Die deutsche Rüstungsindustrie meldet einen Durchbruch: Nach einer einjährigen, erfolgreichen Testphase auf See ist der Demonstrator des Hochenergie-Laserwaffensystems von Rheinmetall und MBDA Deutschland in das Laserkompetenzzentrum der Wehrtechnischen Dienststelle WTD 91 in Meppen überführt worden. Der Schritt markiert einen entscheidenden Fortschritt auf dem Weg zu einem voll einsatzfähigen, operationellen Lasersystem für Marine und Bundeswehr, das ab 2029 einsatzbereit sein könnte.
🔬 Laserwaffen „Designed & Made in Germany“ – Technologiestandort im Fokus
Das Laserwaffensystem ist das Ergebnis einer jahrelangen Kooperation zwischen Rheinmetall und MBDA, die seit 2019 gemeinsam an der Entwicklung moderner Hochenergie-Laser arbeiten. Das Know-how beider Partner erstreckt sich von Optik und Sensorik über Strahlführung, Zielverfolgung, Tracking bis hin zu Integration und Bedienkonsole – alles „Made in Germany“. Das System basiert auf einem containerisierten Demonstrator, der sowohl auf See (Fregatte SACHSEN) als auch künftig an Land eingesetzt werden kann.
Der Demonstrator wurde 2024/25 an Bord der Fregatte SACHSEN unter realen Bedingungen ausgiebig getestet. Dabei konnten über 100 erfolgreiche Beschüsse auf verschiedene Ziele durchgeführt werden. Diese Tests bestätigten eindrucksvoll die Robustheit und Präzision des Systems – insbesondere die Fähigkeit, Drohnen, Drohnenschwärme und andere schnelle Ziele hochpräzise zu neutralisieren. Ab sofort läuft die weitere Erprobung an Land im Kompetenzzentrum Meppen, um das System für den breiteren Einsatz zu qualifizieren.
➡️ Rheinmetall and MBDA: German laser weapon system close to market readinesshttps://t.co/GnItdsnZhR pic.twitter.com/4PWgxJ3hCJ
— Rheinmetall (@RheinmetallAG) October 28, 2025
⚙️ Einsatzspektrum – Drohnenabwehr und mehr
Das Laserwaffensystem eröffnet neue Optionen für die Verteidigung im Nah- und Nächstbereich. Dank der einzigartigen Zielerfassungs- und Trackingtechnologie lassen sich nicht nur Einzel-UAVs, sondern auch Schwärme, schnelle Boote sowie perspektivisch sogar Mörsergranaten, Artilleriegeschosse und Überschall-Lenkflugkörper bekämpfen. Im Vergleich zu konventionellen Waffen bietet der Laser signifikante Vorteile bei Präzision, Reaktionszeit und Kosten pro Schuss – ohne Munition im klassischen Sinn und mit minimalen Kollateralschäden.
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: Die Reaktionsgeschwindigkeit und Genauigkeit des Systems ermöglichen eine effektive Drohnenabwehr selbst bei Mehrfachbedrohungen („Blue Sky“-Szenarien) – erstmals nachgewiesen in Europa. Das System ist dabei als komplementäre Komponente zu klassischen Rohrwaffen und Lenkflugkörpern konzipiert und kann perspektivisch weiter aufgerüstet werden.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Hersteller | Rheinmetall AG, MBDA Deutschland |
| Systemtyp | Hochenergie-Laserwaffensystem (containerisiert) |
| Einsatzzweck | Drohnenabwehr, Schwarmbekämpfung, Küstenschutz, Schutz vor Raketen & Schnellbooten |
| Status | Demonstrator, Land- & Seeerprobung abgeschlossen, Marktreife ab 2029 möglich |
| Testumgebung | Fregatte SACHSEN (See), WTD 91 Meppen (Land) |
| Kooperationsstart | 2019 |
| Technologiebasis | Optik, Sensorik, Hochleistungslaser, Zielverfolgung, Präzisions-Tracking |
Fazit
Mit dem Meilenstein in Meppen demonstrieren Rheinmetall und MBDA, dass die nächste Generation der Drohnenabwehr aus Deutschland kommen kann: hochpräzise, schnell, skalierbar und kosteneffizient. Das Laserwaffensystem ist eine zentrale Antwort auf die wachsenden Herausforderungen im modernen Gefechtsfeld – vom Schutz maritimer Einsatzgruppen bis zur Abwehr komplexer Bedrohungsszenarien an Land. Ein strategisches Projekt, das Deutschlands technologische Souveränität und Innovationskraft im Bereich Verteidigung untermauert.
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