Jedes Jahr im Frühling wiederholt sich ein Drama auf deutschen Wiesen, wenn die erste Mahd in den Monaten Mai und Juni stattfindet. Sie fällt genau in die Setzzeit der Ricken, und dann liegen tausende Rehkitze praktisch schutzlos und nahezu unsichtbar im hohen Gras. Grund dafür ist der angeborene Drückinstinkt, der sie vor Feinden schützen soll: Die Kitze legen sich regungslos flach auf den Boden und verharren in dieser Position, anstatt zu flüchten. Da sie in den ersten Wochen noch keinen Eigengeruch haben, sind sie für ihre natürlichen Fressfeinde so gut wie unauffindbar. Selbst wenn sich ein Mensch nähert, bleiben sie liegen – und sobald die Mähwerke der Landwirte anrücken, wird der Instinkt zur lebensgefährlichen Falle.
Allein in Deutschland fallen jedes Jahr schätzungsweise 50.000 bis 100.000 Rehkitze den Mähmaschinen zum Opfer. Doch es gibt eine Lösung, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut: Seit März 2021 fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Rehkitz-Rettung mithilfe moderner Drohnen.
So läuft die Rettungsaktion ab
Am Morgen der Mahd treffen sich die Helfer und der Drohnenpilot sehr früh morgens in der Dämmerung am Feldrand. In den frühen Morgenstunden sind die Temperaturunterschiede zwischen den warmen Körpern der Rehkitze und der kalten Umgebung besonders groß. Die Drohne fliegt dann in parallelen Bahnen in rund 40 Metern Höhe (oder höher) mit vier Metern pro Sekunde über das Feld, während der Pilot den Wärmebild-Livestream auf seinem Monitor überwacht. Die Kitze erscheinen dann als helle Punkte.
Sobald der Pilot im Thermografie-Bild ein Rehkitz entdeckt hat, begibt sich ein Helferteam am Boden zur exakten GPS-Position. Damit die Übermittlung so schnell wie möglich erfolgen kann, sind die Teams normalerweise mit Funkgeräten ausgestattet. Sobald die Helfer das Kitz gefunden haben, wird es mit Handschuhen und umgeben von Grasbüscheln in eine sichere Box gebracht, damit kein menschlicher Geruch am Tier haften bleibt. Nach Abschluss der Mäharbeiten wird es dann wieder freigelassen.
Auch die Landwirte profitieren von der Rehkitzrettung, denn sie vermeiden Ärger mit dem Gesetz und schützen gleichzeitig ihre Rinder vor gesundheitlichen Gefahren. Sobald Überreste von Kadavern ins Heu oder in die Silage geraten, wird es auch für die Tiere der Landwirte gefährlich: Das Futter kann im verunreinigten Zustand Botulinumtoxine entwickeln, und dieses Gift endet für die meisten Rinder tödlich.
Technischer Fortschritt: Von der Mavic 3T zur Matrice 4T
Standarddrohne für die Rettung der Rehkitze war bislang die DJI Mavic 3T, die sich mit ihrer Wärmebildkamera von 640 × 512 Pixeln, einem 56-fachen Hybridzoom und 45 Minuten Flugzeit als ausgereifte Lösung erwiesen hat.
Ganz neue Maßstäbe setzt die brandneue DJI Matrice 4T: Ihre Wärmebildkamera löst mit 1280 × 1024 Pixeln wesentlich höher auf, und die Flugzeit beträgt 49 Minuten. Zudem verfügt sie über einen 112-fachen Zoom und einen beeindruckenden Laser-Entfernungsmesser mit 1.800 Metern Reichweite. Dank KI-gestützter Technik kann sie Menschen und somit auch Rehkitze identifizieren.
Drohnenprogramm zur Rehkitzrettung auch für 2026 verlängert
Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat beschlossen, das Drohnenprogramm zur Rehkitzrettung auch in diesem Jahr fortzuführen und will es außerdem auf Umwelt- und Naturschutzvereine ausweiten. Wie gehabt können auch Jäger und Landwirte die Förderung beantragen.
Bereits für 2025 stellte das BMLEH 2,5 Millionen Euro für das Programm zur Verfügung. Gefördert wurden 60 Prozent des Anschaffungspreises, maximal jedoch 4.000 Euro pro Drohne und Verein. Aktuell gibt es allerdings noch keine konkreten Details zu Antragsfristen und Fördersummen, da sie voraussichtlich erst im Frühjahr bekannt gegeben werden.
Die Bilanz seit 2021 ist beeindruckend: Während im Startjahr noch 350 Drohnen gefördert worden sind, waren es 2024 bereits 483 Drohnen und mit deren Hilfe 15.000 gerettete Rehkitze. Für 2025 beläuft sich diese Zahl schätzungsweise auf 20.000 Rettungen.
Ein rechtlicher Meilenstein: Die Allgemeinverfügung von 2024
Im Frühjahr 2024 gab es einen entscheidenden Wendepunkt für den Tierschutz, denn der Einsatz von Drohnen zur Rettung von Wildtieren wurde dank einer neuen Allgemeinverfügung des Luftfahrt-Bundesamtes massiv erleichtert. Vorher waren meist mühselige Einzelgenehmigungen für Felder und Wiesen in Siedlungsnähe nötig. Nun reicht die Einhaltung der sogenannten „1:1-Regel“.
Das bedeutet, dass der Drohneneinsatz zur Rehkitzrettung jetzt auch in der Nähe von Wohn- und Gewerbegebieten möglich ist, ohne besagte Einzelgenehmigung einzuholen. Es ist lediglich erforderlich, dass der seitliche Abstand größer als zehn Meter und mindestens so groß wie die aktuelle Flughöhe sein muss. Dank dieser Lockerung stehen seitdem über 90 Prozent der Flächen für die Tierrettung zur Verfügung, die vorher gesperrt waren. Ein enormer Fortschritt.
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