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18 km/h im Jahr 1972: Der Mondauto-Rekord und die erstaunliche Technik dahinter

Raumfahrt · Apollo-Mondauto · Stand 27. Oktober 2026

18 km/h im Jahr 1972: der Mondauto-Rekord und die Technik dahinter

Schneller als rund 18 km/h ist noch nie ein Mensch mit einem Fahrzeug über den Mond gefahren. Eugene Cernan saß am Steuer, Harrison Schmitt daneben, es ging bergab – und die Crew bereute es sofort. Hier steht, wie der Rekord zustande kam, warum er so schwer zu messen ist, welche Technik im Lunar Roving Vehicle steckte und warum auch die neuen Artemis-Rover ihn vorerst nicht brechen sollen.

  • Rund 18 km/h am 13. Dezember 1972 – Apollo 17, bergab, laut Bordtacho
  • Normal fuhren die Rover 8 bis 12 km/h, geplant war ein Schnitt von 8 km/h
  • Alle drei Mondautos stehen bis heute dort, wo die Crews sie geparkt haben

Zum Rekord im Detail Technik-Explorer

Der Geschwindigkeitsrekord auf dem Mond liegt bei rund 18 km/h (11,2 mph) und stammt aus dem Dezember 1972. Eugene Cernan fuhr das Mondauto der Apollo-17-Mission, Harrison Schmitt saß auf dem Beifahrersitz. Guinness World Records führt die Fahrt als „Lunar speed record“ und datiert sie auf den 13. Dezember 1972 nach US-Ostküstenzeit. Gemessen wurde der Wert nicht von außen, sondern am Tacho des Rovers abgelesen – deshalb gilt er als inoffiziell, und Cernan selbst sprach später von 17 km/h.

Wer nach „1972 18 km/h Rekord“ sucht, landet bei einem Fahrzeug, das deutlich spannender ist als seine Spitzengeschwindigkeit: ein faltbares Elektroauto mit vier Radnabenmotoren, Reifen aus Stahldrahtgeflecht, Allradlenkung und einem Kreiselkompass, das in ein Fach der Mondfähre passen musste. Dieser Beitrag erklärt den Rekord, vergleicht die drei Mondauto-Missionen, rechnet Fahrzeiten mit dir durch und zeigt, welche Rover die NASA für die Rückkehr zum Mond bestellt hat.

Stand: 27. Oktober 2026, 16:00 Uhr. Datenbasis: NASA-Dokumente (NSSDC, Apollo Lunar Surface Journal, Marshall Space Flight Center, Bellcomm-Memo von 1970), Guinness World Records, die NASA-Mitteilung vom 26. Mai 2026 zu den neuen Mondrovern und der Bericht von SpacePolicyOnline zum Artemis-Zeitplan vom 23. Oktober 2026. Warum gerade jetzt so viele Menschen nach dem Rekord suchen, ließ sich nicht belegen – eine konkrete Quizsendung oder ein Rätsel als Auslöser haben wir nicht gefunden.

Grafik zum Mondauto-Rekord: Eugene Cernan fährt 1972 den Apollo-17-Rover, dazu eine Tachoanzeige mit 18 km/h
Eugene Cernan am Steuer des Apollo-17-Mondautos im Dezember 1972. Mit diesem Fahrzeug erreichte die Crew bergab rund 18 km/h – bis heute der Geschwindigkeitsrekord auf dem Mond. Grafik: drohnen.de, Bild: NASA

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Wie schnell normal? Fahrzeit-Rechner Apollo 15–17 Neue Mondrover

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Mondauto-Rekord 1972: Das Wichtigste in 20 Sekunden

≈ 18 km/hSpitzenwert bei Apollo 17, bergab, am Bordtacho abgelesen (Guinness: 11,18 mph)
35,9 kmfuhr die Apollo-17-Crew insgesamt – mehr als jede andere Mondauto-Mission (NASA NSSDC)
4 × 0,25 PSRadnabenmotoren trieben den 210 Kilogramm leichten Rover an (NASA)
2028sollen die nächsten NASA-Mondrover am Südpol abgesetzt werden (NASA, Mai 2026)

Rekord: Cernan und Schmitt

Auf der Rückfahrt zur Mondfähre am dritten Ausstiegstag meldete Schmitt über Funk „about 18 clicks“ – rund 18 km/h. Guinness führt den Wert als Mond-Geschwindigkeitsrekord.

Inoffiziell gemessen

Es gibt keine unabhängige Messung, nur die Anzeige des Tachos. Cernan nannte im Rückblick 17 km/h. Seriös ist deshalb „rund 18 km/h“.

Normal deutlich langsamer

Geplant war ein Schnitt von 8 km/h. In der Ebene erreichte Apollo 15 maximal 13 km/h, bei Apollo 16 zeigte der Tacho bergab 17 km/h.

Neue Rover sind nicht schneller

Die NASA hat ihre Mindestanforderung an die Höchstgeschwindigkeit 2026 sogar auf 10 km/h gesenkt. Der schnellste bestellte Rover soll über 14,5 km/h schaffen.

Inhalt dieses Beitrags

Erst der Rekord und die Zahlen, dann Technik, Pannen und die neuen Mondrover.

Der Rekord und die Fahrten

1 Der Rekord im Detail2 Wie schnell fuhr man normal?3 Apollo 15, 16 und 174 Fahrzeit-Rechner5 Chronik 1969 bis 2028

Technik und Gegenwart

6 Technik-Explorer7 Fahren bei einem Sechstel g8 Die Kotflügel-Panne9 Wo die Rover heute stehen10 Neue Mondrover für Artemis11 Mondauto als Modell12 Häufige Fragen

Der Rekord im Detail: Wer, wann, wo – und wie gemessen

Den Rekord fuhr die Crew von Apollo 17 auf dem Rückweg zur Mondfähre am dritten und letzten Ausstiegstag. Die Mission war im Taurus-Littrow-Tal gelandet, einem Tal am Rand des Mare Serenitatis. Laut Guinness World Records lag die Stelle nahe dem Blockfeld „Sherlock“, rund einen Kilometer östlich des Landeplatzes. Der Rover war das dritte Flugexemplar, intern LRV-3 genannt. Am Steuer saß Kommandant Eugene Cernan, Geologe Harrison Schmitt navigierte und dokumentierte.

Wie es dazu kam, lässt sich im Apollo Lunar Surface Journal der NASA nachlesen, das Funkverkehr und spätere Kommentare der Astronauten zusammenführt. Bei der Missionszeit 168:56 meldet Schmitt die Geschwindigkeit, Cernan bestätigt und merkt an, dass es offenbar zum ersten Mal richtig bergab gehe. Die Gefällestrecke machte den Wert erst möglich: Auf ebenem Grund kamen die Rover nicht annähernd so schnell voran.

„I think we’re going about 18 clicks.“

Harrison Schmitt im Funkverkehr von Apollo 17, Missionszeit 168:56 – sinngemäß: „Ich glaube, wir fahren etwa 18 km/h.“ Quelle: NASA, Apollo Lunar Surface Journal

Spannend ist, wie die Beteiligten die Fahrt rückblickend einordnen. Schmitt erklärte, im normalen Gelände lasse sich der Rover auf 10 bis 12 km/h bringen; bei der einen Fahrt bergab seien es 18 km/h gewesen – und das hätten sie bereut, weil der Wagen stark gesprungen sei. Cernan nannte in seinen Kommentaren dagegen 17 km/h als schnellsten Wert und sprach an anderer Stelle davon, er sei „etwa 17 Kilometer pro Stunde“ auf dem Mond gefahren.

≈ 18 km/hSchmitts Ablesung

Funkmeldung während der Fahrt; Guinness und die Historie des Marshall Space Flight Center übernehmen diesen Wert.

17 km/hCernans Erinnerung

In seinen späteren Kommentaren nennt der Fahrer selbst einen Kilometer pro Stunde weniger.

0–20 km/hSkala des Tachos

Die Anzeige war auf 20 km/h begrenzt und wurde aus Impulsen des rechten Hinterrads gespeist.

13.12.1972Datum laut Guinness

US-Ostküstenzeit. Nach Weltzeit könnte die Fahrt bereits auf den 14. Dezember gefallen sein – das haben wir nicht nachgerechnet.

Einordnung: Der Wert ist eine Momentaufnahme an einem Zeiger, keine Messung mit Lichtschranke oder Radar. Der Tacho bezog seine Daten laut LRV-Systemhandbuch aus dem Odometer eines Hinterrads. Rutscht oder springt das Rad, liest die Anzeige zwangsläufig ungenau. Die Differenz zwischen 17 und 18 km/h ist deshalb kein Widerspruch, den man auflösen müsste, sondern die realistische Messunsicherheit. Auto Motor und Sport und die englischsprachige Wikipedia bezeichnen den Rekord ausdrücklich als inoffiziell. Dass er bis heute gilt, liegt schlicht daran, dass seit Dezember 1972 kein Mensch mehr auf dem Mond gefahren ist.

Wie schnell fuhr das Mondauto normalerweise?

Im Alltag auf dem Mond waren die Rover meist mit 8 bis 12 km/h unterwegs. Die Missionsplaner rechneten für Apollo 15 mit einem Durchschnitt von 8 km/h und im Notfall mit 10 km/h. Eine formale Höchstgeschwindigkeit haben wir in den geprüften NASA-Dokumenten nicht gefunden. Die häufig genannten 13 km/h stammen aus der Auswertung der Missionsberichte: So schnell fuhr die Apollo-15-Crew maximal auf ebener Fläche. Das ist ein gefahrener Wert, keine Spezifikation.

Bergauf ging es deutlich langsamer. Am Hang des Apennin-Gebirges bei Apollo 15 waren es rund 10 km/h, an den Steigungen von Taurus-Littrow bei Apollo 17 laut Missionsauswertung mit Vollgas konstant nur 4 bis 5 km/h. Bergab wurde es dafür schnell: John Young meldete bei Apollo 16 auf einer Gefällestrecke 17 km/h – nur knapp unter dem späteren Rekord.

Mondauto-Tempo im Vergleich

Spitzen-, Durchschnitts- und Planungswerte in km/h, Balken relativ zu 20 km/h. Werte der neuen Rover sind Mindestangaben der NASA.

E-Scooter in Deutschlandbauartbedingt höchstens 20 km/h (eKFV) 20 km/h
Rekord Apollo 17bergab, Bordtacho, Dezember 1972 ≈ 18 km/h
Apollo 16, John Youngbergab, dritter Ausstieg 17 km/h
Pegasus (Lunar Outpost)neuer NASA-Rover, Mindestwert > 14,5 km/h
Apollo 15 in der Ebenehöchster Wert auf flachem Grund 13 km/h
CLV-1 (Astrolab)neuer NASA-Rover, Mindestwert > 10 km/h
Planung Apollo 15angenommener Durchschnitt 8 km/h
Fußweg zurück zur FährePlanungswert für den Notfall 3,3 km/h

Quellen: Guinness, NASA ALSJ, NASA-Mitteilung vom 26.05.2026, Bellcomm-Memo 1970, eKFV. Umrechnung der Meilenwerte gerundet.

Zum Vergleich mit der Erde: Ein E-Scooter darf in Deutschland laut § 1 der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung bauartbedingt mehr als 6 und höchstens 20 km/h fahren. Ein zugelassener Roller ist damit schneller als das Mondauto bei seiner Rekordfahrt. Rund 18 km/h entsprechen 5 Metern pro Sekunde, also etwa dem Tempo eines gemütlichen Radfahrers in der Stadt. Welche Roller das in der Praxis halten, zeigt unser E-Scooter-Vergleich mit ADAC-Noten.

Unsere Einschätzung: Auf dem Mond fühlen sich 18 km/h völlig anders an als auf der Erde. Bei einem Sechstel der Erdschwerkraft drückt das Fahrzeug nur mit einem Sechstel seines Gewichts auf den Boden, die Reifen haben entsprechend wenig Grip. Die Crews berichteten, dass sich der Bremsweg aus etwa 10 km/h gegenüber dem Trainingsfahrzeug auf der Erde ungefähr verdoppelte. Schmitts „bereut“ ist deshalb wörtlich zu nehmen.

Apollo 15, 16 und 17: Die drei Mondauto-Missionen im Vergleich

Mondautos waren nur bei den letzten drei Apollo-Landungen dabei, und jede Mission fuhr weiter als die vorherige erlaubte. Die NASA bezeichnete diese Flüge als J-Missionen: längere Aufenthalte, drei Ausstiege, mehr Wissenschaft. Erst der Rover machte es möglich, sich mehrere Kilometer von der Mondfähre zu entfernen und schwere Gesteinsproben zurückzubringen. Die folgenden Zahlen stammen aus der Übersicht „The Apollo Lunar Roving Vehicle“ des NASA Space Science Data Coordinated Archive.

Mondauto-Einsätze im Vergleich (NASA NSSDC)
Mission Zeitraum Landegebiet Gesamtstrecke Fahrzeit Längste Fahrt Max. Abstand zur Fähre
Apollo 15 (LRV-1) Juli/August 1971 Hadley-Apennin 27,8 km 3 h 02 min 12,5 km 5,0 km
Apollo 16 (LRV-2) April 1972 Descartes-Hochland 26,7 km 3 h 26 min 11,6 km 4,5 km
Apollo 17 (LRV-3) Dezember 1972 Taurus-Littrow 35,9 km 4 h 26 min 20,1 km 7,6 km

Die Quellen weichen teils ab. Für Apollo 17 nennt die Historie des Marshall Space Flight Center rund 35 km, für Apollo 15 „etwa 25 km“; Auto Motor und Sport schreibt 27,9 km. Für Apollo 16 ergeben die Teilstrecken in der Marshall-Historie zusammen 27,1 km bei 3 Stunden 17 Minuten Fahrzeit. Wir verwenden die NSSDC-Werte als Leitwerte, weil sie aus einer Quelle stammen und alle drei Missionen einheitlich abdecken. Die gelegentlich zu lesenden 35,7 km für Apollo 17 haben wir in keiner geprüften Quelle gefunden.

90,4 kmAlle drei zusammen

Summe der NSSDC-Werte, eigene Rechnung – in insgesamt knapp elf Stunden reiner Fahrzeit.

≈ 8,1 km/hSchnitt Apollo 17

35,9 km in 4 Stunden 26 Minuten Fahrzeit ergeben fast exakt den geplanten Durchschnitt von 8 km/h.

≈ 9,2 km/hSchnitt Apollo 15

Die erste Rover-Crew war im Mittel am schnellsten unterwegs – das passt zu den rund 9 km/h aus der NASA-Auswertung.

≈ 7,8 km/hSchnitt Apollo 16

Das Descartes-Hochland war hügelig und von Kratern übersät, entsprechend vorsichtig fuhr die Crew.

Die Durchschnittswerte haben wir aus Strecke und Fahrzeit berechnet. Sie zeigen, wie selten der Rekordwert überhaupt eine Rolle spielte: Selbst die Rekord-Mission fuhr über ihre gesamte Fahrzeit nur knapp halb so schnell wie bei der schnellsten Ablesung.

Das Apollo-17-Mondauto mit Antenne steht in seiner Endparkposition im Taurus-Littrow-Tal vor grauen Hügeln
Das Mondauto von Apollo 17 in seiner Endparkposition östlich der Mondfähre, aufgenommen am 13. Dezember 1972. Hier steht es bis heute. Bild: NASA
Hinterrad des Apollo-17-Rovers mit Ersatz-Kotflügel aus zusammengeklebten Mondkarten und zwei Klemmen
Der reparierte Kotflügel am Apollo-17-Rover am 12. Dezember 1972: vier zusammengeklebte Kartenblätter, gehalten von zwei Klemmen. Bild: NASA

Fahrzeit-Rechner: Wie lange dauert die Strecke im Mondauto-Tempo?

Mit dem Rechner siehst du, wie stark schon wenige km/h die Fahrzeit auf dem Mond verändern. Voreingestellt ist die längste Einzelfahrt der Apollo-Geschichte: 20,1 Kilometer bei Apollo 17, gerechnet mit dem geplanten Durchschnitt von 8 km/h. Schieb die Geschwindigkeit auf 18 km/h, und du siehst, warum die Crews trotzdem nie lange im Rekordtempo fuhren: Die Zeitersparnis ist groß, das Risiko auf dem holprigen Boden aber auch.

Rechne selbst: Fahrzeit im Mondauto-Tempo

Strecke und Geschwindigkeit einstellen – der Rechner zeigt die Fahrzeit bei konstantem Tempo.


Für 20,1 km bei konstant 8,0 km/h braucht man rund 151 Minuten. Auf dem Mond fuhren die Astronauten wegen Kratern, Steinen und Sichtproblemen fast nie längere Zeit im Höchsttempo.

Eigene Modellrechnung ohne Stopps, Steigungen und Umwege. Orientierungswerte: 3,3 km/h war der geplante Fußrückweg, 8 km/h der Planungsdurchschnitt, 13 km/h das Maximum von Apollo 15 in der Ebene, rund 18 km/h der Rekord.

Ein Rechenbeispiel zeigt, warum die Planer so vorsichtig waren: Fällt der Rover in 7,6 Kilometern Entfernung zur Fähre aus – so weit war Apollo 17 maximal entfernt –, dauert der Rückweg zu Fuß mit 3,3 km/h rund zwei Stunden und 20 Minuten. Diese Zeit mussten die Vorräte im Lebenserhaltungsrucksack hergeben. Mehr dazu im Abschnitt über die Walkback-Regel.

Chronik: Vom Auftrag 1969 bis zu den neuen Mondrovern 2028

Vom Auftrag bis zum ersten Flugexemplar vergingen nur 17 Monate. Das ist selbst für die Apollo-Zeit bemerkenswert schnell. Die folgende Zeitleiste fasst die wichtigsten Stationen zusammen – bis zu den Rovern, die die NASA im Mai 2026 bestellt hat.

  1. Okt. 1969Boeing erhält den AuftragHauptauftragnehmer mit Standorten in Huntsville und Kent; General Motors entwickelt Räder, Antrieb, Federung und Lenkung.
  2. 10.03.1971Erstes Flugexemplar fertigZwei Wochen vor dem geplanten Liefertermin am 1. April 1971, laut Marshall-Historie.
  3. Juli 1971Apollo 15: erste MondfahrtDave Scott und Jim Irwin fahren am Hadley-Apennin 27,8 Kilometer; das Entfalten dauert 26 Minuten.
  4. April 1972Apollo 16: 17 km/h bergabJohn Young und Charles Duke fahren im Descartes-Hochland, inklusive „Grand Prix“ zur Erprobung der Fahrdynamik.
  5. Dez. 1972Apollo 17: der RekordCernan und Schmitt fahren 35,9 Kilometer und erreichen bergab rund 18 km/h. Bis heute die letzte Fahrt eines Menschen auf dem Mond.
  6. Sept. 2011Rover aus der Umlaufbahn fotografiertDie Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter zeigt aus niedriger Bahn die Apollo-17-Fahrspuren und den geparkten Rover.
  7. April 2024Drei Firmen in der MachbarkeitsstudieIntuitive Machines, Lunar Outpost und Astrolab entwerfen für die NASA ein neues Lunar Terrain Vehicle.
  8. 26.05.2026NASA bestellt zwei RoverAstrolab erhält 219 und Lunar Outpost 220 Millionen US-Dollar; Blue Origin soll die Fahrzeuge transportieren.
  9. 2028Ziel: Rover am SüdpolGeplant ist, die Fahrzeuge bis 2028 auf dem Mond abzusetzen. Die nächsten Landungen von Astronauten sind ebenfalls für 2028 vorgesehen.

Die Kosten des Apollo-Programms für die Rover sind gut dokumentiert: Der ursprüngliche Vertrag lag laut NSSDC bei 19 Millionen US-Dollar, am Ende kostete das Programm 38 Millionen US-Dollar. Gebaut wurden davon vier Flugexemplare – drei fuhren auf dem Mond, das vierte diente als Ersatzteilspender. Wenn du irgendwo liest, ein einzelnes Mondauto habe 38 Millionen Dollar gekostet, ist das ein Missverständnis: Die Summe gilt für alle vier Fahrzeuge zusammen.

Technik-Explorer: Was im Lunar Roving Vehicle steckte

Das Mondauto war ein 210 Kilogramm leichtes, faltbares Elektrofahrzeug, das fast das Zweieinhalbfache seines eigenen Gewichts tragen konnte. Der Rahmen bestand aus geschweißten Rohren der Aluminiumlegierung 2219 und ließ sich in drei Teilen zusammenklappen. Die Sitze waren aus Aluminiumrohr mit Nylongurten, die Rückenlehnen ließen Platz für die Lebenserhaltungsrucksäcke der Astronauten. Wähle im Explorer, welchen Teil des Rovers du genauer ansehen willst.

Räder: Stahldraht statt Gummi

  • Maße: 81,8 Zentimeter Durchmesser, 23 Zentimeter breit (NASA NSSDC).
  • Material: Geflecht aus verzinkten Stahldrähten mit 0,083 Zentimetern Durchmesser, Nabe aus gedrücktem Aluminium.
  • Grip: Titan-Chevrons bedecken die Hälfte der Aufstandsfläche und greifen in den Mondstaub.
  • Robust: Laut Systemhandbuch funktionierte ein Reifen noch mit 10 Prozent gebrochenen Drähten.
  • Einordnung: Luftreifen wären im Vakuum und bei Temperaturen zwischen rund −178 und +117 Grad ein Risiko gewesen.

Antrieb: ein Motor in jedem Rad

  • Motoren: vier bürstenbehaftete Gleichstrom-Reihenschlussmotoren, je 0,25 PS – knapp 190 Watt.
  • Drehzahl: bis zu 10.000 Umdrehungen pro Minute, untersetzt über ein Harmonic-Drive-Getriebe im Verhältnis 80:1.
  • Bremsen: eine mechanische Bremse an jedem Rad.
  • Gesamtleistung: rund 0,75 Kilowatt – eigene Rechnung aus vier mal 0,25 PS.
  • Hersteller: Die Radnabenmotoren stammten von GM Delco Electronics.

Energie: zwei Batterien, kein Nachladen

  • Typ: zwei Silber-Zink-Batterien mit Kalilauge, nicht wiederaufladbar.
  • Spannung und Kapazität: je 36 Volt nominal und 121 Amperestunden, also 4.356 Wattstunden pro Batterie (LRV-Systemhandbuch).
  • Gesamtenergie: rund 8,7 Kilowattstunden – eigene Rechnung.
  • Reserve: Nach der letzten Fahrt von Apollo 15 blieben laut Marshall-Historie noch rund 80 Kilometer Fahrkapazität übrig.
  • Mitversorgt: Lenkung und eine 36-Volt-Steckdose vorn für Funk und Fernsehkamera.

Lenkung: Allrad mit T-Griff

  • Allradlenkung: Vorder- und Hinterräder lenken gegenläufig, der Wenderadius beträgt 3,1 Meter.
  • Lenkmotoren: vorn und hinten je 0,1 PS; jede Achse ließ sich einzeln abkoppeln.
  • Bedienung: ein T-Griff zwischen den Sitzen für Gas, Lenkung, Rückwärtsgang und Bremse – ganz nach hinten gezogen war die Feststellbremse aktiv.
  • Federung: Doppelquerlenker mit Drehstabfedern und Dämpfern.
  • Anzeigen: Geschwindigkeit, Richtung, Neigung, Energie und Temperatur.

Navigation: Kreisel, Radimpulse und Sonnenschatten

  • Richtungskreisel: eine Directional Gyro Unit lieferte den Kurs.
  • Odometer: Impulse aus den Radantrieben maßen die gefahrene Strecke.
  • Anzeige: Ein Signalprozessor errechnete Kurs, Peilung und Entfernung zur Mondfähre sowie die Gesamtstrecke.
  • Kontrolle: Mit einem Sonnenschatten-Gerät prüften die Astronauten den Kurs von Hand.
  • Genauigkeit: Apollo 15 verfehlte die Fähre bei der Rückkehr im Schnitt nur um 0,1 Kilometer; bei Apollo 16 fiel das System einmal aus und wurde an der Fähre neu gestartet.

Faltmechanismus: ein Auto im Fach der Mondfähre

  • Stauraum: zusammengeklappt im Quadranten 1 der Abstiegsstufe, Unterseite nach außen, in einem Raum von etwa 1,2 Meter Kantenlänge.
  • Ablauf: Ein Astronaut löste den Rover, der zweite ließ ihn über Bänder und Rollen herab; Hinterräder und Vorderteil klappten aus und rasteten ein.
  • Dauer: Bei Apollo 15 dauerte das Entfalten 26 Minuten.
  • Bewertung der Crew: Kommandant Dave Scott nannte das kleine Packmaß eine der wichtigsten Eigenschaften des Fahrzeugs.
Rad des Lunar Roving Vehicle aus verzinktem Stahldrahtgeflecht mit Titan-Chevrons und Aluminiumnabe
Das linke Vorderrad des ersten Flugexemplars, aufgenommen 1971: Drahtgeflecht aus verzinktem Stahl, darunter die Titan-Chevrons für den Grip im Mondstaub. Bild: NASA
Technische Daten des Lunar Roving Vehicle (Apollo 15 bis 17)
Merkmal Wert Quelle und Hinweis
Masse (leer) 210 kg NSSDC; Marshall-Historie nennt rund 450 lb (≈ 204 kg)
Zuladung 490 kg NSSDC; Marshall-Historie: rund 1.000 lb (≈ 454 kg)
Länge / Radstand 3,1 m / 2,3 m NSSDC
Höhe / Bodenfreiheit 1,14 m / 36 cm NSSDC, Bodenfreiheit beladen
Antrieb 4 × 0,25 PS Radnabenmotoren, Harmonic Drive 80:1
Energie 2 × 36 V, je 121 Ah LRV-Systemhandbuch, Silber-Zink, nicht aufladbar
Wenderadius 3,1 m Allradlenkung
Reifen 81,8 × 23 cm Stahldrahtgeflecht mit Titan-Chevrons
Tacho-Skala 0–20 km/h LRV-Systemhandbuch Apollo 17
Programmkosten 38 Mio. US-Dollar für vier Fahrzeuge, Vertrag ursprünglich 19 Mio.

Die Abweichungen bei Masse und Zuladung lassen sich nicht abschließend klären. Wahrscheinlich beziehen sich die Werte auf unterschiedliche Ausbaustände oder Rundungen in Pfund. Bei der Motorleistung gilt Ähnliches: Das NASA-Handbuch nennt nur die PS-Angabe. Die oft zu lesenden 190 Watt stammen aus der Wikipedia; umgerechnet ergeben 0,25 PS je nach Definition 184 bis 186 Watt. Ein Detail zur Gewichtswahrnehmung: Auf dem Mond wiegt der 210-Kilogramm-Rover etwa so viel wie 35 Kilogramm auf der Erde – das erklärt, warum zwei Astronauten in sperrigen Anzügen ihn überhaupt bewegen konnten.

Fahren bei einem Sechstel g: Warum schon 10 km/h heikel waren

Auf dem Mond gibt es keine Luft, wenig Schwerkraft und Krater, die man erst im letzten Moment sieht. Die Schwerkraft liegt laut NASA bei 1,62 Metern pro Sekunde zum Quadrat, das ist das 0,165-Fache der Erde. Die Temperatur schwankt am Äquator zwischen rund −178 und +117 Grad Celsius. Die NASA-Auswertung „Working on the Moon“ zur Rover-Leistung fasst zusammen, was die Crews dabei erlebten.

Doppelter Bremsweg

Aus etwa 10 km/h brauchte der Rover ungefähr doppelt so viel Strecke zum Anhalten wie das Trainingsfahrzeug auf der Erde.

Heck bricht aus

Ab rund 10 km/h brachen in scharfen Kurven die Hinterräder aus. Bei Apollo 16 drehte sich der Rover bei 10 bis 12 km/h einmal um etwa 60 Grad.

Alle vier Räder in der Luft

Beim „Grand Prix“ von Apollo 15 hob der Rover einmal komplett ab, ohne dass der Fahrer es bemerkte. Die Staubfontäne war rund drei Meter hoch.

Krater tauchen spät auf

Einen Krater von einem Meter Durchmesser sahen die Crews erst zwei bis drei Meter vor den Vorderrädern – bei 18 km/h bleibt dafür weniger als eine Sekunde.

Dazu kam die Technik selbst. Bei Apollo 15 fiel während des ersten Ausstiegs die Vorderradlenkung aus; ab dem zweiten Ausstieg funktionierte sie wieder. Als Ursache vermuteten die Ingenieure Schmiermittel im Steuergriff, das in der Kälte zäh geworden war. Über Blockfelder hob bei Apollo 17 regelmäßig ein Rad ab, Hänge bis 20 Grad bewältigte der Rover gerade hinauf und hinunter. Quer zum Hang war das Fahren unangenehm, und unbesetzt abgestellt konnte der Wagen wegrutschen.

Die Walkback-Regel: Jede Fahrt musste zu Fuß umkehrbar sein

Die wichtigste Sicherheitsregel betraf nicht das Tempo, sondern die Entfernung. Laut dem Bellcomm-Memo vom 13. Oktober 1970 zu den Einsatzgrenzen von Apollo 15 durften sich die Astronauten mit dem Rover nur so weit von der Fähre entfernen, dass die Restvorräte ihrer Lebenserhaltungsrucksäcke für einen Fußmarsch zurück mit 3,3 km/h gereicht hätten – samt 20 Prozent Reserve beim angenommenen Energieverbrauch. Für reine Fußwege lag der maximale Radius bei 3,1 Kilometern; begrenzend war das Kühlwasser.

Einordnung: Mit wachsender Erfahrung und zusätzlichen Notreserven wuchs der Aktionsradius von 5,0 Kilometern bei Apollo 15 auf 7,6 Kilometer bei Apollo 17. Wie die Grenze bei Apollo 16 und 17 im Detail berechnet wurde, ist in den von uns geprüften Unterlagen nicht dokumentiert – belegt ist nur die Planung für Apollo 15.

Die Kotflügel-Panne: Wie Apollo 17 mit Kartenblättern repariert wurde

Die bekannteste Reparatur der Raumfahrtgeschichte betraf einen Kotflügel des Rekord-Rovers. Am Ende des ersten Ausstiegs von Apollo 17 verhakte sich Cernans Hammer an der Verlängerung des rechten hinteren Kotflügels und riss sie ab. Das ist mehr als ein Schönheitsfehler: Ohne Kotflügel schleudert das Rad den Mondstaub in hohem Bogen über Fahrzeug, Instrumente und Astronauten, und dunkler Staub heizt sich in der Sonne auf.

Der erste Versuch mit Gewebeklebeband scheiterte am Staub, der das Klebeband kaum haften ließ; laut NASA-Auswertung hielt die Notlösung etwa eine Stunde. Über Nacht entwickelte die Bodenmannschaft in Houston eine Lösung, die das Smithsonian National Air and Space Museum ausführlich beschreibt: Die Crew klebte vier der 28 mitgeführten Mondkarten zu einer steifen Platte zusammen und befestigte sie mit zwei Klemmen aus der Mondfähre am Rover. Die Konstruktion hielt für den zweiten und dritten Ausstieg – also auch während der Rekordfahrt.

1Hammer verhakt sich

Die Kotflügelverlängerung hinten rechts reißt am Ende des ersten Ausstiegs ab.

2Klebeband versagt

Staub verhindert, dass das Band dauerhaft hält – nach rund einer Stunde ist die Lösung hinfällig.

3Karten statt Kotflügel

Vier Kartenblätter, zusammengeklebt, gehalten von zwei Klemmen – entwickelt über Nacht in Houston.

4Heute im Museum

Die vier Kartenblätter kamen zur Erde zurück und liegen laut Smithsonian im Museum in Washington.

Apollo 17 war übrigens nicht die einzige Mission mit Kotflügel-Problem. Auch bei Apollo 16 ging der rechte hintere Kotflügel verloren. Die Folge laut NASA-Auswertung: eine starke Staubfahne und rund sechs Millimeter Staub auf dem Instrumentenbrett. Das Foto oben in der Bildergalerie zeigt die reparierte Apollo-17-Version am Tag nach der Panne.

Wo die Mondautos heute stehen

Alle drei Mondautos stehen noch auf dem Mond – jeweils dort, wo die Crews sie nach dem letzten Ausstieg abgestellt haben. Das Fahrzeug von Apollo 15 parkt am Hadley-Apennin, das von Apollo 16 im Descartes-Hochland und das Rekordfahrzeug von Apollo 17 im Taurus-Littrow-Tal. Ein Rücktransport war nie vorgesehen: Die Aufstiegsstufe der Mondfähre hatte nur Platz für zwei Astronauten und ihre Proben. Das vierte gebaute Exemplar blieb als Ersatzteilspender auf der Erde.

Endparkpositionen laut Analyse im Apollo Lunar Surface Journal
Rover Landegebiet Abstand zur Fähre Richtung
LRV-1 (Apollo 15) Hadley-Apennin ca. 165 m Azimut etwa 102°
LRV-2 (Apollo 16) Descartes-Hochland ca. 81 m östlich, Azimut etwa 88°
LRV-3 (Apollo 17) Taurus-Littrow ca. 158 m östlich, Azimut etwa 94°

Für Apollo 16 zeigt der damalige Preliminary Science Report abweichend einen Abstand von 48 Metern; die Werte in der Tabelle stammen aus der späteren Analyse der Bilder durch die Herausgeber des Apollo Lunar Surface Journal. Bekannt ist, dass die Rover so geparkt wurden, dass die ferngesteuerte Fernsehkamera den Start der Aufstiegsstufe filmen konnte – bei Apollo 17 steuerte Ed Fendell die Kamera von der Erde aus. Die ALSJ-Seite selbst nennt den Grund für den Parkplatz allerdings nicht ausdrücklich.

Gesehen wurden die Fahrzeuge seitdem mehrfach – allerdings nur aus der Umlaufbahn. Die Arizona State University veröffentlichte im September 2011 Aufnahmen des Lunar Reconnaissance Orbiter aus nur rund 21 Kilometern Höhe: Die Fahrspuren von Apollo 17 sind darauf als scharfe parallele Linien zu erkennen, der Rover steht östlich der Fähre. Auch am Landeplatz von Apollo 15 sind Fahrzeug und Spuren auf späteren Aufnahmen auszumachen. Von der Erde aus ist das selbst mit großen Teleskopen unmöglich – die Rover sind dafür viel zu klein. Wer den Mond trotzdem selbst ins Bild holen will, findet Tipps in unserem Beitrag zum Vollmond vom 26. Oktober und wie man ihn fotografiert.

Neue Mondrover für Artemis: Wer den Rekord brechen könnte

Die NASA hat am 26. Mai 2026 zwei neue Mondrover bestellt – keiner davon soll laut Anforderung schneller sein müssen als der Apollo-Rekord. Laut Mitteilung der NASA zu den Moon-Base-Rovern erhält Venturi Astrolab 219 Millionen US-Dollar für das „Crewed Lunar Vehicle“ CLV-1, Lunar Outpost 220 Millionen US-Dollar für den Rover Pegasus. Beide Aufträge laufen als erste Aufgabenpakete unter dem Vertrag für Lunar Terrain Vehicle Services. Blue Origin soll die Fahrzeuge für 188 Millionen US-Dollar zur Südpolregion bringen, mit einer Option auf 280,4 Millionen.

Apollo-Rover und neue Mondfahrzeuge im Vergleich
Fahrzeug Herkunft Tempo Besonderheit Stand
Lunar Roving Vehicle Boeing / GM, USA Rekord ≈ 18 km/h offen, 2 Astronauten, nicht aufladbare Batterien 1971–1972 im Einsatz
Pegasus Lunar Outpost, USA über 9 mph (> 14,5 km/h) manuell, autonom oder ferngesteuert; bis zu ein Jahr Betrieb bestellt, Ziel bis 2028
CLV-1 Astrolab, USA über 6 mph (> 10 km/h) rund 2.000 lb (≈ 907 kg) schwer bestellt, Ziel bis 2028
Druckrover (Lunar Cruiser) JAXA / Toyota, Japan bis 3,5 km/h (NASA) geschlossene Kabine, Brennstoffzelle, sechs Räder Ziel 2031 (Bericht)
Tansuo China nicht veröffentlicht offen, vierrädrig, für zwei Astronauten bemannte Landung um 2030

Interessant ist die Richtung der Anforderungen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP vom 27. Mai 2026 hat die NASA die geforderte Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h aus dem Jahr 2024 auf 10 km/h gesenkt; die NASA-Seite zu den Moon-Base-Systemen nennt ebenfalls 10 km/h als frühe Anforderung, dazu Steigungen bis 20 Grad und Fahrstrecken von mindestens 800 Kilometern unbemannt. Die Fahrzeuge sollen deutlich länger und weiter fahren als die Apollo-Rover – auch ohne Crew, gesteuert von der Erde. Spitzentempo steht nicht im Vordergrund.

Der Zeitplan der bemannten Missionen hat sich zuletzt erneut verschoben. Laut SpacePolicyOnline vom 23. Oktober 2026 ist Artemis III inzwischen ein Test im Erdorbit Mitte 2027 ohne Mondlandung: Orion soll an die Landefähren Starship und Blue Moon MK2 andocken. Die nächsten Landungen sind mit Artemis IV und V für 2028 geplant. Welcher Lander zuerst aufsetzt, ist offen, ebenso, wann Astronauten tatsächlich wieder ein Fahrzeug auf dem Mond steuern. SpaceX steht als Starship-Lieferant ohnehin im Rampenlicht – wie das Unternehmen gerade seine Expansion finanziert, zeigt unser Beitrag über den 40-Milliarden-Dollar-Deal von SpaceX und Apollo für KI-Chips.

Belegt

  • Rekord rund 18 km/h, Apollo 17, Cernan und Schmitt Guinness, NASA ALSJ
  • Alle drei Apollo-Rover stehen noch auf dem Mond NASA ALSJ, LRO-Aufnahmen
  • Aufträge an Astrolab (219 Mio.) und Lunar Outpost (220 Mio.) NASA, 26.05.2026
  • Mindesttempo der neuen Rover: über 6 bzw. über 9 mph NASA, 26.05.2026
  • Artemis III ohne Landung, Landungen ab 2028 geplant SpacePolicyOnline, 23.10.2026

Offen oder nicht belegt

  • Exakter Wert: 17 oder 18 km/h Messung nur per Tacho
  • Tatsächliche Spitze von Pegasus und CLV-1 nur Mindestwerte veröffentlicht
  • Höchstgeschwindigkeit des chinesischen Rovers Tansuo nicht veröffentlicht
  • Ob die Rover 2028 pünktlich am Südpol stehen Zielangabe der NASA
  • Auslöser des aktuellen Suchinteresses nicht belegbar

PegasusTheoretisch möglich

„Über 9 mph“ ist ein Mindestwert. Ob Lunar Outpost mehr als 18 km/h zulässt und ob das jemand ausfährt, ist offen.

Zum Tempo-Vergleich

CLV-1Eher nicht

Der Astrolab-Rover ist mit über 6 mph spezifiziert und mit rund 900 Kilogramm deutlich schwerer als das Apollo-Mondauto.

Zur Übersicht

Apollo 17Rekord hält vorerst

Vor 2028 fährt nach aktuellem Plan niemand auf dem Mond. Bis dahin bleiben Cernans rund 18 km/h unangetastet.

Zum Rekord

Unsere Einschätzung: Ein neuer Rekord ist bei den angekündigten Fahrzeugen nicht ausgeschlossen, aber kein Ziel der Programme. Die NASA hat mit der gesenkten Anforderung sogar ein Signal in die Gegenrichtung gesendet: Zuverlässigkeit, Reichweite und autonomer Betrieb zählen mehr als Tempo. Der chinesische Rover Tansuo wurde im Februar 2025 vorgestellt; Geschwindigkeitsangaben haben wir dazu nicht gefunden. Toyota forscht seit 2019 mit der japanischen Raumfahrtagentur JAXA am druckbeaufschlagten Lunar Cruiser, der mit bis zu 3,5 km/h eher ein rollendes Wohnmobil als ein Sportwagen wird.

Das Mondauto als Modell: LEGO Technic Apollo-Rover und Saturn V

Wer das Mondauto nachbauen will, findet bei LEGO zwei passende Sets: den Rover selbst und die Rakete, die ihn zum Mond brachte. Wir hatten die Sets nicht selbst in der Hand und stützen uns auf die Angaben bei Amazon vom 27. Oktober 2026. Beide waren dort verfügbar, allerdings jeweils nur noch in sehr kleiner Stückzahl – bei begrenzter Verfügbarkeit können Preise kurzfristig steigen, wenn nur noch Marktplatzhändler liefern.

LEGO Technic Set 42182 mit Verpackung: Modell des NASA Apollo Lunar Roving Vehicle mit orangefarbenen Kotflügeln
LEGO Technic 42182: das Apollo-Mondauto als Modell. Am 27.10.2026 bei Amazon für 169,99 Euro, laut Angebot nur noch 3 Stück auf Lager. Bild: LEGO (via Amazon)
LEGO Ideas Set 21309 mit Verpackung: aufgebautes Modell der NASA-Mondrakete Saturn V und Mondlandefähre
LEGO Ideas 21309: die Saturn-V-Rakete der Apollo-Missionen. Am 27.10.2026 bei Amazon für 258,99 Euro, nur noch 1 Stück auf Lager. Bild: LEGO (via Amazon)

LEGO Technic NASA Apollo Lunar Roving Vehicle 42182 – Modell des Apollo-Mondautos
LEGO Technic NASA Apollo Lunar Roving Vehicle 42182 – Modell des Apollo-Mondautos
  • Thema: das Lunar Roving Vehicle der Apollo-Missionen 15 bis 17 als Technic-Modell
  • Für wen: Erwachsene und ältere Jugendliche, die Raumfahrttechnik als Ausstellungsstück wollen
  • Passt zu diesem Beitrag: Allradlenkung, Drahtgeflechträder und Faltrahmen lassen sich mit dem Technik-Explorer oben vergleichen
  • Preisstand: 27.10.2026: 169,99 € bei Amazon, laut Angebot nur noch 3 Stück auf Lager

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LEGO Ideas NASA Apollo Saturn V 21309 – die Mondrakete als Modell
LEGO Ideas NASA Apollo Saturn V 21309 – die Mondrakete als Modell
  • Thema: die Saturn-V-Rakete, mit der die Apollo-Crews und die gefalteten Mondautos zum Mond flogen
  • Für wen: Sammler und Raumfahrtfans mit Platz für ein großes Standmodell
  • Hinweis: Nur noch ein Exemplar auf Lager – vor dem Kauf Verkäufer und Lieferzeit prüfen
  • Preisstand: 27.10.2026: 258,99 € bei Amazon, laut Angebot nur noch 1 Stück auf Lager

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Häufige Fragen zum Mondauto-Rekord

Wie schnell fuhr das Mondauto 1972?

Rund 18 km/h (11,2 mph). So viel zeigte der Tacho, als Eugene Cernan und Harrison Schmitt mit dem Rover von Apollo 17 im Dezember 1972 bergab fuhren. Guinness datiert die Fahrt auf den 13. Dezember 1972 nach US-Ostküstenzeit.

Wer hält den Geschwindigkeitsrekord auf dem Mond?

Eugene Cernan als Fahrer, mit Harrison Schmitt als Beifahrer. Beide gehörten zur Crew von Apollo 17, der bislang letzten bemannten Mondlandung.

Ist der Mondauto-Rekord offiziell?

Nein, er gilt als inoffiziell. Es gab keine unabhängige Messung, nur die Anzeige am Bordtacho. Guinness führt ihn trotzdem als „Lunar speed record“. Schmitt nannte 18 km/h, Cernan im Rückblick 17 km/h.

Wie schnell fuhr das Mondauto normalerweise?

Meist 8 bis 12 km/h. Geplant war ein Durchschnitt von 8 km/h, auf ebener Fläche erreichte Apollo 15 maximal 13 km/h. Bergauf waren es teils nur 4 bis 5 km/h.

Wie weit sind die Mondautos gefahren?

Laut NASA NSSDC fuhr Apollo 15 insgesamt 27,8 Kilometer, Apollo 16 26,7 Kilometer und Apollo 17 35,9 Kilometer. Die längste Einzelfahrt lag bei 20,1 Kilometern (Apollo 17).

Wer hat das Mondauto gebaut?

Boeing war Hauptauftragnehmer mit Standorten in Huntsville und Kent. General Motors entwickelte Räder, Antrieb, Federung und Lenkung, GM Delco Electronics war der wichtigste Unterauftragnehmer.

Was hat das Mondauto gekostet?

Das Programm kostete am Ende 38 Millionen US-Dollar für vier Fahrzeuge; der ursprüngliche Vertrag lag bei 19 Millionen. Die 38 Millionen beziehen sich nicht auf ein einzelnes Mondauto.

Wie wurde das Mondauto angetrieben?

Mit vier Radnabenmotoren zu je 0,25 PS. Strom lieferten zwei nicht aufladbare Silber-Zink-Batterien mit je 36 Volt und 121 Amperestunden, zusammen rund 8,7 Kilowattstunden.

Warum hatte das Mondauto Reifen aus Draht?

Weil Luftreifen im Vakuum und bei den extremen Temperaturen auf dem Mond ein Risiko gewesen wären. Das Geflecht aus verzinktem Stahldraht mit Titan-Chevrons bot Grip im Mondstaub und funktionierte laut NASA-Handbuch noch mit 10 Prozent gebrochenen Drähten.

Wie fanden die Astronauten zurück zur Mondfähre?

Mit einem Richtungskreisel und Odometer-Impulsen aus den Rädern. Ein Signalprozessor zeigte Kurs und Entfernung zur Fähre an, ein Sonnenschatten-Gerät diente zur Kontrolle. Apollo 15 verfehlte die Fähre im Schnitt nur um 0,1 Kilometer.

Warum durften die Astronauten nicht beliebig weit fahren?

Wegen der Walkback-Regel. Die Vorräte im Lebenserhaltungsrucksack mussten bei einem Ausfall des Rovers für einen Fußmarsch zurück zur Fähre mit 3,3 km/h reichen. Daraus ergab sich der maximale Abstand von 5,0 bis 7,6 Kilometern.

Was ist mit dem Kotflügel bei Apollo 17 passiert?

Cernans Hammer riss die hintere rechte Kotflügelverlängerung ab. Klebeband hielt wegen des Staubs nicht lange. Als Ersatz klebte die Crew vier Mondkarten zusammen und befestigte sie mit zwei Klemmen. Die Kartenblätter liegen heute im Smithsonian-Museum in Washington.

Stehen die Mondautos noch auf dem Mond?

Ja, alle drei. Sie parken 81 bis 165 Meter von den jeweiligen Landeplätzen entfernt. Der Lunar Reconnaissance Orbiter hat Rover und Fahrspuren aus der Umlaufbahn fotografiert, unter anderem 2011 am Landeplatz von Apollo 17.

Gibt es bald ein neues Mondauto?

Ja, die NASA hat im Mai 2026 die Rover CLV-1 von Astrolab und Pegasus von Lunar Outpost bestellt. Sie sollen bis 2028 zum Südpol des Mondes gebracht werden. Bemannte Landungen sind nach aktuellem Plan mit Artemis IV und V ab 2028 vorgesehen.

Kann ein E-Scooter schneller fahren als das Mondauto?

Ja. In Deutschland zugelassene E-Scooter dürfen laut Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung bis zu 20 km/h schnell sein und liegen damit über den rund 18 km/h des Mondauto-Rekords.

Fazit: Ein langsamer Rekord mit großer Technik dahinter

Rund 18 km/h sind auf der Erde kaum der Rede wert – auf dem Mond waren sie die Grenze dessen, was Mensch und Maschine sinnvoll riskieren konnten. Der Rekord von Cernan und Schmitt ist eine Tacho-Ablesung auf einer Gefällestrecke, kein offiziell gemessener Wert, und selbst die Beteiligten nennen 17 oder 18 km/h. Bemerkenswerter als die Spitze ist das Fahrzeug: 210 Kilogramm, faltbar, vier Radnabenmotoren, Drahtreifen und eine Navigation, die ohne Satelliten auf 100 Meter genau zur Fähre zurückfand.

Vorerst bleibt der Rekord bestehen. Vor 2028 ist keine bemannte Mondlandung geplant, und die neuen NASA-Rover sind auf Reichweite und Ausdauer ausgelegt, nicht auf Tempo. Ob einer von ihnen die Marke von 1972 je übertrifft, entscheidet sich frühestens in einigen Jahren – und dann vermutlich ferngesteuert von der Erde aus.

Zum Fahrzeit-Rechner

TransparenzQuellen und Datenbasis27 Einträge

Grundlage sind Dokumente der NASA aus der Apollo-Zeit und ihre Auswertungen im Apollo Lunar Surface Journal, aktuelle Mitteilungen der NASA, Herstellerangaben sowie Berichte von Fach- und Nachrichtenmedien, alle abgerufen am 27. Oktober 2026. Durchschnittsgeschwindigkeiten, Gesamtenergie, Umrechnungen und Rechenbeispiele sind eigene Rechnungen. Bereits im Text verlinkte Quellen führen wir ohne erneuten Link auf, Beiträge von drohnen.de nicht erneut.

  • NASA NSSDC: The Apollo Lunar Roving Vehicle – im Text verlinkt; Strecken, Maße, Kosten (NASA-Primärquelle)
  • NASA ALSJ: LRV Systems Handbook Apollo 17 (PDF) – Batterien, Tacho-Skala, Navigation, Reifen (NASA-Dokument)
  • NASA Marshall Space Flight Center: Lunar Roving Vehicle Historical Background (PDF) – Entwicklung, Hersteller, Rekordwerte (NASA-Primärquelle)
  • NASA ALSJ: Apollo 17, Rückfahrt zur Mondfähre am dritten Ausstieg – im Text verlinkt; Funkverkehr und Kommentare (NASA-Primärquelle)
  • NASA ALSJ: LRV Final Parking – Endparkpositionen (NASA-Primärquelle)
  • NASA ALSJ, Working on the Moon: LRV Performance – im Text verlinkt; Fahrverhalten, Geschwindigkeiten (NASA-Primärquelle)
  • Bellcomm: Apollo 15 EVA Capability and Constraints Envelopes (13.10.1970) – im Text verlinkt; Walkback-Regel (NASA-Dokument)
  • NASA NSSDC: Moon Fact Sheet – Schwerkraft, Atmosphäre, Temperatur (NASA-Primärquelle)
  • NASA: Provides Update on Moon Base Rovers, Landers, Missions (26.05.2026) – im Text verlinkt (NASA-Primärquelle)
  • NASA: Moon Base Systems – Anforderungen an die neuen Rover, JAXA-Druckrover (NASA-Primärquelle)
  • NASA: Images and Media Usage Guidelines – Nutzung der NASA-Bilder (NASA-Primärquelle)
  • § 1 Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) – im Text verlinkt (Gesetzestext)
  • Toyota: Lunar Cruiser – Forschung mit JAXA seit 2019 (Herstellerquelle)
  • Guinness World Records: Lunar speed record – im Text verlinkt
  • Smithsonian National Air and Space Museum: Duct Tape Auto Repair on the Moon – im Text verlinkt (Museum)
  • ScienceDaily / Arizona State University: Sharper views of Apollo landing sites (06.09.2011) – LRO-Aufnahmen
  • Universe Today: LRO’s best look at the Apollo 15 landing site (05.03.2012)
  • Wikipedia (englisch): Lunar Roving Vehicle – Querverweis zu „inoffiziell“ und Wattangabe
  • Auto Motor und Sport: 10 erstaunliche Fakten zum Mondauto – Einordnung als inoffizieller Rekord, abweichende Werte
  • AP via Hawaii Tribune-Herald: NASA buys two cars for its astronauts to drive on the moon (27.05.2026) – gesenkte Tempoanforderung
  • GovConWire: NASA Moon Base contract awards (27.05.2026)
  • Colorado Public Radio: Lunar Outpost moon rover (02.06.2026)
  • SpacePolicyOnline: NASA is Full Steam Ahead on Artemis III, IV and V (23.10.2026) – im Text verlinkt
  • The Space Review: Lunar Terrain Vehicle (15.04.2024) – Machbarkeitsstudien 2024
  • Solar Daily / Xinhua: Names of Chinese Lunar Rover and Spacesuits (16.02.2025)
  • Nippon.com: Japanese Astronauts and a Toyota Lunar Cruiser (19.03.2025) – Zeitziel 2031
  • Amazon.de – Preise und Verfügbarkeit der LEGO-Sets vom 27. Oktober 2026, eigener Abruf (Marktquelle)

Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen mit Stand 27. Oktober 2026. Historische Angaben weichen je nach Quelle teils ab; wir nennen die Unterschiede im Text. Werte zu den neuen Mondrovern sind Mindestangaben und Zielvorgaben der NASA und der Hersteller, Zeitpläne können sich weiter verschieben. Durchschnittswerte, Umrechnungen und Rechenbeispiele sind eigene Rechnungen ohne Gewähr. Wir hatten die genannten LEGO-Sets nicht selbst im Test und stehen in keiner Verbindung zur NASA, zu LEGO oder zu den genannten Raumfahrtunternehmen. Preise und Verfügbarkeiten bei Amazon ändern sich kurzfristig; maßgeblich sind die Angaben zum Kaufzeitpunkt.

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