Europa · Stand Oktober 2026
Zeitumstellung abschaffen: Warum die EU seit 2019 nicht entscheidet
Das Europaparlament hat 2019 für das Ende der Zeitumstellung gestimmt. Doch die Mitgliedstaaten haben sich bis heute nicht geeinigt. Jetzt soll eine Studie der EU-Kommission bis Ende 2026 neue Grundlagen liefern.
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Countdown bis Ende 2026 – dann soll die Studie der Kommission abgeschlossen sein
Die Zeitumstellung ist in der EU nicht abgeschafft. Stand Oktober 2026 hat der Rat der Mitgliedstaaten noch keine Position zum Vorschlag der Kommission aus dem Jahr 2018 festgelegt – und es gibt keinen Zeitplan für eine Entscheidung. Deshalb wird am 25. Oktober 2026 wieder zurückgestellt, und die Kommission hat die Umstellungstermine bis 2031 bereits veröffentlicht. Neu ist eine Studie, die seit Februar 2026 läuft und bis Ende des Jahres fertig sein soll.
Dieser Beitrag erklärt, woher die Sommerzeit kommt, was 2018 und 2019 beschlossen wurde, was die Kommission über Energie und Gesundheit herausfand, warum es seitdem hakt, was die Studie untersucht, wie Spanien, Polen und die Bundesregierung sich positionieren, was Schlafforscher empfehlen und welche Länder in Europa schon heute nicht umstellen.
Stand: 20. Oktober 2026. Grundlage sind Dokumente von EU-Kommission, Rat und Bundestag. Ergebnisse der Studie lagen zum Redaktionsschluss nicht vor.

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Deine Meinung: Wie soll es mit der Uhr weitergehen?
Die EU hat sich noch nicht entschieden. Wie siehst du es? Wähle eine Antwort und sieh sofort, wo du im Vergleich zur repräsentativen DAK-Umfrage und zur Empfehlung der Schlafforscher stehst.
Dauerhafte Normalzeit empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin und europäische Fachgesellschaften, weil sie am besten zur inneren Uhr passt. Mit dem Wunsch nach Abschaffung gehörst du zu den 71 Prozent aus der DAK-Umfrage vom September 2026.
Mit dem Wunsch nach Abschaffung gehörst du zu den 71 Prozent aus der DAK-Umfrage vom September 2026. Schlafforscher warnen bei dauerhafter Sommerzeit allerdings vor „sozialem Jetlag“, weil es im Winter morgens lange dunkel bliebe.
In der DAK-Umfrage vom September 2026 wollten 71 Prozent die Umstellung abschaffen. Bei den 18- bis 29-Jährigen ist die Ablehnung jedoch auf 50 Prozent gesunken. Politisch bekommst du vorerst recht: Die Termine bis 2031 stehen bereits fest.
Smartphones und Funkuhren stellen sich ohnehin selbst um. Trotzdem hatten laut DAK-Umfrage 29 Prozent schon gesundheitliche oder psychische Probleme mit der Zeitumstellung, vor allem Müdigkeit und Schlafprobleme.
Datenschutz: Deine Antwort wird weder übertragen noch gespeichert – die Einordnung läuft allein in deinem Browser. Keine Cookies, kein Tracking. Vergleichswerte: DAK/Forsa, Befragung vom 28. bis 30. September 2026, sowie Stellungnahme der DGSM.
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Das Wichtigste in 20 Sekunden
Die Uhr wird weiter zweimal im Jahr umgestellt. Nächste Termine: 28. März und 31. Oktober 2027.
Das Europaparlament hat am 26. März 2019 mit 410 zu 192 Stimmen für die Abschaffung gestimmt.
Die Mitgliedstaaten haben keine gemeinsame Position. Ohne sie gibt es kein Gesetz.
Ein Beraterkonsortium untersucht im Auftrag der Kommission die Folgen verschiedener Szenarien.
Wird die Zeitumstellung abgeschafft? Der Stand im Oktober 2026
Nein, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Der Rat der EU schreibt auf seiner Themenseite zur Zeitumstellung, er habe seine Position zum Vorschlag noch nicht festgelegt, und für eine Entscheidung sei kein Zeitplan definiert. Die Vertretung der EU-Kommission in Deutschland formuliert es so: „Die Kommission wartet nun darauf, dass der Rat seinen Standpunkt festlegt.“
Vorschlag liegt seit September 2018 vor.
Position seit März 2019 beschlossen.
Keine Position, kein Zeitplan.
Abschluss bis Ende 2026 erwartet.
Bis sich daran etwas ändert, gilt die Richtlinie 2000/84/EG weiter. Sie schreibt die Umstellung am letzten Sonntag im März und im Oktober vor. Was das für die Nacht zum 25. Oktober bedeutet, erklärt unser Beitrag Zeitumstellung am 25. Oktober 2026.
Woher die Sommerzeit kommt: von 1916 bis heute
Die Sommerzeit ist älter als die EU. Laut der Begründung zum Kommissionsvorschlag von 2018 führten Deutschland und Frankreich sie im Ersten Weltkrieg ein, um Kohle zu sparen – vor allem für die Beleuchtung. Nach den Weltkriegen gaben viele Staaten sie wieder auf. Die heutige Regelung stammt aus den 1970er-Jahren, als Energiesparen nach der Ölkrise wieder ein Thema war.
Deutschland und Frankreich stellen um, um Kohle für Licht zu sparen.
Italien (1966), Griechenland (1971), Spanien (1974), Frankreich (1976); bis 1981 folgen zehn heutige EU-Staaten.
Brüssel gleicht die abweichenden nationalen Termine schrittweise an.
Seit 2001 gilt die Richtlinie 2000/84/EG: letzter Sonntag im März und im Oktober.
Wichtig für das Verständnis der heutigen Debatte: Die EU wollte nie eine einheitliche Uhrzeit für alle, sondern nur gemeinsame Termine für die Umstellung. Die Kommission betont in ihrer Pressemitteilung von 2018, dass alle EU-Bürger die Uhren seit 1996 am selben Tag umstellen – damit Fahrpläne, Logistik und Handel nicht durcheinandergeraten. Welche Standardzeit gilt, entscheidet jeder Mitgliedstaat selbst.
Irland und Portugal (2018 außerdem das Vereinigte Königreich).
17 Staaten, darunter Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Polen.
Acht Staaten: Bulgarien, Estland, Finnland, Griechenland, Lettland, Litauen, Rumänien, Zypern.
Die Einteilung stammt aus dem Kommissionsvorschlag von 2018; Sonderregeln gelten etwa für die Azoren und die Kanaren. Einordnung: Spanien liegt geografisch eher in der westeuropäischen Zone, nutzt aber Mitteleuropäische Zeit – deshalb geht dort die Sonne spät auf und unter. Solche Lagen machen die Wahl zwischen dauerhafter Sommer- und Normalzeit für jedes Land anders.
Zeitleiste: Von der Konsultation 2018 bis zur Studie 2026
4,6 Millionen Antworten.
COM(2018) 639.
410 zu 192 Stimmen.
Keine gemeinsame Position.
Abschluss Ende 2026.
| Datum | Ereignis | Quelle |
|---|---|---|
| 08.02.2018 | Europaparlament fordert die Kommission auf, die Sommerzeitregelung zu prüfen | Kommissionsvorschlag |
| 04.07.–16.08.2018 | Öffentliche Konsultation, rund 4,6 Mio. Antworten, 84 % für Abschaffung | EU-Kommission |
| 31.08.2018 | Vorläufige Ergebnisse: 84 % für Abschaffung, Deutschland mit höchster Beteiligung | EU-Kommission |
| 12.09.2018 | Kommission schlägt Abschaffung vor, COM(2018) 639 | EU-Kommission |
| 03.12.2018 | Fortschrittsbericht im Rat | Rat der EU |
| 26.03.2019 | Parlament stimmt zu: 410 Ja, 192 Nein, 51 Enthaltungen | Yle, EU-Kommission |
| 02.12.2019 | Letzter Eintrag in der Rats-Zeitleiste | Rat der EU |
| 2025 | Polnische Ratspräsidentschaft schlägt zweijährigen Test dauerhafter Sommerzeit vor | Ratsdokument 10045/26 |
| 20.10.2025 | Spaniens Regierungschef fordert Ende der Umstellung bis 2026 | Catalan News |
| Februar 2026 | Start der Studie durch Ecorys, Capgemini, Stratec und CE Delft | Ratsdokument 10045/26 |
| 18.03.2026 | Kommission veröffentlicht Termine 2027–2031 | Amtsblatt C/2026/1660 |
| 23.03.2026 | Workshop mit den Mitgliedstaaten, Abschluss der ersten Studienphase im April | Ratsdokument 10045/26 |
| 06.05.2026 | Antwort der Bundesregierung im Bundestag | Drucksache 21/5815 |
| 08.06.2026 | Kommission informiert die Minister über die Studie | Ratsdokument 10045/26 |
| 30.06.2026 | Workshop der zweiten Studienphase mit Behörden und Verbänden | Ratsdokument 10045/26 |
| Ende 2026 | Abschluss der Studie erwartet | EU-Kommission, Rat |
Was der Vorschlag von 2018 vorsieht
Im Kommissionsvorschlag COM(2018) 639 vom 12. September 2018 heißt es: „Die Mitgliedstaaten nehmen keine jahreszeitlich bedingten Änderungen ihrer Standardzeit bzw. Standardzeiten vor.“ Die Richtlinie 2000/84/EG würde aufgehoben. Entscheidend ist der zweite Teil: Jedes Land dürfte selbst wählen, ob es dauerhaft bei der Sommerzeit oder der Normalzeit bleibt. Rechtsgrundlage ist Artikel 114 des EU-Vertrags (Binnenmarkt) – dieselbe Grundlage wie für die heutige Richtlinie.
| Artikel | Inhalt |
|---|---|
| Art. 1 | Keine jahreszeitlich bedingte Zeitumstellung mehr; einmalig durfte jedes Land im Herbst noch auf seine Winterzeit zurückstellen. |
| Art. 2 | Wer seine Standardzeit ändern will, muss das der Kommission mindestens sechs Monate vorher mitteilen; die Kommission veröffentlicht es im Amtsblatt. |
| Art. 3 | Bericht der Kommission über die Anwendung an Parlament und Rat. |
| Art. 4 | Umsetzung in nationales Recht durch die Mitgliedstaaten. |
| Art. 5 | Aufhebung der Richtlinie 2000/84/EG. |
Der ursprüngliche Zeitplan war ehrgeizig: Am 31. März 2019 sollte die letzte Sommerzeit beginnen. Länder, die dauerhaft Winterzeit wollten, hätten am 27. Oktober 2019 ein letztes Mal zurückgestellt. Bis Ende April 2019 sollten die Staaten mitteilen, welche Zeit sie wählen. Das Parlament verschob das Ziel in seiner Abstimmung auf 2021, wie der finnische Sender Yle berichtete. Die Kommission selbst schrieb, für eine solche Änderung sei „unbedingt eine gewisse Vorlaufzeit erforderlich“ – IT-Systeme, Kalender, Fahr- und Flugpläne müssten angepasst werden.
Die Konsultation 2018: 4,6 Millionen Antworten
Grundlage des Vorschlags war eine Online-Befragung vom 4. Juli bis 16. August 2018. Laut Pressemitteilung der Kommission gingen rund 4,6 Millionen Rückmeldungen ein – mehr als bei jeder anderen Konsultation der Kommission. 84 Prozent sprachen sich für die Abschaffung aus, 16 Prozent für die Beibehaltung. 76 Prozent bewerteten die Zeitumstellung als „sehr negative“ oder „negative“ Erfahrung. Manche Medien nennen „80 Prozent“; die Kommission selbst gibt 84 Prozent an.
Laut Kommission waren die Teilnehmer in allen Staaten mehrheitlich für die Abschaffung – außer in Griechenland und Zypern; in Malta hielten sich beide Seiten die Waage.
Als wichtigsten Grund nannten die Befragten die Gesundheit, gefolgt von den geringen Energieeinsparungen. Auch mehr Verkehrsunfälle wurden angeführt.
99 Prozent der Antworten kamen von Bürgern, die sich selbst zur Teilnahme entschieden. Laut dpa stammten allein rund drei Millionen aus Deutschland.
Einordnung: Die Konsultation hat das Thema politisch angeschoben, aber auch eine Schieflage erzeugt. Weil deutsche Teilnehmer den Großteil der Antworten stellten, spiegelt das Ergebnis vor allem die Stimmung in Deutschland und Österreich – in Italien oder Spanien nahmen nur Bruchteile der Bevölkerung teil.
Energie, Gesundheit, Verkehr: Was die Kommission 2018 feststellte
In der Begründung zum Vorschlag fasst die Kommission frühere Studien zusammen, darunter Untersuchungen von 1999, 2007 und 2014, einen Bericht des Bundestags von 2016 und eine Bewertung des Europäischen Parlaments von 2017. Ihr Fazit: Eindeutig ist nur, dass unkoordinierte Zeitregeln dem Binnenmarkt schaden würden. In fast allen anderen Bereichen sind die Effekte klein oder nicht sicher belegt.
| Land | Schätzung | Anteil am Stromverbrauch | Quelle, Jahr |
|---|---|---|---|
| Italien | rund 580 GWh, etwa 94,5 Mio. € | ca. 0,2 % | Netzbetreiber Terna, 2016 |
| Frankreich | rund 440 GWh bei der Beleuchtung | ca. 0,1 % | Umweltagentur ADEME, 2010 |
| Spanien | 5 % weniger Strom für Beleuchtung, etwa 300 Mio. € | – | Energieagentur IDAE, 2015 |
| Deutschland | inzwischen „vernachlässigbar“ | Beleuchtung nur noch ca. 8 % des Energieverbrauchs | Branchenverband BDEW, 2015 |
Die Zahlen sind nicht direkt vergleichbar, weil sie aus unterschiedlichen Jahren und Methoden stammen. Die Kommission schreibt zusammenfassend, die Einsparungen seien „nur marginal“ und sänken weiter, weil LED-Licht, intelligente Zähler und programmierbare Geräte den Effekt verringern.
Laut Kommission eindeutig
- Unterschiedliche Uhrzeiten schaden dem Binnenmarkt höhere Kosten, Störungen bei Verkehr und Reisen
- Energieeinsparung nur gering und durch neue Technik weiter sinkend
- Umstieg kostet Geld und Vorlauf IT-Systeme, Kalender, Fahr- und Flugpläne
Laut Kommission nicht eindeutig
- Gesundheit insgesamt Frühjahrsumstellung belastet stärker, Herbst weniger
- Unfälle im Straßenverkehr Effekt schwer von anderen Faktoren zu trennen
- Landwirtschaft Bedenken wegen Melkzeiten werden durch Technik kleiner
Zur Gesundheit verweist die Kommission auf den Bundestagsbericht von 2016: Der Biorhythmus passe sich an die Umstellung im Frühjahr schwerer an als lange angenommen, bei manchen Menschen dauere es mehrere Wochen. Eine belastbare Gesamtbilanz aus Vor- und Nachteilen gebe es aber nicht. Deshalb, so die Kommission, hängen die Folgen einer Abschaffung stark davon ab, wo ein Land in seiner Zeitzone liegt und ob es dauerhaft Sommer- oder Winterzeit wählt.
Warum es seit 2019 nicht vorangeht
Für ein EU-Gesetz müssen Parlament und Rat zustimmen. Im Rat sitzen die Regierungen – und dort fehlt die Einigung. Der Knackpunkt steckt im Vorschlag selbst: Wenn jedes Land seine Zeit frei wählt, droht ein Flickenteppich unterschiedlicher Zeitzonen mitten im Binnenmarkt.
Wählt Frankreich Sommerzeit und Deutschland Normalzeit, hätten Nachbarn plötzlich eine Stunde Unterschied. Das betrifft Bahn, Flugpläne und Pendler.
Nord und Süd, Ost und West erleben Sonnenauf- und -untergang unterschiedlich. Was für Spanien passt, passt nicht automatisch für Polen.
Die Bundesregierung hat diese Sorge früh formuliert. Im Oktober 2019 erklärte das Wirtschaftsministerium laut Deutschem Ärzteblatt, entscheidend sei, „Zeitinseln und Friktionen im Binnenmarkt“ zu vermeiden: „Daher streben wir ein abgestimmtes Vorgehen mit unseren europäischen Nachbarstaaten an.“ Der damalige Minister Peter Altmaier schrieb dazu an seine Amtskollegen in Dänemark, Polen, Österreich, Schweden, Belgien, Luxemburg, Tschechien und Frankreich. Zugleich forderten Deutschland und andere Staaten die Kommission auf, zuerst die EU-weiten Folgen in einer Folgenabschätzung zu analysieren.
Einordnung: Eine eigene, umfassende Folgenabschätzung lag dem Vorschlag von 2018 nicht bei – die Kommission stützte sich auf ältere Studien und die Konsultation. Die heute laufende Studie ist im Kern die Antwort auf diese Forderung. Auch die Bevölkerung wünscht sich Abstimmung: In einer DAK-Umfrage von 2019 wollten 67 Prozent nach einer Abschaffung eine europaweit einheitliche Zeitregelung.
Die EU-Studie 2026: Was untersucht wird
Laut einem Ratsdokument vom 3. Juni 2026, mit dem die Kommission die Verkehrs- und Energieminister am 8. Juni informierte, hatten die Mitgliedstaaten zusätzliche Analysen verlangt. EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas kündigte daraufhin eine Studie an. Sie startete im Februar 2026 und wird von einem Konsortium aus Ecorys, Capgemini, Stratec und CE Delft erstellt. Ziel ist eine belastbare Faktenbasis für die weiteren Gespräche im Rat.
Fragebogen an Behörden der Mitgliedstaaten, Interviews, Workshop am 23. März. Ergebnis: zehn Szenarien.
Fragebögen auch an Verbände und betroffene Branchen, gezielte Interviews, Workshop am 30. Juni.
Modellierung der Auswirkungen je Szenario, danach Grundlage für den Rat.
Je nachdem, welche Staaten dauerhaft Sommer- oder Winterzeit wählen – EU-weit einheitlich oder nur teilweise abgestimmt.
Binnenmarkt, Energieeinsparung, Verkehr und öffentliche Gesundheit; dazu wirtschaftliche, soziale und ökologische Folgen.
Untersucht wird auch, was Zeitunterschiede an Grenzen zwischen EU-Staaten und zu Drittstaaten bedeuten.
Methodisch soll sich die Studie so weit wie möglich an den „Better Regulation“-Leitlinien der Kommission für Folgenabschätzungen orientieren. Parallel zur Befragung schließt das Konsortium Lücken in der bisherigen Datenlage, legt eine Ausgangsbasis für die Modellrechnungen fest und entwickelt ein Kennzahlensystem, um die Szenarien vergleichbar zu machen. Die Mitgliedstaaten wurden gebeten mitzuteilen, welche Auswirkungen ihnen am wichtigsten sind.
Ergebnisse waren bis zum 20. Oktober 2026 nicht veröffentlicht. Einordnung: Selbst wenn die Studie pünktlich kommt, müsste sich der Rat danach erst auf eine Position einigen und mit dem Parlament verhandeln. Laut Entwurf müsste ein Land eine geänderte Standardzeit zudem mindestens sechs Monate vorher anmelden, und IT-Systeme sowie Fahrpläne bräuchten Vorlauf. Ein Ende der Umstellung vor 2028 halten wir deshalb für unwahrscheinlich – die Termine bis 2031 sind bereits veröffentlicht.
Spanien, Polen und die Bundesregierung: Wer was will
Regierungschef Pedro Sánchez forderte im Oktober 2025 das Ende bis 2026. Die Umstellung spare kaum Energie und schade der Gesundheit.
Die polnische Ratspräsidentschaft schlug 2025 einen zweijährigen EU-weiten Test dauerhafter Sommerzeit vor. In der zuständigen Ratsarbeitsgruppe verlangten die Staaten zuerst mehr Analysen.
Die Bundesregierung will eine harmonisierte Lösung, hat sich auf keine Zeit festgelegt und wartet auf die Studie.
Den spanischen Vorstoß dokumentiert Catalan News; das Ziel 2026 ist verfehlt. Die Haltung der Bundesregierung steht in ihrer Antwort auf eine Große Anfrage (Drucksache 21/5815 vom 6. Mai 2026): Die EG-Richtlinie sehe die Umstellung „zwingend vor“, man spreche sich für eine harmonisierte Regelung aus und sehe keinen Anlass für nationale Schritte. Wie die Zeitumstellung mit der geplanten Änderung der Weltzeit zusammenhängt, erklärt unser Beitrag Weltzeitänderung 2027 und Schaltsekunde.
Dauerhafte Sommerzeit oder Normalzeit: Was Fachleute sagen
Viele wünschen sich die „ewige Sommerzeit“ mit langen Abenden. Schlafforscher sehen das anders. Die DGSM schreibt in ihrer Stellungnahme: „Die DGSM spricht sich daher für die konstante Beibehaltung der Normalzeit (Winterzeit, MEZ) aus.“ Europäische Fachgesellschaften kamen 2019 in einem Schreiben an die Kommission zum selben Ergebnis.
Dauerhafte Normalzeit (MEZ)
- Entspricht laut Schlafforschern der inneren Uhr DGSM, ESRS
- Hellere Morgen im Winter Schulweg, Arbeitsbeginn
- Im Sommer früher hell und früher dunkel kürzere Abende
Dauerhafte Sommerzeit (MESZ)
- Lange helle Abende im Sommer beliebt in Umfragen
- Sehr dunkle Morgen im Winter im Westen Deutschlands besonders spät hell
- Warnung vor „sozialem Jetlag“ laut DGSM
Ganzjährig Winterzeit
- Winter: Alles wie heute.
- Sommer: Sonnenauf- und -untergang eine Stunde früher als heute.
- Fachleute: Von Schlafmedizinern bevorzugt.
Ganzjährig Sommerzeit
- Sommer: Alles wie heute, lange Abende.
- Winter: Sonnenaufgang eine Stunde später als heute – dunkle Morgen.
- Fachleute: DGSM warnt vor sozialem Jetlag.
Zeitzonen-Flickenteppich
- Folge: Zeitunterschiede zwischen Nachbarländern.
- Betroffen: Fahrpläne, Logistik, Grenzpendler.
- Politik: Genau das will die Bundesregierung vermeiden.
Zweimal im Jahr umstellen
- Termine: Bis 2031 bereits veröffentlicht.
- Alltag: Geräte stellen sich meist selbst um.
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Wie du Smartphone, Smartwatch und Wecker für die nächsten Umstellungen einrichtest, zeigt unser Ratgeber Zeitumstellung am Handy und Wecker.

Umfragen: Was die Deutschen wollen
Die Krankenkasse DAK lässt regelmäßig von Forsa befragen. In der aktuellen Umfrage (28. bis 30. September 2026, 1.009 Befragte) wollen 71 Prozent die Zeitumstellung abschaffen – fünf Punkte weniger als im Herbst 2025 und laut dpa der niedrigste Wert seit 2016. Bei den 18- bis 29-Jährigen sank die Ablehnung von 66 auf 50 Prozent, berichtet der Tagesspiegel.
Einordnung: Eine klare Mehrheit lehnt die Umstellung weiterhin ab, doch der Druck lässt nach. Welche Zeit die Befragten dauerhaft wollen, geht aus den uns vorliegenden Berichten zur Umfrage 2026 nicht hervor.
Welche Länder in Europa nicht umstellen
Laut timeanddate stellen 2026 in Europa unter anderem diese Länder nicht um. Alle liegen außerhalb der EU.
| Land | Regelung | Quelle |
|---|---|---|
| Island | Keine Umstellung, Einheitszeit seit 1968 | timeanddate, teltarif |
| Russland | Umstellung 2011 abgeschafft, seit 2014 dauerhaft Normalzeit | teltarif |
| Türkei | Seit 2016 dauerhaft Sommerzeit | teltarif |
| Belarus | Keine Umstellung | timeanddate |
| Georgien, Armenien, Aserbaidschan | Keine Umstellung | timeanddate |
| Ukraine | Stellt weiter um; Gesetz zur Abschaffung von 2024 nie unterzeichnet | timeanddate, Ukranews |
Zur Ukraine kursieren widersprüchliche Angaben. Das Parlament beschloss im Juli 2024 ein Gesetz zur Abschaffung, Präsident Selenskyj unterzeichnete es laut Ukranews aber nie. Weltweit nutzt laut Pew Research nur etwa ein Drittel der Länder die Sommerzeit, die meisten davon in Europa. Wie es im Frühjahr lief, steht in unserem Beitrag zur Zeitumstellung am 29. März 2026.
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Häufige Fragen zur Abschaffung der Zeitumstellung
Wird die Zeitumstellung 2026 abgeschafft?
Nein. Am 25. Oktober 2026 wird wieder zurückgestellt, und die Termine bis 2031 sind veröffentlicht. Der Rat der EU hat keine Position.
Wann ist die letzte Zeitumstellung?
Das steht nicht fest. Ohne Einigung im Rat gibt es keinen Termin für ein Ende.
Warum wurde die Abschaffung 2021 nicht umgesetzt?
Das Parlament stimmte 2019 zu, doch die Mitgliedstaaten im Rat einigten sich nicht – vor allem wegen der Sorge vor unterschiedlichen Zeitzonen.
Was untersucht die EU-Studie?
Ein Konsortium aus Ecorys, Capgemini, Stratec und CE Delft prüft zehn Szenarien und deren Folgen für Binnenmarkt, Energie, Verkehr und Gesundheit. Abschluss bis Ende 2026.
Kann Deutschland die Zeitumstellung allein abschaffen?
Nach Darstellung der Bundesregierung nicht: Die EU-Richtlinie schreibt die Umstellung zwingend vor. Berlin will eine harmonisierte Lösung.
Was ist besser: Sommerzeit oder Winterzeit?
Schlafmediziner wie die DGSM empfehlen dauerhafte Normalzeit (Winterzeit), weil sie besser zur inneren Uhr passt. In Umfragen ist die Sommerzeit oft beliebter.
Wie viele Deutsche wollen die Zeitumstellung abschaffen?
Laut DAK-Umfrage vom September 2026 sind es 71 Prozent, fünf Punkte weniger als im Herbst 2025.
Wie viele Menschen nahmen an der EU-Konsultation teil?
Rund 4,6 Millionen, 84 Prozent davon für die Abschaffung. Die Umfrage war nicht repräsentativ.
Welche Länder in Europa stellen nicht um?
Unter anderem Island, Russland, die Türkei, Belarus, Georgien, Armenien und Aserbaidschan. Alle EU-Staaten stellen um.
Hat die Ukraine die Zeitumstellung abgeschafft?
Nein. Ein Gesetz von 2024 wurde nie unterzeichnet; die Ukraine stellt 2026 weiter um.
Wie viel Energie spart die Sommerzeit?
Nach dem Kommissionsvorschlag von 2018 nur wenig: In Italien etwa 0,2 Prozent, in Frankreich etwa 0,1 Prozent des Stromverbrauchs; für Deutschland nannte der Branchenverband BDEW die Einsparung 2015 „vernachlässigbar“.
Welche Zeitzonen gibt es in der EU?
Drei: Westeuropäische Zeit (UTC) in Irland und Portugal, Mitteleuropäische Zeit (UTC+1) in 17 Staaten einschließlich Deutschland und Osteuropäische Zeit (UTC+2) in acht Staaten.
Wie lange vorher müsste ein Land eine neue Zeit anmelden?
Laut Richtlinienentwurf mindestens sechs Monate vor Inkrafttreten; die Kommission würde die Änderung im Amtsblatt veröffentlichen.
Was will Spanien?
Regierungschef Pedro Sánchez forderte im Oktober 2025, die Umstellung bis 2026 zu beenden. Ein Beschluss folgte nicht.
Fazit: Abschaffung ja – aber nicht so bald
Die EU hat die Abschaffung 2018 vorgeschlagen, das Parlament hat 2019 zugestimmt – doch die Mitgliedstaaten finden keine gemeinsame Linie, weil niemand einen Zeitzonen-Flickenteppich will. Die Studie bis Ende 2026 kann Bewegung bringen, ersetzt aber keine politische Einigung. Bis dahin bleibt es bei zwei Umstellungen im Jahr, mindestens nach den veröffentlichten Terminen bis 2031. Schlafforscher plädieren für dauerhafte Normalzeit.
TransparenzQuellen und Datenbasis20 Einträge
Grundlage sind Dokumente der EU-Institutionen, des Bundestags, von Fachgesellschaften und Medienberichte, abgerufen am 20. Oktober 2026. Bereits im Text verlinkte Quellen führen wir ohne erneuten Link auf.
- Rat der EU: Themenseite Zeitumstellung – im Text verlinkt
- Rat der EU: Dokument ST 10045/26 vom 03.06.2026 – im Text verlinkt
- EU-Kommission: Vorschlag COM(2018) 639 mit Begründung (Geschichte, Zeitzonen, Energie- und Gesundheitsdaten) – im Text verlinkt
- EU-Kommission, Vertretung Deutschland: Zeitumstellung – im Text verlinkt
- EU-Kommission: Pressemitteilung Konsultation 2018 – im Text verlinkt
- Österreichisches Bundeskanzleramt: Ministerratsvortrag zu den Terminen 2027–2031
- Bundestag: Drucksache 21/5815 – im Text verlinkt
- Bundestag: hib 518/2025 zum Antrag 21/2227
- DGSM: Stellungnahme Sommerzeit – im Text verlinkt
- EBRS, ESRS, SRBR: Schreiben an die Kommission 2019 – im Text verlinkt
- Yle: Abstimmung im Europaparlament 2019 – im Text verlinkt
- Catalan News: Vorstoß Spaniens 2025 – im Text verlinkt
- Deutsches Ärzteblatt/dpa: Haltung der Bundesregierung und DAK-Umfrage 2019 – im Text verlinkt
- Tagesspiegel/dpa: DAK-Umfrage 2026 – im Text verlinkt
- DAK: Umfrage Februar 2025
- Nordkurier: DAK-Umfrage Herbst 2025
- timeanddate: Sommerzeit 2026 – im Text verlinkt
- teltarif: Länder ohne Zeitumstellung (Angabe zur Ukraine nicht übernommen)
- Ukranews: Gesetz zur Ukraine – im Text verlinkt
- Pew Research: Sommerzeit weltweit – im Text verlinkt
Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zum politischen Stand. Einschätzungen zum weiteren Zeitplan sind redaktionelle Einordnungen und keine Prognose der EU-Institutionen. Das Titelbild ist eine KI-Illustration.
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