Update 2026: TÜV-Plakette, HU-Fristen & neue Pflichten – kompakt erklärt
2026 bringt für Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland spürbare Änderungen: Die Hauptuntersuchung (HU) bekommt eine neue Plakettenfarbe, die technische Prüfung wird digitaler (Software, Assistenzsysteme, Manipulationsschutz) – und parallel ändern sich Regeln bei Führerschein-Umtausch, Kfz-Steuer, CO₂-Preis und Next-Generation-eCall. Hier steht alles, was jetzt zählt – sauber eingeordnet, verständlich erklärt und auf Stand Januar 2026.
Das Wichtigste zur TÜV-Plakette 2026 auf einen Blick
- 2026 ist die HU-Plakette blau (wer 2026 zur HU muss, hat meist aktuell „blau“)
- Nach bestandener HU gibt es die braune Plakette (Gültigkeit i. d. R. bis 2028 bei 2-Jahres-Intervall)
- HU überzogen? Ab 2 Monaten drohen Bußgelder – ab über 8 Monaten 60 € + 1 Punkt
- Next-Generation-eCall wird ab 01.01.2026 Pflicht für neu entwickelte Pkw-Typen, ab 01.01.2027 für Neuzulassungen
- Assistenzsysteme werden ab 07.07.2026 bei neuen Zulassungen stärker vorgeschrieben
- Führerschein-Umtausch (Scheckkarte 1999–2001): Frist 19.01.2026
Neue HU-Plakette 2026: Welche Farbe gilt – und was bedeutet das?
2026 gilt: Die HU-Prüfplakette ist blau. Wer 2026 zur Hauptuntersuchung muss, erkennt das typischerweise daran, dass am Kennzeichen derzeit eine blaue Plakette klebt. Nach bestandener Untersuchung gibt es die neue braune TÜV-Plakette, die – bei den meisten Pkw – bis 2028 gilt (zweijähriges Prüfintervall). Der Farbzyklus läuft in einer festen Abfolge und wiederholt sich regelmäßig. Wichtig: Die Farbe ist nur die Jahres-Einordnung; den konkreten Termin zeigt der Monat auf der Plakette.
HU-Plakette lesen: Monat, Jahr & Farbe richtig einordnen
Die HU-Plakette ist so aufgebaut, dass man den nächsten Prüftermin auch aus ein paar Metern noch schnell checken kann: Der Monat steht oben bei 12 Uhr (z. B. „6“ = Juni). Die Zahl in der Mitte zeigt das Jahr der nächsten HU an (z. B. „28“ = 2028). Zusätzlich dient die Farbe als Jahres-Shortcut im wiederkehrenden Zyklus – praktisch, wenn man im Vorbeigehen nur grob wissen will, ob ein Fahrzeug „dran“ ist. Den Termin findest du außerdem auch in der Zulassungsbescheinigung Teil I vermerkt.
Wichtig: Wer die HU deutlich überzieht, riskiert nicht nur ein Verwarn- bzw. Bußgeld, sondern bei längerem Verzug auch eine vertiefte HU (die in der Regel teurer und strenger ist). Als grobe Orientierung gelten (Stand Anfang 2026) bei einer Überziehung von 2–4 Monaten in der Regel 15 €, bei 4–8 Monaten 25 € und ab mehr als 8 Monaten 60 € plus 1 Punkt in Flensburg.
HU überzogen: Diese Bußgelder drohen 2026 (Stand Januar)
Wer den HU-Termin überzieht, muss bei einer Kontrolle mit einem Bußgeld rechnen. Ab zwei Monaten wird es kostenpflichtig – und ab mehr als acht Monaten kommt ein Punkt in Flensburg dazu. Die gängigen Stufen (Stand: Januar 2026) sind:
| Überziehung der HU | Konsequenz |
|---|---|
| 2–4 Monate | 15 € |
| 4–8 Monate | 25 € |
| > 8 Monate | 60 € + 1 Punkt |
Zusätzlich kann bei längerer Überziehung eine vertiefte HU angeordnet werden. Das bedeutet: mehr Prüfumfang, mehr Zeit, mehr Kosten. Wer ohnehin schon ein älteres Fahrzeug fährt, spart meist Geld, wenn vorab ein Werkstatt-Check gemacht wird.
HU 2026 wird digitaler: Software, Assistenzsysteme & Manipulationsschutz
Die Hauptuntersuchung ist 2026 deutlich stärker als früher ein Check der Gesamtsysteme. Moderne Autos sind rollende Computer: Assistenzsysteme, Sensorik, Steuergeräte, Software-Updates – all das beeinflusst Sicherheit. Entsprechend rücken Fehlerspeicher, Warnmeldungen und die Funktionsfähigkeit zentraler Fahrerassistenzsysteme stärker in den Fokus. Das betrifft etwa Spurhalte- und Notbremssysteme, Aufmerksamkeitserkennung und weitere sicherheitsrelevante Komponenten. Ein Dauerfehler im System oder eine leuchtende Warnlampe kann schneller als früher dazu führen, dass die Plakette verweigert wird.
Was wird in der Praxis häufiger kritisch?
Typische Stolpersteine sind nicht nur „klassische“ Mängel wie defekte Beleuchtung oder Verschleiß an Bremsen, sondern auch digitale Themen: Nicht plausibel arbeitende Assistenzsysteme, dauerhaft gesetzte Fehlereinträge, manipulierte Steuergeräte oder unzulässige Codierungen. Kurz gesagt: Wer am Fahrzeug „rumcodet“, sollte wissen, dass Prüforganisationen 2026 genauer hinsehen – nicht aus Spaß, sondern weil es direkt die Verkehrssicherheit betrifft.
E-Autos & Plug-in-Hybride: EU-Vorgaben zur Batterie-Haltbarkeit ab 2026
Ein echter Gamechanger 2026 sind verbindlichere Anforderungen rund um die Traktionsbatterie. Für Elektroautos und Plug-in-Hybride gelten erstmals klare EU-Zielwerte zur Batteriehaltbarkeit – relevant für Transparenz, Gebrauchtwagenwert und langfristige Planung. Kernbegriff ist der State of Health (SoH), also die verbleibende nutzbare Kapazität im Vergleich zum Neuzustand.
EU-Batterie-Zielwerte (SoH) ab 2026
- nach 5 Jahren oder 100.000 km: mindestens 80 %
- nach 8 Jahren oder 160.000 km: mindestens 72 %
Für Käuferinnen und Käufer wird ein sauber dokumentierter Batteriezustand immer wichtiger. Für Verkäufer kann ein schwacher Akku dagegen zum harten Preisfaktor werden. Wer ein E-Auto fährt, sollte 2026 besonders darauf achten, dass relevante Softwarestände aktuell sind und der Akku nicht durch dauerhaft ungünstige Nutzung (z. B. extremes Schnellladen ohne Pause, dauerhafte 100%-Ladung) unnötig altert.
Neue Abgasnormen: Euro 6e ab Januar – Euro 7 ab November 2026
Auch bei den Abgasnormen verschiebt sich 2026 einiges. Ab Januar 2026 gilt für neu zugelassene Pkw die zweite Stufe der Euro 6e als Zwischenschritt. Ab 29. November 2026 startet Euro 7 zunächst für neu entwickelte Pkw-Typen mit neuer Typgenehmigung. Für alle Neuzulassungen greift Euro 7 später flächendeckend. Neu ist dabei, dass nicht nur klassische Abgaswerte, sondern langfristig auch Reifen- und Bremsabrieb einbezogen werden – Grenzwerte für Reifenabrieb folgen ab 2030.
Next-Generation-eCall wird Pflicht: Das ändert sich 2026/2027
Ab 01.01.2026 müssen neu entwickelte Pkw-Typen sowie leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen mit Next-Generation-eCall (NG-eCall) ausgestattet sein. Hintergrund: Die alten 2G/3G-Netze werden abgeschaltet – NG-eCall setzt auf 4G/LTE und 5G und kann im Notfall mehr Daten übermitteln. Ab 01.01.2027 gilt die Pflicht dann für Neuzulassungen. Für Bestandsfahrzeuge besteht keine Nachrüstpflicht.
Assistenzsysteme: Diese Technik ist ab Juli 2026 bei neuen Zulassungen stärker vorgeschrieben
Ab 07.07.2026 dürfen nur noch Pkw und leichte Nutzfahrzeuge neu zugelassen werden, die unter anderem über zusätzliche bzw. weiterentwickelte Sicherheitsfunktionen verfügen. Dazu zählen je nach Typgenehmigung und Umsetzung unter anderem:
- erweitertes Notbremssystem zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern
- Notfall-Spurhalteassistent
- Warnsystem bei nachlassender Fahreraufmerksamkeit
- Intelligenter Geschwindigkeitsassistent (ISA)
- Vorrichtung für Alcolock
- Ereignisbezogene Datenaufzeichnung (EDR)
- Notbremslicht
- Kopfaufprallschutz für Fußgänger (weiterentwickelt)
Führerschein-Umtausch bis 19. Januar 2026: Diese Jahrgänge sind dran
Der Umtausch alter Führerscheine läuft weiter. Wer seinen Scheckkartenführerschein zwischen 1999 und 2001 erhalten hat, muss ihn bis spätestens 19. Januar 2026 umtauschen. Zuständig sind Führerscheinstelle, Fahrerlaubnisbehörde oder Bürgeramt am Wohnsitz. Der neue Führerschein ist 15 Jahre gültig und gilt als fälschungssicher. Wer nicht umtauscht, riskiert bei Kontrollen ein Verwarnungsgeld (typischerweise 10 €).
Weitere Änderungen für Autofahrer 2026: Kfz-Steuer, CO₂-Preis, Pendlerpauschale, Versicherung
Neben HU und Technik gibt es 2026 weitere Neuerungen, die spürbar aufs Portemonnaie wirken können. Ab 2026 ist die Kfz-Steuer grundsätzlich nur noch als Einmalzahlung möglich (keine Ratenzahlung). Die Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos wurde verlängert: Neuzulassungen ab 2026 profitieren ebenfalls von einer Steuerbefreiung für bis zu 10 Jahre, geplant bis Ende 2030 (mit maximaler Laufzeit bis spätestens 31.12.2035). Zudem werden die Typ- und Regionalklassen der Kfz-Versicherung angepasst, was je nach Wohnort und Fahrzeugmodell zu höheren oder niedrigeren Prämien führen kann. Und: Der CO₂-Preis steigt in einen Korridor bis 65 € pro Tonne, was Kraftstoff tendenziell verteuert. Gleichzeitig steigt die Pendlerpauschale ab 2026 auf 38 Cent pro Kilometer – und zwar ab dem ersten Kilometer.
Fazit: 2026 wird der TÜV strenger – wer vorbereitet ist, spart Stress
Die HU 2026 ist sichtbar (Plakettenwechsel) und spürbar (mehr Technik- und Softwarefokus). Wer die blaue Plakette am Kennzeichen hat, sollte den HU-Termin im Blick behalten, denn schon ab 2 Monaten Überziehung kostet es Geld – und ab über 8 Monaten gibt es 60 € + 1 Punkt. Dazu kommen neue Pflichten wie NG-eCall und zusätzliche Assistenzsysteme bei Neuzulassungen. Die beste Strategie: Frühzeitig Licht, Bremsen, Reifen und Fehlerspeicher prüfen, Updates machen – und dann die braune Plakette ohne böse Überraschung abholen.
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