Drohnen-News · Mobilfunk · 2. November 2026
Ericsson ISAC: Mobilfunkmasten sollen Drohnen erkennen
Ericsson will Mobilfunknetze zu Sensoren machen: Das neue ISAC-System soll auch Drohnen orten, die gar nicht mit dem Netz verbunden sind – mit 3D-Position und auf Kilometer-Distanz. Erste reine Sensing-Piloten plant Ericsson für 2027, breitere Einführungen ab 2028.
Pilotversuche u. a. mit AT&T, Erillisverkot (Finnland) und Play (Polen) · Telia zeigt ISAC in Schweden
Ericsson hat am 2. November 2026 ein System vorgestellt, mit dem Mobilfunknetze Drohnen erkennen und orten sollen – das Ericsson ISAC System. ISAC steht für Integrated Sensing and Communication, also die Verbindung von Funkkommunikation und Sensorik in derselben Infrastruktur. Mehrere Funkstandorte arbeiten dabei zusammen und werten Reflexionen aus. So sollen sich auch Objekte erfassen lassen, die selbst kein Mobilfunksignal senden.[1]
Für die Drohnenabwehr wäre das ein großer Schritt: Heute müssen Flughäfen, Gefängnisse oder Industrieanlagen eigene Radare, Funkscanner und Kameras aufbauen. Ein Netz, das ohnehin flächendeckend steht, könnte zumindest die Erkennung übernehmen. Gleichzeitig ist das Projekt noch früh: Ericsson spricht von Piloten ab 2027 und breiteren Einführungen ab 2028.[1]
Stand: . Datenbasis: Pressemitteilung von Ericsson und Meldung zur Zusammenarbeit mit Telia vom 2. November 2026, Ericsson auf X, Video des Pilotpartners AT&T. Leistungsangaben sind Herstellerangaben, keine unabhängigen Messungen.

Das Wichtigste in 20 Sekunden
Das Netz erkennt nicht nur verbundene Geräte, sondern auch fremde Objekte wie Drohnen ohne SIM-Karte.
AT&T in Arlington (Texas), der finnische Sicherheitsnetzbetreiber Erillisverkot sowie Asseco und Play in Polen.
Genaue Reichweiten, Fehlalarmraten und Kosten nennt Ericsson nicht. Der Kommunikationsteil von ISAC kommt erst mit 6G.
In Schweden zeigten beide eine ISAC-Demo mit modifizierten 5G-Funkeinheiten, die Position, Geschwindigkeit und Höhe messen.
So funktioniert ISAC: Funkmasten als Radar
Jede Funkwelle wird an Objekten reflektiert. Mobilfunkstationen senden ohnehin permanent, also lassen sich diese Reflexionen auswerten – ähnlich wie bei einem Radar. Ericsson setzt dabei auf einen multistatischen Aufbau: Ein Standort sendet, mehrere andere empfangen. Aus den Laufzeiten und Winkeln an verschiedenen Masten berechnet das System die Position eines Objekts im Raum.[1]
Laut Ericsson erkennt das System auch Mikrodrohnen auf Kilometer-Distanz und liefert eine dreidimensionale Position. Entscheidend ist, dass die Drohne dafür nicht mit dem Netz verbunden sein muss. Damit unterscheidet sich ISAC von Verfahren, die nur Drohnen mit eingebauter SIM oder aktivem Fernidentifizierungssignal erfassen.[1] Die eigentliche Verschmelzung von Datenübertragung und Sensorik in einem Standard sieht Ericsson erst mit 6G; die ersten Piloten laufen deshalb als reine Sensing-Anwendung.[1]
Tabelle seitlich wischen – weitere Spalten rechts
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Prinzip | Multistatisches Sensing über Mobilfunkstandorte |
| Erfasst | auch nicht vernetzte Objekte, etwa Drohnen ohne SIM |
| Ortung | 3D-Position, Mikrodrohnen im Kilometerbereich |
| Piloten | ab 2027 (nur Sensing) |
| Breitere Einführung | ab 2028 |
| Kommunikationsteil | später, auf dem Weg zu 6G |
Pilotpartner und die Telia-Demo in Schweden
Ericsson nennt Versuche mit AT&T im texanischen Arlington, mit dem finnischen Behördennetzbetreiber Erillisverkot in Helsinki sowie in Polen mit dem IT-Dienstleister Asseco und dem Mobilfunkanbieter Play. In der Mitteilung kommen Vertreter von Ericsson und den Partnern zu Wort, die ISAC vor allem für den Schutz kritischer Infrastruktur und öffentliche Sicherheit sehen.[1]
Am selben Tag meldeten Telia Schweden und Ericsson eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit Richtung 6G. Dazu gehörte eine Vorführung eines vorstandardisierten 6G-Systems im oberen 6-GHz-Band und eine getrennte ISAC-Demo: Modifizierte 5G-Funkeinheiten maßen dabei Position, Geschwindigkeit und Höhe eines Objekts.[2] Wie Netzbetreiber und Behörden Drohnen heute schon über Mobilfunk führen, zeigen ältere Projekte wie Droniq und Sky Drone oder das DLR-Projekt ADELE mit 5G-Drohnen für Feuerwehr und Rettung.
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02.11.2026Ericsson ISAC System
Vorstellung mit Pilotpartnern in den USA, Finnland und Polen.
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02.11.2026Telia und Ericsson
Absichtserklärung zu 6G, Demo im oberen 6-GHz-Band und ISAC-Demo mit 5G-Funk.
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06.11.2026Stand dieses Beitrags
Keine Preise, keine unabhängigen Messwerte.
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2027Erste Piloten
Reine Sensing-Funktion in ausgewählten Netzen.
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ab 2028Breitere Einführung
Laut Ericsson; der Kommunikationsteil folgt mit 6G.
Methoden-Check: Welche Technik erkennt welche Drohnen?
Hake an, was eine Erkennungslösung für deinen Fall leisten muss. Der Check vergleicht sechs gängige Verfahren nach unserer redaktionellen Einordnung.
Annahmen und Grenzen: redaktionelle Vereinfachung auf Basis typischer Systemeigenschaften, keine Produktprüfung. ISAC nach Ericsson-Angaben, Stand 6.11.2026. Keine Eingaben werden gespeichert.
ISAC gegen Radar, Funkscanner, Kameras und Remote ID
Tabelle seitlich wischen – weitere Spalten rechts
| Verfahren | Prinzip | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|---|
| Radar | eigene Sender und Empfänger | erkennt auch autonome Drohnen | eigene Hardware, Genehmigungen, Kosten |
| Funkscanner (RF) | hört Steuer- und Videofunk ab | erkennt Hersteller und oft Pilotposition | blind bei autonomen Flügen ohne Funk |
| Kameras, Wärmebild | optische Erkennung per KI | Bestätigung, was fliegt | kurze Reichweite, wetterabhängig |
| Akustik | Mikrofone erkennen Propellergeräusche | passiv, günstig | kurze Reichweite, Störgeräusche |
| Remote ID | Drohne sendet ihre Kennung | Identität und Position | nur kooperative Drohnen |
| ISAC (Mobilfunk) | Reflexionen an Mobilfunkmasten | flächendeckend, 3D, nicht kooperativ | erst ab 2027 im Pilotbetrieb |
In der Praxis werden diese Verfahren kombiniert. ISAC könnte die großflächige Erstwarnung liefern, Kameras und Funkscanner bestätigen dann, was tatsächlich fliegt. Wie die Fernidentifizierung bei DJI-Drohnen eingerichtet wird, erklärt unsere Anleitung zur Remote ID.
Was das für Deutschland bedeutet
Deutschland ringt seit Jahren um Zuständigkeiten bei der Drohnenabwehr. Nach Vorfällen wie dem am Flughafen Leipzig will die Bundesregierung Erkennung und Abwehr neu ordnen (Anti-Drohnen-Plan, Drohne am Flughafen Leipzig). Ein netzbasiertes System würde vor allem die Lücke der flächendeckenden Erkennung schließen. Ob deutsche Netzbetreiber ISAC-Piloten planen, ist nicht bekannt; Ericsson nennt keine deutschen Partner.[1]
Für Hobbypiloten ändert sich zunächst nichts. Langfristig dürfte eine flächige Erkennung aber dazu führen, dass Flüge ohne gültige Fernidentifizierung oder in Sperrzonen schneller auffallen. Wer sicher bleiben will, hält die eigene Drohne auf aktuellem Firmwarestand, aktiviert die Remote ID und prüft vor jedem Flug die Geozonen. Was Privatleute selbst gegen fremde Drohnen tun dürfen, steht im Beitrag Private Drohnenabwehr.
Videos und Beiträge auf X
Ericsson@ericsson
„We are bringing drone detection capabilities to mobile networks …“
Ericsson hat die Ankündigung am 6. November auch auf X verbreitet.[3] Wie Netzsensorik im Feld aussieht, zeigt Pilotpartner AT&T in einem Video; Ericsson selbst stellt Drohnendienste im 6G-Kontext vor.[4][5]
Video
Network Sensing in Action with AT&T and Ericsson
Pilotpartner AT&T zeigt, wie das Mobilfunknetz Objekte im Luftraum erfasst.
Video
6G Technology and Drone Services
Ericssons Blick auf Drohnendienste in künftigen 6G-Netzen.
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Häufige Fragen
Was ist ISAC?
Integrated Sensing and Communication: Mobilfunkstationen senden und empfangen nicht nur Daten, sondern werten auch Reflexionen aus und erkennen so Objekte – ähnlich wie ein Radar.
Kann das Mobilfunknetz meine Drohne erkennen?
Mit dem Ericsson ISAC System sollen auch Drohnen ohne SIM-Karte erkannt werden. Bisher läuft das nur in Versuchen; Piloten sind ab 2027 geplant.
Wann kommt die Drohnenerkennung per Mobilfunk?
Ericsson plant erste reine Sensing-Piloten 2027 und breitere Einführungen ab 2028. Der Kommunikationsteil von ISAC soll mit 6G folgen.
Wer testet ISAC?
Ericsson nennt AT&T in Arlington (Texas), Erillisverkot in Helsinki sowie Asseco und Play in Polen. Telia zeigte in Schweden eine ISAC-Demo mit modifizierten 5G-Funkeinheiten.
Gibt es ISAC-Tests in Deutschland?
Ericsson nennt in seiner Mitteilung keine deutschen Partner. Ob Netzbetreiber hier Piloten planen, ist nicht bekannt.
Ersetzt ISAC Radar und Remote ID?
Eher nicht. ISAC könnte großflächig vorwarnen, Kameras, Funkscanner und Remote ID bleiben für Bestätigung und Identifizierung wichtig.
TransparenzQuellen und Datenbasis5 Einträge
Recherche- und Artikelstand: 6. November 2026. Technische Angaben stammen von Ericsson und Telia; die Vergleichstabelle ist eine redaktionelle Einordnung.
- Ericsson: Ericsson brings drone detection capabilities to mobile networks (2.11.2026) (Pressemitteilung, Herstellerquelle)
https://www.ericsson.com/en/press-releases/2026/11/ericsson-brings-drone-detection-capabilities-to-mobile-networks ↩ Zum Text ↩ Zum Text ↩ Zum Text ↩ Zum Text ↩ Zum Text ↩ Zum Text ↩ Zum Text - Ericsson: Telia Sweden and Ericsson collaborate on the path to 6G (2.11.2026) (Unternehmensmeldung)
https://www.ericsson.com/en/news/2026/11/telia_sweden_and_ericsson_collaborate_on_the_path_to_6g ↩ Zum Text - Ericsson auf X: Drohnenerkennung in Mobilfunknetzen (6.11.2026) (Unternehmenskanal)
https://x.com/ericsson/status/2118638053602254985 ↩ Zum Text - YouTube, AT&T Business: Network Sensing in Action with AT&T and Ericsson (Video eines Pilotpartners)
https://www.youtube.com/watch?v=sTZIWB7MLXA ↩ Zum Text - YouTube, Ericsson: 6G Technology and Drone Services (Herstellervideo)
https://www.youtube.com/watch?v=GPZXoi60wJ4 ↩ Zum Text
HinweiseHaftungs- und KI-HinweisEU AI Act
Hinweis: Dieser Beitrag berichtet über eine Ankündigung und Pilotversuche. Leistungsangaben stammen vom Hersteller und sind nicht unabhängig geprüft. Der Methoden-Check ist eine vereinfachte Orientierung und keine Beratung zu Drohnenabwehr oder deren rechtlicher Zulässigkeit.
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