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Quantum Systems Reliant: 10-Stunden-VTOL-Drohne im Check

Quantum Systems Reliant: Die 10-Stunden-VTOL-Drohne für Langstreckenaufklärung im großen Technik-Check

Langstrecken-ISR · Group 2 UAS · 10+ Stunden · Hybrid-VTOL · Edge AI · GNSS-denied · modulare Nutzlasten

Mehr als zehn Stunden Ausdauer, senkrechter Start ohne Piste, bis zu zwei austauschbare Nutzlasten und KI-Verarbeitung direkt an Bord: Mit der Reliant positioniert Quantum Systems eine deutlich größere Aufklärungsdrohne oberhalb von Twister und Vector AI. Das System soll aus nur zwei Transportkoffern heraus von einem Zweierteam in weniger als zehn Minuten einsatzbereit gemacht werden und große Räume dauerhaft überwachen – von abgelegenen Landflächen über Dächer und Fahrzeuge bis hin zu Schiffen.

Die Reliant ist keine klassische Kameradrohne und auch kein bewaffnetes Kampfflugzeug im engeren Sinn. Sie ist als langreichweitige ISR- und RSTA-Plattform ausgelegt: Intelligence, Surveillance and Reconnaissance sowie Reconnaissance, Surveillance and Target Acquisition. Ihr Kernauftrag besteht darin, Sensoren lange in der Luft zu halten, Daten bereits während des Fluges zu analysieren und die gewonnenen Informationen in militärische Führungs- und Lagebildsysteme einzuspeisen.

Dieser Artikel führt die verfügbaren Informationen aus Herstellerunterlagen, Produktseite, Präsentationen, Vorführberichten und Fachmedien zusammen. Er erklärt Technik, Nutzlasten, Autonomie, Kommunikation, Einsatzkonzept und strategische Bedeutung – und trennt zugleich bestätigte Spezifikationen von älteren oder widersprüchlichen Angaben.

Informationsstand: 22. Juli 2026 · Technische Angaben können sich je nach Konfiguration, Marktversion und Entwicklungsstand unterscheiden.

  • Quantum Systems Reliant
  • 10+ Stunden Flugzeit
  • 4,3 Meter Spannweite
  • Hybrid-VTOL
  • bis zu 160 km Datenlink
  • Edge AI
  • EO/IR, SIGINT und EW
  • GNSS-denied
Die Reliant verbindet den senkrechten Start eines Multicopters mit der Effizienz eines Starrflüglers. Das System ist für lange ISR- und RSTA-Missionen ohne Startbahn, Katapult oder Fangvorrichtung ausgelegt. Bild: Quantum Systems

Quantum Systems Reliant in 30 Sekunden

SystemklasseGroup 2 Hybrid-VTOL-UAS
Ausdauermehr als 10 Stunden
Spannweite4,30 Meter
Länge2,38 Meter
Abflugmasse35 kg laut US-Datenblatt; 33 kg auf globaler Produktseite
Nutzlastbis zu 9 kg laut Datenblatt
Datenlinkbis zu 160 Kilometer
Einsatzbereitunter 10 Minuten, zwei Personen
  • Start ohne Infrastruktur: Senkrechter Start und senkrechte Landung auf einer Fläche von ungefähr 10 × 10 Metern.
  • Lange Verweildauer: Ein Verbrennungsmotor für schwere Kraftstoffe ermöglicht mehr als zehn Stunden Flugzeit.
  • Modulare Sensorik: Zwei wechselbare Nutzlastschächte unterstützen unter anderem EO/IR, Radar, SIGINT, elektronische Kampfführung und zusätzliche Datenlinks.
  • KI an Bord: Zwei NVIDIA-Jetson-Orin-NX-Module verarbeiten Sensordaten direkt im Fluggerät.
  • Robuste Navigation: VIO, SLAM, Sensorfusion, CRPA und Anti-Jamming-Funktionen sollen Missionen auch bei gestörtem GNSS und unter elektronischer Kampfführung ermöglichen.
  • Offene Architektur: ROS- und Docker-basierte Software sowie die Einbindung externer Nutzlasten sollen Abhängigkeiten von proprietären Einzellösungen reduzieren.
  • Koalitionsfähig: Quantum Systems nennt unter anderem TAK, SitaWare, Kropyva und FacNav als kompatible Führungs- und Lagebildsysteme.
  • Keine Consumer-Drohne: Die Reliant ist für Streitkräfte, Grenzschutz, maritime Überwachung und andere professionelle Sicherheitsaufgaben konzipiert.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist die Quantum Systems Reliant?
  2. Von der Vorstellung 2024 zur Vorführung 2026
  3. Technische Daten im Überblick
  4. Warum sich Gewichts-, Nutzlast- und KI-Angaben unterscheiden
  5. Hybrid-VTOL: Warum die Bauform entscheidend ist
  6. Verbrennungsmotor und Heavy-Fuel-Konzept
  7. Start, Transport und Einsatz durch zwei Personen
  8. Nutzlasten und Sensorpakete
  9. Edge AI: Was die Bord-KI leisten soll
  10. Navigation ohne verlässliches GPS
  11. Datenlink, SATCOM und Verschlüsselung
  12. MOSAIC UXS und offene Systemarchitektur
  13. Mögliche Einsatzprofile
  14. Reliant im Systemverbund mit Twister und Vector AI
  15. Reliant im offiziellen Video
  16. Stärken, Grenzen und offene Fragen
  17. FAQ
  18. Quellen und Dokumente
  19. Fazit

Was ist die Quantum Systems Reliant?

Die Reliant ist ein unbemanntes Starrflügelsystem mit vertikaler Start- und Landefähigkeit. In der US-amerikanischen Einordnung wird sie als „Group 2 UAS“ bezeichnet. Diese Kategorie beschreibt vergleichsweise leichte taktische Drohnen oberhalb typischer handgestarteter Kleinsysteme, aber deutlich unter großen MALE- oder HALE-Plattformen mit mehreren hundert oder tausend Kilogramm Abflugmasse.

Das Fluggerät soll eine Fähigkeitslücke schließen: Kleine elektrische Aufklärungsdrohnen sind schnell und flexibel einsetzbar, ihre Ausdauer und Nutzlastreserven bleiben jedoch begrenzt. Größere Starrflügler fliegen länger und tragen leistungsfähigere Sensoren, benötigen häufig aber Startbahnen, Katapulte, Fangsysteme oder umfangreiche Bodenmannschaften. Reliant verbindet daher drei Eigenschaften:


Senkrechtstart

Die Drohne startet und landet auf engem Raum, ohne Piste, Katapult, Fangnetz oder Fallschirm.

Starrflügel-Effizienz

Nach dem Übergang in den Vorwärtsflug erzeugen die Tragflächen Auftrieb und ermöglichen eine wesentlich längere Ausdauer als bei einem reinen Multicopter.

Große Sensorreserven

Zwei modulare Nutzlastbereiche und eine hohe Nutzlastkapazität erlauben anspruchsvollere Sensor- und Kommunikationspakete.

Autonome Datenverarbeitung

KI-Module sollen Ziele, Veränderungen und Bewegungsmuster bereits an Bord erkennen, anstatt ausschließlich Rohvideo an eine Bodenstation zu übertragen.

Quantum Systems beschreibt das System mit dem Leitsatz „Intelligence Without the Infrastructure“. Gemeint ist nicht, dass die Drohne völlig ohne Bodenkomponenten auskommt. Vielmehr soll sie ohne klassische fliegerische Infrastruktur wie Startbahn, Hangar, Katapult oder Rückholgerät betrieben werden können.

Von der Vorstellung 2024 zur öffentlichen Vorführung 2026

Quantum Systems stellte die Reliant erstmals im Mai 2024 auf der SOF Week in Tampa vor. Frühere Veröffentlichungen nannten bereits mehr als zehn Stunden Ausdauer, eine Spannweite von rund 3,9 Metern, eine Sichtlinien-Reichweite von bis zu 160 Kilometern, zwei Sensorpositionen und zusätzliche Nutzlastreserven.

Bis 2026 wurde das System sichtbar weiterentwickelt. Ein im April 2026 veröffentlichtes Datenblatt führt eine Spannweite von 4,3 Metern, eine Länge von 2,38 Metern, bis zu neun Kilogramm Nutzlast und zwei NVIDIA-Jetson-Orin-Module auf. Am 21. Juli 2026 wurde die Reliant bei einer Demonstration auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels in Bayern gezeigt. Berichte über diese Vorführung betonten besonders die mehr als zehnstündige Einsatzdauer, den Start von unterschiedlichen Plattformen und die Fähigkeit, auch bei zeitweisen Verbindungsabbrüchen weiter Informationen zu erfassen.

Wichtig: „Neu vorgestellt“ bedeutet nicht „erst 2026 entwickelt“

Mehrere Nachrichten vom Juli 2026 vermitteln den Eindruck einer vollständig neuen Drohne. Tatsächlich wurde die Reliant bereits 2024 öffentlich präsentiert. Neu waren 2026 vor allem der weiterentwickelte technische Stand, aktuelle Herstellerunterlagen und die öffentlichkeitswirksame Vorführung in Hohenfels.

1
Mai 2024Erste öffentliche Vorstellung auf der SOF Week in Tampa als langreichweitige VTOL-Aufklärungsplattform.
2
2024 bis 2025Weiterentwicklung von Nutzlastintegration, Kommunikation, Autonomie und Einbindung in die „Family of Systems“ von Quantum Systems.
3
April 2026Aktualisiertes US-Datenblatt mit detaillierten Leistungs-, Nutzlast- und Sensorangaben.
4
21. Juli 2026Demonstrationsflug in Hohenfels mit Schwerpunkt auf langanhaltender Aufklärung und geringem logistischem Aufwand.

Technische Daten der Reliant im Überblick

Merkmal Aktueller Wert beziehungsweise Angabe Einordnung
Bauart Hybrid-VTOL-Starrflügler Senkrechter Start und Landung, effizienter Tragflächenflug
Systemklasse Group 2 UAS US-militärische Größen- und Leistungskategorie
Spannweite 4,30 m Aktuelles Herstellerdatenblatt 2026
Länge 2,38 m Aktuelles Herstellerdatenblatt 2026
Maximale Abflugmasse 35 kg im US-Datenblatt; 33 kg auf der globalen Produktseite Herstellerquellen sind nicht vollständig konsistent
Maximale Nutzlast bis zu 9 kg Abhängig von Sensor-, Kraftstoff- und Missionskonfiguration
Flugzeit mehr als 10 Stunden Herstellerangabe; reale Ausdauer hängt von Mission und Umwelt ab
Reisegeschwindigkeit rund 25 m/s beziehungsweise etwa 90 km/h Im Datenblatt als Cruise Speed ausgewiesen
Windtoleranz 15 m/s am Boden, 17 m/s in der Luft US-Datenblatt; globale Seite nennt 15 m/s
Maximale Betriebshöhe 4.572 m MSL 15.000 ft über mittlerem Meeresspiegel
Datenlink-Reichweite bis zu 160 km Konfigurations- und umgebungsabhängig
Frequenzbereiche 2,2–2,5 GHz und 4,4–4,9 GHz Weitere Frequenzen je nach Variante möglich
Verschlüsselung AES-256 Herstellerangabe zum Datenlink
KI-Hardware 2 × NVIDIA Jetson Orin beziehungsweise Orin NX Aktuelle Produktseite und Datenblatt
Schutzklasse IP55 Geschützt gegen Staub und Strahlwasser im definierten Umfang
Transport zwei robuste Transportkoffer Passend für Fahrzeuge der G-Klasse-/Hilux-Größenordnung
Aufbauzeit unter 10 Minuten Zweierteam, werkzeugloses Konzept
Start-/Landefläche etwa 10 × 10 m Keine Startbahn oder Startvorrichtung nötig

Warum sich Gewichts-, Nutzlast- und KI-Angaben unterscheiden

Bei der Recherche fallen mehrere voneinander abweichende Werte auf. Das ist bei einem noch weiterentwickelten militärischen System nicht ungewöhnlich, muss aber transparent benannt werden.

Merkmal Frühere beziehungsweise alternative Angabe Aktueller Stand
Spannweite rund 3,9 m in frühen Berichten von 2024 4,3 m in Herstellerunterlagen 2026
Abflugmasse 33 kg auf der globalen Produktseite 35 kg im US-Datenblatt vom April 2026
Nutzlast zwei Sensoren plus ungefähr 3 kg zusätzliche Kapazität in frühen Berichten bis zu 9 kg maximale Nutzlast im Datenblatt 2026
KI-Rechner teils drei Jetson-Orin-Systeme in älteren Partnerangaben zwei Jetson-Orin-NX-Module in aktuellen Herstellerquellen

Die wahrscheinlichste Erklärung ist eine Kombination aus Prototypenentwicklung, unterschiedlichen Marktvarianten und abweichender Definition. „Maximale Nutzlast“ ist nicht zwingend identisch mit „zusätzlich verfügbarer Nutzlast“, wenn ein primärer Sensor bereits eingerechnet ist. Ebenso kann die maximale Abflugmasse je nach Zulassung, Treibstoffmenge, Fahrwerk oder Missionspaket variieren.

Keine Scheingenauigkeit bei militärischen Leistungsdaten

Die genannten Werte stammen überwiegend vom Hersteller und beschreiben technische Ziel- oder Maximalleistungen. Reichweite, Ausdauer und Nutzlast lassen sich nicht gleichzeitig unter allen Bedingungen maximieren. Wetter, Höhe, Treibstoff, Sensorpaket, Datenlink, Reserveanforderungen und Missionsprofil verändern die tatsächlich nutzbare Leistung.

Hybrid-VTOL: Warum die Bauform für Reliant entscheidend ist

Ein reiner Multicopter erzeugt seinen gesamten Auftrieb über Rotoren. Das macht ihn extrem beweglich und erlaubt präzises Schweben, kostet aber viel Energie. Ein klassischer Starrflügler nutzt seine Tragflächen und ist im Vorwärtsflug deutlich effizienter, benötigt dafür jedoch normalerweise eine Start- und Landestrecke oder spezielle Hilfsmittel.

Reliant kombiniert beide Prinzipien. Beim Start erzeugen vertikal ausgerichtete Rotoren den Auftrieb. Nach dem Erreichen einer sicheren Höhe wechselt die Plattform in den Vorwärtsflug; die Tragflächen übernehmen den Großteil der Auftriebsarbeit. Bei der Landung erfolgt der umgekehrte Übergang.

Keine Startbahn

Geeignet für abgelegene Stellungen, Schiffe, Dächer, Fahrzeuge oder zerstörte Infrastruktur.

Keine Fangvorrichtung

Weder Netz noch Seil noch Fallschirmbergung sind für den regulären Betrieb erforderlich.

Lange Flächenabdeckung

Der Starrflügelflug reduziert den Energiebedarf und ermöglicht eine wesentlich größere Reichweite und Ausdauer.

Flexible Verlegung

Das System kann näher am Einsatzraum aufgebaut und nach der Mission schnell umgesetzt werden.

Der Preis für diese Flexibilität ist technische Komplexität. Übergänge zwischen Vertikal- und Horizontalflug, Motorsteuerung, Schwerpunkt, Windverhalten und automatische Landung müssen zuverlässig funktionieren. Bei einer 35-Kilogramm-Plattform ist ein Fehler wesentlich folgenreicher als bei einer kleinen elektrischen Aufklärungsdrohne.

Verbrennungsmotor und Heavy-Fuel-Konzept: Warum Reliant nicht rein elektrisch fliegt

Für eine Ausdauer von mehr als zehn Stunden setzt Quantum Systems auf einen Verbrennungsmotor, der mit schweren Kraftstoffen kompatibel sein soll. Im militärischen Umfeld sind damit häufig logistisch verfügbare Kraftstoffe wie Kerosin- oder Dieselderivate gemeint. Das genaue zugelassene Kraftstoffspektrum hängt von der jeweiligen Ausführung ab.

Der Vorteil liegt in der hohen Energiedichte flüssiger Kraftstoffe. Batterien sind für kleine und mittlere VTOL-Drohnen attraktiv, weil sie leise, wartungsarm und einfach zu regeln sind. Für zehn Stunden Flugzeit, hohe Nutzlast und Reserven bei einer Plattform dieser Größe würde ein rein elektrisches System jedoch sehr große und schwere Akkus benötigen.

Hohe Energiedichte

Flüssiger Kraftstoff liefert deutlich mehr nutzbare Energie pro Kilogramm als heutige Batteriesysteme.

Militärische Logistik

Heavy-Fuel-Kompatibilität soll die Nutzung vorhandener Versorgungsketten erleichtern.

Schnelles Wiederbetanken

Ein Tankvorgang kann schneller sein als das Laden großer Flugakkus, sofern Kraftstoff und Wartungspersonal verfügbar sind.

Höhere Signatur

Verbrennungsmotoren erzeugen mehr Geräusch, Wärme, Vibrationen und Wartungsbedarf als rein elektrische Systeme.

Die VTOL-Rotoren können je nach Architektur elektrisch oder über ein hybrides Energiesystem angetrieben werden; die öffentlich verfügbaren Unterlagen beschreiben die vollständige Antriebsarchitektur nicht im Detail. Sicher bestätigt ist der Heavy-Fuel-Verbrennungsmotor als zentrales Element für die Langzeitausdauer.

Transport, Aufbau und Einsatz durch ein Zweierteam

Ein Kernversprechen der Reliant ist der geringe Infrastrukturbedarf. Das gesamte Fluggerät soll in zwei robusten Koffern transportiert werden können. Quantum Systems nennt Fahrzeuge in der Größenordnung eines Mercedes G oder Toyota Hilux als geeignete Transportplattformen.

Der Aufbau erfolgt werkzeuglos und soll weniger als zehn Minuten beanspruchen. Für Start und Landung reicht laut Hersteller eine ungefähr 10 × 10 Meter große Fläche. Damit lässt sich das System prinzipiell an Orten einsetzen, die für konventionelle Starrflügler ungeeignet wären.

1
Transport und EntladungZwei Koffer enthalten Fluggerät, Komponenten und missionsrelevante Ausrüstung.
2
Werkzeugloser AufbauTragflächen, Leitwerk, VTOL-Komponenten und Nutzlasten werden montiert und geprüft.
3
MissionsplanungRoute, Sensoraufgabe, Kommunikationswege, Notfallpunkte und autonome Verhaltensregeln werden geladen.
4
Vertikaler StartDie Reliant steigt auf engem Raum auf und wechselt anschließend in den effizienten Vorwärtsflug.
5
Autonome ISR-MissionSensoren erfassen den Raum, die Bord-KI priorisiert relevante Beobachtungen und passt bei Bedarf die Route an.
6
Vertikale RückkehrDas System kehrt zum vorgesehenen Landepunkt zurück und landet ohne Fang- oder Rückholgerät.

„Zwei Personen“ bedeutet dabei nicht zwangsläufig, dass über die gesamte Mission nur zwei Menschen beteiligt sind. Je nach Auftrag können zusätzliche Sensorbediener, Nachrichtenauswerter, Funkpersonal, Missionsplaner und Führungselemente erforderlich sein. Die Herstellerangabe bezieht sich primär auf Transport, Aufbau und unmittelbaren Systembetrieb.

Zwei Nutzlastschächte: Welche Sensoren Reliant tragen kann

Reliant verfügt über zwei austauschbare, laut Hersteller MOD-konforme Nutzlastschächte. „Hot-swappable“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Missionspakete schnell gewechselt werden können, ohne das Fluggerät langwierig umzubauen oder die gesamte Softwareplattform neu aufzusetzen.

Genannt werden folgende Nutzlasttypen:

  • EO/IR-Gimbals: stabilisierte Tageslicht- und Wärmebildkameras für Beobachtung, Identifikation und Zielverfolgung.
  • Laserentfernungsmesser: Bestimmung der Entfernung zu einem beobachteten Objekt.
  • Laserdesignator und Laserbeleuchter: Markierung oder Beleuchtung von Zielen für kompatible Systeme; Verfügbarkeit abhängig von Variante und Exportfreigabe.
  • Synthetic Aperture Radar: Radarbildgebung über große Entfernungen und bei eingeschränkter Sicht.
  • SIGINT: Aufklärung elektromagnetischer Signale und Kommunikationsaktivitäten.
  • EW-Nutzlasten: elektronische Unterstützungs- oder Wirkmittel, einschließlich möglicher Störfunktionen.
  • CRPA-Module: Antennensysteme zur besseren Abwehr von GNSS-Störung und Spoofing.
  • Datenlink- und Relay-Pakete: Verlängerung oder Vernetzung taktischer Kommunikationsverbindungen.

Das aktuelle US-Datenblatt listet beispielhaft mehrere EO/IR-Systeme auf. Dazu gehören Trillium HD59-Varianten, CONTROP MICRO-STING-D und Hood Technology ALTICAM 06EOIR3. Je nach Sensor werden verschiedene Kombinationen aus Tageslicht, MWIR, LWIR, SWIR, optischem beziehungsweise digitalem Zoom und Laserfunktionen genannt.

Beispielnutzlast Sensorik Besondere Funktionen
Trillium HD59-MLVS EO, MWIR, LWIR und SWIR Laserpointer, Entfernungsmesser und Designator
Trillium HD59-MLVV EO, MWIR und LWIR Sehr hohe EO-Zoomangabe, Laserpointer und Entfernungsmesser
CONTROP MICRO-STING-D LWIR und Mehrfachsensoren Laserdesignator, MIR-Beleuchter und inertiale Navigation
ALTICAM 06EOIR3 EO, MWIR und SWIR Laserpointer und Laserdesignator

Die offene Nutzlastarchitektur ist strategisch bedeutsam: Ein Betreiber kann das Fluggerät an neue Sensoren oder nationale Anforderungen anpassen, ohne zwingend eine neue Plattform zu beschaffen. Gleichzeitig steigen Integrationsaufwand, Zertifizierung, elektromagnetische Verträglichkeit und die Komplexität der Missionssoftware.

Quantum Systems Reliant im offiziellen Produktvideo
Das offizielle Video stellt die Reliant als schnell verlegbare, langreichweitige Aufklärungsplattform dar. Die gezeigten Szenen sind Herstelleraufnahmen und ersetzen keine unabhängige Einsatzbewertung.

Edge AI: Was die künstliche Intelligenz an Bord leisten soll

Die Reliant nutzt zwei NVIDIA-Jetson-Orin-NX-Module zur lokalen Verarbeitung. Statt sämtliche Sensordaten kontinuierlich als Rohdaten an eine Bodenstation zu senden, können Algorithmen bereits an Bord Objekte erkennen, Szenen bewerten und relevante Veränderungen markieren.

Quantum Systems nennt insbesondere:

  • Objekterkennung: Automatisches Erkennen und Klassifizieren vorher definierter Objektkategorien.
  • Zielverfolgung: Fortlaufendes Tracking bewegter oder priorisierter Objekte.
  • Scene Analysis: Bewertung komplexer Bild- und Sensordaten direkt im Fluggerät.
  • Points of Interest: Automatisches Erzeugen relevanter Beobachtungspunkte.
  • Adaptive Routenänderung: Anpassung des Flugwegs auf Grundlage erkannter Ereignisse oder Bedrohungen.
  • Pattern-of-Life: Analyse wiederkehrender Bewegungen, Routinen und Aktivitätsmuster.
  • Change Detection: Vergleich wiederholter Missionen, um Veränderungen in einem Gebiet hervorzuheben.

Der Begriff „autonom“ darf dabei nicht mit vollständiger Entscheidungsfreiheit verwechselt werden. Eine militärische Aufklärungsdrohne folgt Missionsregeln, Freigaben und programmierten Grenzen. Die KI kann Daten priorisieren, Pfade anpassen und bei Verbindungsverlust definierte Aufgaben fortsetzen. Welche Entscheidungen ohne menschliche Bestätigung zulässig sind, hängt von Einsatzregeln, Softwarekonfiguration und Nutzerorganisation ab.

Der eigentliche Vorteil ist nicht nur weniger Datenverkehr

Edge AI verkürzt die Zeit zwischen Sensoraufnahme und verwertbarer Information. Statt stundenlanges Videomaterial vollständig zu übertragen und manuell zu sichten, kann das System auffällige Ereignisse markieren, Metadaten erzeugen und priorisierte Ausschnitte senden. Das entlastet Datenlink und Auswerter, erhöht aber die Abhängigkeit von Modellqualität, Trainingsdaten und korrekter Klassifikation.

Navigation bei GPS-Störung: VIO, SLAM, CRPA und Sensorfusion

Moderne Konflikte zeigen, dass Satellitennavigation nicht als dauerhaft verfügbar vorausgesetzt werden kann. GNSS-Signale können gestört, überlagert oder durch Spoofing manipuliert werden. Quantum Systems beschreibt deshalb mehrere sich ergänzende Verfahren.

Visual Inertial Odometry

Kamera- und Trägheitsdaten werden kombiniert, um Bewegungen relativ zur Umgebung zu bestimmen.

SLAM

Das System erstellt während des Fluges eine Karte und bestimmt seine Position innerhalb dieser Karte.

CRPA

Eine Controlled Reception Pattern Antenna soll echte Satellitensignale räumlich besser von Stör- und Täuschsignalen trennen.

Sensorfusion

Mehrere unabhängige Informationsquellen werden zusammengeführt, damit der Ausfall eines einzelnen Systems nicht sofort zum Missionsabbruch führt.

Hinzu kommen Frequenzsprungverfahren, Anti-Jamming-Protokolle und autonome Fluglogik. Bei unterbrochenem Datenlink soll die Reliant ihre Mission weiter ausführen, Sensordaten erfassen und später wieder übertragen können.

Diese Fähigkeiten sind technisch anspruchsvoll. VIO und SLAM hängen von Sichtbedingungen, Gelände, Beleuchtung und Kameradaten ab. CRPA verbessert die Störfestigkeit, macht ein System aber nicht immun gegen starke oder komplexe elektronische Angriffe. Eine belastbare Bewertung wäre erst anhand unabhängiger Tests in realistischen Störszenarien möglich.

Bis zu 160 Kilometer Datenlink, BLOS und Satellitenkommunikation

Für die direkte Funkverbindung nennt Quantum Systems bis zu 160 Kilometer Reichweite. Diese Zahl beschreibt keine pauschal garantierte Einsatzdistanz. Sichtverbindung, Antennenhöhe, Gelände, Frequenz, Störlage, Sendeleistung, regulatorische Vorgaben und Netzwerktopologie beeinflussen die Reichweite erheblich.

Reliant unterstützt laut Hersteller sowohl Line-of-Sight- als auch Beyond-Line-of-Sight-Verbindungen. Für Einsätze außerhalb der direkten Funkabdeckung wird SATCOM als Option genannt. Zusätzlich sollen duale Frequenzbereiche, automatischer Frequenzwechsel und mobile Ad-hoc-Netzwerke die Verbindung robuster machen.

Direkter Datenlinkbis zu 160 km
Frequenzband 12,2 bis 2,5 GHz
Frequenzband 24,4 bis 4,9 GHz
VerschlüsselungAES-256
BLOSoptional über SATCOM
NetzwerkMESH- und MUM-T-fähige Architektur

Die Kommunikationsarchitektur ist zentral für den Einsatzwert. Eine zehnstündige Plattform liefert nur dann einen Vorteil, wenn Sensordaten zuverlässig beim Nutzer ankommen oder lokal gespeichert und später ausgewertet werden können. Gleichzeitig ist jeder aktive Datenlink potenziell aufklärbar, störbar und angreifbar. Daher sind Frequenzmanagement, Verschlüsselung, Emissionskontrolle und autonome Rückfalllogik ebenso wichtig wie die reine Reichweite.

MOSAIC UXS: Die Software hinter der „Family of Systems“

Quantum Systems positioniert MOSAIC UXS als gemeinsame Steuerungs- und Datenebene für unbemannte Systeme in Luft, Land und See. Die Software soll Missionsplanung, Sensorfusion, Echtzeitbewertung und die Darstellung eines gemeinsamen Lagebildes verbinden.

Für Reliant ist diese Einbindung wichtiger als eine einzelne Bodenstation. Die Plattform soll mit Systemen wie TAK, SitaWare, Kropyva und FacNav zusammenarbeiten und gewonnene Informationen ohne Medienbruch an verbundene Kräfte weitergeben.

Die Herstellerarchitektur basiert nach eigenen Angaben auf ROS und Docker. Das erleichtert containerisierte Softwaremodule, Updates und die Einbindung externer Anwendungen. Der Ansatz verspricht:

  • Einheitliche Bedienlogik: Verschiedene Drohnen können über ähnliche Missionsabläufe gesteuert werden.
  • Sensorfusion: Daten mehrerer Plattformen fließen in ein gemeinsames Lagebild.
  • Skalierbarkeit: Vom Handgerät bis zum Gefechtsstand können unterschiedliche Bedienebenen genutzt werden.
  • Drittanbieterintegration: Neue Nutzlasten und Softwarefunktionen lassen sich modular ergänzen.
  • Weniger Vendor Lock-in: Eine offenere Architektur soll Abhängigkeiten von proprietären Einzellösungen reduzieren.

In der Praxis bleibt entscheidend, wie offen die Schnittstellen tatsächlich sind, welche Sicherheitsfreigaben gelten und ob Updates auch unter Einsatzbedingungen kontrolliert verteilt werden können.

Für welche Missionen ist Reliant vorgesehen?

Reliant ist primär eine Aufklärungs- und Informationsplattform. Die Herstellerunterlagen nennen ISR, RSTA, Zielerfassung, SIGINT, elektronische Kampfführung, Grenzüberwachung und maritime Aufgaben.

Persistente Gebietsüberwachung

Große Räume über viele Stunden beobachten und Veränderungen oder Bewegungen automatisiert markieren.

Grenz- und Küstenüberwachung

Weiträumige Abschnitte kontrollieren, ohne permanent bemannte Luftfahrzeuge einzusetzen.

Maritime Aufklärung

Start von Schiffen oder Küstenstellungen, Suche nach Fahrzeugen und Überwachung von Seewegen.

Kommunikationsrelais

Funk- oder Datennetze über große Distanzen verlängern und verteilte Einheiten verbinden.

SIGINT und EW

Elektromagnetische Aktivitäten erfassen oder spezialisierte elektronische Nutzlasten tragen.

Zielaufklärung

Positionen erkennen, verfolgen und mit kompatiblen Sensoren präzise vermessen oder markieren.

Auch zivile oder behördliche Anwendungen wären technisch denkbar, etwa großflächige Katastrophenaufklärung, maritime Suche oder Infrastrukturüberwachung. Die aktuelle Vermarktung und Systemauslegung richten sich jedoch klar an Verteidigungs- und Sicherheitsnutzer.

Reliant, Vector AI und Twister: Aufklärung in mehreren Ebenen

Quantum Systems beschreibt Twister, Vector AI und Reliant als „Family of Systems“. Die drei Plattformen decken unterschiedliche Reichweiten- und Führungsebenen ab.

Plattform Rolle Typischer Schwerpunkt
Twister Short-range ISR Kompakte, schnell verfügbare Aufklärung im unmittelbaren taktischen Umfeld
Vector AI Mid-range ISR Mittlere Reichweite, elektrische VTOL-Plattform und taktische Sensoraufklärung
Reliant Long-range ISR Mehr als zehn Stunden Ausdauer, größere Nutzlasten, BLOS und weiträumige Überwachung

Der Vorteil eines solchen Familienkonzepts liegt in gemeinsamen Bedienoberflächen, Datenformaten und Missionsprozessen. Ein Nutzer kann für den jeweiligen Auftrag die kleinste ausreichende Plattform einsetzen. Twister liefert schnelle Nahaufklärung, Vector AI erweitert Reichweite und Sensorleistung, Reliant übernimmt langanhaltende und großräumige Aufgaben.

Gleichzeitig kann Reliant als übergeordneter Knoten dienen: als Sensorträger, Kommunikationsrelais oder Koordinator für mehrere kleinere Plattformen. Quantum Systems nennt MUM-T-Fähigkeit und Schwarmunterstützung. MUM-T steht für Manned-Unmanned Teaming, also die Zusammenarbeit bemannter und unbemannter Systeme.

Quantum Systems Reliant im offiziellen Video

Offizielles Produktvideo

Reliant VTOL UAS – Intelligence Without the Infrastructure

Das Hersteller-Video zeigt Aufbau, senkrechten Start, Übergang in den Flächenflug, Sensorintegration und mögliche Einsatzumgebungen. Es handelt sich um offizielles Marketingmaterial von Quantum Systems und nicht um einen unabhängigen Test.

Video auf YouTube öffnen

Stärken, Grenzen und offene Fragen

Stärken des Konzepts

  • Mehr als zehn Stunden Ausdauer bei senkrechtem Start
  • Keine Startbahn, kein Katapult und kein Fangsystem
  • Transport in zwei Koffern und Aufbau durch zwei Personen
  • Hohe Nutzlastreserven und zwei modulare Nutzlastschächte
  • EO/IR, Radar, SIGINT, EW und Kommunikationspakete möglich
  • KI-Verarbeitung direkt an Bord
  • Navigation und Missionsfortsetzung bei gestörtem GNSS oder Datenlink
  • Bis zu 160 Kilometer direkter Datenlink und optionale SATCOM-Anbindung
  • Offene Software- und Nutzlastarchitektur
  • Einbindung in eine abgestufte Plattformfamilie

Grenzen und offene Punkte

  • Leistungsdaten stammen überwiegend vom Hersteller
  • Widersprüche bei maximaler Abflugmasse und älteren Spezifikationen
  • Keine öffentlich belastbaren Angaben zu Preis und Serienverfügbarkeit
  • Reale Ausdauer mit maximaler Nutzlast ist nicht veröffentlicht
  • Akustische, thermische und elektromagnetische Signatur des Verbrennungsmotors
  • Wartungsbedarf und Treibstofflogistik höher als bei elektrischen Kleinsystemen
  • Keine unabhängigen Angaben zur Wirksamkeit unter massiver elektronischer Kampfführung
  • Abhängigkeit von Sensor-, Datenlink- und Softwareintegration
  • Export- und Nutzungsbeschränkungen bei bestimmten Sensoren oder Laserfunktionen
  • Hohe Anforderungen an Ausbildung, Luftraumkoordination und sichere Missionsplanung

Die Reliant wirkt vor allem dort attraktiv, wo lange Verweildauer benötigt wird, aber eine klassische Startbahn nicht verfügbar oder zu verwundbar ist. Ihre strategische Stärke liegt weniger in einer einzelnen spektakulären Eigenschaft als in der Kombination aus Ausdauer, VTOL, modularer Sensorik, lokaler KI und offener Vernetzung.

Ob das System die versprochenen Leistungen unter realen Einsatzbedingungen zuverlässig erreicht, lässt sich aus den öffentlich verfügbaren Informationen nicht abschließend beurteilen. Besonders interessant wären unabhängige Daten zu tatsächlicher Flugzeit mit schweren Nutzlasten, Start- und Landegenauigkeit bei starkem Wind, Wartungsaufwand, Geräuschsignatur, SATCOM-Leistung und Robustheit bei komplexem Jamming und Spoofing.

FAQ zur Quantum Systems Reliant

Wie lange kann die Reliant fliegen?

Quantum Systems gibt eine Flugzeit von mehr als zehn Stunden an. Die tatsächlich erreichbare Ausdauer hängt von Nutzlast, Treibstoff, Wetter, Höhe, Flugprofil und vorgeschriebenen Reserven ab.

Wie groß und schwer ist die Reliant?

Die Spannweite beträgt laut aktuellem Datenblatt 4,3 Meter, die Länge 2,38 Meter. Beim maximalen Abfluggewicht widersprechen sich Herstellerangaben: Die globale Produktseite nennt 33 Kilogramm, das US-Datenblatt vom April 2026 nennt 35 Kilogramm.

Wie viel Nutzlast kann die Drohne tragen?

Das aktuelle US-Datenblatt nennt eine maximale Nutzlastkapazität von bis zu neun Kilogramm. Die nutzbare Kapazität hängt von der konkreten Sensor-, Kraftstoff- und Missionskonfiguration ab.

Braucht die Reliant eine Startbahn?

Nein. Sie startet und landet vertikal. Nach Herstellerangaben genügt eine freie Fläche von ungefähr 10 × 10 Metern.

Wie schnell ist das System einsatzbereit?

Quantum Systems nennt weniger als zehn Minuten für den werkzeuglosen Aufbau durch ein Zweierteam.

Ist Reliant elektrisch angetrieben?

Für die lange Ausdauer nutzt das System einen Heavy-Fuel-kompatiblen Verbrennungsmotor. Die vollständige Architektur der VTOL- und Bordenergieversorgung wird öffentlich nicht detailliert beschrieben.

Welche Kameras und Sensoren sind möglich?

Genannt werden stabilisierte EO/IR-Systeme, Wärmebild, Radar, Laserentfernungsmesser, Laserdesignator, SIGINT, elektronische Kampfführung, CRPA und zusätzliche Datenlinks. Die konkrete Ausstattung richtet sich nach Auftrag, Zulassung und Exportfreigabe.

Kann Reliant ohne GPS fliegen?

Die Plattform soll für GNSS-gestörte Umgebungen ausgelegt sein. Herstellerseitig werden VIO, SLAM, Sensorfusion, CRPA, Anti-Jamming-Verfahren und autonome Fluglogik genannt. Das bedeutet erhöhte Robustheit, aber keine absolute Immunität gegen elektronische Angriffe.

Was passiert bei einem Verbindungsabbruch?

Die Bord-KI soll definierte Aufgaben weiter ausführen, Flugwege anpassen und Informationen erfassen können. Das konkrete Verhalten hängt von der Missionsprogrammierung und den festgelegten Sicherheitsregeln ab.

Wie weit reicht der Datenlink?

Quantum Systems nennt bis zu 160 Kilometer für den direkten Datenlink. Für Beyond-Line-of-Sight-Missionen wird optional Satellitenkommunikation unterstützt.

Ist die Reliant bewaffnet?

Die öffentlich beschriebenen Kernaufgaben sind ISR, RSTA, Zielerfassung, SIGINT und elektronische Kampfführung. Eine Bewaffnung wird in den ausgewerteten Herstellerunterlagen nicht als Standardausstattung beschrieben.

Wann wurde die Reliant vorgestellt?

Die erste öffentliche Vorstellung erfolgte im Mai 2024 auf der SOF Week in Tampa. Im Juli 2026 wurde ein weiterentwickelter Stand bei einer Demonstration in Hohenfels gezeigt.

Was kostet die Quantum Systems Reliant?

Ein öffentlicher Listenpreis ist nicht verfügbar. Militärische UAS werden üblicherweise als Systempakete mit Bodenstation, Sensoren, Datenlinks, Ausbildung, Ersatzteilen und Wartung beschafft, sodass ein einzelner Stückpreis nur eingeschränkt aussagekräftig wäre.

Quellen, Datenblätter und weiterführende Informationen


Hersteller
Quantum Systems: Reliant
Offizielle Produktseite mit Systembeschreibung, technischen Daten, KI-, Sensor- und Navigationsfunktionen.


Datenblatt 2026
Reliant Long-Range VTOL UAS
Offizielles US-Datenblatt vom April 2026 mit Abmessungen, Masse, Nutzlast, Datenlink und Sensorbeispielen.


Video
Reliant – Intelligence Without the Infrastructure
Offizielles Produktvideo von Quantum Systems.


Vorstellung 2024
Erste öffentliche Präsentation
Bericht zur Vorstellung auf der SOF Week 2024 und den damals kommunizierten Eckdaten.

Hinweis zu Bildmaterial und Leistungsangaben

Das eingebundene Bild- und Videomaterial stammt vom Hersteller beziehungsweise aus dessen offizieller YouTube-Kommunikation. Technische Maximalwerte sind Herstellerangaben. Sie beschreiben nicht automatisch die gleichzeitig erreichbare Leistung jeder Serienkonfiguration.

Fazit: Reliant verbindet lange Ausdauer mit einem ungewöhnlich kleinen logistischen Fußabdruck

Quantum Systems entwickelt mit der Reliant keine gewöhnliche Drohne, sondern einen langreichweitigen, modularen Sensorknoten für vernetzte Aufklärung. Mehr als zehn Stunden Flugzeit, senkrechter Start, bis zu neun Kilogramm Nutzlast, zwei wechselbare Payload-Bays, Edge AI und robuste Navigation in gestörten Umgebungen ergeben ein technisch ambitioniertes Gesamtpaket.

Besonders relevant ist die Kombination aus Reichweite und Verlegbarkeit. Eine Plattform mit 4,3 Metern Spannweite und bis zu 35 Kilogramm Abflugmasse soll in zwei Koffern transportiert, von zwei Personen in weniger als zehn Minuten aufgebaut und auf einer Fläche von lediglich 10 × 10 Metern gestartet werden können. Damit rückt langanhaltende Luftaufklärung näher an mobile Einheiten, Schiffe und provisorische Stellungen heran.

Die eigentliche Innovation liegt jedoch nicht allein in der Flugzeit. Reliant soll Sensordaten direkt an Bord auswerten, bei gestörtem GNSS navigieren, Missionen bei Verbindungsabbrüchen fortsetzen und als Teil einer gemeinsamen Software- und Plattformfamilie arbeiten. Dadurch wird die Drohne vom fliegenden Kameraträger zum autonomen Informationssystem.

Gleichzeitig bleiben entscheidende Fragen offen: Reale Ausdauer mit schwerer Nutzlast, Signatur, Wartungsaufwand, Serienreife, Preis, Exportvarianten und die tatsächliche Widerstandsfähigkeit unter intensiver elektronischer Kampfführung sind öffentlich nicht unabhängig belegt. Auch die widersprüchlichen Herstellerangaben von 33 beziehungsweise 35 Kilogramm zeigen, dass Konfiguration und Dokumentationsstand genau betrachtet werden müssen.

Unterm Strich ist Reliant eine der interessantesten europäischen Entwicklungen im Bereich taktischer Langstrecken-VTOL-Systeme. Sie steht exemplarisch für den Trend zu länger fliegenden, softwaredefinierten und KI-gestützten Aufklärungsplattformen, die ohne klassische Luftfahrtinfrastruktur operieren und ihre Daten in Echtzeit mit einem größeren Verbund teilen.

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Kategorie Abwehr & Sicherheit / Politik & Wirtschaft, Drohnen-News | Tags Anti-Jamming, Aufklärungsdrohne, CRPA, Drohnen 2026, Drohnentechnik, Edge AI, Electronic Warfare, EO/IR, GNSS denied, Group 2 UAS, Hybrid-VTOL, ISR, Langstreckenaufklärung, Langstreckendrohne, Militärdrohne, MOSAIC UXS, Nutzlast, NVIDIA Jetson Orin, Quantum Systems, Reliant, RSTA, SATCOM, Sensorplattform, SIGINT, Starrflügler, Twister, UAS, Vector AI, Verteidigung, VTOL

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