Sonnenfinsternis-Brille kaufen: Verfügbarkeit bei dm, Rossmann & Optikern
Heute Abend ab 19:11 Uhr schiebt sich der Mond vor die Sonne – und die Frage „Wo bekomme ich jetzt noch eine Schutzbrille?“ gehört zu den am stärksten steigenden Suchanfragen des Tages. „Sonnenfinsternis Brille Rossmann“, „brillen sonnenfinsternis dm“, „Media Markt Sonnenfinsternis Brille“, „Optiker in der Nähe“: Die Suchtrends zeigen ein Land, das kurzfristig einkaufen will. Dieser Artikel ordnet ein, welche Anlaufstellen heute realistisch sind, welche nicht – und was du tun kannst, wenn überall ausverkauft ist.
Direkt zu den Bezugsquellen Alles ausverkauft – was jetzt?
Die kurze Antwort vorweg: Der Weg zum Augenoptiker in der Nähe ist heute die aussichtsreichste Option – allerdings mit vorherigem Anruf. Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen berichtet, dass viele Betriebe Sonnenfinsternis-Brillen anbieten, wegen der hohen Nachfrage aber manche bereits ausverkauft sind. Für Drogerien wie dm und Rossmann gibt es dagegen keine belastbaren Angaben zur Verfügbarkeit – und für Online-Bestellungen ist es heute schlicht zu spät.
Vorab: Nur zertifizierte Brillen sind sicher
Egal, wo du kaufst – eine Sonnenfinsternis-Brille muss nach DIN EN ISO 12312-2:2015 geprüft und mit dem CE-Symbol gekennzeichnet sein. Geeignete Schutz- oder Folienbrillen dürfen laut Bundesamt für Strahlenschutz höchstens 0,001 Prozent des Sonnenlichts durchlassen. Normale Sonnenbrillen erfüllen das bei Weitem nicht und dürfen zur Sonnenbeobachtung nicht verwendet werden.
Sollte die Suche erfolglos bleiben: Es gibt eine Methode, die das Bundesamt als sicherste Beobachtungsform bezeichnet – die indirekte Projektion mit einer Lochkamera. Sie kostet nichts und ist in wenigen Minuten gebaut. Wie das geht, steht in unserem Artikel zur Lochkamera und den Alternativen.
Wo es heute noch Brillen geben kann – die Kurzfassung
- Augenoptiker: laut Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen die erste Anlaufstelle. Viele Betriebe bieten SoFi-Brillen an, manche sind ausverkauft. Unbedingt vorher anrufen.
- Sternwarten und Planetarien: geben rund um den Beobachtungsabend teilweise Schutzbrillen aus – die Volkssternwarte München etwa verkauft sie in kleinen Mengen für 6 Euro.
- Elektronikmärkte wie MediaMarkt: werden als Bezugsquelle genannt. Verfügbarkeit ist filialabhängig, telefonische Nachfrage lohnt sich.
- Astroshops und Optikversender wie Bresser: Kernsortiment – sinnvoll, wenn eine Filiale erreichbar ist.
- Buchhandlungen sowie Kamera- und Objektivshops: führen die Brillen saisonal mit. Preise starten bei rund 99 Cent.
- dm und Rossmann: Zu diesen Ketten liegen uns keine belastbaren Angaben vor. In den Übersichten der Fachstellen tauchen Drogeriemärkte nicht auf.
- Online: Für heute Abend zu spät. Wer bestellt, sollte prüfen, ob rechtzeitig geliefert werden kann.
Inhaltsverzeichnis
Die Lage am 12. August 2026: Warum es kurzfristig eng wird
Sonnenfinsternis-Brillen sind ein klassisches Ereignisprodukt: Sie werden praktisch ausschließlich in den Tagen vor einer Finsternis gekauft – und danach jahrelang nicht mehr. Für den Handel bedeutet das ein schwer kalkulierbares Risiko, entsprechend zurückhaltend wird disponiert. Das Ergebnis erlebt Deutschland gerade in Echtzeit.
Die Nachfrage kam spät und steil
Das Suchinteresse zum Stichwort „Sonnenfinsternis“ hat sich in Deutschland innerhalb weniger Tage vervielfacht – der steilste Anstieg fiel auf den Vorabend und den Morgen des Ereignistages. Für Nachbestellungen ist das zu spät.
Der Zentralverband bestätigt Engpässe
Der ZVA berichtet aus einzelnen Landesinnungsverbänden, dass viele Betriebe Sonnenfinsternis-Brillen anbieten – wegen der offenbar hohen Nachfrage seien manche aber schon ausverkauft.
Veranstaltungen sind ausgebucht
Wo Sternwarten und Planetarien Brillen ausgeben, ist der Andrang groß. In München war etwa die Sonderveranstaltung der Volkssternwarte bereits im Vorfeld ausverkauft.
Online hilft heute nicht mehr
Wer online bestellt, sollte laut ZDFheute darauf achten, ob die Brille tatsächlich noch rechtzeitig geliefert werden kann – für den heutigen Abend ist das faktisch ausgeschlossen.
Warum die Brille auch heute Abend zwingend ist
Ein verbreiteter Irrtum lautet: Bei 90 Prozent Bedeckung und tiefstehender Sonne sei der Blick weniger gefährlich. Das Gegenteil ist der Fall. Daniela Weiskopf vom Bundesamt für Strahlenschutz warnt ausdrücklich: „Man sollte sich weder durch die hohe Abdeckung der Sonne noch die einsetzende Dämmerung dazu verleiten lassen, die Augen weniger gut zu schützen“. Ihr Fazit: „Nur geprüfte Schutzbrillen oder eine indirekte Beobachtung sind sicher“.
- Sonnenfinsternis ohne Brille sehen: Lochkamera basteln
- Sonnenfinsternis 2026: Uhrzeit, Verlauf & Sichtbedingungen
- DIN EN ISO 12312-2: Norm für Sonnenfinsternisbrillen erklärt
Alle Bezugsquellen im Überblick – sortiert nach Trefferwahrscheinlichkeit
| Bezugsquelle | Chance heute | Preis | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Augenoptiker vor Ort | Am besten | unterschiedlich | Vom ZVA ausdrücklich als erste Anlaufstelle empfohlen. Bestand stark betriebsabhängig – vorher anrufen. |
| Astroshops, Optikversender | Gut | ab ca. 1 € | Kernsortiment. Nur sinnvoll bei erreichbarer Filiale – Versand greift heute nicht mehr. |
| Sternwarte / Planetarium | Mittel | ca. 6 € | Teils an Beobachtungsabende gekoppelt, viele Sonderveranstaltungen ausgebucht. |
| MediaMarkt, Elektronikmärkte | Mittel | unterschiedlich | Als Bezugsquelle genannt. Verfügbarkeit filialabhängig, telefonisch prüfen. |
| Kamera- und Objektivshops | Mittel | ab ca. 1 € | Führen teils auch Objektivfilter – doppelt nützlich, wenn du fotografieren willst. |
| Buchhandlungen | Gering bis mittel | ab ca. 1 € | Von den Fachstellen als Bezugsquelle genannt, meist saisonal an der Kasse. |
| dm, Rossmann, Drogerien | Keine Angabe | – | In den Übersichten der Fachstellen nicht genannt. Uns liegen keine belastbaren Angaben zur Verfügbarkeit vor. |
| Online (Versand) | Für heute keine | ab ca. 1 € | Lieferzeit reicht nicht mehr. Sinnvoll nur mit Blick auf die Finsternis 2027. |
Augenoptiker: die beste Chance – aber bitte mit Anruf
Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) ist die verlässlichste Stimme zur aktuellen Lage. Nach Angaben des Verbands bieten viele Betriebe Sonnenfinsternis-Brillen an; wegen der offenbar hohen Nachfrage seien manche aber schon ausverkauft. Eine Sprecherin fasst es gegenüber ZDFheute so zusammen: „Wie realistisch es ist, sehr kurzfristig noch eine Brille zu bekommen, hängt daher stark vom jeweiligen Betrieb und dessen Bestand ab.“
Der Verband empfiehlt deshalb, direkt bei einem Augenoptiker in der Nähe nachzufragen. Das hat einen zweiten, oft übersehenen Vorteil: Wer unsicher ist, ob eine bereits vorhandene oder neu gekaufte Brille tatsächlich für die Sonnenbeobachtung geeignet ist, kann sich dort beraten lassen.
1Anrufen statt hinfahren
Ein Anruf spart im Zweifel eine Stunde. Frag konkret nach vorrätigen Sonnenfinsternis-Brillen – nicht danach, ob der Betrieb sie generell führt. Das ist heute ein Unterschied.
2Mehrere Betriebe abklappern
Da der Bestand laut ZVA stark vom einzelnen Betrieb abhängt, lohnt sich die zweite und dritte Nummer auf der Liste – die Verteilung ist völlig ungleich.
3Nach Reservierung fragen
Wenn ein Betrieb noch welche hat, lass sie auf deinen Namen zurücklegen. Bis du dort bist, kann der Rest verkauft sein.
4Alte Brille mitbringen
Der ZVA weist ausdrücklich auf die Beratungsmöglichkeit hin: Wer unsicher ist, ob eine vorhandene Brille geeignet ist, kann sie beim Optiker prüfen lassen.
dm, Rossmann & Co.: massenhaft gesucht, aber ohne belastbare Datenlage
„Sonnenfinsternis Brille Rossmann“ und „brillen sonnenfinsternis dm“ gehören heute zu den am stärksten steigenden Suchanfragen in Deutschland. Die Erwartungshaltung ist nachvollziehbar: Drogeriemärkte sind dicht, lange geöffnet und führen viel Saisonware.
An dieser Stelle müssen wir allerdings ehrlich sein: Belastbare Angaben zur Verfügbarkeit bei dm oder Rossmann liegen uns nicht vor. In den Übersichten der Fachstellen zu geeigneten Bezugsquellen tauchen Drogeriemärkte nicht auf. Genannt werden dort Geschäfte für Astronomiebedarf, Optiker, Buchhandlungen, Kamera- und Objektiv-Shops sowie Versandhäuser, dazu Elektronikhändler wie MediaMarkt, Optikversender wie Bresser sowie Planetarien und Sternwarten. Wer trotzdem in der Drogerie nachschaut, sollte das als Zufallstreffer einplanen – nicht als Strategie.
Keine fachliche Prüfung vor Ort
Selbst wenn eine Filiale Ware führt: Ob die Brille korrekt zertifiziert und unbeschädigt ist, kann dir dort in der Regel niemand fachlich bestätigen. Beim Optiker schon – darauf weist der ZVA ausdrücklich hin.
Verwechslungsgefahr im Regal
Achte darauf, dass du keine 3D-Kino-, Party- oder Effektbrille erwischst. Optisch ähneln sich die Pappgestelle – sicherheitstechnisch trennen sie Welten.
MediaMarkt und Elektronikmärkte
Elektronikhändler wie MediaMarkt werden ausdrücklich als Bezugsquelle für SoFi-Brillen genannt – ein Grund, warum „Media Markt Sonnenfinsternis Brille“ heute zu den steilsten Suchanstiegen zählt. Die Chancen sind real, aber filialabhängig. Der Vorteil gegenüber der Drogerie: Elektronikmärkte führen häufig zusätzlich Filter für Kameras und haben lange geöffnet. Auch hier gilt: erst anrufen, dann fahren.
Astroshops und Optikversender
Der spezialisierte Astronomiehandel ist die Quelle mit der höchsten Trefferquote – SoFi-Brillen gehören dort zum Dauersortiment. Auch Optikversender wie Bresser werden genannt. Das Problem heute ist nicht die Verfügbarkeit, sondern die Erreichbarkeit: Solche Anbieter haben selten eine Filiale um die Ecke, und der Versandweg ist für heute Abend versperrt.
Sternwarten und Planetarien: Brille plus Teleskopblick
Die vielleicht unterschätzteste Option. Planetarien und Sternwarten geben rund um den Beobachtungsabend teilweise Schutzbrillen aus – teils kostenlos, teils gegen einen kleinen Betrag. Die Volkssternwarte München etwa verkauft Brillen in kleinen Mengen für 6 Euro; das Bodensee Planetarium in Kreuzlingen bietet nach Angaben einer Sprecherin Sonderhefte mit einer Brille für 6 Schweizer Franken an.
Der eigentliche Gewinn liegt aber woanders: Vor Ort stehen geprüfte Sonnenteleskope. Die Sternwarte Überlingen stellt ihre mobilen Teleskope im Uferpark auf – zu sehen sei die Sonne dort im weißen Licht mit Sonnenflecken und im Wasserstofflicht mit Protuberanzen. Das ist ein Anblick, den keine Pappbrille liefert.
Bundesweite Aktion
Viele astronomische Einrichtungen laden im Rahmen der „Langen Nacht der Astronomie“ zur gemeinsamen Beobachtung – einige übertragen zusätzlich die totale Finsternis aus Spanien.
Oft ausgebucht, aber nicht immer
Große Sonderveranstaltungen sind vielerorts vergriffen. Offene Beobachtungen im Freien – etwa auf Wiesen, in Parks und an Aussichtspunkten – laufen dagegen meist ohne Anmeldung.
Doppelter Abend
Fast alle Termine sind auf beides ausgelegt: Sonnenfinsternis am Abend, Perseiden in der Nacht danach. Wer bleibt, bekommt zwei Ereignisse an einem Abend.
Fachliche Einordnung inklusive
Wer unsicher ist, ob die eigene Brille taugt, findet dort jemanden, der es beurteilen kann – und der erklärt, was gerade am Himmel passiert.
Was eine Sonnenfinsternis-Brille kosten darf
Sonnenfinsternis-Brillen sind Massenware aus Pappe und Filterfolie – der reale Materialwert ist gering. Genau deshalb lohnt ein nüchterner Blick auf die Preisspanne, gerade heute, wo Knappheit erfahrungsgemäß kreative Preisvorstellungen weckt.
Der übliche Rahmen
Die Preise starten laut Fachstellen bei etwa 99 Cent und können je nach Anbieter deutlich variieren. Bei Sternwarten sind rund 6 Euro ein üblicher Betrag.
Wann mehr in Ordnung ist
Stabilere Ausführungen mit breiten Bügeln und besserer Anlage am Gesicht kosten mehr – und sind für Kinder oder Brillenträger tatsächlich die bessere Wahl.
Wann du misstrauisch werden solltest
Zweistellige Beträge für eine einfache Pappbrille sind ein Knappheitsaufschlag, keine Qualitätsaussage. Der Preis sagt nichts über die Zertifizierung – nur die Kennzeichnung tut das.
Der Vergleichsmaßstab
Eine Lochkamera kostet nichts und gilt dem Bundesamt für Strahlenschutz als sicherste Methode. Kein Preis lässt sich damit rechtfertigen, dass es keine Alternative gäbe.
Woran du eine sichere Brille erkennst – die Prüfliste
Ob im Laden oder zu Hause in der Schublade: Diese vier Kriterien nennt das Bundesamt für Strahlenschutz. Sie lassen sich in zwanzig Sekunden durchgehen.
- CE-Kennzeichnung und Norm: Die Brille muss als sicher für den direkten Blick in die Sonne gekennzeichnet und mit dem CE-Symbol versehen sein. Die gültige Norm ist DIN EN ISO 12312-2:2015.
- Benutzungs- und Warnhinweise vorhanden: Das Bundesamt führt sie ausdrücklich als eines der Prüfkriterien auf.
- Folie vollkommen intakt: keine Kratzer, keine Löcher, keine Risse – insbesondere nicht am Übergang zwischen Filterfolie und Pappe. Beschädigte Brillen dürfen keinesfalls verwendet werden.
- Guter Sitz: Eine gute Schutzbrille verfügt laut BfS über extrabreite Bügel und liegt gut am Gesicht an, um den Einfall von Streustrahlung ins Auge zu reduzieren.
Der Zehn-Sekunden-Test zu Hause
Geeignete Folien lassen laut Bundesamt für Strahlenschutz maximal 0,001 Prozent des Sonnenlichts durch – das entspricht einer optischen Dichte von mindestens 5. Praktisch heißt das: Setz die Brille in einem hellen Innenraum auf, bevor du nach draußen gehst. Durch eine korrekte SoFi-Brille darfst du praktisch nichts sehen – keine Möbel, keine Fenster. Wirklich sichtbar sein sollte allein eine sehr helle Lampe, und auch die nur schwach. Erkennst du Umrisse im Raum, ist die Brille ungeeignet.
Halte sie anschließend gegen eine helle Lampe und suche die Folie systematisch nach Nadelstichen, Knicken und Rissen ab. Dieser Test ersetzt keine Zertifizierung, filtert aber offensichtlich untaugliche Exemplare zuverlässig aus.
Alte Brille aus der Schublade – noch verwendbar?
Eine häufige Frage in diesen Tagen. Das Bundesamt für Strahlenschutz macht dazu eine klare Vorgabe: Die Schutzbrille muss intakt sein; bei Folienbrillen darf die Folie keine Kratzer, Löcher und Risse am Übergang zwischen Filterfolie und Pappe oder sonstige Beschädigungen aufweisen. Beschädigte Brillen dürfen keinesfalls verwendet werden. Entscheidend ist damit der Zustand – nicht das Alter.
Kritisch: der Folienrand
Genau dort, wo die Folie in der Pappe steckt, lösen sich mit der Zeit Verklebungen. Das Bundesamt nennt diesen Übergang ausdrücklich als Prüfstelle – von vorn ist der Schaden kaum sichtbar.
Kritisch: Knicke und Nadelstiche
Eine geknickte Folie kann an der Knickkante Mikrolöcher haben. Gegen eine helle Lampe halten: Jeder erkennbare Lichtpunkt bedeutet aussortieren.
Ältere Brillen tragen die Norm nicht
Die aktuelle Norm DIN EN ISO 12312-2 stammt von 2015. Bei älteren Exemplaren fehlt sie – was die Prüfbarkeit erschwert. Im Zweifel beim Optiker vorzeigen.
Im Zweifel: nicht verwenden
Bei einem Bauteil, dessen Versagen dauerhafte Netzhautschäden bedeutet, ist „wird schon noch gehen“ das falsche Kriterium. Dann lieber die Lochkamera.
Vorsicht bei Restposten und Marktplatz-Ware
Wenn die regulären Kanäle leer sind, wandert die Suche zu Kleinanzeigen, Marktplätzen und Restposten. Dabei lohnt ein zweiter Blick: Auf Online-Marktplätzen finden sich Restbestände früherer Finsternisse. Solche Brillen können völlig in Ordnung sein – die Prüfkriterien des Bundesamts gelten dann aber umso strenger.
Kennzeichnung im Angebot prüfen
Stehen „DIN EN ISO 12312-2″ und „CE“ nicht ausdrücklich dabei, ist Vorsicht geboten. Formulierungen wie „UV-Schutz“ sind keine Zulassung für die Sonnenbeobachtung.
Zustand vor Übergabe ansehen
Bei privater Abholung die Folie gegen das Licht halten, bevor Geld fließt. Jeder Lichtpunkt ist ein Ausschlusskriterium – unabhängig vom Preis.
Keine Party- und 3D-Brillen
Effektbrillen mit Beugungsgitter zeigen bunte Muster um Lichtquellen und werden gelegentlich falsch deklariert. Sie bieten keinerlei Schutz.
Lieferzeit realistisch einschätzen
Ein Angebot, das erst morgen ankommt, löst das heutige Problem nicht. Für heute Abend zählt nur, was du physisch in der Hand hast.
Alles ausverkauft – die Notfallstrategie für heute Abend
Angenommen, du hast drei Optiker angerufen, warst im Elektronikmarkt und in der Drogerie – überall nichts. Das ist kein Grund, das Ereignis abzuschreiben. Andreas Quirrenbach, Leiter der Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl, gibt genau für diesen Fall eine klare Empfehlung: „Wenn Sie keine Schutzbrille bekommen können, dann können Sie sich eine Lochkamera basteln.“
1Lochkamera bauen
Ein größerer Karton, Butterbrotpapier, eine Reißzwecke – mehr braucht es laut Quirrenbach nicht. Das Bundesamt für Strahlenschutz nennt die Projektion die sicherste Methode, nicht bloß einen Ersatz.
2Zur Sternwarte fahren
Offene Beobachtungen laufen vielerorts ohne Anmeldung. Dort stehen geprüfte Sonnenteleskope, teils gibt es Brillen vor Ort – und jemanden, der erklärt, was zu sehen ist.
3Küchensieb statt Brille
Ein Nudelsieb projiziert Dutzende Sonnensicheln auf eine helle Fläche. Bei tiefstehender Sonne die Auffangfläche senkrecht halten, nicht flach auf den Boden.
4Livestream mitlaufen lassen
ZDF, ESA und NASA übertragen live – inklusive der totalen Finsternis aus Spanien, die in Deutschland ohnehin niemand sieht. Kein Ersatz für draußen, aber eine gute Ergänzung.
Was du in dieser Situation auf keinen Fall tun solltest
Wenn keine Brille aufzutreiben ist, wird der Griff zur Behelfslösung verlockend. Genau davor warnt das Bundesamt für Strahlenschutz namentlich: „Gefährlich sind etwa schwarze Filmstreifen, mit Kerzenruß geschwärzte Gläser, gefaltete Rettungsdecken, Sonnenbrillen, Schweißerbrillen oder Gletscherbrillen, Röntgenbilder und CDs“.
Andreas Vogel, Leiter des Olbers-Planetariums in Bremen, erklärt, warum all diese Hilfsmittel dasselbe Problem haben: „Solche Hilfsmittel blenden das sichtbare Licht aus, aber die unsichtbare schädliche Strahlung kommt trotzdem durch.“ Die Blendung verschwindet – der natürliche Schutzreflex damit auch.
Filter für Kamera, Smartphone und Teleskop – der oft vergessene Einkauf
Wer die Finsternis fotografieren will, braucht mehr als eine Brille für die eigenen Augen. Das Bundesamt für Strahlenschutz stuft die direkte Beobachtung der Sonne durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras als hochgefährlich ein – diese Geräte bündeln die Sonnenstrahlen zusätzlich. Im Fachhandel werden spezielle Filteraufsätze oder Folien angeboten, die vor der Optik des entsprechenden Geräts angebracht werden müssen.
Wie ernst die Lage ist, macht Andreas Vogel vom Olbers-Planetarium deutlich: „Mit einer Spiegelreflex-Kamera kann man innerhalb von Sekunden erblinden.“ Damit die Kamera durch die direkte Sonneneinstrahlung nicht beschädigt wird, sollte außerdem ein geeigneter Schutz für das Objektiv verwendet werden; solchen Schutz gebe es auch für Handykameras, damit der Kamerachip nicht überhitzt.
| Gerät | Was du brauchst | Wo erhältlich |
|---|---|---|
| Smartphone | Aufsteck- oder Klemmfilter – oder schlicht die SoFi-Brille vor die Linse halten | Fotofachhandel, Elektronikmärkte, Astroshops |
| System- oder Spiegelreflexkamera | Sonnenfilterfolie oder Filter vor dem Objektiv | Fotofachhandel, Astronomie-Fachhandel |
| Fernglas | Zwei Objektivfilter – für beide Öffnungen | Astronomie-Fachhandel |
| Teleskop | Geprüfter Objektivsonnenfilter, Sucher zusätzlich abdecken | Astronomie-Fachhandel |
Filter gehören vor die Optik
Das Bundesamt für Strahlenschutz ist hier eindeutig: Die Filter müssen vor der Optik des entsprechenden Geräts angebracht werden – nicht hinten ins Okular.
Keine improvisierten Filter
Rettungsdecke, Sonnenbrillengläser oder Folienreste vor dem Objektiv sind keine Lösung. Das BfS lehnt Schutzmittel „Marke Eigenbau“ ausdrücklich ab.
Der einfachste Handy-Trick
Andreas Vogel vom Olbers-Planetarium nennt eine Lösung, die sofort funktioniert: „Einfach mit dem Handy durch eine Sonnenfinsternisbrille fotografieren.“
Brennweite für echte Fotos
Für Kamerafotos empfiehlt Vogel: „Am besten nimmt man eine etwas größere Brennweite, ab 200 Millimeter Brennweite, perfekt sind 500 Millimeter.“
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Ohne Brille zusehen: die Livestreams am Finsternisabend
Ein Aspekt, der beim Brillenkauf oft untergeht: In Deutschland ist die Finsternis nur partiell. Die eindrucksvollen Bilder – die schwarze Sonnenscheibe, die Korona – gibt es nur im schmalen Kernschattenstreifen. Andreas Quirrenbach beschreibt, was dort passiert: „Da ist der Mond so genau vor der Sonne, dass er die Photosphäre der Sonne – die helle Sonnenscheibe – völlig verdeckt. Es wird dunkel wie in der Nacht. Man kann die äußeren, sehr dünnen Gasschichten der Sonne sehen.“ Wer diese Bilder sehen will, braucht keine Brille, sondern einen Bildschirm.
ZDF und Terra X
Harald Lesch und Jasmina Neudecker begleiten die totale Finsternis ab 20 Uhr aus Mallorca im ZDF-Streaming-Portal und auf dem YouTube-Kanal „Terra X Lesch & Co“, ab 20:15 Uhr in 3sat.
Im ZDF-Hauptprogramm
Bei entsprechenden Witterungsverhältnissen ist die Totalität von etwa 20:25 bis 20:35 Uhr auch im ZDF-Hauptprogramm zu sehen.
ESA und NASA
Die Europäische Raumfahrtagentur überträgt ab 19:30 Uhr live auf YouTube, die NASA streamt ab 19:15 Uhr unter anderem auf YouTube und NASA+.
Sternwarten vor Ort
Mehrere Einrichtungen übertragen zusätzlich selbst oder zeigen die Streams auf Großleinwand – teils kombiniert mit eigener Teleskopbeobachtung.
Zum ZDF-Livestream aus Mallorca
FAQ: Sonnenfinsternis-Brille kaufen
Wo gibt es Sonnenfinsternis-Brillen zu kaufen?
Als Bezugsquellen werden Geschäfte für Astronomiebedarf, Augenoptiker, Buchhandlungen, Kamera- und Objektiv-Shops sowie Versandhäuser genannt. Dazu kommen Elektronikhändler wie MediaMarkt, Optikversender wie Bresser sowie Planetarien und Sternwarten, die rund um Beobachtungsabende Brillen ausgeben. Die aussichtsreichste kurzfristige Anlaufstelle ist der Augenoptiker in der Nähe – idealerweise nach vorherigem Anruf.
Gibt es Sonnenfinsternis-Brillen bei dm oder Rossmann?
Dazu liegen uns keine belastbaren Angaben vor. In den Übersichten der Fachstellen zu geeigneten Bezugsquellen werden Drogeriemärkte nicht genannt. Ein Blick lohnt sich, wenn du ohnehin dort bist; als verlässliche Bezugsquelle einplanen solltest du sie nicht. Der Zentralverband der Augenoptiker verweist stattdessen ausdrücklich auf den Augenoptiker in der Nähe.
Hat MediaMarkt Sonnenfinsternis-Brillen?
Elektronikhändler wie MediaMarkt werden als Bezugsquelle für SoFi-Brillen genannt. Ob eine bestimmte Filiale heute noch Bestand hat, lässt sich pauschal nicht sagen – das ist filialabhängig. Ein Vorteil: Dort gibt es häufig auch Filter für Kameras. Ruf vorher an, statt hinzufahren.
Was kostet eine Sonnenfinsternis-Brille?
Die Preise starten laut Fachstellen bei etwa 99 Cent und variieren je nach Anbieter deutlich. Bei Sternwarten sind rund 6 Euro üblich – die Volkssternwarte München etwa verkauft Brillen in kleinen Mengen zu diesem Preis. Zweistellige Beträge für eine einfache Pappbrille sind ein Knappheitsaufschlag und kein Qualitätsmerkmal.
Woran erkenne ich, ob eine Brille sicher ist?
An vier Punkten, die das Bundesamt für Strahlenschutz nennt: Sie trägt das CE-Symbol und ist nach DIN EN ISO 12312-2:2015 als sicher für den direkten Blick in die Sonne gekennzeichnet; Benutzungs- und Warnhinweise sind vorhanden; die Folie ist vollständig intakt, ohne Kratzer, Löcher oder Risse am Übergang zur Pappe; und sie hat extrabreite Bügel und liegt gut am Gesicht an. Beschädigte Brillen dürfen keinesfalls verwendet werden.
Kann ich eine alte Brille noch benutzen?
Nur nach gründlicher Prüfung. Entscheidend ist der Zustand der Folie: Halte sie gegen eine helle Lampe und suche nach Nadelstichen, Knicken und Rissen – besonders am Übergang zwischen Folie und Pappe, den das Bundesamt ausdrücklich als Prüfstelle nennt. Jeder erkennbare Lichtpunkt bedeutet aussortieren. Da die aktuelle Norm von 2015 stammt, tragen ältere Brillen sie nicht; im Zweifel einem Augenoptiker vorlegen.
Reicht eine normale Sonnenbrille?
Nein, auf keinen Fall. Das Bundesamt für Strahlenschutz stellt klar, dass normale Sonnenbrillen zur Sonnenbeobachtung nicht geeignet sind und nicht verwendet werden dürfen. Geeignete Filterfolien lassen maximal 0,001 Prozent des Sonnenlichts durch; diese Anforderung geht über die Filtereigenschaften normaler Sonnenbrillen weit hinaus. Auch Astronom Andreas Quirrenbach wird deutlich: „Gucken Sie nie ohne eine Schutzbrille in die Sonne – auch nicht mit einer Sonnenbrille.“
Lohnt es sich, jetzt noch online zu bestellen?
Für heute Abend nicht – die Lieferzeit reicht nicht mehr. Wer online bestellt, sollte ohnehin darauf achten, ob die Brille tatsächlich noch rechtzeitig geliefert werden kann. Sinnvoll ist eine Bestellung höchstens mit Blick nach vorn: Am 2. August 2027 gibt es die nächste partielle Sonnenfinsternis über Deutschland.
Geben Sternwarten kostenlose Brillen aus?
Teilweise ja. Planetarien und Sternwarten geben rund um ihre Beobachtungsabende Schutzbrillen aus – teils kostenlos, teils gegen einen kleinen Betrag. Wichtiger als die Brille ist dort oft das Angebot vor Ort: geprüfte Sonnenteleskope, durch die sich die Sonne mit Sonnenflecken und Protuberanzen zeigt. Viele Sonderveranstaltungen sind allerdings ausgebucht; offene Beobachtungen im Freien laufen meist ohne Anmeldung.
Was mache ich, wenn ich keine Brille mehr bekomme?
Bau eine Lochkamera. Der Leiter der Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl empfiehlt genau das für diesen Fall: „Wenn Sie keine Schutzbrille bekommen können, dann können Sie sich eine Lochkamera basteln.“ Nötig seien ein größerer Karton und Butterbrotpapier. Das Bundesamt für Strahlenschutz bezeichnet die indirekte Projektion sogar als sicherste Methode – sie ist also kein Notbehelf, sondern die technisch sauberste Lösung.
Brauche ich für Kamera oder Smartphone einen eigenen Filter?
Ja. Das Bundesamt für Strahlenschutz stuft die direkte Beobachtung der Sonne durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras als hochgefährlich ein, weil diese Geräte die Sonnenstrahlen zusätzlich bündeln. Im Fachhandel gibt es spezielle Filteraufsätze und Folien; sie müssen vor der Optik angebracht werden. Für das Handy nennt das Olbers-Planetarium eine einfache Lösung: durch eine Sonnenfinsternisbrille hindurch fotografieren.
Warum ist der Blick heute Abend besonders trügerisch?
Weil die Sonne tief steht und ein großer Teil bedeckt ist – beides senkt die gefühlte Gefahr, nicht die tatsächliche. Daniela Weiskopf vom Bundesamt für Strahlenschutz warnt deshalb ausdrücklich: „Man sollte sich weder durch die hohe Abdeckung der Sonne noch die einsetzende Dämmerung dazu verleiten lassen, die Augen weniger gut zu schützen“.
Kann ich die Finsternis auch ohne Brille erleben?
Ja, auf drei Wegen: über die indirekte Projektion mit Lochkamera oder Küchensieb, über den Besuch einer Sternwarte mit geprüften Sonnenteleskopen und über die Livestreams von ZDF (ab 20 Uhr), ESA (ab 19:30 Uhr) und NASA (ab 19:15 Uhr). Der Livestream hat sogar einen inhaltlichen Vorteil: Er zeigt die totale Finsternis mit Korona, die in Deutschland grundsätzlich nicht zu sehen ist.
Fazit: Ein Anruf beim Optiker – und ein Plan B, der nichts kostet
Die realistische Einschätzung für den heutigen Tag lautet: Der Augenoptiker in der Nähe ist die beste Chance – so sieht es auch der Zentralverband der Augenoptiker, der ausdrücklich zur direkten Nachfrage vor Ort rät. Danach folgen Astroshops, Elektronikmärkte, Foto- und Buchhandel sowie Sternwarten. Zu dm und Rossmann liegen uns dagegen keine belastbaren Angaben vor – sie werden von den Fachstellen schlicht nicht als Bezugsquelle geführt. Und für Online-Bestellungen ist der Zug abgefahren.
Was immer du kaufst: Die Prüfung dauert zwanzig Sekunden und entscheidet über alles. CE-Symbol, DIN EN ISO 12312-2:2015, Warnhinweise, unbeschädigte Folie. Und der einfachste Test überhaupt: Wer durch die Brille im Zimmer noch Umrisse erkennt, hält das falsche Produkt in der Hand.
Der Ablauf für die nächste Stunde
Erstens: Zwei, drei Augenoptiker in der Umgebung anrufen und gezielt nach vorrätigen Sonnenfinsternis-Brillen fragen – bei Erfolg reservieren lassen. Zweitens: Falls nichts verfügbar ist, eine Lochkamera bauen. Das ist kein Trostpreis, sondern laut Bundesamt für Strahlenschutz die sicherste Methode überhaupt. Drittens: Einen Platz mit freiem Blick nach Westen bis Nordwesten suchen – zum Maximum steht die Sonne nur noch etwa vier Grad über dem Horizont. Und in keinem Fall: Sonnenbrille, Schweißerbrille, Rettungsdecke, CD oder rußgeschwärztes Glas. Diese Behelfslösungen stehen alle namentlich auf der Warnliste des Bundesamts.
Quellen
- ZDFheute (dpa): Wo es noch Schutzbrillen für die Sonnenfinsternis gibt – Angaben des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen, Bezugsquellen, Sendezeiten
- Bundesamt für Strahlenschutz: Partielle Sonnenfinsternis am 12.08.2026 – Tipps für Sonnengucker – Prüfkriterien, Grenzwerte, Warnliste
- SWR Aktuell: Interview mit Andreas Quirrenbach, Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl
- buten un binnen (Radio Bremen): Andreas Vogel, Olbers-Planetarium Bremen, zu Schutz und Fotografie
- wissenschaft.de: Daniela Weiskopf, Bundesamt für Strahlenschutz
- muenchen.de: Partielle Sonnenfinsternis über München – Preise der Volkssternwarte
- SWR Aktuell: Bodensee Planetarium und Sternwarte Überlingen
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Sicherheits- und Verfügbarkeitshinweis
Angaben zu Verfügbarkeit, Sortimenten und Preisen beruhen auf den oben verlinkten, öffentlich zugänglichen Quellen zum Redaktionsschluss und können sich jederzeit und filialweise unterschiedlich darstellen. Wir führen keine eigenen Bestandsabfragen bei einzelnen Händlern durch – bitte erfrage die Verfügbarkeit direkt vor Ort. Sicherheitsangaben folgen den Empfehlungen des Bundesamts für Strahlenschutz. Dieser Artikel ersetzt keine augenärztliche Beratung. Prüfe jede Schutzbrille selbst auf Kennzeichnung und Unversehrtheit. Treten nach der Beobachtung dauerhafte Flecken im Sichtfeld, verzerrtes oder verschwommenes Sehen auf, wende dich zeitnah an eine augenärztliche Praxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Für die visuelle Gestaltung verwenden wir neben eigenen und bereitgestellten Aufnahmen auch Symbolbilder und Illustrationen. Diese können im Rahmen der Erstellung oder Bearbeitung mithilfe digitaler Werkzeuge entstehen oder angepasst werden. Soweit für einzelne Inhalte gesetzliche Transparenz- oder Kennzeichnungspflichten bestehen, werden diese entsprechend kenntlich gemacht.


