränkungen wie z.B.:

  • Gesamtmasse bis 5kg
  • maximale Flughöhe über Grund (AGL) von 100m
  • Verbot des Betriebes des unbemannten Luftfahrsystems über Menschenansammlungen, Unglücksorten, Katastrophengebieten oder anderen Einsatzorten von Polizei oder anderen Behörden und Organisationen mit sicherheitsrelevanten Aufgaben (BOS). Dies gilt auch für den Betrieb über Justizvollzugsanstalten, Industrieanlagen, Anlagen der Energieerzeugung und -Verteilung und militärischen Anlagen.
  • Innerhalb geschlossener Ortschaften sind die zuständigen Ordnungsbehörden / Polizeidienststellen vorab zu informieren.
  • Innerhalb von Naturschutzgebieten sind die dortigen Bestimmungen zu beachten.
  • Der Steuerer wird in der Regel in der Genehmigung festgelegt und namentlich genannt

Diese Regelungen (Aufstiegsgenehmigung, Aufstiegserlaubnis, Versicherung, etc) gelten nur für Deutschland.
Hier die Kontaktinformationen und Bestimmungen der Bundesländer zum Thema Aufstiegsgenehmigung.

In anderen Ländern gibt es andere Vorschriften, die gesondert zu beachten sind. Z.B. benötigt man auch eine Aufstiegserlaubnis für Österreich. Diese nennt sich dort “Betriebsbewilligung von unbemannten Luftfahrzeugen” und wird von der Luftfahrtbehörte “AustoControl” in Österreich erteilt. Bei Austro Control sind dafür umfangreiche Unterlagen einzureichen. Drohnen und Quadrocopter fallen dort in der Regel in die Klasse 1: Unbemannte Luftfahrzeuge der Klasse 1 (mit Sichtverbindung)

Die Luftfahrzeuge (in diesem Falle Drohnen) sind auf eine Masse von 150kg begrenzt und dürfen (wie auch in Deutschland) nur mit Sichtverbindung geflogen werden. Die Höhe / Flughöhe ist auf maximal 150m begrenzt.

Beachte auch unsere Drohnen und Quadrocopter Checkliste

Viele der marktführenden Drohnen-Hersteller (wie DJI Innovations mit dem Phantom 3 und Phantom 4 / Inspire oder Yuneec mit dem Q500 Typhoon oder dem Typhoon H) implementieren bereits Systeme, die bei der Einhaltung der Gesetze und der Minimierung des Risikos unterstützen sollen. So wurden so genannte “NoFlyZones” (NFZ) implementiert – also Flugverbotszonen – in denen die Multicopter sich erst gar nicht starten lassen. Zum Beispiel im Bereich von Flughäfen / Flugplätzen. Trotzdem sollte und darf man sich nicht auf diese No-Fly-Zones und Automatismen verlassen und muss als Copter-Pilot selbst dafür sorgen, daß alle Richtlinien und Vorgaben eingehalten werden.

(alle Angaben ohne Gewähr)