Drohnen-Checkliste 2026: Vor dem Start, während des Flugs und nach der Landung
Eine vollständige Drohnen-Checkliste beginnt nicht bei Akku und Propellern. Vor jedem Flug müssen auch Betriebskategorie, geografische UAS-Gebiete, Wetter, Sichtverbindung, unbeteiligte Personen, Startplatz, Pilotenzustand und Notfallverfahren geprüft werden. Erst wenn rechtliche, menschliche, technische und betriebliche Voraussetzungen zusammenpassen, ist eine belastbare Startentscheidung möglich.
Die EU-Drohnenregeln schreiben für gewöhnliche Flüge in OPEN keine bestimmte Papier- oder PDF-Checkliste vor. UAS.OPEN.060 verpflichtet den Fernpiloten jedoch dazu, vor dem Start unter anderem aktuelle Informationen über relevante Flugbeschränkungen einzuholen, die Betriebsumgebung zu prüfen und sicherzustellen, dass das UAS für den vorgesehenen Betrieb geeignet und in einem sicheren Zustand ist. Eine Checkliste ist deshalb das praktischste Werkzeug, um diese Prüfungen konsequent und wiederholbar durchzuführen.
Dieser Ratgeber führt durch den vollständigen Ablauf: von Registrierung, Versicherung und DIPUL über Wetter, Propeller, Akkus, GNSS, Homepoint und Return-to-Home bis zu Sichtkontakt, Abbruchkriterien, Notlandung, Datensicherung und Nachflugkontrolle. Die kostenlose drohnen.de-PDF ist als kompakte Vorder-/Rückseite für private und gewerbliche Flüge ausgelegt.
- Kostenlose PDF-Checkliste
- Recht & DIPUL
- Technischer Vorflugcheck
- Flug & Nachflug
- Notfallkarte
Kostenlose Drohnen-Checkliste als PDF für Vorder- und Rückseite
Die folgende drohnen.de-Checkliste fasst die wichtigsten Prüfungen auf zwei übersichtlichen A4-Seiten zusammen. Sie ist für den Ausdruck als Vorder-/Rückseite gedacht und kann vor dem Flug, während des Betriebs und nach der Landung direkt abgehakt werden.
Download: Drohnen-Checkliste als PDF
- Recht, Pilot, Registrierung, Nachweise und Versicherung
- DIPUL, geografische UAS-Gebiete, Luftraum und Wetter
- Gehäuse, Propeller, Motoren, Akkus und Fernsteuerung
- GNSS/GPS, Homepoint, RTH, Failsafe und Remote ID
- Kontrollen während des Flugs und nach der Landung
- GO-/STOP-Entscheidung und kompakte Notfallkarte
- Notizfeld und drei klare Sicherheitsregeln
📄 Drohnen-Checkliste kostenlos herunterladen
Die Vorlage ist allgemein gehalten und eignet sich als Arbeitshilfe für private sowie gewerbliche Einsätze. Für SPECIFIC, STS, LUC oder individuell genehmigte Betriebsmodelle muss sie um die verbindlichen Punkte aus Betriebshandbuch, Erklärung, Genehmigung, SORA und Notfallplan ergänzt werden.
📄 Drohnen-Checkliste als PDF öffnen
Wichtig: Eine Checkliste ist keine Flugfreigabe
Ein vollständig ausgefülltes Blatt beweist nicht automatisch, dass ein Flug zulässig ist. Maßgeblich bleiben die aktuell geltenden Vorschriften, die veröffentlichten geografischen UAS-Gebiete, das Herstellerhandbuch, die konkrete Umgebung und gegebenenfalls die Bedingungen einer Erklärung oder Betriebsgenehmigung. Eine grüne Anzeige in einer Hersteller-App ersetzt ebenfalls keine eigenständige Rechts- und Sicherheitsprüfung.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Vor jedem Flug müssen nicht nur Drohne und Akku, sondern auch Pilot, Einsatzort, Luftraum, Wetter und unbeteiligte Personen geprüft werden.
- In OPEN gibt es keine vorgeschriebene Universal-PDF. Der Fernpilot hat aber konkrete Prüfpflichten aus UAS.OPEN.060.
- Die offizielle deutsche Karten- und Informationsquelle für geografische UAS-Gebiete ist DIPUL. Bedingungen eines Gebiets müssen gelesen werden; ein bloßer Blick auf eine farbige Karte reicht nicht.
- Ein technisch startbereites UAS kann rechtlich unzulässig sein. Ein rechtlich möglicher Flug kann technisch trotzdem unsicher sein.
- Akku, Propeller, Motoren, GNSS, Homepoint und RTH gehören zum Standardcheck. Zwangskalibrierungen vor jedem Flug dagegen nicht.
- Abbruchkriterien werden vor dem Start festgelegt: Personen im Bereich, bemannter Verkehr, Signalprobleme, Wind, Niederschlag, Warnmeldungen oder zu geringe Akkureserve.
- Nach der Landung folgen Technikprüfung, Dokumentation, Datensicherung und gegebenenfalls Wartungssperre.
- Im Zweifel gilt: nicht starten oder kontrolliert landen.
Sieben gefährliche Kurzschlüsse
- „Die App zeigt grün, also darf ich fliegen“: Herstellerkarten und Geofencing ersetzen nicht automatisch DIPUL, örtliche Bedingungen oder Freigaben.
- „Der Akku ist voll, also ist er in Ordnung“: Ein aufgeblähter, beschädigter, kalter oder überhitzter Akku bleibt ungeeignet.
- „Viele Satelliten bedeuten perfekte Navigation“: Umgebung, Signalqualität und Mehrwegeffekte können die Position trotzdem beeinträchtigen.
- „Hindernissensoren verhindern jede Kollision“: Glas, Leitungen, dünne Äste, Dunkelheit und Gegenlicht bleiben problematisch.
- „Kompass vor jedem Flug kalibrieren“: Eine unnötige Kalibrierung in gestörter Umgebung kann mehr schaden als nutzen.
- „120 Meter sind überall erlaubt“: Geografische UAS-Gebiete, Kontrollzonen und Genehmigungen können strengere Grenzen vorgeben.
- „Ein kurzer Testflug braucht keine Planung“: Auch ein kurzer Flug kann Menschen, Luftverkehr, Eigentum und Daten betreffen.
Inhaltsverzeichnis
- Kostenlose PDF-Checkliste
- Ist eine Drohnen-Checkliste vorgeschrieben?
- Die sechs Phasen des sicheren Flugs
- Recht, Betriebskategorie und Nachweise
- DIPUL, Luftraum und geografische UAS-Gebiete
- Personen, Startplatz und Bodenrisiko
- Datenschutz, Grundstück und Aufnahmen
- Wetter, Wind und Umweltbedingungen
- Pilot und Crew
- Technischer Vorflugcheck
- Akku und Energie
- GNSS, Homepoint, RTH und Sensoren
- Startfreigabe und Schwebetest
- Kontrolle während des Flugs
- Abbruch und Notfall
- Nachflugkontrolle
- Wartung und regelmäßige Prüfungen
- Nacht, Indoor, Wasser, Baustelle und Natur
- Praxisbeispiele
- Häufige Fehler
- FAQ
Ist eine Drohnen-Checkliste gesetzlich vorgeschrieben?
Für einen gewöhnlichen Betrieb in der offenen Kategorie schreibt die Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 kein bestimmtes gebundenes Checklistenheft und keine einheitliche PDF vor. Daraus folgt jedoch nicht, dass der Fernpilot ohne systematische Prüfung starten darf.
UAS.OPEN.060 verlangt vor Aufnahme des Betriebs unter anderem, dass der Fernpilot die passende Kompetenz besitzt, aktuelle Informationen über relevante Flugbeschränkungen einholt, die Betriebsumgebung prüft und sicherstellt, dass das UAS für den geplanten Betrieb geeignet und in einem sicheren Zustand ist. Außerdem muss die Fernsteuerung ordnungsgemäß funktionieren und die Masse beziehungsweise Konfiguration zur beabsichtigten Unterkategorie passen.
Die Checkliste ist das Werkzeug – nicht die Rechtsgrundlage
Die rechtliche Pflicht besteht in der tatsächlichen Prüfung und sicheren Durchführung. Die Checkliste hilft, keinen Punkt zu vergessen und die Prüfung nachvollziehbar zu organisieren. Ein Häkchen ohne echte Kontrolle hat deshalb keinen Wert.
In SPECIFIC, bei STS-01 oder STS-02, in einem LUC-System oder bei individuell genehmigten Missionen kann eine betriebliche Checkliste verbindlicher Bestandteil des Operations Manual, der Standardverfahren oder der Betriebsgenehmigung sein. Dann gilt nicht die allgemeine Internetvorlage, sondern die freigegebene betriebliche Version.
Die sechs Phasen einer vollständigen Drohnen-Checkliste
| Phase | Zeitpunkt | Zentrale Fragen |
|---|---|---|
| 1. Planung | Stunden oder Tage vorher | Welche Kategorie, welches UAS, welcher Ort, welche Freigabe und welcher Zweck? |
| 2. Einsatzortprüfung | Vor Abfahrt und vor Ort | DIPUL, Luftraum, Wetter, Personen, Hindernisse und Startfläche? |
| 3. Technischer Preflight | Unmittelbar vor dem Start | Propeller, Motoren, Akku, Steuerung, GNSS, Homepoint, RTH und Sensoren? |
| 4. Startentscheidung | Direkt vor dem Abheben | Sind alle kritischen Punkte erfüllt oder gilt STOP? |
| 5. Flugüberwachung | Während der Mission | VLOS, Luftverkehr, Personen, Akku, Wind, Signal, Höhe und Warnungen? |
| 6. Nachflug | Nach der Landung | Schäden, Akku, Daten, Warnmeldungen, Dokumentation und Wartungsbedarf? |
Rechtscheck vor dem Drohnenflug
Eine gute Checkliste beginnt mit der Frage, ob der geplante Betrieb überhaupt in der vorgesehenen Form zulässig ist. Erst danach folgt die Technik. Der Rechtscheck sollte mindestens Betriebskategorie, Unterkategorie, UAS-Klasse, Betreiberregistrierung, Fernpiloten-Nachweise, Versicherung und örtliche Einschränkungen umfassen.
Betriebskategorie und Unterkategorie bestimmen
- Liegt der Betrieb in OPEN, SPECIFIC oder ausnahmsweise CERTIFIED?
- Bei OPEN: A1, A2 oder A3?
- Passt die C-Klasse beziehungsweise die Bestandsdrohne zur Unterkategorie?
- Bleibt die tatsächliche Startmasse inklusive Zubehör und Nutzlast innerhalb der Grenzen?
- Kann direkter Sichtkontakt eingehalten werden?
- Kann die grundsätzlich geltende maximale Flughöhe eingehalten werden?
- Werden die Regeln gegenüber unbeteiligten Personen und Menschenansammlungen eingehalten?
- Erfordert der geplante Betrieb eine Erklärung, ein Standardszenario oder eine Betriebsgenehmigung?
Die EU-Systematik trennt nicht primär zwischen Hobby und Gewerbe. Entscheidend sind Risiko und Betriebsbedingungen. Eine bezahlte Dachaufnahme kann in OPEN zulässig sein, während ein nicht kommerzieller Forschungsflug wegen BVLOS, Höhe oder Umgebung in SPECIFIC fallen kann.
Betreiberregistrierung und e-ID
Registriert wird in der offenen und speziellen Kategorie grundsätzlich der UAS-Betreiber. Eine Registrierung kann auch bei einem UAS unter 250 Gramm erforderlich sein, wenn es mit einem Sensor zur Erfassung personenbezogener Daten – typischerweise einer Kamera – ausgestattet ist und keine Ausnahme greift.
- Ist die Betreiberregistrierung noch gültig und aktuell?
- Ist die e-ID ordnungsgemäß am UAS angebracht?
- Ist die Betreiberkennung im System zur direkten Fernidentifizierung hinterlegt, soweit erforderlich?
- Ist klar, wer Betreiber und wer Fernpilot ist?
Kompetenznachweis und Fernpilotenzeugnis
- Ist ein A1/A3-Kompetenznachweis erforderlich und vorhanden?
- Ist für den geplanten A2-Betrieb ein Fernpilotenzeugnis A2 erforderlich?
- Ist eine STS-Qualifikation oder zusätzliche betriebliche Einweisung erforderlich?
- Sind die Nachweise gültig und unterwegs verfügbar?
- Kennt der Pilot das eingesetzte Modell, seine Flugmodi und Systemgrenzen?
Haftpflichtversicherung
Vor dem Start sollte nicht nur geprüft werden, ob irgendeine Versicherung existiert. Relevant ist, ob der konkrete Betreiber, das eingesetzte UAS, der private oder gewerbliche Zweck, das Einsatzland und gegebenenfalls besondere Betriebsarten tatsächlich erfasst sind.
- Policennummer und Versicherungsnachweis verfügbar?
- Deckung für privaten beziehungsweise gewerblichen Einsatz?
- Ausreichende Deckungssumme?
- Besondere Nutzlast oder genehmigter Betrieb mitversichert?
- Laufzeit und mögliche Ausschlüsse geprüft?
DIPUL, geografische UAS-Gebiete, Luftraum und NOTAM
Für Deutschland ist die Digitale Plattform Unbemannte Luftfahrt – DIPUL – die zentrale offizielle Informationsplattform für geografische UAS-Gebiete. Entscheidend ist nicht nur die Farbe auf der Karte. Zu jedem betroffenen Gebiet müssen die hinterlegten Bedingungen, Ausnahmen, Abstände, Zustimmungen und möglichen Freigabeverfahren gelesen werden.
Eine Herstellerkarte ersetzt DIPUL nicht
DJI FlySafe, Autel-Geofencing und andere Herstellerdienste verfolgen eigene technische und betriebliche Zwecke. Ein nicht gesperrter Startknopf ist keine behördliche Erlaubnis. Umgekehrt kann ein Herstellerbereich technisch gesperrt sein, obwohl ein Flug mit den erforderlichen Freigaben rechtlich möglich wäre.
Vor dem Flug prüfen
- Flugplätze, Flughäfen, Kontrollzonen und Hubschrauberlandeplätze
- Bundesstraßen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen
- Wohngrundstücke und sensible private Bereiche
- Industrieanlagen, Energieanlagen und kritische Infrastruktur
- Behörden, Justizvollzugsanstalten und militärische Bereiche
- Naturschutzgebiete und weitere Schutzflächen
- temporäre Flugbeschränkungen und aktuelle Einsatzlagen
- NOTAM, soweit für Ort, Luftraum und Art des Betriebs relevant
- Polizei-, Rettungs-, Feuerwehr- oder Katastrophenschutzeinsätze
- Modellflugplätze, Fallschirmsprung-, Segelflug- oder sonstige Luftfahrtaktivitäten
Die rechtliche Kartenprüfung sollte möglichst bereits vor der Anfahrt erfolgen und vor Ort nochmals aktualisiert werden. Temporäre Veränderungen, mobile Einsatzlagen oder kurzfristige Flugbeschränkungen können einen ursprünglich möglichen Betrieb unzulässig oder unsicher machen.
Unbeteiligte Personen, Startplatz und Bodenrisiko
Vor dem Start muss die reale Umgebung geprüft werden. Eine Satellitenkarte kann weder den aktuellen Publikumsverkehr noch ein neu errichtetes Gerüst, einen Kran, eine Baustellenzufahrt oder spielende Kinder zeigen.
Personen richtig bewerten
- Sind unbeteiligte Personen anwesend?
- Können Personen während des Flugs unerwartet in den Bereich eintreten?
- Gibt es Gehwege, Radwege, Haltestellen, Einfahrten oder öffentliche Flächen?
- Liegt eine Menschenansammlung vor?
- Sind beteiligte Personen tatsächlich eingewiesen und mit dem Betrieb einverstanden?
- Kann ein kontrollierter Bodenbereich hergestellt und überwacht werden?
- Gibt es einen Helfer, Beobachter oder Absperrposten?
Hindernisse und Gefahren
- Bäume, Äste und Vegetation
- Strom-, Telefon- und Abspannleitungen
- Kräne, Gerüste, Masten, Antennen und Windenergieanlagen
- Dachüberstände, Schornsteine und Glasfassaden
- fahrende Fahrzeuge, Maschinen und öffnende Türen
- Wasserflächen und fehlende Notlandemöglichkeiten
- Vögel, Nutztiere und Wildtiere
- starke elektromagnetische Quellen und große Metallflächen
Geeigneter Start- und Landeplatz
- eben, trocken und ausreichend groß
- frei von Sand, Staub, hohem Gras, Schnee und losen Teilen
- freie Propellerzone und freie Abflugrichtung
- keine starke magnetische Beeinflussung
- gute Sicht des Piloten auf UAS und Luftraum
- RTH-Landung und alternative Landung möglich
Grundstück, Datenschutz, Persönlichkeitsrechte und Bildaufnahmen
Luftrechtliche Zulässigkeit, Startberechtigung und Aufnahmebefugnis sind unterschiedliche Fragen. Ein Flug kann luftrechtlich möglich sein, obwohl der Start vom privaten Grundstück nicht erlaubt ist oder die geplanten Aufnahmen datenschutzrechtlich problematisch sind.
- Darf der Start- und Landeplatz genutzt werden?
- Ist die Zustimmung des Eigentümers oder Besitzers erforderlich?
- Werden Personen identifizierbar aufgenommen?
- Werden Fenster, Gärten, Kennzeichen oder nicht öffentliche Bereiche erfasst?
- Ist die Aufnahme für den konkreten Zweck erforderlich?
- Kann der Kamerawinkel oder Aufnahmebereich reduziert werden?
- Wer erhält Zugriff auf die Daten?
- Wie lange werden Bilder, Videos und Fluglogs gespeichert?
- Müssen Personen informiert oder Bereiche gekennzeichnet werden?
- Werden unnötige Daten gelöscht beziehungsweise Gesichter oder Kennzeichen unkenntlich gemacht?
Wettercheck: Wind, Böen, Temperatur, Sicht und Niederschlag
„Wetter geprüft“ ist als Checklistenpunkt zu ungenau. Die Beurteilung muss zum UAS, zum Flugprofil, zur Umgebung und zur geplanten Dauer passen.
| Wetterfaktor | Warum relevant? | Prüffrage |
|---|---|---|
| Wind | Abdrift, Rückflugreserve, Positionierung | Liegt der Wind deutlich innerhalb der Hersteller- und Betriebsgrenzen? |
| Böen | Plötzliche Last- und Lageänderung | Sind Böen und Turbulenzen an Kanten, Gebäuden oder Hängen berücksichtigt? |
| Temperatur | Akku, Elektronik, Pilot und Mobilgerät | Liegt die gesamte Ausrüstung im zulässigen Temperaturbereich? |
| Niederschlag | Elektronik, Sensoren und Sicht | Ist das UAS ausdrücklich für die Bedingungen geeignet? |
| Sicht | VLOS und Hinderniserkennung | Bleiben Lage und Flugrichtung jederzeit eindeutig erkennbar? |
| Sonnenstand | Blendung von Pilot, Kamera und Sensoren | Liegt die Flugroute ungünstig gegen die Sonne? |
| Entwicklung | Wetter kann während des Flugs kippen | Wie verändert sich das Wetter im gesamten Missionszeitraum? |
Wind am Boden ist nicht Wind in Flughöhe
Oberhalb von Dächern, Baumkronen und Geländekanten kann der Wind deutlich stärker sein. Zwischen Gebäuden entstehen Düseneffekte; hinter Hindernissen können Rotoren und Turbulenzen auftreten. Für den Rückflug gegen den Wind muss eine deutliche Energiereserve eingeplant werden.
Kälte und Hitze
Kälte kann die Spannung von Lithium-Akkus unter Last schneller einbrechen lassen. Hitze kann Akku, Smartphone, Tablet oder Fernsteuerung überlasten. Ein Akku sollte weder eiskalt gestartet noch unmittelbar nach einem heißen Flug geladen werden. Herstellerangaben zu Temperatur, Lagerung und Ladebedingungen sind verbindlich zu beachten.
Pilot und Crew: Bin ich heute wirklich flugtauglich?
Der Pilot ist ein sicherheitskritischer Teil des Systems. Müdigkeit, Alkohol, Medikamente, Krankheit, Stress, Zeitdruck und Ablenkung können die Entscheidungsfähigkeit stärker beeinträchtigen als ein technischer Fehler.
- ausgeruht und konzentriert
- kein Alkohol oder psychoaktive Substanzen
- keine beeinträchtigenden Medikamente
- keine akute Krankheit oder Verletzung
- geeignete Sichtkorrektur und wettergerechte Kleidung
- ausreichende Modell- und Missionskenntnis
- kein Zeitdruck durch Kunde, Licht oder Termin
- Abbruchentscheidung ohne äußeren Druck möglich
Crew-Briefing
- Wer ist verantwortlicher Fernpilot?
- Wer beobachtet Luftraum, UAS oder Bodenbereich?
- Welche Kommunikationsbegriffe werden verwendet?
- Welches Wort löst einen sofortigen Abbruch aus?
- Welche Person darf den Start freigeben?
- Wo befinden sich Notlandeflächen?
- Wie wird bei bemanntem Luftverkehr reagiert?
- Wie wird bei Signalverlust, Akkuproblem oder Personen im Bereich reagiert?
Technischer Vorflugcheck der Drohne
Die technische Kontrolle muss dem Herstellerhandbuch entsprechen. Sie beginnt mit einer Sichtprüfung und endet erst nach Systemstart, plausibler Telemetrie und einem kurzen kontrollierten Schwebetest.
Gehäuse, Arme und Landegestell
- keine Risse, Verformungen oder losen Teile
- Arme vollständig ausgeklappt und verriegelt
- Landegestell unbeschädigt
- Schrauben und Steckverbindungen fest
- Lüftungsöffnungen frei
- Sensoren sauber
- Gimbal-Schutz und Transportteile entfernt
- Nutzlast sicher befestigt
Propeller
- richtiger Propellertyp am richtigen Motor
- korrekte Drehrichtung und sichere Befestigung
- keine Risse, Kerben oder Verformungen
- keine ausgeschlagenen Klappgelenke
- keine losen Schrauben
- keine auffälligen Vibrationen oder Verfärbungen
- Ersatzpropeller vorhanden
Beschädigte Propeller nicht „noch einmal testen“
Propeller sind hoch belastete Verschleißteile. Eine kleine Kerbe oder feine Beschädigung kann sich unter Last vergrößern. Auffällige Propeller werden ersetzt, nicht im nächsten Flug weiterbeobachtet.
Motoren
- frei drehbar
- keine Fremdkörper
- kein Schleifen oder ungewöhnliches Geräusch
- kein auffälliges Spiel an Achse oder Lager
- keine übermäßige Wärme aus dem vorherigen Betrieb
Fernsteuerung, App und Mobilgerät
- Fernsteuerungsakku ausreichend geladen
- Sticks, Schalter und Tasten funktionieren
- Antennen unbeschädigt und korrekt ausgerichtet
- Halterung und Kabel sicher
- Display ausreichend hell
- richtige App und richtiges UAS verbunden
- Karten beziehungsweise Offlinekarten geladen
- störende Anrufe und Benachrichtigungen reduziert
- keine ungeklärte kritische Systemmeldung
- individuelle Tastenbelegung bekannt
Firmware und Updates
Ein wichtiges Firmwareupdate sollte nicht ungetestet unmittelbar vor einem Kundenauftrag installiert werden. Updates können Einstellungen verändern, Funktionen zurücksetzen oder eine neue Kalibrierung erfordern. Nach Aktualisierungen sollte ein kontrollierter Funktionstest beziehungsweise Testflug erfolgen.
Akku-Check: Ladezustand allein reicht nicht
- Akku ist für das UAS vorgesehen
- Gehäuse ohne Risse, Druckstellen oder Aufblähung
- Kontakte sauber und trocken
- Akku korrekt eingesetzt und verriegelt
- Temperatur im zulässigen Bereich
- ausreichender Ladezustand für Mission und Reserve
- Zellspannungen plausibel, soweit angezeigt
- keine Fehlermeldung oder auffällige Historie
- Zyklenzahl und Wartungsstatus beachtet
Die gesamte Energiekette prüfen
- UAS-Akku
- Fernsteuerungsakku
- Smartphone oder Tablet
- externe Remote-ID-Hardware
- Funkgeräte und Beobachtertechnik
- Beleuchtung für Nachtbetrieb
Die notwendige Reserve ist nicht für jeden Flug identisch. Wind, Temperatur, Akkualter, Nutzlast, Höhe, Entfernung und Flugprofil verändern den Energiebedarf. Ein langer Rückweg gegen den Wind muss frühzeitig berücksichtigt werden.
GNSS/GPS, Kompass, IMU, Homepoint und Return-to-Home
GNSS und Position
- Satelliten- und Positionsstatus stabil
- Kartenposition entspricht dem tatsächlichen Standort
- Homepoint korrekt gesetzt
- keine Warnung zu Navigation oder Positionsqualität
- Startplatz nicht unmittelbar auf stark magnetischer Oberfläche
- Verhalten bei GNSS-Verlust bekannt
Eine hohe Satellitenzahl allein garantiert keine exakte Position. Abschattung, Reflexionen an Fassaden, Stahlkonstruktionen oder Mehrwegeffekte können die Navigation beeinträchtigen.
Kompass und IMU
Kompass und IMU werden nach Herstellerangaben sowie bei begründetem Bedarf kalibriert. Eine routinemäßige Kalibrierung auf einem Fahrzeugdach, neben Stahlbeton, einem Kanaldeckel, Hochspannungsanlagen oder großen Metallkonstruktionen kann falsche Referenzwerte erzeugen.
Homepoint und RTH-Höhe
- Homepoint tatsächlich am gewünschten Ort?
- RTH-Landezone frei?
- RTH-Höhe über relevanten Hindernissen?
- RTH-Höhe nicht unnötig hoch?
- Verhalten bei Signalverlust bekannt?
- Verhalten bei niedrigem Akkustand bekannt?
- manueller Eingriff und Abbruch des RTH bekannt?
Eine pauschal extrem hohe RTH-Höhe ist keine universelle Sicherheitslösung. Sie kann Energie verbrauchen, in ungünstige Windschichten führen und rechtliche Höhenbegrenzungen berühren. Die Einstellung muss zum konkreten Einsatzort passen.
Hindernissensoren
- Sensorflächen sauber und unbeschädigt
- gewünschtes Verhalten – Bremsen, Umfliegen oder deaktiviert – geprüft
- Erfassungsrichtungen bekannt
- Grenzen bei Glas, Leitungen, dünnen Ästen und strukturlosen Flächen berücksichtigt
- Grenzen bei Dunkelheit, Nebel, Gegenlicht und Sportmodus berücksichtigt
Unmittelbar vor dem Start: GO oder STOP
Die letzte Startentscheidung fällt erst nach Systemstart und Prüfung der realen Umgebung. Ein sauberer Ablauf verhindert, dass der Pilot nach langer Vorbereitung aus Gewohnheit startet, obwohl ein kritischer Punkt offen ist.
- Startfläche und Propellerzone nochmals frei prüfen.
- Menschen warnen beziehungsweise Bereich sichern.
- Motorstart beobachten und auf auffällige Geräusche achten.
- Telemetrie, GNSS, Homepoint und Akkustand kontrollieren.
- Langsam und kontrolliert abheben.
- Kurzen Schwebetest in sicherer Höhe durchführen.
- Steuerreaktionen, Position, Vibration, Kamera und Signal prüfen.
- Erst danach die eigentliche Mission beginnen.
GO
Alle sicherheitsrelevanten Punkte sind erfüllt. Rechtslage, Umgebung, Pilot und Technik sind beherrschbar. Es besteht eine sichere Rückkehr- und Landemöglichkeit.
STOP
Ein kritischer Punkt ist ungeklärt: Defekt, Warnmeldung, unsichere Rechtslage, Personen im Bereich, ungeeignetes Wetter, fehlende Sicht, unpassender Startplatz oder unzureichende Akkureserve. Nicht starten.
Checkliste während des Flugs
Während des Flugs darf eine Checkliste nicht zu lang sein. Die Aufmerksamkeit bleibt beim UAS, beim Luftraum und bei der Umgebung.
- direkte Sichtverbindung und erkennbare Fluglage
- bemannter Luftverkehr
- unbeteiligte Personen und Veränderungen am Boden
- Flughöhe und Entfernung
- geografische und betriebliche Grenzen
- Akkustand und Rückflugreserve
- Wind, Abdrift und Wetteränderung
- Steuer- und Videosignal
- GNSS-, Kompass- und Systemstatus
- sicherer Rückweg und Notlandeflächen
Vorrang der bemannten Luftfahrt
Nähert sich ein bemanntes Luftfahrzeug oder entsteht Unsicherheit über einen möglichen Konflikt, ist der UAS-Betrieb so zu ändern oder zu beenden, dass kein Risiko entsteht. Je nach Situation bedeutet das Flugweg freihalten, Höhe reduzieren oder sicher landen.
Abbruchkriterien und kompakte Notfallkarte
Ein professioneller Pilot entscheidet nicht erst im Problemfall, wann abgebrochen wird. Klare Kriterien werden vor dem Start festgelegt.
Typische Abbruchgründe
- Person betritt den Sicherheits- oder Betriebsbereich
- bemanntes Luftfahrzeug nähert sich
- direkte Sichtverbindung wird unsicher
- Wind oder Böen übersteigen den internen Grenzwert
- Niederschlag, Nebel oder starke Blendung beginnt
- GNSS-, Kompass-, IMU- oder Motorwarnung
- Steuer- oder Videosignal wird instabil
- Akkureserve reicht nicht mehr komfortabel für Rückflug und Landung
- ungewöhnliche Vibration oder Geräusch
- Vogelangriff oder Tiergefährdung
- tatsächliche Umgebung weicht wesentlich von der Planung ab
- Pilot oder Crew verliert Übersicht oder Konzentration
| Ereignis | Sofortreaktion |
|---|---|
| Bemanntes Luftfahrzeug | Flugweg freihalten, Konflikt vermeiden, Höhe reduzieren und gegebenenfalls landen. |
| Signalverlust | Failsafe-/RTH-Verhalten beobachten, Landezone und Luftraum sichern, Eingriff vorbereiten. |
| GNSS-/Kompassproblem | Ruhig manuell stabilisieren, Abstand zu Hindernissen schaffen und kontrolliert landen. |
| Kritischer Akku | Unverzüglich sichere Landung einleiten; Mission nicht fortsetzen. |
| Person im Bereich | Flug abbrechen, Abstand herstellen und erst bei sicherer Lage fortsetzen. |
| Kollision oder Absturz | Menschen schützen, Gefahrenbereich sichern, Akku beachten und Flugdaten erhalten. |
Nach einem ernsten Ereignis
- Menschen schützen und Erste Hilfe leisten.
- Weitere Gefahren – insbesondere durch beschädigte Akkus – verhindern.
- Rettungsdienst oder Feuerwehr verständigen, wenn erforderlich.
- UAS nicht vorschnell erneut einschalten oder verändern.
- Fotos, Telemetrie, Logs und Zeugenangaben sichern.
- Betreiber, Auftraggeber und Versicherung informieren.
- mögliche behördliche Meldepflicht prüfen.
- UAS bis zur technischen Freigabe sperren.
Nachflugkontrolle nach der Landung
- Motoren aus und UAS gegen Wiederanlaufen gesichert
- Akku entnommen beziehungsweise System ordnungsgemäß ausgeschaltet
- Akku auf Temperatur, Aufblähung und Beschädigung geprüft
- Propeller, Motoren, Gehäuse und Landegestell kontrolliert
- Gimbal, Kamera, Sensoren und Nutzlast geprüft
- Warnmeldungen und ungewöhnliche Beobachtungen notiert
- Flugzeit, Starts, Landungen und Akku-ID dokumentiert
- Bild-, Video- und Flugdaten gesichert
- Wartungsbedarf vermerkt
- Start- und Landeplatz sauber hinterlassen
Daten und Dokumentation
- Dateien eindeutig benennen
- Fluglogs und Telemetrie sichern
- Backup getrennt vom Einsatzgerät erstellen
- Kundendaten und private Aufnahmen sauber trennen
- nicht benötigte personenbezogene Daten löschen
- Datenübergabe dokumentieren
- Speicherkarten erst nach erfolgreicher Sicherung formatieren
Was nicht vor jedem Flug, aber regelmäßig geprüft werden sollte
| Intervall | Typische Prüfungen |
|---|---|
| Vor jedem Flug | Sichtprüfung, Propeller, Akku, Steuerung, GNSS, Homepoint, RTH, Umgebung, Wetter und Personen |
| Regelmäßig | gründliche Reinigung, Motoren, Lager, Schrauben, Propellerwechsel, Akkuzyklen, Zellabweichungen, Firmware und Testflug |
| Nach Ereignissen | harte Landung, Propellerkontakt, Kollision, Regen, Sand, Transportstoß, Überhitzung, Warnmeldung oder starkem Spannungseinbruch |
| Nach Lagerung | Akkuzustand, Firmware, Dichtungen, Mechanik, Steuerung, Kalibrierstatus und kontrollierter Testflug |
Zusätzliche Checklisten für besondere Einsätze
Nachtflug
- rechtliche Zulässigkeit und örtliche Bedingungen
- grünes Blinklicht, soweit für den Betrieb vorgeschrieben
- Fluglage und Position eindeutig erkennbar
- beleuchteter und gesicherter Startplatz
- keine Blendung des Piloten
- reduzierte Entfernungs- und Höhenlimits erwägen
- Notlandung ohne Kamerabild möglich
Indoor
- kein oder unzuverlässiges GNSS
- Drift und manueller Flug beherrschbar
- Propellerschutz sinnvoll beziehungsweise erforderlich
- Glasflächen, Decke, Lüftung und Metallkonstruktionen
- Personen, Fluchtwege und empfindliche Gegenstände
- schnelles Abschaltverfahren nach Kontakt
Gebäude- und Dachinspektion
- Leitungen, Antennen, Schornsteine und Dachüberstände
- Auf- und Abwinde an Fassaden und Dachkanten
- GNSS-Abschattung und Reflexionen
- Glasfassaden und dünne Hindernisse
- keine Personen unter dem Flugweg
- Rückwärtsflug besonders absichern
Baustelle
- Kranbetrieb und bewegliche Maschinen
- Baustellenverkehr und wechselnde Personen
- Staub, Sand und lose Materialien
- Abstimmung mit Bauleitung oder Sicherheitskoordination
- Absperrung und Kommunikation
- Arbeitsschutzzweck dokumentieren
Wasser und Boot
- Wind und fehlende Notlandefläche
- Salz-, Spritzwasser und Reflexionen
- beweglicher Homepoint bei Bootsbetrieb
- ausreichende Rückflugreserve
- automatische Landung auf bewegtem Untergrund vermeiden
- Bergungs- und Rettungsmöglichkeit
Wald, Landwirtschaft und Natur
- Baumkronen, Äste und Stromleitungen
- Wind oberhalb des Waldes
- Wildtiere, Brutzeiten und Schutzgebiete
- Maschinen, Tiere und betriebliche Abläufe
- eingeschränkte Sicht und schlechte Notlandeflächen
- Eigentums- und Nutzungsrechte
Praxisbeispiele für die Anwendung der Checkliste
Beispiel 1: Freizeitflug mit einer Mini-Drohne
Der Pilot plant einen kurzen Landschaftsflug. Vor Ort prüft er DIPUL, Wetter und Startfläche. Trotz eines technisch fehlerfreien UAS wird der Flug verschoben, weil sich unerwartet viele Spaziergänger im geplanten Bereich aufhalten und ein sicherer Flugweg nicht gewährleistet werden kann. Die Checkliste verhindert einen Start aus Gewohnheit.
Beispiel 2: Gewerbliche Dachinspektion
Zusätzlich zu den OPEN-Bedingungen werden Auftrag, Objekt, Eigentümerzustimmung, Datenschutz und Versicherung geprüft. Die RTH-Höhe wird über den höchsten relevanten Aufbau gelegt. Wegen starker Böen an der Dachkante wird die Mission nach dem Schwebetest abgebrochen, obwohl der Wind am Boden unauffällig erschien.
Beispiel 3: Baustellenflug
Die Baustelle verändert sich täglich. Eine Vorabkarte reicht nicht. Vor dem Start werden Kranbewegungen, Gerüste, Zufahrten und Beschäftigte neu bewertet. Ein Helfer überwacht den Zugang zum Startbereich. Der Flug beginnt erst nach gemeinsamer Freigabe durch Pilot und Baustellenverantwortlichen.
Beispiel 4: Flug nach einem Firmwareupdate
Nach dem Update sind RTH-Höhe und Hindernisverhalten neu eingestellt. Ein kontrollierter Testflug zeigt die Änderung, bevor ein Kundenauftrag begonnen wird. Ohne Checkliste wäre die Mission möglicherweise mit unpassenden Standardwerten gestartet.
Die häufigsten Fehler bei Drohnen-Checklisten
- Nur Technik, kein Recht: Akku und Propeller sind geprüft, Geozone und Betriebskategorie aber nicht.
- Nur Karte, keine Bedingungen: Der Pilot sieht eine farbige Zone, liest aber die konkreten Regeln nicht.
- Vorabplanung ohne Vor-Ort-Prüfung: Personen, Kräne und Hindernisse haben sich geändert.
- Checkboxen aus Gewohnheit: Punkte werden abgehakt, ohne tatsächlich geprüft zu werden.
- Keine Abbruchwerte: Wind, Akkureserve und Sicht werden erst im Problemfall bewertet.
- RTH als Allheilmittel: Homepoint oder Höhe sind unpassend eingestellt.
- Update am Einsatzort: Neue Firmware wird ohne Funktionstest eingesetzt.
- Zwangskalibrierung: Kompass wird auf einer magnetisch gestörten Fläche kalibriert.
- Hindernissensoren überschätzt: Leitungen, Glas oder dünne Äste werden nicht erkannt.
- Nachflug vergessen: Warnungen, Akkuschäden oder Datenverlust bleiben unbemerkt.
- Zu lange In-Flight-Liste: Der Pilot liest statt den Luftraum zu beobachten.
- Keine Versionspflege: Betriebliche Checklisten passen nicht mehr zur aktuellen Genehmigung oder Firmware.
FAQ zur Drohnen-Checkliste
Ist eine Drohnen-Checkliste gesetzlich vorgeschrieben?
Für gewöhnliche OPEN-Flüge ist keine bestimmte Papier- oder PDF-Vorlage vorgeschrieben. Der Fernpilot muss vor dem Start aber konkrete Prüfpflichten erfüllen. Eine Checkliste ist das sinnvollste Werkzeug, um diese systematisch abzuarbeiten.
Was muss vor jedem Drohnenflug geprüft werden?
Mindestens Pilot und Nachweise, Betriebskategorie, geografische UAS-Gebiete, Umgebung, unbeteiligte Personen, Wetter, UAS-Zustand, Propeller, Akku, Fernsteuerung, GNSS, Homepoint und sichere Rückkehr- beziehungsweise Landemöglichkeiten.
Reicht die DJI-FlySafe-Karte aus?
Nein. Herstellerkarten und Geofencing ersetzen nicht automatisch die offiziellen geografischen UAS-Gebiete und deren Bedingungen. Für Deutschland ist DIPUL die zentrale offizielle Informationsplattform.
Muss ich immer NOTAM prüfen?
Die Relevanz hängt von Ort, Luftraum, Betriebsart und Risiko ab. Der Fernpilot muss aktuelle Informationen zu relevanten Flugbeschränkungen einholen. Bei professionellen, flugplatznahen oder komplexeren Einsätzen gehört eine passende NOTAM-Prüfung zum Standardverfahren.
Muss der Kompass vor jedem Flug kalibriert werden?
Nein. Kalibrierungen erfolgen nach Herstellerangaben oder bei begründetem Bedarf. Eine unnötige Kalibrierung in magnetisch gestörter Umgebung kann problematisch sein.
Wie hoch sollte Return-to-Home eingestellt sein?
So hoch, dass relevante Hindernisse im vorgesehenen Bereich sicher berücksichtigt werden, aber nicht unnötig hoch. Gesetzliche, geografische und genehmigte Höhenlimits bleiben maßgeblich.
Wann ist ein Akku nicht mehr flugtauglich?
Bei Aufblähung, Beschädigung, auffälligen Zellspannungen, Kontaktproblemen, unzulässiger Temperatur, kritischer Warnung oder deutlichem Leistungseinbruch. Ein hoher Ladezustand allein ist kein Qualitätsnachweis.
Reichen Hindernissensoren für einen sicheren Flug?
Nein. Hindernissensoren sind Assistenzsysteme. Glas, dünne Leitungen, Äste, Gegenlicht, Dunkelheit oder bestimmte Flugmodi können ihre Wirkung begrenzen.
Was ist beim Homepoint zu prüfen?
Ob er tatsächlich am gewünschten Ort gespeichert wurde, die Landezone frei ist und das Failsafe-Verhalten zur Mission passt. Bei beweglichem Startpunkt, etwa von einem Boot, sind besondere Verfahren erforderlich.
Was gehört in den Schwebetest?
Stabile Position, plausible Telemetrie, korrekte Steuerreaktionen, keine ungewöhnlichen Vibrationen oder Geräusche, funktionierende Kamera sowie stabile Steuer- und Videoverbindung.
Welche Punkte müssen während des Flugs überwacht werden?
Sichtverbindung, bemannter Luftverkehr, Personen, Flughöhe, Entfernung, Akkureserve, Wind, Signalqualität, GNSS-Status, Warnmeldungen und sichere Rückkehrmöglichkeiten.
Wann muss ein Flug abgebrochen werden?
Sobald die sichere Durchführung nicht mehr gewährleistet ist, beispielsweise bei Personen im Bereich, bemanntem Verkehr, Signalproblemen, zu starkem Wind, Niederschlag, kritischen Warnungen, unzureichender Akkureserve oder verlorenem Überblick.
Was muss nach der Landung kontrolliert werden?
Akku, Propeller, Motoren, Gehäuse, Landegestell, Kamera, Gimbal und Sensoren. Zusätzlich werden Warnmeldungen, Flugzeit, besondere Ereignisse und Wartungsbedarf dokumentiert sowie Medien und Fluglogs gesichert.
Kann die Checkliste laminiert und wiederverwendet werden?
Ja. Für die Eigenanwendung kann sie doppelseitig gedruckt, laminiert und mit einem abwischbaren Stift verwendet werden. Ereignisse und Wartungsangaben sollten bei Bedarf zusätzlich dauerhaft dokumentiert werden.
Reicht die allgemeine Checkliste für SPECIFIC oder STS?
Nein, nicht automatisch. Sie muss um alle verbindlichen Punkte aus Betriebshandbuch, Standardszenario, Erklärung, Betriebsgenehmigung, SORA und Notfallplan ergänzt oder durch die freigegebene betriebliche Checkliste ersetzt werden.
Fazit: Gute Drohnenflüge beginnen vor dem Einschalten
Eine Drohnen-Checkliste ist weit mehr als ein kurzer Technikcheck. Sie verbindet Recht, Luftraum, Wetter, Pilot, Personenrisiko, UAS-Zustand, Energie, Navigation, Notverfahren und Nachbereitung zu einer einzigen Startentscheidung.
Wer konsequent prüft, verhindert nicht jeden Zwischenfall – reduziert aber vermeidbare Fehler. Entscheidend ist nicht die Zahl der Häkchen, sondern die ehrliche Antwort auf eine einfache Frage: Sind Rechtslage, Umgebung, Pilot und Technik heute wirklich beherrschbar? Falls nicht, lautet die richtige Entscheidung STOP.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag und die PDF stellen allgemeine Informationen und eine redaktionelle Arbeitshilfe bereit. Sie ersetzen keine Rechtsberatung, Einzelfallprüfung, behördliche Genehmigung, Herstelleranweisung oder ein genehmigtes Betriebshandbuch. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen EU- und nationalen Vorschriften, geografischen UAS-Gebiete sowie konkrete Erklärungen, Genehmigungen und Betriebsverfahren.
Weitere Quellen, Informationen und offizielle Dokumente
- Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 auf EUR-Lex
- EASA Easy Access Rules for Unmanned Aircraft Systems
- EASA: Betrieb in der offenen Kategorie
- LBA: UAS-Betreiberregistrierung
- LBA: Anforderungen an Fernpiloten
- DIPUL: Geografische UAS-Gebiete
- DIPUL: Digitale Plattform Unbemannte Luftfahrt
- EASA: Specific Operations Risk Assessment (SORA)


