Vermeer schließt Series-A-Runde über 10 Millionen US-Dollar ab – US-ukrainisches Startup entwickelt GPS-freie Navigationssysteme für Drohnen
Das amerikanisch-ukrainische Technologieunternehmen Vermeer hat am 23. Oktober 2025 den erfolgreichen Abschluss seiner Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 10 Millionen US-Dollar bekannt gegeben. Die Investition, angeführt von Draper Associates und Rockaway Ventures, dient der Weiterentwicklung der Visual Positioning System (VPS)-Technologie des Unternehmens – einer GPS-unabhängigen Navigationslösung, die bereits in aktiven Einsätzen in der Ukraine getestet und eingesetzt wird.
Gegründet im Jahr 2018 von Brian Streem, entwickelte Vermeer ursprünglich optische Navigationssysteme für Drohnenfilmproduktionen. Heute nutzt das Unternehmen seine Visual Positioning Systems, um Drohnen und autonome Fahrzeuge in Umgebungen zu navigieren, in denen GPS gestört oder vollständig ausgefallen ist. Das VPS basiert auf der Analyse von Umgebungsbildern mittels elektro-optischer oder infraroter Kameras, die mit 2D- und 3D-Karten abgeglichen werden, um die Position präzise zu bestimmen – selbst unter GPS-denied-Bedingungen. Als passive, signalunabhängige Lösung ist die Technologie besonders geeignet für militärische Operationen und industrielle Anwendungen in kritischen Infrastrukturen.
„Our goal isn’t just to give drones mass – it’s to give them precision, intelligence, and purpose.“ Mit diesen Worten beschreibt CEO Brian Streem die Vision von Vermeer. Streem, der seine Arbeit an der Technologie im Bereich der Filmproduktion begann, betont: „Building advanced technology in a war zone is not easy – but it’s the only way to make it real.“ Die enge Zusammenarbeit mit den ukrainischen Streitkräften habe es dem Unternehmen ermöglicht, Systeme unter realen Bedingungen zu testen und weiterzuentwickeln. Vermeer verfügt laut Streem inzwischen über mehr als 30 aktive Kunden weltweit.
Die Series-A-Finanzierung wurde von Draper Associates angeführt, die bereits in Tesla, SpaceX und Coinbase investiert haben, und von Rockaway Ventures mit Sitz in Prag unterstützt. Weitere Kapitalgeber sind AeroX Ventures, Boscolo Intervest, High Point Ventures sowie der U.S. Air Force Techstars Accelerator. Bereits zuvor erhielt Vermeer rund 7 Millionen US-Dollar aus US-Förderprogrammen wie SBIR und AFWERX. Laut Andy Tang von Draper Associates „catalyzes dual-use tech technical progress in both defense and commercial sectors“ – also technologische Synergien zwischen Verteidigungs- und Zivilwirtschaft.
Mit den neuen Mitteln will Vermeer die Produktionskapazität ausbauen und den globalen Rollout seiner Technologie beschleunigen. Das VPS-System soll künftig nicht nur in militärischen, sondern auch in kommerziellen Drohnen, autonomen Fahrzeugen, Robotik und der Katastrophenhilfe eingesetzt werden. Durch seine Resistenz gegen Jamming und Spoofing bietet es eine stabile Positionsbestimmung in kritischen Infrastrukturen und urbanen Einsatzgebieten.
Vermeer operiert derzeit mit einem binationalen Team von rund 40 Mitarbeitenden, davon acht in der Ukraine. Die Produktion erfolgt überwiegend in den USA, die Feldvalidierung weiterhin in ukrainischen Testgebieten. Diese Kombination von Frontline-Feedback und US-Industriepartnerschaften gilt als Schlüssel zum Erfolg des Unternehmens.
Mit dem Ausbau seines Visual Positioning Systems leistet Vermeer einen zentralen Beitrag zur Resilienz moderner Drohnenoperationen. In Zeiten zunehmender GPS-Störungen und hybrider Bedrohungen ermöglicht die Technologie präzise Navigation ohne Abhängigkeit von Satelliten. Laut Petr Šmíd von Rockaway Ventures „operates without radio signals and remains functional even when GPS is disrupted or non-existent“ – ein entscheidender Faktor für die operative Sicherheit in Konfliktzonen und im Katastrophenschutz.
Fazit
Vermeer steht exemplarisch für die neue Generation von Defense-Tech-Startups, die Künstliche Intelligenz, optische Sensorik und resiliente Navigation verbinden. Mit Unterstützung von Draper Associates, Rockaway Ventures und der US-Luftwaffe entwickelt das Unternehmen eine Technologie, die nicht nur Drohnen, sondern auch autonome Systeme weltweit präziser, sicherer und unabhängiger macht.
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