ArtCraft ist innerhalb von zwei Wochen vom Geheimtipp zum meistdiskutierten Software-Projekt des Jahres geworden: ein kleines Team um den Entwickler Brandon Thomas veröffentlicht quelloffene Nachbauten von Photoshop, Premiere Pro, Lightroom, Word, Excel, PowerPoint und Acrobat – kostenlos, ohne Abo, ohne Konto, in Rust programmiert und zu großen Teilen mit KI-Unterstützung geschrieben. Allein das Photoshop-Pendant PhotoCraft sammelte auf GitHub binnen zehn Tagen mehr als 50.000 Sterne.
Dieser Beitrag ordnet das Projekt ein: Welche 13 Crafting Apps es gibt, was sie heute wirklich können, wie weit sie von den Originalen entfernt sind, wo die Risiken liegen – rechtlich wie praktisch – und für wen sich ein Blick jetzt schon lohnt. Grundlage sind die offiziellen Projektseiten, die GitHub-Repositories mit ihren Roadmaps, erste unabhängige Praxisberichte und der Start des Launchers auf einem Mac in unserer Redaktion. Einen eigenen Dauertest haben wir noch nicht durchgeführt.
Stand: 13. Oktober 2026. Die Versionsnummern stammen von GitHub (Releases vom 12. Oktober), alle Prozentangaben zum Reifegrad sind Selbsteinschätzungen des Projekts. Wir aktualisieren den Beitrag, sobald Beta-Versionen erscheinen.

Das Wichtigste in 20 Sekunden
Ein Open-Source-Projekt des US-Studios Storytold. Unter dem Namen „Crafting Apps“ erscheinen 13 kostenlose Programme, die Adobe- und Microsoft-Software nachbilden – mit vertrauten Menüs, Kürzeln und Dateiformaten.
Nichts. Alle Apps stehen unter MIT- oder Apache-2.0-Lizenz, laufen lokal ohne Konto und ohne Telemetrie. Geld verdient das Studio nur mit seinem separaten KI-Bildstudio.
Alpha. Das Projekt selbst schätzt die Apps auf 45 bis 65 Prozent „bereit für echte Arbeit“. Erste unabhängige Tests bestätigen: viel Funktionsbreite, aber Tempo, Stabilität und Dateiaustausch hinken.
Die Apps gibt es ausschließlich auf getartcraft.com und github.com/storytold. Ähnlich klingende Domains mit eigenen Installationsdateien sind nicht offiziell.
Was ArtCraft ist – und was nicht
Der Name führt leicht in die Irre, weil er zwei Dinge bezeichnet. ArtCraft war ursprünglich – und ist weiterhin – ein Desktop-Studio für KI-generierte Bilder und Videos, das sich über Credits für Modelle wie Nano Banana, GPT-Image oder Seedance finanziert. Seit Anfang Oktober 2026 steht derselbe Name über den Crafting Apps: klassischen Kreativ- und Büroprogrammen, die ohne generative KI auskommen, vollständig offline arbeiten und als Quellcode auf GitHub liegen. Beide Linien kommen vom Studio Storytold, das unter dem Team-Namen „ArtCraft Team“ auftritt.
Den Anstoß beschreibt Gründer Brandon Thomas in Interviews und Foren selbst: Ärger über Adobes Kündigungsgebühren und die Abo-Pflicht. Seine Antwort war radikal – statt eine weitere Alternative mit eigener Bedienlogik zu bauen, sollten die Nachbauten exakt die Menüs, Tastenkürzel und Panels der Originale übernehmen, damit niemand umlernen muss. Dass das in wenigen Wochen überhaupt möglich war, liegt an KI-Agenten: Nach übereinstimmenden Medienberichten entstand der Großteil des Codes mit Claude Opus 5.5; die Projektdateien selbst führen das Modell als Hauptautor der Commits.
Mit Adobe oder Microsoft hat das Projekt nichts zu tun. Die READMEs betonen, dass PhotoCraft und die anderen Apps „unabhängige Open-Source-Projekte“ sind, die Markennamen nur zur Beschreibung der Kompatibilität nutzen. Eine Stellungnahme der beiden Konzerne gibt es bis heute nicht.
Alle 13 Crafting Apps im Überblick
Die Projektseite listet mit Stand 13. Oktober 13 Apps; im Launcher waren am Tag zuvor zwölf davon installierbar, FigCraft fehlte dort noch. Die Tabelle nennt das jeweilige Vorbild, die aktuelle GitHub-Version und die Selbsteinschätzung des Projekts, wie weit die App für echte Arbeit taugt – ein Wert, den die Roadmaps mit Gewichtungen herleiten und ausdrücklich als Schätzung kennzeichnen.
| App | Vorbild | Version | „Bereit für echte Arbeit“ (Eigenangabe) | GitHub-Sterne (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| PhotoCraft | Adobe Photoshop | 0.8.2 | ca. 45 % (Funktionsbreite ca. 76 %) | 57.000 |
| VectorCraft | Adobe Illustrator | 0.10.0 | ca. 65 % für typische Illustratoren | 8.300 |
| FilmCraft | Adobe Premiere Pro | 0.7.2 | ca. 56 % (Funktionsbreite ca. 86 %) | 12.000 |
| LightCraft | Adobe Lightroom | 0.7.1 | ca. 61 % gesamt, ca. 49 % für Berufsfotografen | 12.000 |
| PdfCraft | Adobe Acrobat Pro | 0.7.1 | ca. 49 % gesamt, ca. 55 % für Alltagsaufgaben | 12.000 |
| EffectCraft | Adobe After Effects | 0.9.2 | ca. 45 % (Funktionsbreite ca. 91 %) | 6.100 |
| DesignCraft | Adobe InDesign | nicht geprüft | keine belastbare Angabe | 3.600 |
| FigCraft | Figma | nicht geprüft | „Early alpha“ laut Website | 200 |
| WordCraft | Microsoft Word | 0.6.1 | ca. 60 % | 11.000 |
| GridCraft | Microsoft Excel | 0.6.1 | ca. 50 % | 4.300 |
| DeckCraft | Microsoft PowerPoint | 0.6.1 | ca. 55 % | 2.900 |
| CADCraft | Autodesk AutoCAD | nicht geprüft | keine belastbare Angabe | 4.000 |
| SoundCraft | Avid Pro Tools | nicht geprüft | Pre-Alpha laut Medienberichten | 2.500 |
Sterne gerundet, Stand 13. Oktober 2026; die Zahlen steigen derzeit um mehrere Tausend pro Tag. Die Produktseiten auf getartcraft.com hinken den GitHub-Releases meist um ein bis zwei Versionen hinterher.
Für Drohnenpiloten und Fotografen sind vor allem drei Apps interessant: FilmCraft für den Videoschnitt, LightCraft für die RAW-Entwicklung und PhotoCraft für die Retusche. Was die drei mit D-Log-Material, 4K/60 und DNG-Dateien heute anfangen können, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengetragen; die Office- und PDF-Programme behandeln wir ebenfalls separat. Links zu beiden stehen am Ende dieses Artikels.
PhotoCraft: der Photoshop-Nachbau als Aushängeschild
PhotoCraft ist die bekannteste App und die einzige, zu der das Projekt eine detaillierte Vergleichsmessung veröffentlicht. Beworben werden 16 Einstellungsebenen, mehr als 70 Filter mit Live-Vorschau, Smart Objects, Ebenenstile, Masken, Text- und Vektorwerkzeuge sowie Farbmodi von RGB bis CMYK und Lab in 8, 16 und 32 Bit. Der Nachbau liest und schreibt PSD- und PSB-Dateien; das Projekt nennt 134 von 135 Testdateien, die byteidentisch durchlaufen – wobei das README einschränkt, dass dies für das separate Lese-/Schreibmodul gilt, nicht für in der App bearbeitete Dokumente.

Die eigene Parity-Messung des Projekts vom 10. Oktober ist bemerkenswert ehrlich: 631 von 631 Menübefehlen lösen eine Funktion aus, 59 von 68 Werkzeugen und 30 von 35 Panels existieren – aber nur 3 von 25 Leistungsbudgets werden eingehalten, 579 Fehlermeldungen von Nutzern waren offen, und Photoshop verweigert gelegentlich das Öffnen von PhotoCraft-Dateien. Bis zur Beta kalkuliert das Team mit 1.100 bis 1.800 weiteren Stunden KI-Agentenzeit. Generative Funktionen wie Generative Fill fehlen komplett, ebenso die Unterstützung klassischer Photoshop-Plug-ins.
Reifegrad: Was die Roadmaps wirklich sagen
Jedes Repository enthält eine ROADMAP.md mit einer datierten Selbstbewertung. Das Muster ist überall gleich: Die Funktionsbreite – gibt es den Menüpunkt, das Werkzeug, das Panel? – liegt bei 75 bis 99 Prozent. Die Tiefe – funktioniert es so zuverlässig und schnell wie beim Original? – liegt deutlich darunter. Das Projekt selbst hat seine frühen Zahlen mehrfach nach unten korrigiert: PhotoCraft galt am 3. Oktober noch als „82 Prozent fertig“, eine Woche später als 45 Prozent bereit für echte Arbeit, nachdem rund 1.230 Fehlerberichte eingegangen waren.
Photoshop-Nachbau · Alpha
Kernabläufe (Öffnen, Ebenen, Auswahl, Malen, Anpassen, Filter, Text, Speichern) laufen durch. Performance und PSD-Austausch mit Photoshop sind die größten Baustellen.
Premiere-Pro-Nachbau · Alpha
Schnitt, Multicam, Farbkorrektur, Untertitel und Export sind vorhanden; eigene Codecs ohne FFmpeg. H.265-Export nur per Hardware-Encoder, keine .prproj-Projekte.
Lightroom-Nachbau · Alpha
RAW-Entwicklung auf der GPU, Katalog, Masken, HDR-Export. Kamerafarbprofile fehlen noch, deshalb wirken manche RAWs flau; Canon CR3 nur über eingebettete Vorschau.
Word-Nachbau · Alpha
Liest und schreibt .docx, .odt, .rtf; Änderungsverfolgung, Fußnoten, Serienbriefe. Diagramme, SmartArt und OLE-Objekte gehen beim Speichern verloren.
Excel-Nachbau · Alpha
513 von 523 Excel-Funktionen, PivotTables, 17 Diagrammtypen, .xlsx-Roundtrip. Sehr große Arbeitsmappen öffnen nicht, kein VBA, Formeln nur auf Englisch.
Acrobat-Nachbau · Alpha
Lesen, Ordnen, Zusammenführen, Kommentare, Formulare, Passwörter, Schwärzen und einfache Signaturen funktionieren. Textbearbeitung und OCR sind dünn.
Wer sich für die Richtung interessiert, findet in den Roadmaps außerdem einen ungewöhnlichen Maßstab: Der Restaufwand wird nicht in Entwicklermonaten, sondern in „Opus 5.5 Agentenstunden“ angegeben, kalibriert an den bereits zusammengeführten Pull Requests. Das ist transparent – und zugleich ein Hinweis darauf, wie stark das Projekt von KI-Werkzeugen abhängt.

Technik: Rust, GPU-Rendering, KI-geschriebener Code
Alle Crafting Apps sind in Rust geschrieben und nutzen das Oberflächen-Framework egui mit GPU-Beschleunigung über wgpu, das Metal, Vulkan, DirectX 12 und WebGPU anspricht. Es gibt weder Electron noch eingebettete Web-Ansichten; die Programme sind klein – PhotoCraft lädt der Launcher mit rund 84 Megabyte, FilmCraft mit 70 Megabyte. Native Builds existieren für Windows (x64, ARM64, 32 Bit), macOS (Universal), Linux (AppImage, Flatpak, .deb, .rpm) und FreeBSD; fast alle Apps kompilieren zusätzlich zu WebAssembly und laufen dann im Browser.
Zwei Besonderheiten fallen auf. Erstens verzichten die Apps konsequent auf fremde Bibliotheken mit Copyleft-Lizenzen; FilmCraft bringt eigene Decoder und Encoder für H.264, HEVC, ProRes, AV1 und DNx mit und nutzt FFmpeg nur als Vergleichswerkzeug in Tests. Zweitens sind alle Programme „agent-ready“: Jede Funktion lässt sich über eine Kommandozeile, einen JSON-Kanal oder einen MCP-Server steuern, sodass KI-Assistenten die Apps fernbedienen können. Für Sicherheitsbewusste ist wichtig: Der MCP-Server startet nur auf ausdrücklichen Wunsch und öffnet laut PdfCraft-Dokumentation keinen Netzwerkport.
Dass der Code überwiegend von KI-Agenten stammt, ist kein Geheimnis, sondern dokumentiert: Die Beitragslisten in den Repositories führen Claude Opus 5.5 als Hauptautor, daneben OpenAI Codex und weitere Modelle; bei PdfCraft stammten am 10. Oktober 452 von 627 Commits vom Opus-Modell, 98 Menschen steuerten den Rest bei. Jedes Repository enthält zudem Anweisungsdateien für die Agenten, die unter anderem das Lesen oder Zerlegen von Adobe- und Microsoft-Programmen untersagen.
Erste Praxisberichte: Breite ja, Tempo nein
Unabhängige Tests sind noch rar, zeichnen aber ein einheitliches Bild. TechRadar probierte PhotoCraft und FilmCraft am 10. Oktober auf einem Mac: HEIC-Fotos ließen sich nicht öffnen, die Menüleiste fehlte zeitweise, Clips in FilmCraft ließen sich nicht trimmen, die Tonspur war unbrauchbar. Creative Bloq kam am 13. Oktober zu einem ähnlichen Urteil: LightCraft importiert Canon-CR3 nicht direkt und schärft zu hart, FilmCraft spielt 4K „quälend langsam“ ab und beherrscht kein 10-Bit-4:2:2-Playback. Das Fazit dort: nicht stabil und vollständig genug, um bestehende Software zu ersetzen. Bei heise+ ist ein ausführlicher Test der Crafting Apps erschienen.
Dem steht gegenüber, was die Berichte ebenfalls bestätigen: Die Installation über den Launcher ist unkompliziert, es braucht kein Konto, die Oberfläche fühlt sich für Adobe-Nutzer sofort vertraut an, und zwischen den Tests vergehen jeweils nur Tage bis zur nächsten Version. Mehrere der in TechRadar bemängelten Punkte – etwa das Speichern nur als JPG – waren in den Versionen vom 12. Oktober bereits adressiert. Unsere eigene Beobachtung beim Launcher-Start auf einem Mac deckt sich damit: Die zwölf Apps luden parallel in Paketgrößen von 60 bis 123 Megabyte, PhotoCraft startete anschließend mit deutscher Oberfläche.

Vergleich: ArtCraft gegen GIMP, DaVinci Resolve, LibreOffice
Kostenlose Alternativen zu Adobe und Microsoft gibt es seit Jahrzehnten. Der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern im Ansatz: Etablierte Programme haben eine eigene Bedienlogik und sind ausgereift; die Crafting Apps kopieren die Bedienung der Originale und sind unreif. Die Tabelle stellt die wichtigsten Optionen gegenüber – als Einordnung, nicht als Testsieger-Ranking.
| Aufgabe | Crafting App | Etablierte Alternative | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Bildbearbeitung | PhotoCraft (Alpha) | GIMP 3, Krita, Photopea (Browser), Affinity (kostenlos seit Ende 2025) | PhotoCraft punktet mit Photoshop-Bedienung und PSD; GIMP und Affinity sind stabil und schnell. |
| Videoschnitt | FilmCraft (Alpha) | DaVinci Resolve (kostenlos), Shotcut, Kdenlive | Resolve ist professionell ausgereift inklusive Farbkorrektur; FilmCraft bietet Premiere-Bedienung, aber Tempo-Probleme bei 4K. |
| RAW-Entwicklung | LightCraft (Alpha) | darktable, RawTherapee | darktable unterstützt mehr als 1.000 Kameraprofile; LightCraft hat noch keine eigene Kameradatenbank. |
| Vektorgrafik | VectorCraft (Alpha) | Inkscape, Affinity Designer | VectorCraft liest PDF-kompatible .ai-Dateien, aber nicht zuverlässig native Illustrator-Dateien. |
| Office | WordCraft, GridCraft, DeckCraft (Alpha) | LibreOffice, OnlyOffice | LibreOffice ist Jahrzehnte voraus; die Crafting Apps bieten Ribbon-Bedienung und sind bislang auf Englisch stärker als auf Deutsch. |
| PdfCraft (Alpha) | PDF-XChange Editor, Okular, Browser-PDF-Viewer | PdfCraft ist beim Ordnen und Kommentieren bereits brauchbar; OCR und Textbearbeitung schwach. |
Der entscheidende Vorteil der Crafting Apps ist das Entwicklungstempo. Was heute fehlt, kann in zwei Wochen vorhanden sein – und was heute funktioniert, kann in der nächsten Version brechen. Wer eine Software für produktive Arbeit sucht, fährt mit den etablierten Alternativen besser; wer die Entwicklung beobachten oder mitgestalten möchte, findet hier das spannendste Open-Source-Projekt des Jahres.
Rechtslage: Clean Room, Marken, Trade Dress
Das Projekt bezeichnet die Apps als „Clean-Room-Reimplementierung“: Es sei kein Code, kein Shader, keine Grafik und kein Farbprofil von Adobe oder Microsoft verwendet worden, sondern nur öffentlich dokumentiertes Verhalten und offene Dateispezifikationen wie Adobes PSD-Dokumentation oder der OOXML-Standard. Das Nachbilden von Funktionen auf diese Weise gilt nach gängiger Rechtsauffassung in den USA und der EU grundsätzlich als zulässig – Funktionalität und Bedienkonzepte sind nicht urheberrechtlich geschützt.
Offen sind drei Punkte, die Fachmedien übereinstimmend benennen. Erstens das Trade Dress: Ob eine bis ins Detail kopierte Oberfläche als geschütztes Erscheinungsbild gilt, hat kein Gericht abschließend entschieden. Zweitens Patente: Adobe hält Tausende Softwarepatente, einzelne Funktionen könnten betroffen sein. Drittens die Marken: Die READMEs nennen Photoshop, Word und Co. nur beschreibend mit Disclaimer, was markenrechtlich üblich ist – der Launcher wirbt jedoch mit Formulierungen wie „Wie Adobe Photoshop®“. Weder Adobe noch Microsoft haben sich bislang geäußert; mehrere Redaktionen berichten von unbeantworteten Anfragen. Diese Einordnung ist eine redaktionelle Zusammenfassung und keine Rechtsberatung.
Umgekehrt gilt: ArtCraft schützt seine eigene Marke
Der Name ArtCraft, das Wortzeichen und die Logos sind ausdrücklich von der Open-Source-Lizenz ausgenommen. Forks und veränderte Versionen müssen sie entfernen. Wer die Apps weitergibt oder eine Webseite dazu betreibt, darf den Namen nicht in Domain, Logo oder Werbung führen – ein Hinweis, der für etliche der derzeit entstehenden Download-Portale relevant ist.

Für wen sich ArtCraft jetzt schon lohnt
Neugierige, Entwickler, Gelegenheitsnutzer
Wer Photoshop- oder Premiere-Bedienung kennt und nur gelegentlich ein Bild retuschiert, einen Clip schneidet oder ein PDF ordnet, bekommt ein kostenloses Werkzeug ohne Konto und ohne Abo. Entwickler finden ein Rust-Projekt mit offener Roadmap und Bug-Bounties.
Fotografen und Content-Creator
LightCraft ohne Kameraprofile und FilmCraft mit 4K-Rucklern ersetzen Lightroom oder Resolve noch nicht. Die Beta-Versionen, die das Projekt für die kommenden Monate anpeilt, sollten über eine Umstellung entscheiden – nicht die Alpha.
Agenturen, Teams, Termingeschäft
Fehlende Plug-ins, keine .prproj- oder .aep-Projekte, Dateiaustausch mit Photoshop nicht zuverlässig, offene Rechtsfragen: Für Kundenprojekte mit Abgabetermin ist die Software derzeit nicht geeignet.
Wer PhotoCraft ernsthaft ausprobieren möchte, braucht neben einem Rechner mit aktueller Grafikkarte vor allem Geduld – und ein Eingabegerät, das die Pinsel-Engine fordert. Die Entwickler weisen selbst auf Stifttablett-Probleme unter Wayland und Windows hin; wer ein Tablett einsetzen will, sollte die Fehlerliste des Projekts vorher lesen.
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Häufige Fragen zu ArtCraft
Ist ArtCraft wirklich kostenlos?
Ja. Die Crafting Apps stehen unter MIT- oder Apache-2.0-Lizenz, kosten nichts und verlangen weder Konto noch Registrierung. Kostenpflichtig sind nur die Credits für das separate KI-Bild- und Videostudio ArtCraft, das mit den Crafting Apps nichts zu tun hat.
Ist ArtCraft sicher?
Die offiziellen Installationsdateien für Windows sind laut Projekt code-signiert, die macOS-Versionen von Apple notarisiert; jeder Release enthält SHA-256-Prüfsummen. Eine unabhängige Sicherheitsprüfung des Codes gibt es noch nicht. Entscheidend ist die Quelle: Nur getartcraft.com und github.com/storytold sind offiziell.
Auf welchen Systemen läuft ArtCraft?
Windows 10 und 11 (64 Bit, ARM64 und 32 Bit), macOS ab Big Sur als Universal-App, Linux als AppImage, Flatpak, .deb, .rpm oder Tarball sowie FreeBSD 14. Die meisten Apps laufen zusätzlich als WebAssembly im Browser, allerdings nur selbst gehostet.
Kann PhotoCraft Photoshop ersetzen?
Für einfache Aufgaben wie Zuschneiden, Tonwertkorrektur, Ebenenmontagen oder Text ja; für professionelle Arbeit laut Eigenangabe des Projekts zu etwa 45 Prozent. Es fehlen generative KI-Funktionen, Plug-in-Unterstützung und eine verlässliche PSD-Übergabe an Photoshop. Das Projekt stuft PhotoCraft selbst als Alpha ein.
Welche Dateiformate unterstützen die Apps?
PhotoCraft liest und schreibt PSD, PSB, TIFF, JPEG, PNG und WebP. FilmCraft verarbeitet H.264, HEVC, ProRes, AV1, DNx und exportiert H.264, ProRes sowie per Hardware-Encoder HEVC. WordCraft, GridCraft und DeckCraft lesen und schreiben .docx, .xlsx und .pptx. Adobe-Projektdateien wie .prproj oder .aep öffnen die Apps nicht.
Gibt es ArtCraft auf Deutsch?
Teilweise. PhotoCraft und PdfCraft bringen eine deutsche Oberfläche mit, WordCraft bietet 18 Sprachen inklusive Deutsch, bei GridCraft und DeckCraft sind Menüs noch überwiegend englisch. Rechtschreibprüfung gibt es bei WordCraft bislang nur für Englisch, Polnisch und Portugiesisch.
Ist das Nachbauen von Photoshop legal?
Das Nachbilden von Funktionen ohne Verwendung des Originalcodes ist nach gängiger Rechtsauffassung zulässig. Offen ist, ob die exakt kopierte Oberfläche als geschütztes Erscheinungsbild (Trade Dress) gilt und ob Patente berührt sind. Adobe und Microsoft haben sich nicht geäußert. Diese Einordnung ersetzt keine Rechtsberatung.
Wer steckt hinter ArtCraft?
Das US-Studio Storytold um Gründer Brandon Thomas, zuvor CEO von Storyteller.ai, mit einem kleinen Team. Der Großteil des Codes entstand mit KI-Agenten; als Hauptmodell nennen Medien Claude Opus 5.5, was die Beitragsstatistiken der Repositories bestätigen.
Fazit: Das wichtigste Software-Experiment des Jahres – noch kein Ersatz
ArtCraft zeigt, was KI-gestützte Entwicklung 2026 leisten kann: 13 Programme mit der Bedienung der Marktführer, in Wochen statt Jahren, kostenlos und quelloffen. Die Funktionsbreite ist beeindruckend, die Transparenz des Projekts vorbildlich – es nennt seine Lücken selbst, bis auf die Stunde genau.
Genau diese Lücken sind der Grund, warum heute niemand sein Abo kündigen sollte: Tempo, Stabilität und Dateiaustausch reichen für produktive Arbeit nicht aus, die Rechtslage ist ungeklärt. Wer neugierig ist, installiert den Launcher aus offizieller Quelle und schaut zu, wie sich die Apps im Wochentakt verändern. Wer Ergebnisse braucht, bleibt vorerst bei DaVinci Resolve, darktable, GIMP oder LibreOffice – und liest hier weiter, sobald die ersten Betas erscheinen.
TransparenzQuellen und Datenbasis14 Einträge
Alle Versions- und Reifegradangaben stammen aus den GitHub-Repositories des Projekts (Stand 12./13. Oktober 2026) und sind Herstellerangaben. Unabhängige Bewertungen sind als Medienquellen gekennzeichnet. Wir haben den Launcher auf einem Mac gestartet, aber keinen vollständigen Test durchgeführt.
- getartcraft.com: The Crafting Apps – Liste der 13 Apps, Statusangaben, Launcher-Download (Herstellerquelle)
- GitHub-Organisation storytold – Repositories, Sterne, Lizenzen (Herstellerquelle)
- PhotoCraft README – Funktionen, Formate, Downloads, Markenhinweise (Herstellerquelle)
- PhotoCraft: Target-App-Parity-Messung – Funktionsbreite, Leistungsbudgets, Restaufwand (Herstellerquelle, Selbsteinschätzung)
- FilmCraft README und Roadmap – Codecs, Export, Reifegrad (Herstellerquelle)
- LightCraft README – RAW-Unterstützung, Selbsteinschätzung (Herstellerquelle)
- WordCraft, GridCraft, DeckCraft, PdfCraft – READMEs, Roadmaps und Beitragsstatistiken (Herstellerquelle)
- ArtCraft Launcher auf GitHub – Plattformen, Prüfsummen, Release 0.4.0 vom 13. Oktober (Herstellerquelle)
- getartcraft.com: Pricing – Credit-Modell des KI-Studios (Herstellerquelle)
- Notebookcheck, 8. Oktober 2026 – Hintergrund zu Brandon Thomas und Storytold (Fachmedium)
- t3n, 9. Oktober 2026 – Teamgröße, Motivation, Zeitplan (Fachmedium)
- TechRadar, 10. Oktober 2026 – Praxistest von PhotoCraft und FilmCraft auf macOS (unabhängiger Test)
- Creative Bloq, 13. Oktober 2026 – Praxistest von LightCraft, PhotoCraft und FilmCraft (unabhängiger Test)
- Computing, 8. Oktober 2026 – „Software is over“, fehlende Stellungnahme von Adobe (Fachmedium)
Disclaimer: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen mit Stand 13. Oktober 2026 und beruht auf Herstellerangaben, öffentlichen Projektdokumenten und Medienberichten; er stellt keinen eigenen Test dar. Rechtliche Einordnungen sind redaktionelle Zusammenfassungen und ersetzen keine Rechtsberatung. Alpha-Software kann Daten beschädigen – vor der Nutzung mit wichtigen Dateien sind Sicherungskopien Pflicht. Funktionen, Versionen und Verfügbarkeit ändern sich derzeit täglich.
Weitere Beiträge zu ArtCraft und den Crafting Apps
Transparenz- & Redaktionshinweis: Mit Blick auf die seit dem 2. August 2026 geltenden Transparenzvorgaben nach Artikel 50 des EU AI Act werden unsere Beiträge vor der Veröffentlichung inhaltlich geprüft, redaktionell eingeordnet und freigegeben. Die abschließende Bewertung und redaktionelle Verantwortung liegen bei unserer Redaktion.
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