Welcher Drohnenführerschein ist der richtige für dich?
Seit Einführung der EU-Drohnenverordnung (Stand April 2026) stehen viele Drohnen-Piloten vor der gleichen Frage: Reicht der EU-Kompetenznachweis A1/A3 oder brauche ich das EU-Fernpiloten-Zeugnis A2? In diesem Artikel vergleichen wir die beiden EU-Drohnenführerscheine direkt miteinander und zeigen Dir, welcher Drohnenführerschein für Deine Drohne und Deine Einsatzzwecke der richtige ist.
In diesem Vergleichs-Artikel klären wir:
- Was genau der Unterschied zwischen A1/A3 und A2 ist
- Für welche Drohnen und Drohnenklassen welcher Schein sinnvoll oder Pflicht ist
- Welche Voraussetzungen, Inhalte und Prüfungen auf Dich zukommen
- Wie sich Kosten und Aufwand von A1/A3 und A2 unterscheiden
- In welchen Fällen sich der große Drohnenführerschein A2 wirklich lohnt – und wann nicht
Am Ende des Artikels findest Du eine klare Entscheidungshilfe, mit der Du in wenigen Schritten prüfen kannst, welcher Drohnenführerschein zu Dir passt.
Inhaltsverzeichnis – Vergleich A1/A3 vs. A2:
Hinweis: Drohnenversicherung ist PFLICHT!
Eine Drohnenversicherung ist in Deutschland für alle Drohnen gesetzlich vorgeschrieben – unabhängig davon, ob ein Drohnenführerschein nötig ist oder nicht.
Eine gültige Drohnen-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Diese gibt es bereits für wenige Euro im Jahr. Hier geht es zu unserem Drohnen-Versicherungsvergleich:
Kurzüberblick: A1/A3 vs. A2 im direkten Vergleich
Beide EU-Drohnenführerscheine gehören zur sogenannten offenen Kategorie (OPEN), unterscheiden sich aber im Risikoprofil, in den Abstandsregeln und in den Einsatzszenarien. Vereinfacht gesagt:
A1/A3 (kleiner Drohnenführerschein): Grundvoraussetzung für alle Drohnen über 250 g und für alle Drohnen, die nicht die Drohnenklasse C0 besitzen. Relativ schnell online zu erlangen, empfohlen für alle Piloten (auch mit C0 Drohnen und Drohnen unter 250g).
A2 (großer Drohnenführerschein): Erweiterung für Piloten, die mit bestimmten Drohnen (v. a. Drohnenklasse C2) näher an Menschen und Bebauung heran fliegen wollen und mehr Flexibilität benötigen.
| Aspekt | A1/A3 – EU-Kompetenznachweis | A2 – EU-Fernpiloten-Zeugnis |
|---|---|---|
| Typ | Kleiner EU-Drohnenführerschein | Großer EU-Drohnenführerschein |
| Typische Nutzung | Sowohl private als auch gewerbliche Nutzung – empfohlen für alle Drohnen. Pflicht für alle Drohnen außer C0 und Bestandsdrohnen unter 250g | Optional für Drohnen der Drohnenklasse C2 – wenn mit diesen auch näher an Menschen geflogen werden soll |
| Abstandsregeln | Drohnen der Klasse C0 und C1: Flug in der Kategorie OPEN A1 auch nahe an Menschen Drohnen aller anderer Klassen und Drohnen ohne Klasse: Flug in der Kategorie OPEN A3 weit weg von Menschen (z. B. 150 m Abstand zu Wohn- und Gewerbegebieten) Ausnahme: Drohnen der Klasse C2 – Siehe A2 EU-Fernpiloten-Zeugnis rechts in der Spalte |
Nur Drohnen der Drohnenklasse C2: Flug in der Kategorie OPEN A2 (näher an Menschen – z. B. 30 m bzw. 5 m im Langsam-Modus) |
| Drohnenklassen | Pflicht u. a. für C1, C2, C3, C4 (über 250 g) – Details im Hauptartikel | Relevant vor allem für Drohnen der Klasse C2 |
| Prüfungsart | Online-Kurs + Online-Test beim LBA / Anbieter | Zusätzlich Theorieprüfung bei zertifizierter Prüfstelle + Selbsttraining |
| Gültigkeit | In der Regel 5 Jahre | In der Regel 5 Jahre |
Die Details zu den rechtlichen Grundlagen, Drohnenklassen und Kategorien findest Du in unserem ausführlichen Hauptartikel zum Thema EU-Drohnenführerschein:
Typische Anwendungsfälle & Drohnenklassen: Wann A1/A3, wann A2?
Die wichtigste Frage für die Praxis lautet: Welche Drohne fliegst Du – und wo willst Du sie einsetzen? Genau daraus ergibt sich, ob A1/A3 ausreicht oder ob sich der Schritt zum A2-Fernpilotenzeugnis lohnt.
1. Du fliegst eine leichte Drohnen (unter 250 g / Drohnenklasse C0)
Beispiele: DJI Mini 4 Pro, DJI Mini 5 Pro, DJI Neo / Neo 2
Fliegst Du eine moderne, klassifizierte C0-Drohne oder eine Bestandsdrohne < 250 g, bist Du in den meisten Fällen schon mit sehr wenig Formalitäten unterwegs. Hier ist gar kein Drohnenführerschein Pflicht. Dennoch empfehlen wir den kleinen Drohnenführerschein A1/A3, weil er:
-
- Dein Rechts- und Sicherheitsverständnis verbessert
- bei Kontrollen und im Schadensfall ein Pluspunkt ist
- Dich auf größere bzw. andere Drohnen vorbereitet
- Bei Nachfragen vom Ordnungsamt oder Anwohnern ein offizielles Dokument immer mehr Eindruck und Sicherheit vermittelt
Fazit: Für reine „Mini-Piloten“ ist kein Schein Pflicht aber der A1/A3 Flugschein in jedem Falle empfehlenswert; A2 ist hier kaum sinnvoll und nur optional.
2. Du nutzt eine Drohne der Drohnenklasse C1 (z.B. DJI Mavic-/Air-Modelle)
Beispiele: DJI AIR 3 / AIR 3S, DJI Mavic 3 / 3 Pro / 3 Classic (C1)
Viele ambitionierte Hobby- und Profi-Piloten setzen auf Drohnen der Klassen C1. Hier gilt in kurz:
- A1/A3 ist Pflicht, um die Drohne überhaupt legal in der offenen Kategorie betreiben zu dürfen.
- Du darfst auch hier in der besten Kategorie OPEN A1 fliegen – auch nahe an Menschen
Fazit: Für C1-Drohnen ist zwar der kleine Drohnenführerschein Pflicht, aber die Freiheiten sind nahezu identisch / vergleichbar mit denen einer C0 Drohne. A2 ist auch hier kaum sinnvoll und nur optional.
3. Du fliegst eine Drohne der Drohnenklasse C2
Beispiele: DJI Mavic 3 Pro oder DJI Mavic 4 Pro
Für diese Profi-Modelle über 900 g gilt:
- A1/A3 ist auch hier Pflicht, um die Drohne überhaupt legal in der offenen Kategorie betreiben zu dürfen.
- nur mit dem kleinen Drohnenführerschein dürfen diese C2-Drohnen ausschließlich in der schlechtesten Kategorie OPEN A3 geflogen werden – also weit weg von Menschen (z. B. 150 m Abstand zu Wohn- und Gewerbegebieten)
- A2 wird dann interessant, wenn Du in der Nähe von Wohngebieten, Industrie- oder Gewerbegebieten fliegen willst mit geringeren Abständen zu Menschen. Mit dem großen Drohnenführerschein A2 darfst Du C2-Drohnen auch näher an Menschen fliegen in der Kategorie OPEN A2 (z. B. 30 m Abstand zu Menschen bzw. 5 m im Langsam-Modus)
Fazit: Wer eine C2-Drohne besitzt und diese flexibel für Foto- & Videoprojekte, Inspektionen oder Social-Media-Content einsetzt, ist mit der Kombination A1/A3 + A2 auf der sicheren Seite. Der A2-Schein bringt hier entscheidende Verbesserungen und Erleichterungen
3. Du fliegst ältere „schwere“ Bestandsdrohnen ohne Drohnen-Klasse
Beispiele: DJI Mavic 2 Serie, alte Phantom-Modelle, DJI AIR 2S, DJI Mini 2
Für alle ältere Modelle ohne Drohnenklassen-Kennzeichnung gilt:
- auch Bestandsdrohnen unter 250g dürfen ohne jeden Drohnenführerschein geflogen werden – A1/A3 wird aber trotzdem empfohlen
- Bestandsdrohnen über 250g benötigen den A1/A3 Schein
Mit A1/A3 dürfen sie nur in der Kategorie OPEN A3 betrieben werden – also mit großem Abstand zu Menschen und bebauten Gebieten. Der A2-Schein bringt hier keinen zusätzlichen Vorteil, da die Einstufung als Bestandsdrohne die Einsatzmöglichkeiten begrenzt.
Fazit: Nutzt Du eine ältere Bestandsdrohne über 250 g, ist A1/A3 Pflicht, A2 aber in der Praxis meist nicht sinnvoll. Unter 250g wird kein Schein benötigt. Die Auflagen (Abstand zu Menschen) ist aber in jedem Falle hoch.
Merksatz: A2 lohnt sich vor allem dann, wenn Du eine C2-Drohne einsetzt und häufig näher an Menschen und bebauten Gebieten fliegen möchtest.
Voraussetzungen, Umfang & Prüfungsinhalt im Vergleich
Sowohl A1/A3 als auch A2 sind theoretische Nachweise über Dein Wissen zu Drohnenbetrieb, Luftrecht und Sicherheit. Der große Unterschied liegt im Umfang und den zusätzlichen Anforderungen für A2.
A1/A3 – der Einstieg für fast alle Piloten
Voraussetzungen & Ablauf
Für den EU-Kompetenznachweis A1/A3 benötigst Du in der Regel:
-
- ein Mindestalter (abhängig von Land / nationaler Umsetzung – in Deutschland 16 Jahre)
- eine Registrierung als UAS-Betreiber (z. B. beim LBA in Deutschland)
- die Teilnahme an einem Online-Training
- das Bestehen eines Online-Tests mit Multiple-Choice-Fragen
Der Fokus liegt auf Grundlagenwissen zu Luftrecht, Luftraumstruktur, Sicherheitsabständen, Privatsphäre, Datenschutz und Umgang mit der Drohne.
A2 – der nächste Schritt mit erweitertem Wissen
Zusätzliche Anforderungen
Für das EU-Fernpiloten-Zeugnis A2 sind darüber hinaus erforderlich:
-
- vorheriger Abschluss des A1/A3-Kompetenznachweises
- ein praktisches Selbst-Training mit der Drohne im freien Gelände (Eigenbestätigung)
- eine Theorie-Prüfung bei einer zertifizierten Prüfstelle (häufig Online-/Videoprüfung)
Die Theorie für A2 geht tiefer ins Detail, z. B. zu:
-
- Risikobewertung und Maßnahmen zur Risikominderung
- Flugleistung der Drohne und Einfluss von Wind, Wetter, Bodenbeschaffenheit
- erweiterte Vorschriften beim Fliegen in der Nähe von Menschen
Fazit: A2 erfordert etwas mehr Zeit und Vorbereitung, erweitert aber Deine operativen Möglichkeiten deutlich – vor allem im semiprofessionellen und professionellen Bereich.
Kostenvergleich: A1/A3 vs. A2
Die genauen Kosten hängen vom gewählten Anbieter ab, lassen sich aber grob in folgenden Bereichen einordnen:
| Position | A1/A3 | A2 |
|---|---|---|
| Direkt beim LBA / Behörde | Gebühr für Online-Prüfung (A1/A3): 25 Euro | Beantragung A2 nach externer Prüfung – ab 89 Euro |
| Kommerzielle Schulungsanbieter | Online-Kurse inkl. Prüfung beim LBA oder externe EU-Anbieter | Umfangreiche Pakete mit Kurs, Prüfung & teils Zusatzleistungen |
| Preisspanne (typisch) | vom günstigen Online-Training bis moderaten Paketpreisen – ab 25 Euro | von Einsteiger-Angeboten bis hin zu umfangreichen Profi-Bundles – 89 Euro -500 Euro |
| Zusatzkosten | Drohnenführerschein als Plastik-Karte (optional) | ggf. Präsenzschulung, zusätzliche Trainings, STS-Schulungen etc. |
Eine aktuelle Übersicht mit konkreten Preisen, Rabattcodes und zertifizierten Anbietern für das EU-Fernpiloten-Zeugnis A2 findest Du hier:
Und wenn Du Deinen EU-Drohnenführerschein nach bestandener Prüfung in einem robusten Scheckkarten-Format mitführen möchtest, kannst Du hier eine entsprechende Karte bestellen:
Entscheidungshilfe: Welcher Drohnenführerschein ist der richtige für dich?
Um Dir die Entscheidung zu erleichtern, kannst Du Dir folgende Fragen stellen. Je nachdem, wie Du antwortest, deutet vieles eher auf A1/A3 oder auf A2 hin.
Fragen, die für A1/A3 sprechen
A1/A3 reicht meist, wenn …
- Du eine leichte Drohnen (z. B. unter 900 g) fliegst mit Drohnenklasse C0 (freiwillig) oder C1 (Pflicht)
- egal ob du Freizeit-Pilot bist oder professionell / gewerblich fliegst
- Du eine schwerere Drohne fliegst oder Drohnenklasse C2 / C3 / C4 – aber vorwiegend nur auf dem Land oder weit weg von Menschen fliegst
- Du ältere Bestandsdrohnen über 250 g nutzt, die ohnehin nur in A3 betrieben werden dürfen
Fragen, die für A2 sprechen
A2 lohnt sich, wenn …
- Du eine C2-Drohne nutzt
- Du häufig in der Nähe von Wohngebieten, Gewerbe- oder Industrieflächen fliegst
- Du gewerbliche Aufträge (z. B. Immobilien, Bau, Inspektionen, Social Media) durchführen möchtest
- Du generell möglichst viel Flexibilität und Rechtssicherheit bei Deinen Einsätzen haben willst
Kurze Faustregel:
Nur Hobby mit leichten Drohnen? – A1/A3 (ggf. sogar freiwillig) ist meist ausreichend.
Semiprofessionell / gewerblich mit C2-Drohnen und Einsätzen nahe an Menschen? – Dann lohnt sich A2 sehr oft.
Wenn Du Dir trotzdem unsicher bist, welcher Schein für Dein konkretes Drohnenmodell nötig ist, schaue in unseren Hauptartikel zum EU-Drohnenführerschein – dort gehen wir modellbezogen (z. B. DJI Mini 4 Pro, DJI Air 3, DJI Mavic 3 usw.) auf die Anforderungen ein.
Wichtiger Hinweis: Drohnenversicherung ist Pflicht – unabhängig vom Führerschein
Wichtiger Hinweis: Versicherungspflicht für alle Drohnen!
Ob A1/A3 oder A2 – eine Drohnen-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland für praktisch alle Drohnen gesetzlich vorgeschrieben.
Eine passende Drohnenversicherung gibt es bereits für wenige Euro im Jahr. In unserem Vergleich findest Du spezielle Tarife für Freizeit- und Profi-Piloten:
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