Skyportz präsentiert Aeroberm™ – das modulare Vertipad für die urbane Luftmobilität
Das australische Infrastruktur-Startup Skyportz hat mit dem Aeroberm™ ein neuartiges, modulares Vertipad-System vorgestellt, das speziell für eVTOL- und Advanced Air Mobility-Anwendungen entwickelt wurde. Das Konzept befindet sich aktuell in der Full-Scale-Prototyp-Phase und soll zentrale Hürden bei der Einführung urbaner Flugtaxi-Netze lösen – darunter Downwash- und Outwash-Probleme, Lärm, Brandschutz und Flächenbedarf. Das Unternehmen sieht Aeroberm als skalierbare, weltweit einsetzbare Plattform mit offenem IP-Programm, um Forschung, Tests und Zulassungsverfahren zu beschleunigen.
Reduzierter Luftwirbel, kleinerer Footprint
Das Aeroberm-Konzept basiert auf einem erhöhten, modularen Plattformdesign, das den Luftstrom von eVTOL-Rotoren gezielt ableitet und so die sicherheitsrelevanten Effekte von Downwash (Abwind) und Outwash (seitlicher Bodenstrahl) mindern soll. Laut der Swinburne University, die das Projekt mit CFD-Modellierungen begleitet, wurde der Übergang vom Simulationsmodell zum Full-Scale-Prototyp wissenschaftlich vorbereitet. Ziel ist es, den Flächenbedarf künftiger Vertiports deutlich zu verringern und damit dicht bebaute urbane Standorte zu ermöglichen. Die FAA-Richtlinie Engineering Brief 105A dient als technischer Bezugsrahmen: Sie definiert Windsicherheitszonen über 34,5 mph – genau hier setzt Aeroberm an, um diese Radien zu verkleinern.

Mehrere Fachquellen berichten von einer signifikanten Reduktion der Outwash-Geschwindigkeiten im Vergleich zu herkömmlichen Betonpads. Eine häufig genannte Angabe („bis zu zweieinhalbmal schnellere Energiedissipation“) stammt jedoch aus redaktionellen Zusammenfassungen und nicht aus einer veröffentlichten Messreihe. Daher formuliert Skyportz bewusst zurückhaltend: Die Simulationen zeigen eine deutlich effizientere Luftstromdämpfung, deren exakte Werte im laufenden Testprogramm validiert werden.
Offene IP und Forschungskooperationen
Skyportz verfolgt einen Open-IP-Ansatz: OEMs, Testfelder und Regulierungsbehörden können die patentierte Plattform gebührenfrei in ihre Forschung integrieren. CEO Clem Newton-Brown OAM beschreibt Aeroberm als „the first truly scalable vertipad solution designed for global deployment – affordable, practical, safe, and community-friendly.“ Ziel ist es, die Verfügbarkeit sicherer Start- und Landeflächen zu erhöhen, bevor ein flächendeckendes eVTOL-Netz entsteht. Durch die modulare, relokierbare Struktur lassen sich Standorte flexibel verschieben – ein entscheidender Vorteil für frühe AAM-Testfelder.

Technische Eckdaten laut Patentunterlage
- Windreduktion: qualitative CFD-Bestätigung einer deutlichen Outwash-Minderung; genaue Werte derzeit in Validierung (Swinburne University)
- Brandschutz: integrierte Fire-Mitigation-Schichten in der Plattformarchitektur
- Modularität: skalierbare Einzelmodule, verlegbar und kombinierbar – „Vertiport-in-a-box“-Prinzip
- Strömungsmanagement: konzeptionell verstellbare FATO-Höhen und optionale Blast-Screens zur Luftumlenkung (laut Patentdokumentation)
- Regulatorischer Bezug: FAA Engineering Brief 105A (2025) – Reduktion der Windsicherheitszonen als Zielgröße
- Patentstatus: Australian Provisional 2024901767, internationale PCT/AU2025/050601 mit laufenden Nationalphasen (AU, US, CN)
Prototyp-Fertigung und nächste Schritte
Im November 2025 gab Skyportz offiziell den Start der Full-Scale-Fertigung bekannt. Die Herstellung des ersten funktionsfähigen Prototyps markiert den Übergang von der CFD-Simulation zur physischen Erprobung. Feldtests mit realen eVTOL-Geräten sollen in den kommenden Monaten beginnen. Parallel arbeitet Skyportz mit FlyNow Aviation und Haylion Technologies an Integrations- und Standortprojekten in Australien sowie in China, wo Shenzhen als Testregion im Fokus steht. Die gewonnenen Betriebsdaten sollen in internationale Standardisierungsprozesse für Vertiports einfließen und regulatorische Verfahren beschleunigen.
Patent und Technologiehintergrund
Das zugrunde liegende Patent beschreibt ein mehrschichtiges, strukturiertes Plattformdesign, das Downwash-Energie noch vor dem Bodenkontakt abbaut und Outwash-Strömungen durch gezielte Umlenkung entschärft. Optional integrierte mechanische Vorrichtungen sollen – so das Patentdokument – durch einen Magnus-Effekt den Luftstrom kontrolliert ableiten und Energie in höhere Zonen überführen. Ergänzt wird dies durch eine integrierte Brandschutzarchitektur sowie durch akustische Maßnahmen zur Lärmminderung. Der modulare Aufbau erlaubt eine einfache Relokation und Anpassung an städtische Gegebenheiten.
Einordnung: Infrastruktur als Schlüssel zur AAM-Skalierung
Während sich viele eVTOL-Hersteller auf Fluggeräte konzentrieren, rückt Skyportz die Bodeninfrastruktur ins Zentrum der Diskussion. Fehlende Vertiports gelten als einer der größten Bremsfaktoren für die urbane Luftmobilität. Mit Aeroberm™ adressiert Skyportz diese Lücke und schafft eine kostensensitive, skalierbare und regulatorisch anschlussfähige Lösung. Durch den geringen Flächenbedarf und den Open-IP-Ansatz will das Unternehmen ein Ökosystem schaffen, das sowohl privatwirtschaftliche Betreiber als auch öffentliche Forschungseinrichtungen einbindet.
Fazit
Das Aeroberm™-Vertipad von Skyportz ist mehr als nur ein Landeplatz – es ist ein skalierbares Infrastrukturkonzept, das die urbane Luftmobilität realistisch voranbringen könnte. Mit nachweislicher Outwash-Minderung, integriertem Brandschutz und einem offenen Innovationsmodell liefert Skyportz einen praxisnahen Ansatz für Städte, Regulierer und Hersteller. Gelingt die Validierung im Feld, könnte Aeroberm™ als Blaupause für künftige eVTOL-Vertiports weltweit dienen – ein Schritt hin zu sicherer, leiser und effizienter urbaner Luftfahrt.
Weitere Artikel zu Drohnenabwehr, Verteidigung und Technologiepolitik:
- Private Drohnenabwehr 2025 in Deutschland – Recht, Technik & Praxis
- Auterion Artemis Drone 2025 – 1.000 Meilen Deep-Strike-System mit KI-Navigation und 40-kg-Gefechtskopf
- Anti-Drohnen-Plan 2025/2026: Bundesregierung will Zuständigkeiten und Abwehrstrategie neu ordnen
- Quantum Systems „Jäger“ – Deutschlands neue Abfangdrohne mit Raketenantrieb und AI-Autonomie
- Bundeswehr beauftragt Tytan Technologies mit KI-Drohnenabwehr
- Readiness 2030: EDDI-EU-Drohnenabwehr, Air/Space Shield, Ostflanke – Europas Milliardenplan im Härtetest
- Rheinmetall beginnt Serienproduktion der HERO-Loitering-Munition in Italien
- China: Drohnen-Show in Liuyang endet in Feuer-Chaos – Hunderte UAVs stürzen brennend ab
- FP-5 „Flamingo“ im Einsatz: Ukrainischer Marschflugkörper mit 3.000 km Reichweite – Technik, Präzision & Analyse
- RWE testet Transportdrohnen in Offshore-Windparks – über 80 erfolgreiche Lieferflüge mit Skyways, Skyports und Ampelmann


