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U-Boot versenkt Fregatte: Was das Übungsvideo der griechischen Marine zeigt – und was nicht

Wehrtechnik · Griechische Marine · Stand 27. Oktober 2026

U-Boot versenkt Fregatte: Was das Übungsvideo der griechischen Marine zeigt – und was nicht

Ein Torpedo detoniert unter einer ausgemusterten Fregatte, der Rumpf bricht, das Schiff sinkt: Das Video der griechischen Marine wird seit dem 23. Oktober 2026 vielfach geteilt. Es zeigt keinen Kampfeinsatz, sondern den Abschluss eines Abnahmeschießens mit israelischen Flugkörpern. Wir ordnen ein, was amtlich belegt ist, wie ein Torpedo ein Schiff von unten zerbricht und was die Übung mit Kiel und Bremen zu tun hat.

  • Mittwoch, 21. Oktober 2026: Schießen im nördlichen Kretischen Meer
  • Zielschiff: ausgemusterte Fregatte „Bouboulina“, unbemannt, seit 2013 außer Dienst
  • Versenkt durch einen SUT-Torpedo aus deutscher Entwicklung, abgefeuert von einem U-Boot

Zum Video-Faktencheck Warum der Kiel bricht

Die griechische Marine hat am 21. Oktober 2026 die ausgemusterte Fregatte „Bouboulina“ nördlich von Kreta mit einem Torpedo versenkt. Abgefeuert wurde er von einem U-Boot, dessen Namen die Marine nicht nennt. Anlass war kein Gefecht, sondern eine gemeinsame Ausbildung mit der israelischen Marine: Griechenland nahm dabei neu beschaffte SPIKE-Flugkörper ab, zwei israelische Schiffe schossen ebenfalls. Der Torpedotreffer bildete den Schlusspunkt. Das Video davon verbreitete die Marine am 23. Oktober auf X, seither kursiert es auf vielen Kanälen, oft ohne Zusammenhang.

Gerade weil 2026 schon mehrfach Videos von sinkenden Schiffen falsch zugeordnet wurden, lohnt der genaue Blick. Dieser Beitrag trennt amtliche Angaben von Medienberichten, erklärt die Physik einer Unterwasserdetonation, stellt Zielschiff und Torpedo mit belegten Daten vor, zeigt vergleichbare Versenkungen anderer Marinen und benennt offen, was niemand veröffentlicht hat, etwa zur Umweltvorbereitung des alten Schiffs.

Stand: 27. Oktober 2026, 16:00 Uhr. Grundlage sind die Pressemitteilung der griechischen Marine vom 23. Oktober 2026, Berichte griechischer, israelischer und internationaler Medien sowie Fachnachschlagewerke zu Schiff und Torpedo. Den X-Post der Marine konnten wir nur über Einbettungen in Medienberichten auswerten. Videolänge und Aufrufzahlen sind uns nicht bekannt.

Schemagrafik: Torpedo detoniert unter einer Fregatte, Gasblase hebt den Rumpf, der Kiel bricht, U-Boot im Hintergrund
Vereinfachte Schemadarstellung, nicht maßstabsgetreu: Ein Torpedo detoniert unter dem Kiel, die Gasblase hebt den Rumpf an, der Kiel bricht. Die Grafik zeigt das Prinzip, nicht den konkreten Ablauf vom 21. Oktober 2026. Grafik: Drohnen.de
Ablauf der Übung Faktencheck Video Der SUT-Torpedo Bezug Deutschland

U-Boot versenkt Fregatte: Das Wichtigste in 20 Sekunden

21.10.2026Tag des Schießens im erweiterten Gebiet des nördlichen Kretischen Meeres, also im Süden der Ägäis
F-463Kennung der „Bouboulina“, einer früheren niederländischen Fregatte, außer Dienst seit Februar 2013
533 mmKaliber des SUT-Torpedos von Atlas Elektronik, Gefechtskopf laut Fachquellen rund 260 kg
0Opfer: Das Zielschiff war unbemannt, es handelte sich um eine Übung, nicht um einen Angriff

Amtlich bestätigt

Datum, Seegebiet, Zielschiff, SPIKE-Abnahmeschießen und die Versenkung durch einen SUT-Torpedo aus einem U-Boot stehen in der Pressemitteilung der Marine.

Keine reine SINKEX

Hauptzweck war laut Marine die Abnahme der SPIKE-Flugkörper. Der Torpedoschuss war der Abschluss, den Begriff SINKEX verwendet die Marine nicht.

U-Boot nicht benannt

Welches Boot schoss, sagt die Marine nicht. Dass es zur Papanikolis-Klasse (Typ 214) gehörte, stammt nur aus Fachmedien.

Umwelt offen

Ob und wie Schadstoffe vor der Versenkung entfernt wurden und wie tief das Wasser war, hat Griechenland nicht veröffentlicht.

Inhalt dieses Beitrags

Erst die Übung und das Video, dann Schiff, Torpedo und Physik, zum Schluss Umwelt, Vergleichsfälle und der Bezug zu Deutschland.

Übung und Video

1 Was am 21. Oktober geschah2 Abnahmeschießen statt SINKEX3 Faktencheck zum Video4 Das Zielschiff Bouboulina5 Der SUT-Torpedo6 Warum der Kiel bricht

Hintergrund und Einordnung

7 Wozu Zielschiffe sinken8 Umwelt und Regeln9 Vergleichsfälle10 Griechenlands U-Boote11 Bezug zu Deutschland12 Politischer Kontext13 Schiffsvideos selbst prüfen14 Häufige Fragen

Was am 21. Oktober 2026 geschah

Laut griechischer Marine fand am Mittwoch, 21. Oktober 2026, im erweiterten Gebiet des nördlichen Kretischen Meeres eine operative gemeinsame Ausbildung mit der israelischen Marine statt, verbunden mit dem Schießen gelenkter Flugkörper. Die Pressemitteilung der griechischen Marine erschien zwei Tage später, am 23. Oktober um 15 Uhr Ortszeit, herausgegeben vom Marinesprecher Kapitän zur See Georgios Laiakis. Einen formalen Übungsnamen nennt sie nicht.

🇬🇷 🤝🇮🇱

⚓Επιχειρησιακή συνεκπαίδευση και βολές Κ/Β ΕΕ
🗓️ 21 Οκτωβρίου 2026
📍 Αιγαίο Πέλαγος

🔗 https://t.co/0NwmBU5muO

#hellenicnavy #hellenic #navy https://t.co/p2HeVOOlo9

— Πολεμικό Ναυτικό (@NavyGR) October 23, 2026

Im Mittelpunkt standen nach dieser Darstellung sogenannte Abnahmeschießen der Lenkflugkörper SPIKE NLOS und SPIKE ER des israelischen Herstellers Rafael. Griechenland hat die Systeme neu beschafft; mit den scharfen Schüssen sollte gezeigt werden, dass Waffe, Startgerät und Plattform wie vereinbart funktionieren. Die Marine spricht von „absolutem Erfolg“, die Wirksamkeit des neuen Systems sei bestätigt. Abgefeuert wurden die SPIKE-Flugkörper vom Kanonenboot „Machitis“ und von einem MARK-V-Schnellboot der Kampfschwimmer. Zwei Flugkörperschiffe der israelischen Marine schossen ebenfalls auf das Ziel.

Das Ziel war die ausgemusterte Fregatte „Bouboulina“. Sie wurde laut Mitteilung „anschließend“ durch einen SUT-Torpedo versenkt, abgefeuert von einem U-Boot. Beteiligt waren außerdem Fregatten, Überwachungsschiffe, Hubschrauber der Marineflieger und Mittel der Luftwaffe. Vor Ort waren der Chef des griechischen Generalstabs, General Dimitrios Choupis, der Chef der israelischen Marine, Vizeadmiral Eyal Harel, der griechische Marinechef Vizeadmiral Dimitrios-Eleftherios Kataras und Flottenbefehlshaber Vizeadmiral Christos Sasiakos. Kataras und Harel trafen sich danach an Bord der Fregatte „Psara“ zu einem bilateralen Gespräch über maritime Sicherheit und den Ausbau der Zusammenarbeit.

Teil 1Kanonenboot MachitisSPIKE NLOS

Abnahmeschuss des Flugkörpers mit großer Reichweite, gelenkt über Datenlink und Kamera.

Teil 2MARK-V-SchnellbootSPIKE ER

Abnahmeschuss der Variante mit kürzerer Reichweite vom Boot der Kampfschwimmer.

Teil 3Israelische MarineZwei Flugkörperschiffe

Auch sie verschossen Lenkflugkörper auf das Zielschiff. Typ und Zahl nennt die Mitteilung nicht.

AbschlussU-Boot, Name nicht genanntSUT-Torpedo

Der Torpedo versenkte die „Bouboulina“. Erst dieser Treffer machte das Video bekannt.

Reihenfolge der Flugkörperschüsse, Uhrzeiten, Schussentfernungen und Wrackposition hat die Marine nicht veröffentlicht. Die Übung wurde während der Durchführung nicht angekündigt. Nach Darstellung der Zeitung To Vima machten zunächst die israelischen Streitkräfte sie bekannt, die griechische Marine zog am 23. Oktober nach.

  1. 21.10.2026Schießen und VersenkungSPIKE-Abnahmeschießen, israelische Flugkörper, Torpedo aus einem griechischen U-Boot.
  2. 23.10.2026Pressemitteilung und VideoMitteilung mit 28 Fotos auf der Marine-Website, Video auf X über @NavyGR und den Generalstab.
  3. 24.10.2026Israelisches MaterialDie israelischen Streitkräfte veröffentlichen eigene Fotos und Videos der Übung.
  4. 24.–26.10.2026Internationale VerbreitungFachmedien berichten, Ausschnitte kursieren auf vielen Kanälen, teils mit ungenauen Schlagzeilen.

Abnahmeschießen statt SINKEX: warum der Begriff zählt

Viele Berichte nennen die Aktion eine SINKEX, also eine Übung mit dem Ziel, ein Schiff zu versenken. Die griechische Marine selbst verwendet den Begriff nicht. Sie beschreibt eine gemeinsame Ausbildung mit Abnahmeschießen, bei der das Zielschiff zum Schluss versenkt wurde. Der Unterschied ist mehr als Wortklauberei: Bei einer klassischen SINKEX, wie sie die US-Marine etwa bei RIMPAC durchführt, steht die Versenkung selbst als Übungsziel im Mittelpunkt. Hier ging es nach amtlicher Darstellung zuerst um die Abnahme eines neuen Waffensystems und um das Zusammenspiel mit der israelischen Marine.

Ein Abnahmeschießen ähnelt einer Endabnahme in der Industrie: Der Käufer prüft scharf, ob Start, Lenkung, Datenverbindung und Treffer wie zugesichert funktionieren. Ein großes, ausgemustertes Schiff ist dafür ein realistisches Ziel. Dass der Rumpf danach durch einen Torpedo versenkt wurde, ist naheliegend. Ein nach mehreren Treffern beschädigtes Wrack muss ohnehin beseitigt werden, und die U-Boot-Besatzung erhält einen scharfen Schuss unter realistischen Bedingungen.

Faktencheck zum Video: was es zeigt und was nicht

Das Video stammt von der griechischen Marine selbst und wurde am 23. Oktober 2026 über ihren offiziellen X-Account @NavyGR veröffentlicht; auch der Generalstab teilte es. Nach der Beschreibung von To Vima enthält es Aufnahmen aus der Suchkopfkamera eines SPIKE-Flugkörpers, die Detonation des Torpedos und das Sinken des Schiffs. Auf der Website der Marine selbst ist kein Video eingebettet, dort stehen 28 Fotos. Ein offizielles YouTube-Video haben wir nicht gefunden.

Den X-Post kennen wir nur aus Einbettungen in griechischen Medien, deshalb können wir weder die Länge des Videos noch Aufrufzahlen nennen. Einen veröffentlichten Faktencheck von Organisationen wie AFP, Misbar oder Snopes zu Falschdeutungen genau dieses Videos haben wir nicht gefunden. Die folgende Gegenüberstellung beruht daher auf amtlichen Angaben und Medienberichten, nicht auf einer eigenen Bildforensik.

Belegt durch die Marine

  • Übung am 21.10.2026, nördliches Kretisches Meer Pressemitteilung der Marine
  • Ziel: ausgemusterte Fregatte „Bouboulina“ Pressemitteilung
  • SPIKE NLOS und ER, Abnahmeschießen mit Erfolg Pressemitteilung
  • Versenkung durch SUT-Torpedo aus einem U-Boot Pressemitteilung
  • Video auf dem offiziellen X-Account @NavyGR Einbettung bei Eleftheros Typos

Offen oder nur berichtet

  • Name des U-Boots: nicht genannt Typ 214 nur laut Fachmedien
  • Länge des Videos und Aufrufe nicht ermittelt
  • Wassertiefe, Position, Sinkdauer nicht veröffentlicht
  • Schadstoffentfernung vor der Versenkung nicht veröffentlicht
  • „Erstmals“ für die griechische Marine nur Medienberichte

Wichtig für alle, die das Video in Chats oder sozialen Netzwerken sehen: Es zeigt eine Übung mit einem unbemannten, seit über 13 Jahren stillgelegten Schiff. Es gab keinen Angriff, keinen Gegner und keine Opfer. Diese Einordnung ist nötig, weil 2026 bereits mehrfach Versenkungsvideos falschen Ereignissen zugeschrieben wurden, etwa im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Real versenkt wurde dort am 4. März 2026 die iranische Fregatte IRIS Dena durch das US-U-Boot USS Charlotte mit einem Torpedo vom Typ Mk 48.

Suchkopfkamera eines SPIKE

  • Was zu sehen ist: laut To Vima Aufnahmen aus der Kamera im Flugkörperkopf beim Anflug auf das Ziel.
  • Einordnung: SPIKE-Flugkörper übertragen ihr Kamerabild an den Schützen, der das Ziel bis kurz vor dem Treffer korrigieren kann.
  • Grenze: Welcher der Schüsse gezeigt wird, sagt die Marine nicht.

Detonation unter dem Rumpf

  • Was zu sehen ist: eine Wassersäule unter der Schiffsmitte, typisch für einen Torpedo mit Abstandszünder.
  • Einordnung: Der Torpedo trifft den Rumpf nicht direkt, sondern detoniert darunter. Die Gasblase wirkt stärker als ein Treffer an der Bordwand.
  • Grenze: Die Marine beschreibt den Zündmechanismus nicht. Das ist eine physikalische Einordnung, keine amtliche Angabe.

Kielbruch

  • Was zu sehen ist: Der Rumpf knickt in der Mitte, Bug und Heck richten sich auf.
  • Einordnung: Das entspricht dem in Lehrmaterial beschriebenen Kielbruch durch die pulsierende Gasblase.
  • Grenze: Dass die „Bouboulina“ genau so brach, ist aus den Bildern plausibel, amtlich aber nicht beschrieben.

Was das Video nicht zeigt

  • Das U-Boot: Weder Boot noch Name sind zu sehen oder genannt.
  • Vorbereitung: keine Informationen zur Reinigung des Schiffs oder zur Sperrung des Seegebiets.
  • Kontext: Kurze Ausschnitte in sozialen Netzwerken lassen meist weg, dass es sich um eine Übung handelte.

Das Zielschiff: die Fregatte „Bouboulina“

Die „Bouboulina“ (Kennung F-463) war ursprünglich die niederländische Fregatte HNLMS „Pieter Florisz“ (F826) der Kortenaer-Klasse. Gebaut wurde sie von der Werft De Schelde im niederländischen Vlissingen. Griechenland kaufte das Schiff 2001 und stellte es am 14. Dezember 2001 unter dem Namen „Bouboulina“ in Dienst, benannt nach Laskarina Bouboulina, einer Heldin des griechischen Unabhängigkeitskriegs. In Griechenland heißt diese Schiffsklasse Elli- oder S-Klasse.

Am 18. Februar 2013 wurde die Fregatte außer Dienst gestellt; in das Modernisierungsprogramm der Schwesterschiffe wurde sie nicht aufgenommen. Danach diente sie als Ersatzteilspender. Unter anderem soll ihr Sonar an die Fregatte „Kanaris“ gegangen sein, nachdem diese 2017 Grundberührung hatte. Die Daten stammen aus Nachschlagewerken, nicht aus amtlichen Quellen. Beim Datum der niederländischen Indienststellung widersprechen sich die Quellen (11. oder 1. Oktober 1983), wir nennen deshalb nur das Jahr.

Steckbrief der Fregatte „Bouboulina“ (ex „Pieter Florisz“), Angaben laut Nachschlagewerken und Fachseiten
Merkmal Angabe Hinweis
Klasse Kortenaer-Klasse (NL), Elli- bzw. S-Klasse (GR) Fregatte für U-Jagd und Geleitschutz
Bauwerft De Schelde, Vlissingen Niederlande
Kiellegung / Stapellauf 21.01.1981 / 08.05.1982 laut Wikipedia und Seaforces
Indienststellung NL 1983 Tag widersprüchlich angegeben
Indienststellung GR 14.12.2001 als F-463 „Bouboulina“
Außerdienststellung 18.02.2013 danach Ersatzteilspender
Dienstbilanz in Griechenland rund 1.200 Seetage, über 148.000 Seemeilen laut Fachblog
Länge / Verdrängung rund 130 m / 3.500 t (Standard), 3.800 t (maximal) Klassenwerte
Versenkt 21.10.2026, nördliches Kretisches Meer amtlich

1983Erstes Dienstjahr

bei der niederländischen Marine

2001Wechsel nach Griechenland

als „Bouboulina“, F-463

2013Außer Dienst

danach als Ersatzteilspender genutzt

13,5 JahreStillliegezeit

bis zur Versenkung am 21.10.2026

Daraus ergibt sich eine wichtige Einordnung: Die „Bouboulina“ war zum Zeitpunkt der Übung kein einsatzfähiges Kriegsschiff, sondern ein ausgeschlachteter Rumpf ohne Besatzung, der rund 13,5 Jahre stillgelegen hatte. Aussagen darüber, wie sich ein modernes, voll besetztes Schiff mit funktionierender Schadenskontrolle gegen dieselben Waffen schlagen würde, lassen sich aus dem Video deshalb nur sehr begrenzt ableiten.

Der SUT-Torpedo: ein Entwurf aus Bremen

SUT steht für „Surface and Underwater Target“: ein schwerer, elektrisch angetriebener Torpedo mit 533 Millimetern Durchmesser, entwickelt und gebaut von Atlas Elektronik in Bremen. Er kann gegen Überwasserschiffe und U-Boote eingesetzt werden und wird nach dem Abschuss zunächst über einen Draht vom U-Boot aus gelenkt. Am Ende sucht er sein Ziel mit einem eigenen Sonar, aktiv oder passiv. Gebaut wird der SUT nicht mehr, im Dienst ist er aber noch in mehreren Marinen.

Ein aktuelles Datenblatt des Herstellers lag uns nicht vor, die Website von Atlas Elektronik war nicht erreichbar. Die folgenden Werte stammen deshalb aus Fachnachschlagewerken: einem Archivbericht von Forecast International (Stand 2006) und dem englischen Wikipedia-Artikel, der sich auf ältere Fachbücher stützt. Bei Gewicht und Reichweite weichen die Angaben voneinander ab. Woran das liegt, etwa an unterschiedlichen Varianten oder Geschwindigkeitsprofilen, ist nicht belegt.

SUT-Torpedo: Angaben aus Fachquellen, keine geprüften Herstellerdaten
Merkmal Forecast International (2006) Wikipedia (nach Fachliteratur)
Kaliber 533 mm 533 mm (21 Zoll)
Länge 6.150 mm keine Angabe
Gewicht 1.414 kg 1.419 kg
Gefechtskopf 260 kg, Aufschlag- und Abstandszünder 259 kg, Abstands- oder Kontaktzünder
Antrieb elektrisch, Batterie elektrisch, Batterie
Geschwindigkeit bis 35 Knoten 35 Knoten (rund 65 km/h)
Reichweite über 40 km 30 km
Lenkung Draht mit Zwei-Wege-Datenlink, Endanflug aktiv/passiv Draht, aktives Endsuchsonar
Status Produktion eingestellt –

Für Griechenland ist der SUT ein Auslaufmodell. Laut Janes sollen die SUT-Mod-0-Torpedos auf den vier U-Booten der Papanikolis-Klasse durch den moderneren SeaHake Mod 4 ersetzt werden, die Exportversion des deutschen DM2A4, ebenfalls von Atlas Elektronik. Griechenland bestellte nach einem Bericht von defence-industry.eu am 8. Juli 2023 insgesamt 44 Stück für rund 112 Millionen Euro. Army Recognition berichtete 2025 von Lieferverzögerungen wegen angespannter Lieferketten. Dass mit dem SUT gezielt Altbestände verschossen wurden, liegt nahe, ist aber nicht offiziell bestätigt.

Warum der Kiel bricht: die Physik einer Unterwasserdetonation

Ein moderner Schwergewichtstorpedo soll ein Schiff nicht an der Bordwand treffen, sondern unter dem Kiel detonieren. Dort wirkt die Explosion über Wasser und Gasblase auf den gesamten Rumpf und kann ihn in der Mitte zerbrechen. Die Abläufe sind in US-Lehrmaterial zur Marinewaffentechnik und in technischen Untersuchungen gut beschrieben. Die folgenden Schritte erklären das Prinzip; dass die „Bouboulina“ genau auf diese Weise brach, ist aus dem Video plausibel, aber nicht amtlich beschrieben.

1
Stoßwelle

Unter Wasser ist die Druckwelle kürzer als in Luft, aber mit deutlich höherem Spitzendruck. Ihre Energie nimmt mit der Entfernung schnell ab und schädigt vor allem Geräte im Inneren.

2
Gasblase

Die Explosionsgase bilden eine Blase, die sich ausdehnt, unter dem Wasserdruck wieder zusammenfällt und mehrmals pulsiert.

3
Anheben und Durchsacken

Unter der Schiffsmitte hebt die Blase den Rumpf an. Fällt sie zusammen, verliert die Mitte den Auftrieb, während Bug und Heck noch getragen werden. Der Kiel kann unter dem Eigengewicht brechen.

4
Wasserstrahl

Fällt die unter dem Rumpf gefangene Blase ungleichmäßig zusammen, schießt ein Wasserstrahl nach oben durch den Rumpf. Bei kleineren Schiffen kann allein das den Rumpf zerteilen.

5
Peitschen und Resonanz

Trifft der Takt der pulsierenden Blase eine Eigenschwingung des Rumpfs, schaukeln sich die Lasten auf. Fachleute sprechen von „Whipping“.

Wie wirkungsvoll dieses Prinzip ist, zeigte ein realer Fall: Die südkoreanische Korvette „Cheonan“ sank 2010 nach einer Unterwasserdetonation. Die Untersuchenden kamen damals zu dem Schluss, dass eine Kombination aus Stoßwelle und Blaseneffekt den Kiel nach oben gedrückt hatte und das Schiff entzweibrach. Ihre Simulation ging von einer Ladung zwischen 200 und 300 Kilogramm aus, die rund sechs bis acht Meter unter Wasser detonierte, also in der Größenordnung des SUT-Gefechtskopfs. Einen Überblick über diese Mechanismen bietet das frei zugängliche Lehrmaterial zu Unterwasserwaffen der Federation of American Scientists.

Gefechtskopfmasse im Vergleich (Angaben aus Fachquellen)

Bezugsgröße: 300 kg. Werte gerundet; bei der Cheonan handelt es sich um die Spanne der Untersuchungssimulation.

SUT rund 260 kg
SeaHake Mod 4 / DM2A4 rund 260 kg
Cheonan 2010 (Simulation) 200–300 kg

Gleiche Masse bedeutet nicht gleiche Wirkung: Sprengstoffart, Detonationstiefe und Abstand zum Kiel entscheiden mit.

Wozu Marinen alte Schiffe versenken

Scharfe Schüsse auf echte Schiffe liefern Daten und Erfahrungen, die Simulatoren nicht ersetzen können. Die US-Marine begründet ihre Versenkungsübungen bei RIMPAC 2024 damit, dass Waffen und Systeme unter realistischen Bedingungen erprobt und Planung, Kommunikation sowie komplexe Angriffe auf Seeziele geübt werden. Für Griechenland nennt die Marine einen etwas anderen Schwerpunkt: die Abnahme der SPIKE-Systeme und das Zusammenwirken mit der israelischen Marine.

Waffen erproben

Ein Abnahmeschießen zeigt, ob neu gekaufte Flugkörper samt Startgerät und Datenlink im Ernstfall funktionieren.

Besatzungen ausbilden

Für eine U-Boot-Besatzung ist ein scharfer Torpedoschuss auf ein echtes Ziel selten und deshalb wertvoll.

Zusammenarbeit üben

Schiffe verschiedener Marinen müssen Lagebild, Funk und Feuerfreigaben abstimmen. Genau das war laut Marine ein Ziel.

Wirkung messen

Wie ein Rumpf auf Treffer reagiert, fließt in Taktik und Schiffbau ein. Ob Griechenland Messungen vornahm, ist nicht bekannt.

Umwelt und Regeln: was bekannt ist und was fehlt

Zur Umweltvorbereitung der „Bouboulina“ hat Griechenland nichts veröffentlicht: weder zur Entfernung von Schadstoffen noch zur Wassertiefe, zum Abstand zur Küste oder zur Rechtsgrundlage. Ein altes Kriegsschiff kann Treibstoffreste, Öle, Farben, Kabelisolierungen und andere problematische Stoffe enthalten. Ob diese vor der Übung entfernt wurden, lässt sich aus den veröffentlichten Informationen nicht beantworten. Wir stellen deshalb keine Behauptung auf, sondern zeigen, welche Maßstäbe anderswo gelten.

Als Vergleich eignen sich die Regeln der US-Marine. Vor jeder Versenkungsübung entfernt sie nach eigenen Angaben, soweit praktisch möglich, umweltschädliche Materialien wie PCB, Erdöl, Müll, schwimmfähige Stoffe sowie quecksilber- oder fluorkohlenwasserstoffhaltige Teile. Versenkt wird nur in mindestens 1.000 Faden Tiefe, das sind rund 1.830 Meter, und mindestens 50 Seemeilen vom Land entfernt, auf Grundlage einer Genehmigung der US-Umweltbehörde EPA. Für griechische Gewässer gelten diese US-Regeln nicht.

Vergleich: US-Vorgaben für Versenkungsübungen und veröffentlichte Angaben zur „Bouboulina“
Punkt US-Marine (Referenz) Griechenland, 21.10.2026
Schadstoffentfernung so weit praktisch möglich, Stofflisten festgelegt keine Angaben
Mindesttiefe 1.000 Faden (rund 1.830 m) keine Angaben
Abstand zum Land mindestens 50 Seemeilen „nördliches Kretisches Meer“, keine Position
Genehmigung Rahmengenehmigung der EPA keine Angaben

Mittelmeer-Abkommen

Das Dumping-Protokoll der Barcelona-Konvention behandelt die Versenkung von Schiffen. Eine strengere Fassung von 1995 ist laut UNEP-Dokument nicht in Kraft. Eine rechtliche Bewertung des Falls nehmen wir nicht vor.

Vergleichsfälle: Versenkungen anderer Marinen

Torpedoschüsse auf ausgemusterte Schiffe sind selten, aber kein Einzelfall. Vor allem die US-Marine und ihre Partner versenken bei der Großübung RIMPAC vor Hawaii regelmäßig alte Schiffe. Auch die Türkei hat Zielschiffe per Torpedo versenkt, 2016 sogar mit einem Torpedo aus deutscher Produktion. Die Tabelle zeigt belegte Beispiele.

Ausgewählte Versenkungen ausgemusterter Schiffe bei Übungen, Angaben laut Marinen und Fachmedien
Zielschiff Datum Waffe und Plattform Quelle
Ex-USS Dubuque und Ex-USS Tarawa 11. und 19.07.2024 RIMPAC, unter anderem Flugkörper; rund 15.000 Fuß Tiefe, über 50 Seemeilen nördlich von Kauai US Third Fleet, Navy Times
Ex-USNS Kilauea Juli 2012 RIMPAC, australisches U-Boot HMAS Farncomb, Torpedo Mk 48 Defense Update
Ex-USNS Concord 17.07.2012 RIMPAC, kanadisches U-Boot HMCS Victoria Defense Update
Ex-USS Ingraham August 2021 U-Boot USS Chicago, Mk 48 Interesting Engineering
Ex-TCG Zafer Juni 2016 türkisches U-Boot Typ 209, DM2A4 von Atlas Elektronik; Schiff brach entzwei The War Zone
Ex-TCG Sokullu Mehmet Paşa 11.06.2026 U-Boot TCG Sakarya, türkischer Torpedo AKYA Defence Security Asia

Auffällig ist die Parallele zur Türkei: Auch dort sank 2016 ein Zielschiff nach einer Detonation unter dem Rumpf, abgefeuert von einem in Deutschland entworfenen U-Boot mit einem Torpedo aus Bremen. Einen öffentlich dokumentierten Versenkungstest der Deutschen Marine mit DM2A4 und Zielschiff haben wir nicht gefunden.

Griechenlands U-Boot-Flotte

Griechenland betreibt vier U-Boote vom Typ 214, in Griechenland Papanikolis-Klasse genannt, sowie mehrere ältere Boote vom Typ 209. Beide Typen sind Entwürfe der Kieler Werft HDW, die heute zu Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) gehört. Wie viele Boote insgesamt einsatzbereit sind, geben Quellen unterschiedlich an: Die Zahlen schwanken zwischen acht und zehn, je nachdem, ob Reserveboote mitgezählt werden und welcher Stand gemeint ist. Welches Boot den Torpedo am 21. Oktober abfeuerte, nennt die Marine nicht. Fachmedien wie Defence Matters und Interesting Engineering ordnen es unter Berufung auf Naval News dem Typ 214 zu.

U-Boote vom Typ 214 der griechischen Marine, Angaben laut Nachschlagewerken
Boot Kennung Bauwerft Indienststellung
Papanikolis S-120 HDW, Kiel 2010
Pipinos S-121 Hellenic Shipyards, Skaramangas 2014 (laut anderer Quelle 2015)
Matrozos S-122 Skaramangas 2016
Katsonis S-123 Skaramangas 2016

65 mLänge

Typ 214, Verdrängung 1.690 t aufgetaucht, 1.860 t getaucht

8Torpedorohre

Kaliber 533 mm, passend für SUT und SeaHake

2 × 120 kWBrennstoffzellen

außenluftunabhängiger Antrieb für lange Tauchfahrten

27Besatzung

Tauchtiefe laut Fachquellen knapp 400 m

Am 29. April 2026 vereinbarten TKMS und die Werft Skaramangas eine exklusive Partnerschaft für die Modernisierung der vier Boote zur Lebensmitte. Zusätzlich plant Griechenland laut Fachberichten neue U-Boote.

Was Deutschland damit zu tun hat

Fast die gesamte Unterwasser-Kette dieser Übung hat deutsche Wurzeln: Das U-Boot ist nach Fachberichten ein Kieler Entwurf, der Torpedo stammt aus Bremen, und auch der geplante Nachfolger kommt von dort. Atlas Elektronik, Hersteller von SUT und SeaHake, ist seit dem 3. April 2017 eine hundertprozentige Tochter von TKMS.

Die Deutsche Marine selbst setzt auf U-Boote der Klasse 212A, die ebenfalls von TKMS stammen und wie der Typ 214 einen Brennstoffzellenantrieb nutzen. Ihr Standardtorpedo ist der DM2A4, dessen Exportversion Griechenland nun als SeaHake Mod 4 einführt. Wer sich mit der Debatte um deutsche Rüstungsexporte beschäftigt, findet bei uns auch eine Einordnung zum Thema 50.000 KI-Kampfdrohnen für die Ukraine, einem anderen, aktuellen Beispiel für deutsche Wehrtechnik im Ausland.

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Das Revell-Set zum Bundeswehrjubiläum zeigt drei U-Boot-Generationen, darunter die aktuelle Klasse 212. Bild: Revell (via Amazon)
Revell-Klemmbausteinmodell des U-Boots U 96 aus dem Film Das Boot mit 6.483 Teilen
Das Klemmbaustein-Modell des U 96 aus „Das Boot“ besteht aus 6.483 Teilen. Bild: Revell (via Amazon)

Politischer Kontext: Israel, Türkei und Rüstung

Die Übung fällt in eine Phase enger griechisch-israelischer Rüstungszusammenarbeit. Laut Defence Matters schlossen beide Länder im April 2023 ein SPIKE-Abkommen über rund 370 Millionen Euro; im August 2026 folgte demnach ein Vertrag über rund drei Milliarden Euro für das Luftverteidigungssystem „Achilles Shield“. Die SPIKE-NLOS-Flugkörper auf den Kanonenbooten der Machitis-Klasse sollen nach Berichten Ziele in rund 32 Kilometern Entfernung erreichen, die SPIKE ER2 auf den MARK-V-Booten rund 10 Kilometer. Diese Reichweiten sind berichtete Werte, keine von uns geprüften Herstellerangaben.

Mehrere Medien, darunter All Israel News, verorten die Übung im Zusammenhang mit den Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei. In der griechischen Pressemitteilung steht dazu nichts; sie nennt maritime Sicherheit, Freiheit der Schifffahrt und Entwicklungen im östlichen Mittelmeer als Gesprächsthemen der Marinechefs.

Wer verfolgt, wie sich unbemannte Systeme in der Militärtechnik verbreiten, findet bei uns auch einen Beitrag zur US-Militärdrohne Hammer F1. Für die Einordnung der griechischen Übung gilt: Sie ist ein sichtbares Signal militärischer Zusammenarbeit, aber kein Einsatz gegen ein anderes Land.

Schiffsvideos selbst prüfen: eine Checkliste

Bevor du ein Video eines sinkenden Schiffs teilst, lohnt ein kurzer Check der Herkunft. Viele Ausschnitte stammen aus Übungen, Archiven oder Filmen und werden mit neuen, falschen Behauptungen versehen. Die folgende Liste hilft, die häufigsten Fehler zu vermeiden. Dein Fortschritt wird nur in deinem Browser gespeichert.

Vor dem Teilen: Schiffsvideo in sechs Schritten prüfen

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Häufige Fragen zum versenkten Zielschiff

Welches Schiff hat das griechische U-Boot versenkt?

Versenkt wurde die ausgemusterte Fregatte „Bouboulina“ (F-463), ursprünglich die niederländische „Pieter Florisz“ der Kortenaer-Klasse. Sie war seit Februar 2013 außer Dienst und diente danach als Ersatzteilspender. An Bord war niemand.

Wann und wo wurde die Fregatte versenkt?

Am Mittwoch, 21. Oktober 2026, im erweiterten Gebiet des nördlichen Kretischen Meeres. Das ist der südliche Teil der Ägäis, weshalb im X-Post der Marine von der Ägäis die Rede ist. Eine genaue Position hat die Marine nicht veröffentlicht.

War das ein Angriff oder eine Übung?

Es war eine Übung. Laut griechischer Marine handelte es sich um eine gemeinsame Ausbildung mit der israelischen Marine samt Abnahmeschießen neuer SPIKE-Flugkörper. Das Zielschiff war unbemannt, es gab keine Opfer und keinen Gegner.

Ist das eine SINKEX?

Nicht im engeren Sinn. Die griechische Marine verwendet den Begriff nicht. Hauptzweck war die Abnahme der SPIKE-Flugkörper, die Versenkung durch den Torpedo bildete den Abschluss. Viele Medien sprechen dennoch von einer SINKEX.

Welches U-Boot hat den Torpedo abgefeuert?

Das ist offiziell nicht bekannt. Die Marine nennt weder Namen noch Klasse. Fachmedien ordnen das Boot unter Berufung auf Naval News der Papanikolis-Klasse (Typ 214) zu, einen konkreten Bootsnamen nennt aber keine Quelle.

Warum bricht ein Schiff durch einen Torpedo in der Mitte?

Weil der Torpedo unter dem Kiel detoniert. Die entstehende Gasblase hebt die Schiffsmitte an und fällt dann zusammen. Bug und Heck werden noch getragen, die Mitte nicht mehr, und der Kiel bricht unter dem Eigengewicht. Hinzu kommen Stoßwelle und ein nach oben schießender Wasserstrahl.

Waren israelische Schiffe an der Versenkung beteiligt?

Zwei israelische Flugkörperschiffe schossen laut Mitteilung ebenfalls Lenkflugkörper auf das Zielschiff. Versenkt wurde die Fregatte aber durch den Torpedo eines griechischen U-Boots. Schlagzeilen, nach denen das griechisch-israelische Militär die Fregatte gemeinsam versenkt habe, sind daher ungenau.

Wurden vor der Versenkung Schadstoffe entfernt?

Dazu gibt es keine öffentlichen Angaben. Griechenland hat weder zur Schadstoffentfernung noch zur Wassertiefe oder Rechtsgrundlage etwas veröffentlicht. Zum Vergleich: Die US-Marine entfernt Schadstoffe vorab und versenkt in mindestens rund 1.830 m Tiefe und 50 Seemeilen Abstand zum Land.

Was hat Deutschland mit der Übung zu tun?

Der SUT-Torpedo stammt von Atlas Elektronik aus Bremen, einer Tochter von Thyssenkrupp Marine Systems. Die griechischen U-Boote vom Typ 214 und 209 sind Entwürfe der Kieler Werft HDW. Auch der geplante Nachfolgetorpedo SeaHake Mod 4 kommt von Atlas Elektronik.

Womit ersetzt Griechenland den SUT-Torpedo?

Mit dem SeaHake Mod 4, der Exportversion des deutschen DM2A4. Griechenland bestellte laut Fachberichten im Juli 2023 44 Stück für rund 112 Millionen Euro. Der Nachfolger wird über Glasfaser gelenkt und soll bis 50 Knoten erreichen.

Haben andere Marinen schon Schiffe so versenkt?

Ja. Die US-Marine und Partner versenken bei RIMPAC regelmäßig alte Schiffe, 2024 etwa die Ex-USS Tarawa. Die Türkei versenkte 2016 eine alte Fregatte mit einem deutschen DM2A4-Torpedo und im Juni 2026 ein weiteres Schiff mit dem eigenen Torpedo AKYA.

Hat die griechische Marine das zum ersten Mal gemacht?

Das ist nicht belegt. Einige Medien schreiben von einer Premiere oder einer beispiellosen Übung, in der amtlichen Mitteilung findet sich diese Einordnung aber nicht. Ob die Marine schon früher Zielschiffe versenkt hat, konnten wir nicht klären.

Fazit: eindrucksvolles Video, nüchterner Hintergrund

Das Video der griechischen Marine zeigt, was ein moderner Schwergewichtstorpedo anrichtet: Ein 130 Meter langes Schiff bricht in der Mitte und sinkt. Der Hintergrund ist jedoch weniger spektakulär, als viele geteilte Ausschnitte vermuten lassen. Es ging um die Abnahme neu gekaufter israelischer Flugkörper und um gemeinsames Üben mit Israel. Die seit 2013 stillgelegte „Bouboulina“ war ein unbemanntes, ausgeschlachtetes Ziel, der Torpedotreffer der Schlusspunkt.

Offen bleibt einiges: Welches U-Boot schoss, wie tief das Wrack liegt und ob das Schiff vorher von Schadstoffen befreit wurde, hat Griechenland nicht mitgeteilt. Für Deutschland ist die Übung ein Schaufenster der eigenen Marinetechnik, denn U-Boot-Entwurf und Torpedo stammen aus Kiel und Bremen. Wer das Video teilt, sollte den Zusammenhang dazuschreiben: Übung, Zielschiff, keine Opfer.

Zurück zum Video-Faktencheck

TransparenzQuellen und Datenbasis42 Einträge

Grundlage sind die Pressemitteilung der griechischen Marine, Angaben der US-Marine und ein UNEP-Vertragstext sowie Berichte griechischer, israelischer und internationaler Medien, Fachnachschlagewerke und Lehrmaterial, abgerufen bis 27. Oktober 2026. Den X-Post der Marine und den Originalartikel von Naval News konnten wir nicht direkt abrufen; die Website von Atlas Elektronik war nicht erreichbar, ein aktuelles Herstellerdatenblatt zum SUT liegt nicht vor. Bereits im Text verlinkte Quellen führen wir ohne erneuten Link auf, Beiträge von drohnen.de nicht erneut.

  • Griechische Marine: Pressemitteilung zur gemeinsamen Ausbildung mit der israelischen Marine, 23.10.2026 (Primärquelle) – im Text verlinkt
  • Griechische Marine (@NavyGR): Video der Übung auf X, 23.10.2026 (Primärquelle, über Einbettung ausgewertet)
  • US Third Fleet: SINKEXs bei RIMPAC 2024, 22.07.2024 (Behördenquelle, Zweck und Umweltvorgaben)
  • UNEP: Dumping-Protokoll der Barcelona-Konvention, konsolidierte Fassung (Vertragstext)
  • Federation of American Scientists: Introduction to Naval Weapons Engineering – Underwater Weapons (Lehrmaterial) – im Text verlinkt
  • Virginia Tech: Abschlussarbeit zur Whipping-Analyse bei Unterwasserexplosionen, 2016 (wissenschaftliche Quelle)
  • To Vima: Greek navy sinks retired frigate in joint drill with Israel, 23.10.2026 (Fachmedium) – im Text verlinkt
  • in.gr: Bericht zur Versenkung der „Bouboulina“, 23.10.2026 (Nachrichtenmedium)
  • ProtoThema English: Bericht zum Video, 23.10.2026 (Nachrichtenmedium)
  • iefimerida: Bericht zum Video der Marine, 23.10.2026 (Nachrichtenmedium)
  • veteranos.gr: SPIKE-Abnahmeschießen im Kretischen Meer, 23.10.2026 (Fachportal)
  • news247: Versenkung der „Bouboulina“, 23.10.2026 (Nachrichtenmedium)
  • Eleftheros Typos: Video der Versenkung mit eingebettetem X-Post, 23.10.2026 (Nachrichtenmedium)
  • Defence Matters: SPIKE-Tests und Versenkung, 24.10.2026 (Fachmedium, zitiert Naval News)
  • Interesting Engineering: Bericht zum Video, 26.10.2026 (Fachmedium)
  • All Israel News: griechisch-israelische Marineübung, 25.10.2026 (Nachrichtenmedium)
  • i24news: frühere gemeinsame Übung, 17.09.2026 (Nachrichtenmedium)
  • Greek City Times: Bericht vom 24.10.2026 (Nachrichtenmedium, Beispiel für ungenaue Schlagzeile)
  • Wikipedia: HNLMS Pieter Florisz (F826) (Nachschlagewerk)
  • Wikipedia: Elli-class frigate (Nachschlagewerk)
  • Seaforces: F-463 HS Bouboulina (Fachseite)
  • Devrim Yaylali: Außerdienststellung der „Bouboulina“, 18.02.2013 (Fachblog)
  • Forecast International: Archivbericht SUT, Stand 12/2006 (Fachquelle)
  • Wikipedia: SUT torpedo (Nachschlagewerk)
  • Wikipedia: DM2A4 (Nachschlagewerk)
  • Janes: Greece announces submarine fleet recapitalisation, 2025 (Fachmedium)
  • Army Recognition: Modernisierung der Papanikolis-Klasse, 13.03.2025 (Fachmedium)
  • defence-industry.eu: Griechenland bestellt SeaHake Mod 4, 13.07.2023 (Fachmedium)
  • Naval Gazing: Underbottom Explosions, 19.10.2018 (Fachblog)
  • Christian Science Monitor: Untersuchung zur Cheonan, 20.05.2010 (Nachrichtenmedium)
  • Navy Times: Versenkung der Ex-USS Tarawa, 25.07.2024 (Fachmedium)
  • Defense Update: SINKEX bei RIMPAC 2012 (Fachmedium)
  • Interesting Engineering: Versenkung der Ex-USS Ingraham, 25.08.2021 (Fachmedium)
  • The War Zone: türkisches U-Boot versenkt Fregatte, 12.06.2016 (Fachmedium)
  • Defence Security Asia: Torpedo AKYA, 23.07.2026 (Fachmedium)
  • Wikipedia: Type 214 submarine (Nachschlagewerk)
  • Wikipedia: List of active Hellenic Navy ships (Nachschlagewerk)
  • Seaforces: Papanikolis-Klasse (Fachseite)
  • Wikipedia: Type 209 submarine (Nachschlagewerk)
  • Wikipedia: Atlas Elektronik (Nachschlagewerk)
  • Wikipedia: List of ships sunk by torpedoes after 1945 (Nachschlagewerk, IRIS Dena)
  • Amazon.de: Preise und Verfügbarkeit der Revell-Modellbausätze, abgerufen am 27.10.2026 (Marktquelle)

Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen mit Stand 27. Oktober 2026, 19:00 Uhr. Er beruht auf amtlichen Angaben der griechischen Marine, Medienberichten und Fachnachschlagewerken; technische Daten zu Torpedo, Schiff und U-Booten sind Angaben aus diesen Quellen und keine geprüften Herstellerdaten. Eigene Bildanalysen oder Messungen haben wir nicht vorgenommen. Der Beitrag enthält keine rechtliche Bewertung der Versenkung und steht in keiner Verbindung zur griechischen oder israelischen Marine, zu TKMS, Atlas Elektronik, Revell oder Amazon.

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Kategorie Nachrichten | Tags Bundeswehr, Marine, Militärtechnologie, noAds, Rüstung

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