Drohnenvideos schneiden, Luftbilder entwickeln, Panoramen retuschieren – ohne Adobe-Abo und ohne umzulernen: Genau das verspricht ArtCraft mit FilmCraft, LightCraft und PhotoCraft, den quelloffenen Nachbauten von Premiere Pro, Lightroom und Photoshop. Für Piloten mit DJI Mini, Air oder Mavic klingt das verlockend, denn deren Material stellt besondere Anforderungen: 4K mit 60 Bildern pro Sekunde, H.265 in 10 Bit, flache Log-Profile wie D-Log M, DNG-Rohdaten mit Objektivkorrekturen.
Dieser Beitrag prüft anhand der Projektdokumentation, der Release-Notes vom 12. Oktober 2026 und der ersten unabhängigen Tests, was die drei Apps mit typischem Drohnenmaterial heute anfangen können – und wo DaVinci Resolve, darktable oder das bewährte Lightroom-Abo vorerst die bessere Wahl bleiben. Einen eigenen Schnitt-Test mit Drohnenclips haben wir noch nicht durchgeführt; alle Leistungsangaben sind entsprechend gekennzeichnet.
Stand: 13. Oktober 2026. FilmCraft 0.7.2, LightCraft 0.7.1, PhotoCraft 0.8.2 (GitHub-Releases vom 12. Oktober). Alle Apps sind Alpha-Versionen; Angaben zu Codecs und Formaten sind Herstellerangaben aus READMEs und Roadmaps.

Das Wichtigste in 20 Sekunden
Ja. FilmCraft dekodiert HEVC Main und Main 10, also auch 10-Bit-Material, mit Hardwarebeschleunigung auf Mac, Windows und Linux. Flüssiges 4K-Playback bleibt laut Projekt und Testern die Schwachstelle.
D-Log, HLG und PQ sind als Farbräume hinterlegt, .cube-LUTs lassen sich laden. D-Log M, das Profil der aktuellen DJI-Modelle, fehlt noch – mit einer LUT des Herstellers lässt sich das umgehen.
LightCraft liest DNG und wertet darin eingebettete Objektivkorrekturen aus. Eigene Kameraprofile gibt es noch nicht, die Farben wirken deshalb teils flau.
H.265-Export nur mit Nvidia- oder Apple-Hardware, kein 10-Bit-H.264-Export, Stabilisierung nur als Näherung, keine Premiere-Projekte: Für Aufträge mit Abgabetermin bleibt die Software ungeeignet.
Was Drohnenmaterial von einer Schnittsoftware verlangt
Aktuelle Kameradrohnen von DJI zeichnen in H.264 oder H.265 auf, die meisten Modelle ab der Air-Klasse in 10 Bit mit den flachen Profilen D-Log M oder HLG, bei Bildraten bis 60 oder 120 Bildern pro Sekunde in 4K. Fotos entstehen als JPEG und als DNG, in das die Drohne Korrekturdaten für Verzeichnung und Vignettierung des Objektivs schreibt. Dazu kommen Besonderheiten der Luftperspektive: Panoramen aus vielen Einzelbildern, starker Dunst in der Ferne, Himmel mit weichen Verläufen, die bei zu kräftiger Bearbeitung Streifen bilden, und Bewegungsunschärfe bei schnellen Schwenks.
Eine Schnittsoftware muss also vier Dinge leisten: 10-Bit-HEVC flüssig dekodieren, Log-Material korrekt in Rec. 709 wandeln, bei Bedarf stabilisieren und am Ende in einem Format ausgeben, das YouTube, Kunden oder das Smartphone verstehen. Für die Fotoseite zählen DNG-Unterstützung, Objektivkorrektur, gute Masken für den Himmel und ein Panorama-Werkzeug. Wie DJI-Kameras am besten für diese Nachbearbeitung eingestellt werden, erklärt unser kostenloser DJI-Kamera-Kompass als PDF.
FilmCraft: Videoschnitt mit Premiere-Bedienung
FilmCraft ist ein nichtlinearer Schnittplatz, der Aufbau, Begriffe und Tastenkürzel von Premiere Pro übernimmt: Projektfenster, Quell- und Programmmonitor, Mehrspur-Timeline, Lumetri-Farbpanel und -Scopes, Effektsteuerung mit Keyframes. Das Projekt stuft die App als Alpha ein und schätzt sie mit Stand 10. Oktober auf rund 56 Prozent „bereit für echte Arbeit“ bei etwa 86 Prozent Funktionsbreite – gemessen an Premiere Pro 26.5.
Codecs: Import stark, Export mit Haken
Beim Import ist FilmCraft für Drohnenmaterial gut aufgestellt. Das README nennt Decoder für H.264 (alle Profile), HEVC Main und Main 10, ProRes von Proxy bis 4444 XQ, VP9, AV1, DNxHD/HR und seit Version 0.7.2 auch CinemaDNG und DNG-Sequenzen. Die Hardware-Dekodierung läuft über VideoToolbox auf dem Mac, Media Foundation unter Windows und VA-API unter Linux. Bemerkenswert: Alle Codecs sind eigene Rust-Implementierungen, FFmpeg steckt nicht in der App.
Beim Export wird es enger. Als Software-Encoder gibt es nur H.264; H.265 schreibt FilmCraft ausschließlich über Hardware – unter Windows mit Nvidia-Grafikkarte (NVENC, dort auch Main 10 mit PQ oder HLG), auf dem Mac über VideoToolbox in 8 Bit SDR. Wer ein 10-Bit-HLG-Video für YouTube ausgeben möchte, braucht also eine Nvidia-Karte; ein 10-Bit-H.264-Export ist nicht dokumentiert. AV1-Export fehlt, ProRes 422 HQ und DNxHR sind als Zwischenformate vorhanden.
| Anforderung | Status in FilmCraft | Einordnung für Drohnenpiloten |
|---|---|---|
| H.265 10 Bit öffnen | Ja, Main und Main 10, hardwarebeschleunigt | Material von Mini 4/5 Pro, Air 3/3S, Mavic 3/4 lässt sich importieren |
| 4K/60 flüssig abspielen | Projekt: 4K H.264 „in Echtzeit bei Last bis 140“, 4K unter Last noch offen; Tester: „quälend langsam“ | Proxys einplanen, besonders bei H.265 |
| Proxy-Workflow | Ja: ProRes Proxy/LT oder H.264 in ¼ und ½ Auflösung, umschaltbar, Export in voller Auflösung | Der wichtigste Ausweg bei schwacher Hardware |
| D-Log interpretieren | Ja, „aus veröffentlichten Spezifikationen“, neben S-Log3, V-Log, LogC, Apple Log | Für Mavic 3 Pro und ältere Modelle passend |
| D-Log M interpretieren | Nein, laut Roadmap „keine veröffentlichte Formel“ | DJI-LUT als .cube laden und als Input-LUT nutzen |
| HLG / HDR | Rec. 2100 PQ und HLG als Arbeitsfarbraum, Tone-Mapping nach BT.2390; HDR-Export nur mit NVENC | HDR-Schnitt möglich, HDR-Ausgabe nur unter Windows mit Nvidia |
| LUTs (.cube) | Input- und Look-LUTs, 1D/3D, Projekt-Bibliothek | DJI-Konvertierungs-LUTs funktionieren nach Herstellerangabe |
| Stabilisierung | „Warp Stabilizer“ vorhanden, laut Scorecard nur als 2D-Näherung | Für Gimbal-Material meist ausreichend, Rolling-Shutter-Korrektur fehlt |
| H.264 exportieren | Ja, Software und Hardware (Mac, Windows/Nvidia) | Standardweg für YouTube und Kunden |
| H.265 exportieren | Nur Hardware: NVENC (8 und 10 Bit), VideoToolbox (8 Bit) | Ohne Nvidia-Karte kein 10-Bit-HEVC |
| Premiere-Projekte (.prproj) | Nein; Austausch über FCP7-XML, FCPXML, EDL, AAF, OTIO | Bestehende Projekte lassen sich nicht direkt übernehmen |
| Plug-ins (VST, OpenFX) | Nein | Keine Drittanbieter-Effekte oder LUT-Pakete als Plug-in |
Die Farbkorrektur ist überraschend vollständig: Das Lumetri-Panel bietet Kurven, Farbräder, HSL-Sekundärkorrektur und Vignette, dazu alle Scopes. Die Audioseite bringt Lautheitsmesser nach EBU R128 mit, was für YouTube-Uploads hilfreich ist. Multicam-Schnitt mit automatischer Tonsynchronisation existiert ebenfalls – nützlich, wenn Drohnen- und Bodenkamera parallel liefen. Was fehlt, sind Dinge, die beim Drohnenschnitt oft gebraucht werden: Auto Reframe für Hochkant-Versionen gilt als Näherung, Rolling-Shutter-Korrektur ist nicht dokumentiert, und Speed-Ramps müssen per Keyframes gebaut werden.
Tester-Erfahrung: 4K ruckelt, 10-Bit-4:2:2 fehlt
Creative Bloq berichtete am 13. Oktober von „quälend langsamer“ 4K-Wiedergabe und fehlendem 10-Bit-4:2:2-Playback; TechRadar konnte am 10. Oktober Clips nicht trimmen und hatte Tonprobleme. Beide Tests liefen mit älteren Versionen als 0.7.2, deren Release-Notes etliche Leistungsverbesserungen auflisten. Da Drohnen in 4:2:0 aufzeichnen, betrifft die 4:2:2-Lücke vor allem Material aus Systemkameras, nicht aus der Drohne.
LightCraft: RAW-Entwicklung für Luftbilder
LightCraft ist Bibliothek und RAW-Entwickler in einem, mit Lightroom-Bedienung: Ordner, Alben, Sterne, Flaggen, ein Entwickeln-Modul mit Regler-Gruppen für Licht, Farbe, Effekte und Optik, dazu Masken per Pinsel, Verlauf und Luminanz. Die Entwicklung läuft komplett auf der GPU in einem 32-Bit-Float-Pipeline; das Projekt nennt für ein 24-Megapixel-RAW auf einem M4 Pro etwa vier Millisekunden pro Reglerbewegung – eine Herstellerangabe. Die Selbsteinschätzung: rund 61 Prozent eines Lightroom-Ersatzes insgesamt, 85 Prozent für JPEG- und DNG-Fotografen, 49 Prozent für Berufsfotografen.

Für Drohnenfotos ist der DNG-Pfad entscheidend, und hier sieht es gut aus: DNG gehört zu den am besten unterstützten Formaten, und LightCraft wertet laut Release-Notes der Version 0.7.1 die in DNG-Dateien eingebetteten Objektivkorrekturen (WarpRectilinear) aus – genau die Daten, die DJI-Drohnen in ihre Rohdateien schreiben. Ob das mit jedem DJI-Modell funktioniert, hat das Projekt nicht dokumentiert; eine eigene Objektivdatenbank existiert noch nicht. Die Regler „Dunst entfernen“, „Klarheit“ und „Textur“ sind vorhanden, ebenso Panorama-Merge (sphärisch, zylindrisch, perspektivisch) und HDR-Merge mit automatischer Ausrichtung und Geisterbild-Entfernung.
Stärken für Luftbilder
- DNG mit eingebetteten Objektivkorrekturen, JPEG, TIFF, HEIF (per Build-Option)
- Masken per Pinsel, Verlauf, Luminanz- und Farbbereich – ideal für Himmel und Horizont
- Panorama- und HDR-Merge direkt in der App
- Export als JPEG, TIFF, DNG, AVIF und als HDR-Gain-Map-JPEG
- Import bestehender Lightroom-Kataloge seit 0.7.1 (Umfang nicht dokumentiert)
- Keine Cloud, kein Konto, keine Telemetrie
Schwächen für Luftbilder
- Keine Kamerafarbprofile: Nicht-DNG-RAWs wirken laut Roadmap „flau oder ungenau“
- Keine eigene Objektivdatenbank, keine DJI-Profile
- Himmel- und Motivauswahl nur als klassische Heuristik, keine KI-Masken
- KI-Entrauschen nur mit selbst installierten Modellgewichten
- Tester: Schärfung „viel zu hart“, Canon CR3 nur über Vorschau
- Kein Video-Modul, keine Karten-, Buch- oder Druckmodule

PhotoCraft: Retusche, Composings und Panorama-Feinschliff
Für die Feinarbeit nach der RAW-Entwicklung steht PhotoCraft bereit: Ebenen, Masken, 16 Einstellungsebenen, Inhaltsbasiertes Füllen, Kopierstempel, Reparaturpinsel, Verflüssigen und Perspektivkorrektur – alles in Photoshop-Anordnung und in 8, 16 oder 32 Bit. Typische Drohnen-Aufgaben wie das Entfernen eines Propellers am Bildrand, das Wegstempeln von Autos auf einem Parkplatz oder das Angleichen des Himmels über mehreren Panorama-Segmenten sind damit grundsätzlich möglich. Die Auswahlwerkzeuge „Motiv auswählen“ und „Himmel auswählen“ arbeiten klassisch, also ohne KI-Modell, was bei klaren Horizonten gut funktioniert, bei Bäumen und Dunst weniger.

Die Grenzen benennt das Projekt selbst in seiner Parity-Messung: Die Leistung erfüllt nur 3 von 25 Budgets, ein Ebenen-Verschieben in einem 15.000 × 10.000 Pixel großen 16-Bit-Dokument dauerte im Oktober 2,7 Sekunden – große Panoramen aus der Drohne gehören genau in diese Klasse. Camera-Raw-Funktionen schätzt das Team auf 45 Prozent, Generative Fill und Neural Filters fehlen komplett, Photoshop-Plug-ins laufen nicht. PSD-Dateien liest und schreibt PhotoCraft, aber Photoshop lehnt in Einzelfällen Dateien aus PhotoCraft ab; wer Dateien an Kunden weitergibt, sollte vorher in Photoshop gegenprüfen.
EffectCraft: Titel, Tracking und Motion Graphics
Wer Drohnenvideos mit animierten Ortsnamen, Karten-Einblendungen oder einem getrackten Label auf einem Gebäude versehen will, greift zu EffectCraft, dem After-Effects-Nachbau. Die App ist erst seit dem 1. Oktober 2026 in Entwicklung und listet dennoch 306 Effekte, Keyframe-Animation mit Graph-Editor, Expressions in JavaScript, 3D-Kameras, Motion-Tracking und Lottie-Export. Interessant für Drohnenpiloten: EffectCraft exportiert HEVC Main 10 per Software, also 10 Bit auch ohne Nvidia-Karte – anders als FilmCraft. Ein Stabilisierer ist nicht dokumentiert, After-Effects-Projekte (.aep) lassen sich nicht öffnen, und das Projekt selbst beziffert die Praxistauglichkeit auf 30 bis 50 Prozent.

Workflow: Drohnenvideo mit ArtCraft in sechs Schritten
So lässt sich ein Flugtag mit den drei Apps nach heutigem Stand verarbeiten – mit den Umwegen, die die Alpha-Versionen nötig machen.
Sichern, dann sortieren
Material zuerst auf SSD oder Festplatte kopieren und erst dann in LightCraft importieren. Alpha-Software kann Dateien beschädigen; die Originale auf der Speicherkarte bleiben bis zum Projektende unberührt.
Fotos in LightCraft entwickeln
DNG importieren, Objektivkorrektur prüfen, Dunst entfernen, Himmel per Luminanzmaske abdunkeln. Panoramen direkt in der App zusammensetzen, Ergebnis als 16-Bit-TIFF oder DNG exportieren.
Feinretusche in PhotoCraft
Propellerspitzen, Sensorflecken oder störende Objekte mit Reparaturpinsel und Inhaltsbasiertem Füllen entfernen. Große Panoramen vorher auf Arbeitsgröße skalieren, das schont die noch schwache Performance.
Clips in FilmCraft importieren und Proxys bauen
H.265-Clips importieren, sofort Proxys in ProRes Proxy oder H.264 ½ erzeugen. Bei D-Log M die DJI-LUT als Input-LUT laden, bei D-Log oder HLG den Farbraum im Dialog „Footage interpretieren“ setzen.
Schneiden, graden, stabilisieren
Mit den Proxys schneiden, dann im Lumetri-Panel graden und Scopes kontrollieren. Den Warp Stabilizer nur auf wirklich wackelige Clips anwenden – er arbeitet nur zweidimensional und kostet Rechenzeit.
Exportieren und gegenprüfen
Für YouTube H.264 in 4K exportieren; 10-Bit-HDR nur unter Windows mit Nvidia-Karte als HEVC. Das fertige Video vor dem Upload in einem zweiten Player prüfen, da Tester Tonprobleme meldeten.
Für Speicher und Sicherung lohnt ein Blick auf unsere Übersicht der von DJI freigegebenen Speicherkarten und auf den Test einer externen Festplatte für Drohnenvideos. Wer mit seinen Aufnahmen Geld verdienen möchte, findet im kostenlosen PDF-Schnupperkurs zu Drohnenbildern den passenden Einstieg – dort ist professionelle Software allerdings weiterhin Voraussetzung.
Vergleich: FilmCraft und LightCraft gegen die etablierten Alternativen
Wer Drohnenmaterial ohne Abo bearbeiten möchte, hat seit Jahren starke Optionen. Die Tabelle stellt sie den Crafting Apps gegenüber – nach Anwendungsfall, nicht als Rangliste.
| Programm | Kosten | Stärke für Drohnenpiloten | Schwäche |
|---|---|---|---|
| FilmCraft (ArtCraft) | kostenlos, Open Source | Premiere-Bedienung, Proxys, LUTs, D-Log, HLG-Schnitt | Alpha; 4K-Playback, H.265-Export nur Hardware, kein D-Log M |
| DaVinci Resolve | kostenlos (Studio kostenpflichtig) | Ausgereift, Farbkorrektur-Referenz, Stabilisierung, Speed-Ramps | Eigene Bedienlogik; einige Codec- und Effektfunktionen nur in Studio |
| Kdenlive / Shotcut | kostenlos, Open Source | Stabil, FFmpeg-Basis mit praktisch allen Codecs | Einfachere Farbwerkzeuge, keine Premiere-Logik |
| LightCraft (ArtCraft) | kostenlos, Open Source | Lightroom-Bedienung, DNG mit Objektivkorrektur, Panorama, HDR | Alpha; keine Kameraprofile, keine KI-Masken |
| darktable | kostenlos, Open Source | Große Kamera- und Objektivdatenbank, DJI-DNG seit Jahren üblich | Komplexe Bedienung, kein Panorama-Merge |
| Lightroom Classic | Abo | DJI-Profile, KI-Masken, Entrauschen, Panorama, Dunstentfernung | Abo-Kosten, Kündigungsbedingungen |
Die ehrliche Einordnung: Wer heute ein Drohnenvideo abliefern muss, ist mit DaVinci Resolve schneller am Ziel – es läuft stabil, stabilisiert zuverlässig und bringt DJI-Farbraumtransformationen mit. FilmCraft ist die Wahl für alle, die Premiere-Bedienung im Kopf haben und bereit sind, mit Proxys und gelegentlichen Fehlern zu leben. Bei den Fotos ist der Abstand kleiner: Für DNG aus der Drohne ist LightCraft bereits brauchbar, sobald man die fehlenden Kameraprofile mit eigenen Presets ausgleicht. Erfahrungen anderer Piloten mit Schnittprogrammen sammelt der Videoschnitt-Sammelthread im Drohnen-Forum.

Hardware-Tipps für die Crafting Apps
Die Dokumentation und die ersten Tests lassen klare Empfehlungen zu. macOS mit Apple Silicon ist die am besten getestete Plattform; dort dekodiert VideoToolbox H.265 und exportiert H.264 und 8-Bit-HEVC in Hardware. Unter Windows bringt eine Nvidia-Grafikkarte den größten Vorteil, weil nur NVENC 10-Bit-HEVC und HDR schreibt. Rechner ohne dedizierte GPU starten die Apps teils gar nicht – das Projekt listet entsprechende Fehlermeldungen. Für 4K-H.265-Material gilt unabhängig von der App: Proxys auf einer schnellen SSD sind der zuverlässigste Weg zu flüssigem Schnitt.
Beim Material selbst hilft die richtige Speicherkarte: Für 4K/60 in 10 Bit empfehlen DJI und die Kartenhersteller Karten der Klasse V30 oder höher, sonst bricht die Aufnahme ab, bevor überhaupt geschnitten werden kann.
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Häufige Fragen: ArtCraft und Drohnenmaterial
Kann FilmCraft 4K-Videos der DJI Mini 5 Pro oder Air 3S schneiden?
Grundsätzlich ja: FilmCraft dekodiert H.264 und H.265 in 8 und 10 Bit mit Hardwarebeschleunigung. Flüssiges 4K/60-Playback ist laut Projekt und unabhängigen Testern noch nicht gesichert; der Proxy-Workflow mit ProRes Proxy oder H.264 in halber Auflösung ist deshalb Pflicht.
Unterstützt FilmCraft D-Log M?
Nein. Die Roadmap nennt D-Log, S-Log3, V-Log, LogC und Apple Log als interpretierbare Farbräume, D-Log M fehlt mangels veröffentlichter Formel. Die offizielle DJI-LUT lässt sich als .cube-Datei laden und als Input-LUT auf die Clips anwenden – das Ergebnis entspricht dem üblichen LUT-Workflow in Premiere.
Kann ich mit ArtCraft 10-Bit-HDR-Videos exportieren?
Nur eingeschränkt. FilmCraft schreibt HEVC Main 10 mit PQ oder HLG ausschließlich über Nvidia NVENC unter Windows; auf dem Mac liefert VideoToolbox nur 8 Bit. EffectCraft exportiert HEVC Main 10 per Software, ist aber kein Schnittprogramm.
Liest LightCraft DNG-Fotos von DJI-Drohnen?
DNG gehört zu den unterstützten Formaten, und die in DNG eingebetteten Objektivkorrekturen werden seit Version 0.7.1 angewendet. Eine ausdrückliche DJI-Unterstützung ist nicht dokumentiert, Kamerafarbprofile fehlen noch. Bei Problemen hilft der Umweg über JPEG oder ein Export aus einem anderen RAW-Konverter.
Gibt es in PhotoCraft Himmel austauschen oder Generative Fill?
Nein. Himmel- und Motivauswahl arbeiten mit klassischen Verfahren ohne KI-Modell, Inhaltsbasiertes Füllen ist vorhanden. Generative Fill, Neural Filters und Sky Replacement fehlen; das Projekt beziffert seinen KI-Anteil auf rund 10 Prozent von Photoshop.
Kann ich meine Premiere- oder Lightroom-Projekte übernehmen?
Premiere-Projekte (.prproj) nicht; Sequenzen lassen sich nur als FCP7-XML, FCPXML, EDL, AAF oder OTIO übergeben. LightCraft erkennt seit 0.7.1 Lightroom-Kataloge und bietet den Import an; welche Bearbeitungen dabei übernommen werden, dokumentiert das Projekt bislang nicht.
Stabilisiert FilmCraft wackelige Drohnenaufnahmen?
Ein Warp Stabilizer ist vorhanden, laut der eigenen Scorecard aber nur als zweidimensionale Näherung ohne die Analysetiefe des Originals. Für Gimbal-Material mit leichtem Zittern reicht das meist; bei starkem Wind oder Rolling-Shutter-Effekten liefern DaVinci Resolve oder Gyroflow bessere Ergebnisse.
Ist ArtCraft für Drohnenpiloten besser als DaVinci Resolve?
Derzeit nicht. Resolve ist stabil, schnell und bringt DJI-Farbraumtransformationen mit; FilmCraft bietet die vertraute Premiere-Bedienung und entwickelt sich schnell, ist aber Alpha. Für Kundenprojekte empfiehlt sich Resolve, für Experimente und einfache Clips FilmCraft.
Fazit: Für Luftbilder schon brauchbar, für 4K-Video noch Geduld
LightCraft und PhotoCraft lassen sich für Drohnenfotos heute mit vertretbaren Umwegen nutzen: DNG mit Objektivkorrektur, Masken, Panorama- und HDR-Merge sind vorhanden, es fehlen Kameraprofile und KI-Komfort. FilmCraft importiert alles, was eine DJI-Drohne aufzeichnet, scheitert aber noch an flüssigem 4K und am 10-Bit-Export ohne Nvidia-Hardware.
Wer Drohnenvideos regelmäßig abliefert, bleibt bei DaVinci Resolve oder seinem bisherigen Abo. Wer ausprobieren will, wohin die Reise geht, installiert FilmCraft neben der bestehenden Software, arbeitet mit Kopien und Proxys – und freut sich über ein Projekt, das im Wochentakt Lücken schließt. Sobald D-Log M, flüssiges 4K und Software-HEVC dokumentiert sind, aktualisieren wir diesen Beitrag.
TransparenzQuellen und Datenbasis10 Einträge
Angaben zu Codecs, Farbräumen und Formaten stammen aus den READMEs, Roadmaps und Release-Notes des Projekts (Stand 12. Oktober 2026) und sind Herstellerangaben; Leistungsaussagen unabhängiger Tester sind als solche gekennzeichnet. Ein eigener Test mit Drohnenmaterial steht aus.
- FilmCraft README – Codecs, Export, Hardware-Dekodierung, Einschränkungen (Herstellerquelle)
- FilmCraft Roadmap – Farbräume inklusive D-Log, LUTs, Proxys, Stabilisierung, Leistungsziele (Herstellerquelle, Selbsteinschätzung)
- FilmCraft Release 0.7.2 – DNG-/CinemaDNG-Import, .cube-Korrekturen, GPU-Pfad (Herstellerquelle)
- LightCraft README – RAW-Formate, Masken, Export, Selbsteinschätzung (Herstellerquelle)
- LightCraft Release 0.7.1 – DNG-Objektivkorrekturen, Lightroom-Katalogimport (Herstellerquelle)
- PhotoCraft Parity-Messung – Leistungsbudgets, Camera-Raw-Stand, KI-Funktionen (Herstellerquelle, Selbsteinschätzung)
- EffectCraft README – Export-Codecs, Tracking, Einschränkungen (Herstellerquelle)
- getartcraft.com: FilmCraft – Produktseite, Plattformen (Herstellerquelle)
- Creative Bloq, 13. Oktober 2026 – Praxistest: 4K-Wiedergabe, 10-Bit-4:2:2, LightCraft-Schärfung, CR3 (unabhängiger Test)
- TechRadar, 10. Oktober 2026 – Praxistest: Trimmen, Audio, Dateiformate (unabhängiger Test)
Disclaimer: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen mit Stand 13. Oktober 2026 auf Basis von Herstellerdokumentation und Medienberichten; er ersetzt keinen eigenen Test mit dem jeweiligen Drohnenmodell. Alle genannten Programme sind Alpha-Versionen, die Dateien beschädigen oder abstürzen können – Originalaufnahmen vor der Bearbeitung sichern. Codec-, Format- und Leistungsangaben können sich mit jeder Version ändern.
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