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Orangefarbene FlexiQuad-Forschungsdrohnen der ETH Zürich mit ringförmigem, flexiblem Rahmen, links der Titel FlexiQuad – Die Drohne, die Zusammenstöße wegsteckt

FlexiQuad: ETH Zürich stellt flexible Drohne vor, die Zusammenstöße übersteht

Forschung · ETH Zürich · 3. November 2026

FlexiQuad: Die Drohne, die Zusammenstöße einfach wegsteckt

Forschende der ETH Zürich haben eine Drohne ohne festen Rumpf gebaut: Ein biegsamer Ring hält die vier Motoren, gibt beim Aufprall nach und federt zurück. Sie fliegt bis 80 km/h, trägt mehr als ihr Eigengewicht und soll dort fliegen, wo heutige Drohnen zerschellen.

Prototyp, Patent angemeldet · Rahmenmaterial unter 15 Franken · nominiert für den ETH Spark Award

So funktioniert sie Aufprall-Rechner Video

Die ETH Zürich hat am 3. November 2026 die FlexiQuad vorgestellt: eine Forschungsdrohne mit ringförmigem, weichem Rahmen ohne zentralen Rumpf, die Zusammenstöße mit Wänden, Ästen oder Rohren übersteht. Statt Energie über einen starren Rahmen in Motoren und Elektronik zu leiten, verformt sich der Ring und nimmt den Stoß auf.[1] Entwickelt haben das Konzept Luca Girardi und Stefano Mintchev, der inzwischen an der Universität Bonn lehrt.

Das klingt nach einem Laborgag, adressiert aber ein echtes Problem der Inspektion: Je enger der Raum, desto wahrscheinlicher ist die Berührung. Propellerschutz und Käfige helfen, machen eine Drohne aber schwerer und träger. Die FlexiQuad geht den umgekehrten Weg und macht den Rahmen selbst zum Kollisionsschutz.

Stand: 6. November 2026. Datenbasis: Mitteilung und Video der ETH Zürich vom 3. November 2026. Leistungswerte sind Angaben der Forschenden zu einem Prototyp, keine unabhängigen Messungen und keine Produktdaten.

Drei Ansichten einer orangefarbenen FlexiQuad-Forschungsdrohne in unterschiedlichen Rahmenformen
FlexiQuad der ETH Zürich in drei Konfigurationen: Der Ring verformt sich je nach Belastung. Forschungsprototyp, keine kommerzielle Drohne. Bild: Luca Girardi / ETH Zürich

Das Wichtigste in 20 Sekunden

80 km/hHöchstgeschwindigkeit laut ETH
ca. 25 km/hTempo der Kollisionstests
< 15 CHFMaterialkosten für den Rahmen
5 JahreEntwicklungszeit bis zum Prototyp
Was neu ist

Kein starrer Rumpf: Ein flexibler Ring trägt die vier Antriebe und nimmt Stöße auf.

Was sie kann

Schnell fliegen, Zusammenstöße überstehen, sich nach dem Aufprall per KI-Regelung stabilisieren und mehr als ihr Eigengewicht tragen.

Was sie (noch) nicht ist

Ein Produkt. Es gibt keinen Preis, kein Datenblatt und keinen Verkaufsstart – nur ein angemeldetes Patent.

Wofür gedacht

Ballasttanks von Schiffen, eingestürzte Gebäude, dichter Wald und als Fangnetz für fremde Drohnen.

Inhalt dieses Beitrags

Prinzip, Einsatzfelder, Rechner und Einordnung.

Kapitel

1 So funktioniert der flexible Ring2 KI-Regelung nach dem Aufprall3 Wofür die FlexiQuad gedacht ist4 Aufprall-Rechner5 Vergleich mit Käfig und Propellerschutz6 Video7 Wie es weitergeht8 Häufige Fragen

So funktioniert der flexible Ring

Klassische Quadrokopter bestehen aus einem steifen Rumpf mit vier Armen. Trifft ein Arm eine Wand, wirkt die Kraft auf Motor, Arm und Mittelteil – Propeller brechen, Arme knicken, die Drohne stürzt ab. Die FlexiQuad verzichtet auf den Rumpf. Die vier Motoren sitzen an einem geschlossenen Ring aus biegsamem Material, der sich beim Aufprall verformt und danach in seine Form zurückkehrt.[1]

Laut ETH erreicht der Prototyp bis zu 80 Kilometer pro Stunde und kann eine Nutzlast tragen, die schwerer ist als die Drohne selbst. Die Kollisionstests liefen bei rund 25 Kilometern pro Stunde. Das Material für den Rahmen kostet weniger als 15 Franken, und zusammengelegt passt die Drohne in einen Koffer.[1] Die drei Konfigurationen im Bild zeigen, wie unterschiedlich sich der Ring formen lässt.

KI-Regelung: wieder stabil nach dem Stoß

Ein flexibler Rahmen allein reicht nicht. Nach einem Aufprall schwingt der Ring nach, die Motoren zeigen kurz in andere Richtungen, und eine klassische Fluglageregelung kommt damit schlecht zurecht. Die Forschenden haben deshalb eine Regelung mit Reinforcement Learning trainiert, die die Drohne nach dem Stoß wieder stabilisiert.[1] Rund fünf Jahre hat die Entwicklung bis zu diesem Stand gedauert.

Ähnliche Ansätze zur robusten Flugregelung haben ETH-Teams schon früher gezeigt, etwa einen Failsafe-Algorithmus, mit dem ein Quadrokopter nach Ausfall eines Propellers weiterfliegt (unser Bericht dazu). Andere Forschungsgruppen setzen eher auf Ausweichen statt Aushalten, etwa das Anti-Kollisionssystem des MIT oder Sensoren nach dem Vorbild von Insektenaugen.

Wofür die FlexiQuad gedacht ist

Die ETH nennt vier Einsatzfelder: die Inspektion von Ballasttanks in Schiffen, die Suche in eingestürzten Gebäuden, Flüge durch dichten Wald und – überraschend – den Einsatz als Fangnetz, das fremde Drohnen aus der Luft holt.[1] Gemeinsam ist allen Szenarien, dass Kontakt mit der Umgebung kaum zu vermeiden ist. In Ballasttanks etwa gibt es weder GPS noch Licht, dafür Streben, Schotten und Kanten.

↔ Tabelle seitlich wischen – weitere Spalten rechts

Mögliche Einsatzfelder der FlexiQuad (Stand: 6.11.2026; Grundlage: ETH-Mitteilung, redaktionelle Einordnung)
Einsatzfeld Problem heute Vorteil des flexiblen Rings
Ballasttanks von Schiffen Enge, Dunkelheit, kein GPS Berührungen mit Streben beenden den Flug nicht
Eingestürzte Gebäude Trümmer, unklare Hohlräume Drohne kann sich durch Lücken tasten
Dichter Wald Äste in jeder Flugrichtung Zweige werden toleriert statt gemieden
Abfangen fremder Drohnen Netze und Abwehr sind schwer Ring als leichtes, robustes Fanggerät

Das Thema Drohnenabwehr ist in Deutschland rechtlich heikel. Was Privatleute dürfen und was nicht, haben wir im Beitrag Private Drohnenabwehr in Deutschland zusammengefasst.

Aufprall-Rechner: Wie viel Energie steckt in einer Kollision?

Die Bewegungsenergie einer Drohne wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Wähle ein Gewicht oder gib es ein und stelle das Tempo ein – der Rechner zeigt die Aufprallenergie in Joule und ordnet sie ein.

Eine 250-Gramm-Drohne bei 25 km/h trifft mit rund 6 Joule auf.

Annahmen und Grenzen: Formel E = ½ · m · v², ohne Rotationsenergie der Propeller und ohne Verformung. Referenzwerte: Neo 2 151 g, Mini 5 Pro 249,9 g, Matrice 5T 2239 g (Herstellerangaben). Die 80-Joule-Grenze ist eine der beiden Alternativen für die EU-Klasse C1. Keine Eingaben werden gespeichert.

Zur Einordnung: Für die EU-Drohnenklasse C1 gilt neben einem Gewicht unter 900 Gramm alternativ eine maximale Aufprallenergie von 80 Joule.[3] Eine Mini-Drohne bei Kollisionstempo liegt weit darunter – eine Enterprise-Drohne mit über zwei Kilogramm bei Reisegeschwindigkeit weit darüber. Genau hier setzt die Idee des nachgiebigen Rahmens an: Er verlängert die Bremsstrecke beim Aufprall und senkt damit die Spitzenkraft.

Flexibler Ring, Käfig oder Propellerschutz?

↔ Tabelle seitlich wischen – weitere Spalten rechts

Kollisionsschutz bei Drohnen im Vergleich (Stand: 6.11.2026; redaktionelle Einordnung)
Lösung Beispiel Vorteil Nachteil
Propellerschutz DJI Neo 2 (Vollschutz) leicht, günstig, serienreif schützt nur die Propeller
Kugelkäfig Inspektionsdrohnen für Innenräume rundum geschützt, rollt an Wänden ab schwer, viel Luftwiderstand
Flexibler Ring ETH FlexiQuad leicht, schnell, nimmt Stöße auf Prototyp, braucht spezielle Regelung
Ausweichen per Sensorik LiDAR, Radar, Kameras keine Berührung nötig versagt in sehr engen Räumen

Wer heute eine robuste Drohne für drinnen und enge Räume sucht, landet am ehesten bei Modellen mit Vollschutz. Die DJI Neo 2 ist so ein Beispiel: Die Propeller sind komplett ummantelt, die Drohne wiegt 151 Gramm und verträgt leichte Berührungen. Wie sie sich im Unterholz schlägt, zeigt unser Extrem-Test im Wald.

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  • Sanftes und zuverlässiges Tracking – ActiveTrack [3] hält Ihr Motiv im Fokus, während Sie mit der Apple Watch das Livebild ansehen, den Flugstatus prüfen oder die Sprachsteuerung nutzen können, um das Tracking anzupassen [17]
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Video: Die FlexiQuad im Flug

Video laden (YouTube)

Video der ETH

FlexiQuad Drone | ETH Zürich

ETH Zürich · November 2026

Die ETH zeigt den Prototyp bei Kollisionen, Formwechseln und schnellen Flügen.

Datenschutz: Die Videos werden erst nach deinem Klick über youtube-nocookie.com geladen. Vorher wird keine Verbindung zu YouTube aufgebaut.

Im Video der ETH sieht man, wie der Ring nach dem Kontakt mit einem Hindernis nachschwingt und die Drohne den Flug fortsetzt.[2] Ein eigenes X-Konto nutzt die ETH für solche Meldungen derzeit nicht aktiv, deshalb verzichten wir hier auf eingebettete Beiträge.

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Wie es weitergeht

Für die FlexiQuad ist ein Patent angemeldet, und das Projekt ist für den Spark Award der ETH nominiert, der am 26. November 2026 im Rahmen der Veranstaltung Open-i verliehen wird.[1] Ob daraus ein Spin-off oder eine Lizenz an einen Hersteller wird, ist offen. Realistisch ist zuerst ein Einsatz in der Industrie-Inspektion, wo Ballasttanks und Rohrsysteme heute aufwendig von Menschen begangen werden.

  1. vor ca. 5 Jahren
    Beginn der Entwicklung

    Laut ETH dauerte die Arbeit am flexiblen Rahmen rund fünf Jahre.

  2. 03.11.2026
    Vorstellung

    ETH Zürich veröffentlicht Mitteilung und Video.

  3. 06.11.2026
    Stand dieses Beitrags

    Prototyp, Patent angemeldet, kein Produkt.

  4. 26.11.2026
    Spark Award

    Preisverleihung der ETH im Rahmen von Open-i.

Häufige Fragen

Was ist die FlexiQuad?

Eine Forschungsdrohne der ETH Zürich mit ringförmigem, flexiblem Rahmen ohne festen Rumpf. Der Ring verformt sich bei Zusammenstößen und nimmt die Energie auf.

Wie schnell fliegt die FlexiQuad?

Laut ETH bis zu 80 Kilometer pro Stunde. Die Kollisionstests fanden bei rund 25 Kilometern pro Stunde statt.

Kann man die FlexiQuad kaufen?

Nein. Es handelt sich um einen Forschungsprototyp mit angemeldetem Patent. Preis und Verkaufsstart gibt es nicht.

Wer hat die FlexiQuad entwickelt?

Luca Girardi und Stefano Mintchev von der ETH Zürich; Mintchev ist inzwischen an der Universität Bonn.

Wofür soll die Drohne eingesetzt werden?

Für Inspektionen in Ballasttanks, die Suche in eingestürzten Gebäuden, Flüge durch dichten Wald und als Fangnetz für fremde Drohnen.

Was kostet der Rahmen?

Laut ETH liegen die Materialkosten für den Rahmen unter 15 Franken. Motoren, Elektronik und Akku kommen hinzu.

Passend dazu weiterlesen

  • Ericsson ISAC: Mobilfunknetze sollen Drohnen erkennen
  • DJI Neo 2 im Test
  • Private Drohnenabwehr in Deutschland
  • DJI Matrice 5T vorgestellt
  • U-Spaces: der Luftraum für Drohnen
TransparenzQuellen und Datenbasis3 Einträge

Recherche- und Artikelstand: 6. November 2026. Leistungsangaben stammen von der ETH Zürich und beziehen sich auf einen Prototyp.

  1. ETH Zürich: New flexible drone can withstand collisions (3.11.2026) (Primärquelle, Forschungsinstitution)
    https://ethz.ch/en/news-and-events/eth-news/news/2026/11/new-flexible-drone-can-withstand-collisions.html ↩ Zum Text ↩ Zum Text ↩ Zum Text ↩ Zum Text ↩ Zum Text ↩ Zum Text
  2. YouTube, ETH Zürich: FlexiQuad Drone (Video der ETH Zürich)
    https://www.youtube.com/watch?v=Lvwp56_RPAI ↩ Zum Text
  3. Delegierte Verordnung (EU) 2019/945, Anhang Teil 2: Anforderungen an Drohnen der Klasse C1 (Rechtsgrundlage)
    https://eur-lex.europa.eu/eli/reg_del/2019/945/oj ↩ Zum Text
HinweiseHaftungs- und KI-HinweisEU AI Act

Hinweis: Dieser Beitrag berichtet über ein Forschungsprojekt. Die genannten Werte sind Angaben der Forschenden und nicht unabhängig geprüft. Der Aufprall-Rechner ist eine vereinfachte physikalische Abschätzung und ersetzt keine Risikobewertung.

Transparenz- & Redaktionshinweis: Mit Blick auf die seit dem 2. August 2026 geltenden Transparenzvorgaben nach Artikel 50 des EU AI Act werden unsere Beiträge vor der Veröffentlichung inhaltlich geprüft, redaktionell eingeordnet und freigegeben. Die abschließende Bewertung und redaktionelle Verantwortung liegen bei unserer Redaktion.

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Orangefarbene FlexiQuad-Forschungsdrohnen der ETH Zürich mit ringförmigem, flexiblem Rahmen, links der Titel FlexiQuad – Die Drohne, die Zusammenstöße wegsteckt
Titelgrafik zur FlexiQuad der ETH Zürich. Grafik: drohnen.de, Bild: Luca Girardi / ETH Zürich

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Kategorie Nachrichten, Drohnen-News | Tags Drohnentechnik, ETH Zürich, Forschung, Inspektion, noAds

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