DJI EV50 vorgestellt: Erste eVTOL-Lieferdrohne fliegt am Mount Everest bis auf 8.861 Meter
DJI erweitert sein Drohnenportfolio um eine völlig neue Flugzeugklasse: Die DJI EV50 ist die erste elektrische eVTOL-Lieferdrohne des Herstellers und wurde direkt unter extremsten Bedingungen am Mount Everest eingesetzt. Das hybride Fluggerät verbindet den senkrechten Start und die senkrechte Landung mit der Reichweite und Effizienz eines Starrflügelflugzeugs.
Ihre öffentliche Premiere absolvierte die EV50 nicht auf einer Messe, sondern bei einer wissenschaftlichen Expedition an der Nordflanke des Mount Everest. Dort transportierte sie Messinstrumente zur Untersuchung von Ozon und weiteren atmosphärischen Bestandteilen in Höhen, die für herkömmliche Drohnen, Hubschrauber und bemannte Forschungsflugzeuge nur schwer erreichbar sind.
Innerhalb von zwölf Tagen absolvierte das neue DJI-eVTOL insgesamt 32 Starts und Landungen. Zwölf Flüge dienten dem Transport wissenschaftlicher Instrumente. Der höchste Einsatz führte die EV50 bis auf 8.861 Meter über dem Meeresspiegel – auf ein Höhenniveau unmittelbar am höchsten Berg der Erde.
Parallel demonstrierte DJI an der nepalesischen Südflanke, wie weit der praktische Einsatz professioneller Drohnen bereits fortgeschritten ist. Die DJI FlyCart 100 transportierte mehr als zehn Tonnen Ausrüstung und Abfall zwischen Basislager und Camp 1, während die DJI Matrice 4E mehr als drei Quadratkilometer des gefährlichen Khumbu-Gletschers zentimetergenau kartierte.
- Erste DJI-eVTOL-Drohne
- Bis 50 kg Nutzlast
- 270 Liter Laderaum
- Bis 150 km Reichweite ohne Nutzlast
- Maximalhöhe 8.861 m
- 3.730 m kontinuierlicher Steigflug
- 32 Starts und Landungen
- 12 Forschungsflüge

DJI Enterprise- und Delivery-Systeme bei Globe Flight
Professionelle DJI-Drohnen für Logistik, Vermessung, Inspektion, Behörden, BOS und industrielle Anwendungen werden über autorisierte DJI-Enterprise- und Delivery-Partner vertrieben. Dazu gehören unter anderem Systeme der Matrice-Serie sowie die FlyCart-Transportdrohnen.
Matrice-Drohnen und professionelle Nutzlasten
Transport- und Logistikdrohnen
Individuelle System- und Einsatzplanung
Modell- und regionsabhängig
Die DJI EV50 ist derzeit nur für den chinesischen Markt angekündigt. Eine reguläre Verfügbarkeit in Deutschland oder Europa wurde bislang nicht bestätigt.
Das Wichtigste zur DJI EV50 in 30 Sekunden
- Neue Flugzeugklasse: Die EV50 ist die erste elektrische eVTOL-Lieferdrohne von DJI.
- Hybridbauweise: Senkrechter Start wie bei einem Multicopter, effizienter Reiseflug wie bei einem Starrflügler.
- Nutzlast: DJI nennt eine maximale Transportkapazität von bis zu 50 Kilogramm.
- Laderaum: Das integrierte Frachtabteil besitzt ein Volumen von 270 Litern.
- Reichweite: Ohne Nutzlast soll die maximale Reichweite bis zu 150 Kilometer betragen.
- Everest-Einsatz: Die EV50 erreichte bei einer Forschungsmission eine Höhe von 8.861 Metern.
- Steigleistung: Der längste durchgehende Steigflug umfasste 3.730 Höhenmeter.
- Forschung: Transportiert wurden Instrumente für Ozonmessungen in der oberen Troposphäre.
- Elektrischer Antrieb: Während des Flugs entstehen keine lokalen Abgasemissionen, die Messinstrumente verunreinigen könnten.
- Einsatzbereiche: Berglogistik, Katastrophenschutz, Inselversorgung, Wissenschaft und Langstreckentransport.
- Marktstart: Vorbestellungen sind zunächst ausschließlich auf dem chinesischen Festland vorgesehen.
- Deutschland: Preise und ein internationaler Verkaufsstart wurden noch nicht angekündigt.
Noch kein bestätigter Marktstart in Deutschland
Die Präsentation der DJI EV50 ist nicht mit einem europäischen Verkaufsstart gleichzusetzen. DJI hat bislang weder einen Deutschland-Preis noch eine internationale Markteinführung oder europäische Zulassungsdetails veröffentlicht. Derzeit wird das System ausschließlich für Vorbestellungen auf dem chinesischen Festland genannt.
Weitere interessante Artikel auf Drohnen.de
Inhaltsverzeichnis
- Was ist die DJI EV50?
- Was bedeutet eVTOL?
- Technische Daten der DJI EV50
- Aufbau und Flugkonzept
- Forschungsmission am Mount Everest
- Atmosphären- und Ozonmessungen
- 8.861 Meter Flughöhe
- Vorteile gegenüber Hubschraubern
- Mögliche Einsatzbereiche
- DJI FlyCart 100 am Everest
- Acht Minuten statt acht Stunden
- Abfalltransport vom Berg
- Matrice 4E kartiert den Khumbu-Gletscher
- Zentimetergenaue 3D-Kartierung
- Sicherheit und Rettungseinsätze
- DJIs Everest-Geschichte seit 2009
- Verfügbarkeit und Preis
- Bedeutung für DJI
- Offene Fragen und Grenzen
- DJI EV50 im Video
- FAQ
- Fazit
Was ist die DJI EV50?
Die DJI EV50 ist eine elektrisch angetriebene Transportdrohne, die senkrecht starten und landen kann, anschließend jedoch in einen effizienteren Vorwärtsflug übergeht. DJI bezeichnet sie als erste eigene eVTOL-Lieferdrohne.
Während klassische DJI-Drohnen wie Mavic, Air, Matrice oder FlyCart überwiegend auf Multicopter-Konfigurationen setzen, nutzt die EV50 ein hybrides Flugkonzept. Für Start und Landung sind keine Startbahn, kein Flugplatz und keine vorbereitete Piste erforderlich. Im Reiseflug nutzt das System dagegen den aerodynamischen Auftrieb einer Tragfläche.
Diese Kombination soll die hohe Flexibilität eines Multicopters mit der Reichweite eines Flächenflugzeugs verbinden. Das macht die EV50 insbesondere für dünn besiedelte Regionen, Hochgebirge, Inseln, Katastrophengebiete und schwer erreichbare Infrastruktur interessant.
Die EV50 kann ohne Startbahn von kleinen oder unvorbereiteten Flächen abheben.
Nach dem Start nutzt das Fluggerät seine Tragflächen für längere Distanzen.
Während des Flugs entstehen keine lokalen Abgasemissionen durch einen Verbrennungsmotor.
Der 270 Liter große Laderaum ist für umfangreiche Transportaufgaben ausgelegt.
Bis zu 50 Kilogramm Fracht sollen transportiert werden können.
Ohne Nutzlast nennt DJI eine maximale Reichweite von bis zu 150 Kilometern.
Was bedeutet eVTOL?
Die Abkürzung eVTOL steht für „electric Vertical Take-Off and Landing“. Gemeint ist ein elektrisch angetriebenes Luftfahrzeug, das senkrecht starten und landen kann. Je nach Konstruktion kann es anschließend wie ein Multicopter, ein Flugzeug oder eine Kombination aus beiden fliegen.
Die EV50 gehört zur hybriden Kategorie. Während eines typischen Einsatzes startet sie mithilfe vertikaler Antriebskomponenten, beschleunigt anschließend in den Vorwärtsflug und nutzt die Tragflächen zur Erzeugung von Auftrieb. Vor der Landung wechselt sie wieder in einen schwebefähigen Flugzustand.
| Fluggerät | Start und Landung | Reiseflug | Typische Stärke |
|---|---|---|---|
| Multicopter | Senkrecht | Rotorgetragener Flug | Präzises Schweben und einfache Bedienung |
| Starrflügler | Startbahn, Katapult oder Handstart | Tragflächengetragener Flug | Hohe Reichweite und Effizienz |
| Hybrid-eVTOL | Senkrecht | Tragflächengetragener Vorwärtsflug | Flexible Startplätze und große Reichweite |
DJI EV50: Technische Daten im Überblick
DJI hat bislang nur einen Teil der vollständigen technischen Daten veröffentlicht. Bekannt sind jedoch bereits die wichtigsten Leistungswerte zu Nutzlast, Laderaum, Reichweite und Everest-Einsatz.
| Technisches Merkmal | DJI EV50 |
|---|---|
| Produktklasse | Elektrische eVTOL-Lieferdrohne |
| Start- und Landeverfahren | Senkrechter Start und senkrechte Landung |
| Reiseflug | Effizienter Starrflügelflug |
| Maximale Nutzlast | bis zu 50 kg |
| Laderaumvolumen | 270 Liter |
| Maximale Reichweite ohne Nutzlast | bis zu 150 km |
| Antrieb | Elektrisch |
| Höchste dokumentierte Flughöhe | 8.861 m |
| Maximaler durchgehender Steigflug | 3.730 m |
| Starts und Landungen während der Expedition | 32 |
| Wissenschaftliche Transportflüge | 12 |
| Forschungsnutzlast | Messgeräte für atmosphärisches Ozon |
| Erste Verfügbarkeit | Vorbestellung auf dem chinesischen Festland |
| Deutschland-Preis | Noch nicht angekündigt |
Noch fehlen zahlreiche technische Detailangaben
DJI hat bislang unter anderem keine vollständigen Angaben zu Abmessungen, Leergewicht, Akkukapazität, Fluggeschwindigkeit, Reichweite mit maximaler Nutzlast, Ladezeit, Wetterfestigkeit, Windresistenz, Kommunikationssystem und zulässigem Temperaturbereich veröffentlicht.
Hybridbauweise für abgelegene Regionen ohne Startbahn
Das Grundprinzip der EV50 zielt auf Einsatzorte, an denen klassische Flugzeuge nicht starten können und Multicopter aufgrund ihrer begrenzten Reichweite an Grenzen stoßen. Hochgebirgsregionen sind dafür ein besonders anschauliches Beispiel.
In der Nähe des Everest-Basislagers gibt es keine reguläre Startbahn. Gleichzeitig sind die Distanzen und Höhenunterschiede für schwere Multicopter besonders anspruchsvoll. Die EV50 soll deshalb senkrecht von einer kleinen Fläche abheben und anschließend größere Strecken mit geringerem Energiebedarf zurücklegen.
Fracht beladen
Messgeräte oder Versorgungsgüter werden im 270 Liter großen Laderaum verstaut.
Senkrecht starten
Die EV50 hebt ohne Startbahn direkt vom vorgesehenen Einsatzpunkt ab.
In Vorwärtsflug wechseln
Nach dem Steigflug beschleunigt die Drohne und nutzt ihre Tragflächen.
Langstrecke zurücklegen
Der tragflächengetragene Flug ermöglicht eine höhere Effizienz als dauerhaftes Schweben.
Zielpunkt anfliegen
Vor der Landung wechselt das System wieder in den vertikalen Flugmodus.
Senkrecht landen
Die EV50 setzt die Fracht ohne Landebahn am vorgesehenen Zielpunkt ab.
Erste öffentliche Mission am Mount Everest
Für die erste öffentliche Demonstration wählte DJI eine der anspruchsvollsten Flugumgebungen der Welt. Die EV50 wurde im Qomolangma National Nature Reserve an der chinesischen Nordseite des Mount Everest eingesetzt.
Dort unterstützte das System eine wissenschaftliche Expedition des College of Environmental Sciences and Engineering der Peking University. Ziel war die Untersuchung atmosphärischer Schadstoffe und chemischer Prozesse in der ultrahohen Troposphäre.
Die Mission dauerte zwölf Tage. In diesem Zeitraum führte die EV50 insgesamt 32 Starts und Landungen durch. Bei zwölf Flügen transportierte sie wissenschaftliche Instrumente in große Höhen.

12 Tage
32
12
8.861 m
Ozonmessungen in der oberen Troposphäre
Die EV50 transportierte Messgeräte zur Bestimmung von Ozonkonzentrationen in die obere Troposphäre. Dieser Bereich der Atmosphäre ist wissenschaftlich besonders interessant, weil dort chemische Prozesse, Luftströmungen und klimarelevante Wechselwirkungen untersucht werden können.
Messungen oberhalb von 8.000 Metern sind jedoch technisch schwierig. Herkömmliche Forschungsflugzeuge benötigen geeignete Start- und Landebahnen. Hubschrauber können zwar senkrecht starten, verursachen aber Abgase und starke Luftverwirbelungen, die empfindliche Messungen beeinflussen können.
Elektrischer Antrieb reduziert Verunreinigungen am Messgerät
Die EV50 erzeugt während des Flugs keine lokalen Abgasemissionen durch einen Verbrennungsmotor. Dadurch sinkt das Risiko, dass Ozon- oder Schadstoffmessungen unmittelbar durch die Emissionen des Transportfluggeräts verfälscht werden.
Die Forschenden ließen die Drohne spiralförmig aufsteigen und in wiederholten Hin- und Herbewegungen fliegen. Diese Flugmuster sollten eine systematische Erfassung der atmosphärischen Bedingungen ermöglichen und gleichzeitig den komplexen Windverhältnissen im Hochgebirge Rechnung tragen.
DJI EV50 erreicht 8.861 Meter Höhe
Der erfolgreichste Einsatz führte die DJI EV50 bis auf eine Höhe von 8.861 Metern. Damit operierte das System auf einem Höhenniveau unmittelbar am Mount Everest und unter Bedingungen, bei denen Luftdichte, Temperatur und Wind erhebliche Herausforderungen darstellen.
Der maximale durchgehende Steigflug betrug 3.730 Meter. Eine solche Höhendifferenz stellt extreme Anforderungen an Antrieb, Energieversorgung, Regelung und Aerodynamik.
Mit zunehmender Höhe sinkt die Luftdichte und damit der von Rotoren und Tragflächen erzeugbare Auftrieb.
Kälte kann die Leistungsfähigkeit und nutzbare Kapazität von Akkus deutlich reduzieren.
Gebirgskämme und Täler erzeugen Turbulenzen, Fallwinde und schnell wechselnde Strömungen.
Ein durchgehender Steigflug von 3.730 Metern erfordert erhebliche Energiereserven.
In Gletscher- und Felsregionen existieren nur wenige geeignete Ausweichflächen.
Geländeabschattung und große Entfernungen können Funk- und Datenverbindungen erschweren.
Vorteile gegenüber Hubschraubern und klassischen Flugzeugen
Die EV50 soll keine bemannten Hubschrauber oder Forschungsflugzeuge vollständig ersetzen. Bei klar definierten Transport- und Messmissionen kann ein unbemanntes eVTOL jedoch mehrere Vorteile bieten.
| Bereich | DJI EV50 | Hubschrauber oder Flugzeug |
|---|---|---|
| Startbahn | Nicht erforderlich | Flugzeuge benötigen in der Regel eine geeignete Piste |
| Besatzung an Bord | Keine | Piloten und möglicherweise Forschungspersonal erforderlich |
| Lokale Abgasemissionen | Keine im elektrischen Flugbetrieb | Bei Verbrennungsmotoren vorhanden |
| Risiko für Menschen | Keine Besatzung im gefährlichen Höhenbereich | Besatzung ist den Bedingungen unmittelbar ausgesetzt |
| Frachtkapazität | Bis zu 50 kg | Je nach Fluggerät erheblich höher |
| Reichweite | Bis zu 150 km ohne Nutzlast | Bei bemannten Flugzeugen meist deutlich größer |
| Messbeeinflussung | Keine Motorabgase am Messort | Abgase und Rotorwash können Messungen beeinflussen |
Für welche Aufgaben ist die DJI EV50 vorgesehen?
Die Kombination aus großer Nutzlast, geräumigem Frachtraum, senkrechtem Start und hoher Reichweite macht die EV50 für deutlich andere Aufgaben interessant als klassische DJI-Kameradrohnen.
| Einsatzbereich | Mögliche Aufgabe | Vorteil der EV50 |
|---|---|---|
| Katastrophenschutz | Transport von Medizin, Wasser, Funkgeräten und Notfallausrüstung | Keine Startbahn und kein Risiko für eine Besatzung |
| Hochgebirgslogistik | Versorgung von Lagern, Forschungsstationen und Rettungsteams | Große Höhendifferenzen und schwer zugängliche Ziele |
| Inselversorgung | Transport von Medikamenten, Ersatzteilen und Lebensmitteln | Lange Distanzen über Wasser ohne Flughafeninfrastruktur |
| Wissenschaft | Atmosphärenmessungen und Transport empfindlicher Instrumente | Elektrischer, unbemannter Betrieb |
| Infrastruktur | Versorgung entlegener Anlagen und Wartungsteams | Bis zu 50 kg Nutzlast und großer Laderaum |
| Such- und Rettungseinsätze | Transport von Rettungsausrüstung und Kommunikationsmitteln | Schnelle Bereitstellung ohne gefährlichen Personaleinsatz |
| Wald- und Flächenbrände | Transport von Sensoren, Löschmitteln oder Einsatzmaterial | Flug in gefährliche oder abgeschnittene Gebiete |
| Medizinische Logistik | Blutkonserven, Medikamente und Laborproben | Schnelle Punkt-zu-Punkt-Verbindung über große Distanzen |
DJI FlyCart 100 transportiert mehr als zehn Tonnen am Everest
Während die EV50 an der chinesischen Nordseite eingesetzt wurde, führte DJI an der Südflanke in Nepal umfangreiche Logistikflüge mit der DJI FlyCart 100 durch.
Die FlyCart 100 ist eine schwere Multicopter-Transportdrohne, die auf Meereshöhe Lasten von bis zu 100 Kilogramm bewegen kann. Am Everest wurden insbesondere Nutzlastkapazität, Übertragungsreichweite, RTK-Genauigkeit, Signalstabilität und Batterieleistung bei Temperaturen zwischen minus 15 und plus 5 Grad Celsius geprüft.

10.073 kg
7.215 kg
2.858 kg
bis zu 47 kg
Transportiert wurden Sauerstoffflaschen, Seile, Leitern und weitere Ausrüstungsgegenstände für Expeditionen. Auf dem Rückweg brachte die Drohne Müll und Verbrauchsmaterial aus höheren Lagern zurück.
Acht Minuten per Drohne statt sechs bis acht Stunden zu Fuß
Die Route zwischen Everest-Basislager und Camp 1 führt durch den Khumbu-Eisbruch. Dieser Bereich gilt wegen Spalten, Eisbewegungen, Seracs und Lawinengefahr als einer der gefährlichsten Abschnitte der klassischen Everest-Route.
Sherpas benötigen für den Transport über diese Strecke üblicherweise sechs bis acht Stunden. Die FlyCart 100 absolvierte einen vergleichbaren Transportflug laut DJI in etwa acht Minuten.
Weniger gefährliche Lastentransporte durch den Khumbu-Eisbruch
Jeder vermiedene Transportweg kann die Anzahl der gefährlichen Durchquerungen des Eisbruchs reduzieren. Die Drohne ersetzt dabei nicht automatisch alle Aufgaben von Sherpas, kann aber schwere und wiederkehrende Lastentransporte übernehmen.
| Transportweg | Ungefähre Dauer | Besonderheit |
|---|---|---|
| Traditioneller Transport | 6 bis 8 Stunden | Mehrfache Durchquerung des gefährlichen Khumbu-Eisbruchs |
| DJI FlyCart 100 | etwa 8 Minuten | Unbemannter Flug zwischen Basislager und Camp 1 |
Fast 2,9 Tonnen Abfall vom Berg zurückgebracht
Ein zentrales Ziel der Everest-Einsätze ist nicht nur die Versorgung von Expeditionen, sondern auch die Entfernung von Abfall. Bei den aktuellen Einsätzen transportierte die FlyCart 100 insgesamt 2.858 Kilogramm Müll von höheren Bereichen zurück.
DJI nennt als langfristiges Ziel, pro Klettersaison etwa 5.000 Sauerstoffflaschen zwischen Basislager und Camp 1 zu transportieren. Auf den Rückflügen könnten bis zu 10.000 Kilogramm Abfall entfernt werden.
Nach den genannten Angaben hinterlässt ein Bergsteiger durchschnittlich ungefähr acht Kilogramm Abfall am Berg. Die Drohnentransporte sollen deshalb auch die nepalesische „Zero Waste Initiative 2027“ unterstützen.
Transportdrohnen lösen das Abfallproblem nicht allein
Die FlyCart 100 kann den Rücktransport vereinfachen, beseitigt jedoch nicht die Ursachen des Müllaufkommens. Abfallvermeidung, kontrollierte Expeditionen, Rücknahmeregeln und konsequente Entsorgung bleiben weiterhin erforderlich.
DJI Matrice 4E kartiert den Khumbu-Gletscher
Neben den Transportmissionen wurde die DJI Matrice 4E für hochauflösende Vermessungs- und Kartierungsarbeiten eingesetzt. Die kompakte Enterprise-Drohne flog dabei in Höhen bis zu 6.450 Metern und bei Temperaturen von unter minus 20 Grad Celsius.
Innerhalb von nur 3,5 Stunden kartierte die Matrice 4E mehr als drei Quadratkilometer des zentralen Khumbu-Eisbruchs. Erfasst wurden das Basislager, der Icefall und Bereiche oberhalb von Camp 1.

mehr als 3 km²
3,5 Stunden
bis zu 6.450 m
unter −20 °C
Zentimetergenaue 3D-Karten des Khumbu-Eisbruchs
Aus den aufgenommenen Bildern und Messdaten wurde ein detailliertes digitales Modell des Gletscherbereichs erstellt. Die Auflösung soll im Zentimeterbereich liegen.
Solche Modelle können Spalten, gefährliche Eisformationen, mögliche Routen und Veränderungen der Oberfläche dokumentieren. Da sich Gletscher kontinuierlich bewegen, müssen entsprechende Daten regelmäßig aktualisiert werden.
Hochauflösende Karten zeigen potenziell gefährliche Öffnungen im Eis.
Expeditionsteams können mögliche Wege vergleichen, bevor Helfer den Icefall betreten.
Wiederholte Flüge machen Bewegungen und Verformungen des Gletschers sichtbar.
Der Laserentfernungsmesser ermöglicht präzise Koordinaten für kritische Stellen.
Suchteams erhalten aktuelle Gelände- und Positionsinformationen.
Große Bereiche können innerhalb weniger Stunden aus der Luft erfasst werden.
Unterstützung für Routenplanung und Rettungseinsätze
Die Matrice 4E kann nicht nur Karten erzeugen, sondern mithilfe ihres Laserentfernungsmessers auch konkrete Geländepunkte erfassen. Koordinaten gefährlicher Stellen lassen sich dadurch unmittelbar markieren und an andere Teams weitergeben.
Bei Such- und Rettungseinsätzen kann die Drohne Personen im Gelände lokalisieren und Bewegungen vor schneebedecktem Hintergrund erkennen. Sie ersetzt dabei keine Rettungsmannschaft, kann jedoch als zusätzliches Auge in schwer zugänglichen Bereichen dienen.
Gletscherkarten bleiben zeitlich begrenzte Momentaufnahmen
Der Khumbu-Gletscher bewegt und verändert sich fortlaufend. Eine sichere Route kann deshalb nicht allein auf älteren Kartendaten beruhen. Aktuelle Beobachtungen, lokale Erfahrung und laufende Gefahrenbewertungen bleiben unverzichtbar.
DJI testet Drohnen am Mount Everest seit 2009
Der EV50-Einsatz ist Teil einer langen Reihe von DJI-Flügen am höchsten Berg der Erde. Bereits 2009 testete das Unternehmen dort einen unbemannten Hubschrauber mit dem selbst entwickelten Flugsteuerungssystem XP3.1.
| Jahr | DJI-Meilenstein am Mount Everest |
|---|---|
| 2009 | Test eines unbemannten Hubschraubers mit DJI-XP3.1-Flugsteuerung |
| 2010 | DJI Ace One arbeitet in Höhen oberhalb von 4.700 Metern |
| 2022 | DJI Mavic 3 erstellt Drohnenaufnahmen vom 8.848,86 Meter hohen Gipfel |
| 2024 | DJI FlyCart 30 führt erste Lieferdrohnentests zwischen Basislager und Camp 1 durch |
| 2026 | FlyCart 100 transportiert mehr als zehn Tonnen Ausrüstung und Abfall |
| 2026 | Matrice 4E kartiert mehr als drei Quadratkilometer des Khumbu-Gletschers |
| 2026 | DJI EV50 erreicht bei einer Forschungsmission eine Höhe von 8.861 Metern |
DJI EV50: Preis und Verfügbarkeit
DJI hat für die EV50 bislang keinen öffentlichen Deutschland-Preis genannt. Auch ein regulärer internationaler Verkaufsstart wurde nicht angekündigt.
Nach den bislang veröffentlichten Informationen soll das Fluggerät zunächst ausschließlich auf dem chinesischen Festland vorbestellbar sein. Für Deutschland, die Europäische Union und die USA liegen noch keine konkreten Angaben vor.
| Markt | Status |
|---|---|
| Festlandchina | Vorbestellung angekündigt |
| Deutschland | Kein Marktstart bestätigt |
| Europäische Union | Keine Verfügbarkeit oder Zulassungsdetails veröffentlicht |
| USA | Kein Verkaufsstart angekündigt |
| Internationaler Preis | Noch nicht bekannt |
Die EV50 dürfte kein gewöhnliches Shop-Produkt werden
Aufgrund von Größe, Nutzlast und möglicher Einsatzart ist mit einem beratungsintensiven Enterprise- beziehungsweise Delivery-Vertrieb zu rechnen. Betrieb, Genehmigung, Wartung, Bodeninfrastruktur, Flugplanung und Schulung dürften einen wesentlich größeren Umfang besitzen als bei einer herkömmlichen Kameradrohne.
Warum die EV50 für DJI ein strategisch wichtiger Schritt ist
DJI wurde vor allem durch Kameradrohnen wie Phantom, Mavic, Air und Mini bekannt. Die EV50 zeigt jedoch, dass das Unternehmen seine Aktivitäten zunehmend auf größere industrielle Luftfahrzeuge ausweitet.
Mit FlyCart 30, FlyCart 100 und EV50 entsteht ein wachsendes Portfolio für Transport und Logistik. Während die FlyCart-Modelle als schwere Multicopter kurze bis mittlere Strecken mit präzisem Schwebeflug bewältigen, soll die EV50 längere Distanzen effizienter zurücklegen.
| Produktklasse | Typische Stärke | Beispiel |
|---|---|---|
| Kameradrohnen | Foto, Video und mobile Datenerfassung | DJI Mavic, Air und Mini |
| Enterprise-Multicopter | Inspektion, Vermessung, BOS und Sensorplattform | DJI Matrice 4E und Matrice 400 |
| Schwere Liefermulticopter | Präziser Transport schwerer Lasten | DJI FlyCart 30 und FlyCart 100 |
| Langstrecken-eVTOL | Große Reichweite bei senkrechtem Start | DJI EV50 |
Die EV50 könnte damit den Übergang von klassischen Drohnen zu größeren unbemannten Transportflugzeugen markieren. Statt überwiegend Kameras zu tragen, sollen solche Systeme Versorgungsgüter, Messinstrumente, Ersatzteile und medizinische Fracht bewegen.
Offene Fragen zur DJI EV50
Gewicht, Geschwindigkeit, Akkukapazität und Reichweite mit maximaler Nutzlast sind noch nicht bekannt.
Ein Marktstart außerhalb des chinesischen Festlands wurde nicht bestätigt.
DJI hat bislang keinen offiziellen Verkaufspreis veröffentlicht.
Es ist nicht bekannt, über welche Funk-, Mobilfunk- oder Satellitensysteme Langstreckenflüge gesteuert werden.
Der Umfang automatisierter Flugplanung, Navigation und Hindernisvermeidung ist noch offen.
Klassenkennzeichnung, Musterzulassung und mögliche Betriebskategorien sind nicht veröffentlicht.
Ein erfolgreicher Demonstrationsflug sagt noch nichts über reguläre Dauerhaltbarkeit und Wirtschaftlichkeit aus.
Die genannten 150 Kilometer gelten ohne Ladung und lassen sich nicht direkt auf einen 50-Kilogramm-Transport übertragen.
DJI EV50 am Mount Everest im Video
Das offizielle DJI-Video zeigt die EV50 während der wissenschaftlichen Mission am Mount Everest. Zu sehen sind der Start im Hochgebirge, der Übergang in den Vorwärtsflug, der Transport der Messgeräte und Aufnahmen des Fluggeräts in der extremen Hochgebirgslandschaft.
Das zeigt das offizielle DJI-EV50-Video
- DJI EV50 während der Expedition am Mount Everest
- Senkrechter Start des hybriden eVTOL-Fluggeräts
- Übergang vom vertikalen Flug in den effizienten Vorwärtsflug
- Transport wissenschaftlicher Messinstrumente
- Flüge in extrem dünner Luft und großer Höhe
- Einsatz zur digitalen und atmosphärischen Erforschung des Everest-Gebiets
- Maximal erreichte Flughöhe von 8.861 Metern
FAQ zur DJI EV50
Was ist die DJI EV50?
Die DJI EV50 ist die erste elektrische eVTOL-Lieferdrohne von DJI. Sie kann senkrecht starten und landen und nutzt für längere Strecken den effizienteren Flug mit Tragflächen.
Was bedeutet eVTOL?
eVTOL steht für „electric Vertical Take-Off and Landing“. Es handelt sich um ein elektrisch angetriebenes Luftfahrzeug, das senkrecht starten und landen kann.
Wie viel kann die DJI EV50 transportieren?
DJI nennt eine maximale Nutzlast von bis zu 50 Kilogramm.
Wie groß ist der Laderaum?
Das integrierte Frachtabteil besitzt laut DJI ein Volumen von 270 Litern.
Wie weit kann die DJI EV50 fliegen?
Die maximale angegebene Reichweite beträgt bis zu 150 Kilometer ohne Nutzlast. Eine Reichweite mit maximaler Beladung wurde noch nicht genannt.
Wie hoch flog die EV50 am Mount Everest?
Der höchste dokumentierte Flug erreichte eine Höhe von 8.861 Metern.
Wie groß war der längste durchgehende Steigflug?
DJI nennt einen maximalen kontinuierlichen Höhengewinn von 3.730 Metern.
Welche Aufgabe hatte die EV50 am Everest?
Die Drohne transportierte Instrumente zur Messung von Ozon und anderen atmosphärischen Bestandteilen in die obere Troposphäre.
Warum wurde für die Messungen eine elektrische Drohne verwendet?
Der elektrische Antrieb erzeugt während des Flugs keine lokalen Abgasemissionen, die empfindliche Ozon- und Schadstoffmessungen beeinflussen könnten.
Wie viele Flüge absolvierte die EV50 während der Expedition?
Innerhalb von zwölf Tagen wurden 32 Starts und Landungen durchgeführt. Zwölf Flüge dienten dem Transport wissenschaftlicher Instrumente.
Kann die EV50 ohne Startbahn starten?
Ja. Als eVTOL kann sie senkrecht starten und landen. Eine klassische Start- oder Landebahn ist nicht erforderlich.
Ist die DJI EV50 ein Multicopter?
Nicht ausschließlich. Sie startet und landet vertikal, nutzt für längere Strecken jedoch den effizienteren Flug mit Tragflächen.
Wie wird die EV50 über große Entfernungen gesteuert?
DJI hat noch keine vollständigen Angaben zur Kommunikationsarchitektur veröffentlicht. Denkbar sind vorprogrammierte Flugrouten sowie Funk-, Mobilfunk- oder andere Langstreckenverbindungen. Eine konkrete technische Bestätigung liegt bislang nicht vor.
Ist die DJI EV50 autonom?
Der genaue Automatisierungsgrad wurde noch nicht vollständig beschrieben. Bei einem professionellen Langstreckensystem ist eine umfangreiche automatische Flugplanung und Navigation naheliegend, die konkreten Funktionen sind jedoch noch nicht veröffentlicht.
Was kostet die DJI EV50?
DJI hat bislang keinen offiziellen Preis veröffentlicht.
Kann man die DJI EV50 in Deutschland kaufen?
Derzeit nicht regulär. Vorbestellungen sind zunächst nur für das chinesische Festland angekündigt. Ein Marktstart in Deutschland wurde noch nicht bestätigt.
Wann kommt die DJI EV50 nach Europa?
DJI hat noch keinen europäischen Veröffentlichungstermin genannt.
Ist die DJI EV50 für Paketzustellungen an Privatkunden gedacht?
Die bislang gezeigten Einsatzprofile konzentrieren sich auf industrielle, wissenschaftliche und öffentliche Aufgaben. Eine klassische Paketlieferung an private Haushalte wurde nicht angekündigt.
Welche Drohnen setzte DJI zusätzlich am Everest ein?
An der Südflanke wurden die DJI FlyCart 100 für Transportaufgaben und die DJI Matrice 4E für Kartierungs- und Vermessungsarbeiten eingesetzt.
Wie viel transportierte die FlyCart 100?
Insgesamt wurden 10.073 Kilogramm Ausrüstung und Abfall zwischen Basislager und Camp 1 bewegt.
Wie viel Müll brachte die FlyCart 100 zurück?
Von der Gesamtmenge entfielen 2.858 Kilogramm auf Abfall, der vom Berg entfernt wurde.
Wie lange dauerte ein Transportflug?
Ein Flug zwischen Basislager und Camp 1 dauerte laut DJI ungefähr acht Minuten. Der traditionelle Transportweg benötigt etwa sechs bis acht Stunden.
Welche Fläche kartierte die Matrice 4E?
Die Matrice 4E erfasste mehr als drei Quadratkilometer des Khumbu-Gletschers in ungefähr 3,5 Stunden.
Warum ist die Kartierung des Khumbu-Eisbruchs wichtig?
Die Karten helfen dabei, Spalten, gefährliche Eisformationen und mögliche Routen zu erkennen. Sie können außerdem Such- und Rettungseinsätze unterstützen.
Fazit: Mit der EV50 beginnt für DJI eine neue Ära jenseits klassischer Kameradrohnen
Die DJI EV50 ist eines der strategisch bedeutendsten neuen Fluggeräte des Herstellers. Erstmals verbindet DJI einen elektrischen Senkrechtstarter mit einem effizienten Starrflügelkonzept, einer Nutzlast von bis zu 50 Kilogramm, einem 270 Liter großen Frachtraum und einer angegebenen Reichweite von bis zu 150 Kilometern ohne Beladung.
Die erste öffentliche Mission am Mount Everest zeigt, für welche Aufgaben das System entwickelt wurde. Statt Kamerabilder für den Massenmarkt zu liefern, transportierte die EV50 wissenschaftliche Instrumente bis in eine Höhe von 8.861 Metern und unterstützte Ozonmessungen in der oberen Troposphäre.
Der Einsatz ist technisch beeindruckend, aber noch kein Nachweis für einen regulären wirtschaftlichen Dauerbetrieb. Wichtige Angaben zu Preis, Gewicht, Akkukapazität, Reichweite mit voller Nutzlast, Kommunikation, Autonomie, Wartung und internationaler Zulassung fehlen weiterhin.
Zusammen mit der FlyCart 100 und der Matrice 4E macht DJI jedoch deutlich, wohin sich professionelle Drohnentechnik entwickelt. Transportdrohnen können gefährliche Wege verkürzen, schwere Lasten bewegen, Abfall zurückbringen und Rettungs- oder Forschungsteams mit aktuellen Daten versorgen.
Besonders eindrucksvoll ist der Vergleich am Khumbu-Eisbruch: Eine Transportaufgabe, für die Sherpas sechs bis acht Stunden benötigen, wurde von der FlyCart 100 in ungefähr acht Minuten bewältigt. Parallel erstellte die Matrice 4E innerhalb von nur 3,5 Stunden ein detailliertes Modell von mehr als drei Quadratkilometern Gletscherfläche.
Die EV50 ist damit nicht einfach eine größere DJI-Drohne. Sie steht für den Einstieg des Herstellers in eine neue Kategorie unbemannter Transportflugzeuge. Ob und wann sie außerhalb Chinas verfügbar sein wird, bleibt offen. Die Everest-Mission zeigt jedoch bereits, dass DJI auch bei eVTOL- und Langstreckenlösungen eine führende Rolle anstrebt.


