Stromausfall · Energie sparen und vorbereitet sein · Stand 21. Oktober 2026
Stromausfall: Was tun? Checkliste, Notvorrat und Blackout-Plan
Licht aus, Router tot, Heizung still – und die Frage, ob das in zehn Minuten vorbei ist oder zwei Tage dauert. Dieser Ratgeber ordnet die ersten 30 Minuten, erklärt, was wann ausfällt, wie lange Kühlschrank, Wasser und Handy durchhalten, und zeigt mit dem Vorratsrechner, wie viel Wasser und Essen deine Familie wirklich braucht – ruhig, mit Zahlen von BBK, Verbraucherzentrale und Netzbetreibern.
- 11,7 Minuten: so lange fehlte der Strom 2024 im Schnitt je Haushalt
- 10 Tage Selbstversorgung empfiehlt das BBK – 3 Tage sind der Einstieg
- 2 Liter Wasser je Person und Tag, 4 bis 6 Stunden hält der Kühlschrank
Ein Stromausfall ist in Deutschland fast immer kurz. Die Bundesnetzagentur zählte für 2024 im Schnitt 11,7 Minuten Unterbrechung je Kunde und Jahr – einer der besten Werte in Europa. Und trotzdem: Im Januar 2026 saßen rund 45.000 Berliner Haushalte nach einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke bis zu vier Tage im Dunkeln, am 18. Oktober 2026 fiel an der schleswig-holsteinischen Westküste für bis zu 40.000 Haushalte rund zwei Stunden der Strom aus, und die iberische Halbinsel erlebte am 28. April 2025 einen Totalausfall von etwa zehn Stunden. Nicht die Statistik entscheidet, ob du gut durch einen Ausfall kommst, sondern was du in den ersten 30 Minuten tust und was vorher im Schrank liegt.
Dieser Ratgeber ist bewusst kein Prepper-Text und keine Panikmeldung. Er folgt dem Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“, den das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) im Oktober 2025 neu aufgelegt hat, den Empfehlungen der Verbraucherzentrale (Stand Januar 2026) und den Angaben von Wasserversorgern, Netzbetreibern und Behörden. Du erfährst, wie du in Minuten klärst, ob nur deine Wohnung betroffen ist, warum das Festnetz sofort stirbt und das Handy nach einer halben Stunde, wie lange Gefriertruhe und Wasserhahn durchhalten, was in einen 10-Tage-Vorrat gehört und welche Ausrüstung für unter 200 Euro den Unterschied macht.
Stand: 21. Oktober 2026. Grundlage sind der BBK-Ratgeber (1. Auflage, Stand 10/2025), die Verbraucherzentrale (19. Januar 2026 und 4. August 2026), das Bundesinstitut für Risikobewertung, die Vorratstabellen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Angaben der Berliner Wasserbetriebe und des Berliner Senats, der ENTSO-E-Abschlussbericht zum iberischen Blackout (März 2026) sowie Amazon-Preise vom 21. Oktober 2026. Alle Mengen sind Richtwerte, keine eigenen Messungen.

Die zwei Geräte, die bei jedem Stromausfall zuerst fehlen: ein Radio, das ohne Netz läuft, und ein Akku für das Handy.
Links das Sangean MMR-99 DAB mit Kurbel, Solar, Taschenlampe und DAB+, das die Rundfunkanstalten auch bei Netzausfall empfängt, rechts die Anker Zolo Powerbank mit 20.000 mAh und festem USB-C-Kabel für zwei bis drei Handyladungen. Die Preise in den Boxen werden automatisch aktualisiert.
- IMMER AUFGELADEN - Das Sangean MMR-99 DAB bietet zahlreiche Wege, um den Akku aufzuladen: Mit dem handbetriebenen Dynamo-Generator, über Solarenergie, USB-Anschluss oder klassische Netzstromversorgung – für maximale Flexibilität bei Outdoor oder Camping Aktivitäten.
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- IM NOTFALL BEREIT: Ausgestattet mit einer Taschenlampe, die 5 verschiedene Modi bietet, darunter SOS- und Morsecode-Signal für Notsituationen ist das Radio der Retter in der Not. Die Rotlicht-Taschenlampe sorgt für perfekte Nachtsicht und das akustische Notsignal garantiert zusätzliche Sicherheit, falls Sie Hilfe benötigen.
- ROBUST UND WIEDERSTANDSFÄHIG: Mit stoßfesten Ecken und einem strapazierfähigen Gehäuse, das Stöße, Staub und Spritzwasser (IP55) standhält, ist dieses Notfall-Radio für jede Herausforderung gewappnet. Ideal für den Einsatz in extremen Bedingungen wie beim Camping oder Wandern. Das MMR-99 DAB ist ein zuverlässiger und langlebiger Begleiter.
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- Power mit 20.000mAh: Lade dein iPhone 15 bis zu 4 Mal oder dein Samsung S24 bis zu 3,79 Mal vollständig auf - perfekt für Reisen und lange Tage.
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- Im Lieferumfang enthalten: Anker Zolo Powerbank (20K, 30W, integriertes USB-C-Kabel), Kurzanleitung, 18 Monate Garantie und unser freundlicher Kundenservice.
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Stromausfall: Das Wichtigste in 20 Sekunden
Herd, Bügeleisen und Wasserkocher ausschalten, damit nichts unbeaufsichtigt anläuft, wenn der Strom zurückkommt. Dann Sicherungskasten, Treppenhaus und Straße prüfen. Erst danach Radio an und Netzbetreiber informieren – nicht die 112.
Jedes Öffnen kostet Stunden Kälte. Wenn das ganze Viertel dunkel ist, Kanister, Töpfe und Badewanne füllen, solange noch Druck auf der Leitung ist – in Hochhäusern fällt das Wasser oft als Erstes aus.
Das Festnetz ist mit dem Router tot, Mobilfunkmasten halten oft nur rund 30 Minuten durch. Flugmodus, Display dunkel, Powerbank für Notrufe reservieren. Behördeninformationen kommen zuverlässig über UKW und DAB+.
Holzkohle- und Gasgrill, Campingkocher mit Kartusche, Heizstrahler und Notstromaggregat gehören laut BBK ausschließlich ins Freie. Kohlenmonoxid ist geruchlos; wenige Atemzüge können tödlich sein. Ein CO-Melder kostet 20 Euro.
Die ersten 30 Minuten: Sichern, prüfen, informieren
In den ersten Minuten geht es um zwei Dinge: Sicherheit und Überblick. Die Verbraucherzentrale rät, zuerst Ruhe zu bewahren und zu klären, ob nur die eigene Wohnung oder das ganze Haus betroffen ist. Die Katastrophenschutzämter in Dresden und Münster ergänzen den wichtigsten Handgriff: Herd, Backofen, Bügeleisen und Wasserkocher sofort ausschalten. Was eingeschaltet bleibt, läuft unkontrolliert wieder an, wenn der Strom zurückkommt – im schlimmsten Fall mitten in der Nacht auf einer leeren Herdplatte.
Hitze aus, eine Lampe an
Herd, Ofen, Wasserkocher, Bügeleisen, Heizlüfter ausschalten. Einen Lichtschalter bewusst eingeschaltet lassen: So siehst du sofort, wenn die Versorgung zurück ist, ohne ständig zu testen.
Sicherungskasten prüfen
Ist ein Leitungsschutzschalter oder der FI-Schalter gefallen? Dann liegt die Ursache in der Wohnung – ein Gerät zu viel oder ein Defekt. Alle Sicherungen drin und trotzdem dunkel: Der Fehler liegt außerhalb.
Treppenhaus und Straße ansehen
Treppenhauslicht, Nachbarfenster, Straßenlaternen, Ampeln. Ist die ganze Straße dunkel, gilt ab jetzt der Plan für einen großflächigen Ausfall – auch wenn er in einer Stunde vorbei ist.
Radio an, Handy schonen
Batterie- oder Kurbelradio auf die Landesrundfunkanstalt stellen. Handy in den Flugmodus, Display dunkel, nur für kurze Nachrichten nutzen. Powerbank bleibt vorerst in der Schublade.
Kühlgeräte zu, Wasser prüfen
Kühlschrank und Gefrierschrank nicht öffnen. Läuft noch Wasser? Bei großflächigem Ausfall Kanister, Töpfe und die Badewanne füllen, solange der Druck reicht.
Empfindliche Geräte abschalten
PC, Fernseher und HiFi-Anlage ausschalten, damit Spannungsschwankungen beim Wiedereinschalten keine Schäden verursachen (Verbraucherzentrale). Router kann angeschaltet bleiben, er startet von selbst neu.
Nachbarn kurz abstimmen
Wer ruft die Störungsstelle an? Wer sieht nach der älteren Nachbarin im dritten Stock, wer hat ein Radio? Das Dresdner Merkblatt empfiehlt genau diese Absprache – sie spart Leitungen und Akkus.
Kerzen nur beaufsichtigt
LED-Lampen zuerst. Kerzen laut Verbraucherzentrale nie unbeaufsichtigt, auf festem Untergrund, Raum lüften. Auf keinen Fall Grill, Heizstrahler oder Kartuschenkocher in der Wohnung.
Lokal oder großflächig? Der Schnellcheck
Ob eine Sicherung gefallen ist oder ein Umspannwerk, fühlt sich in Minute drei identisch an. Der Unterschied entscheidet aber, ob du den Elektriker brauchst oder den Wasservorrat. Wähle aus, was du siehst – die Einordnung zeigt dir, was jetzt sinnvoll ist.
Ursache in der Wohnung: Überlast oder ein defektes Gerät
- Was tun: Geräte an diesem Stromkreis ausstecken, Sicherung wieder einschalten. Fliegt sie sofort erneut, ein Gerät nach dem anderen anstecken, bis der Verursacher gefunden ist. Fällt der FI-Schalter wiederholt ohne erkennbaren Grund, Elektrofachbetrieb rufen.
- Nicht tun: Sicherungen überbrücken, Automaten festklemmen oder am Zählerschrank arbeiten. Bei Brandgeruch, Funken oder warmen Steckdosen: Sicherung aus lassen, Gerät vom Netz, bei Rauch 112.
- Typisch: Heizlüfter plus Wasserkocher auf einer Leitung, ein alter Kühlschrank mit Kompressoranlauf, eine feuchte Außensteckdose im Winter.
Hausanschluss oder Zähler: Netzbetreiber oder Vermieter
- Was tun: Hauptschalter im Zählerschrank prüfen. Sind alle Sicherungen drin und nur deine Wohnung ist dunkel, kann die Hauptsicherung der Wohnung, ein Zähler oder die Steigleitung betroffen sein. Hausverwaltung oder Vermieter informieren, dann die Störungsstelle des Netzbetreibers.
- Vorsicht: Hauptsicherungen vor dem Zähler darf nur der Netzbetreiber oder ein Elektrofachbetrieb wechseln – sie sind verplombt.
- Zeithorizont: Meist innerhalb weniger Stunden behoben. Kühlgeräte trotzdem geschlossen halten.
Netzstörung im Viertel: Blackout-Plan aktivieren, ohne Panik
- Was tun: Ab jetzt gelten die Maßnahmen dieses Ratgebers: Wasser abfüllen, Kühlgeräte zu, Radio an, Handy sparen, Treffpunkt mit der Familie klären. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass solche Ausfälle in Deutschland meist nach wenigen Stunden behoben sind – vorbereitet bist du trotzdem besser.
- Melden: Beim Netzbetreiber, nicht beim Stromanbieter und nicht über 112. Nachbarn absprechen, damit nicht zehn Haushalte dieselbe Leitung blockieren.
- Beispiel: Westküste Schleswig-Holstein, 18. Oktober 2026 – bis zu 40.000 Haushalte, nach rund zwei Stunden war für die meisten der Strom zurück (laut Netzbetreiber SH Netz in Medienberichten).
Großflächig und länger: Jetzt zählt Radio, Wasser, Nachbarschaft
- Was das heißt: Fällt der Mobilfunk aus, sind die Batteriepuffer der Masten erschöpft – laut Berliner Senat oft nach rund 30 Minuten. Der Ausfall dauert also bereits länger oder betrifft ein großes Gebiet. Informationen kommen jetzt über UKW und DAB+, Sirenen und Lautsprecherwagen.
- Was tun: Wasser sichern, einen Raum als Warmzone wählen, Vorräte sichten, Nachbarn mit Kindern, Pflegebedarf oder medizinischen Geräten ansprechen. Notfalltreffpunkte und Katastrophenschutz-Leuchttürme der Kommune nutzen, sobald sie geöffnet sind.
- Notruf: Die 112 funktioniert über jedes Mobilfunknetz, in dem noch eine Zelle sendet – auch ohne Guthaben und auch im Netz eines anderen Anbieters (§ 4 Notrufverordnung). Ohne jedes Netz: nächste Polizeiwache, Feuerwache oder Krankenhaus.
Stromausfall melden: Netzbetreiber statt Notruf
Zuständig für die Störung ist der örtliche Netzbetreiber – nicht dein Stromanbieter und nicht die 112. Die Verbraucherzentrale stellt das ausdrücklich klar: Der Lieferant, mit dem du den Vertrag hast, betreibt keine Leitungen. Die Störungsnummer steht auf der Stromrechnung, auf der Website des Netzbetreibers und häufig am Zählerschrank. Eine bundesweite Störungsnummer gibt es nicht; das Portal störungsauskunft.de bündelt die Meldungen vieler Netzbetreiber und zeigt laufende Störungen auf einer Karte. In Berlin etwa nennt das Bezirksamt Pankow die Nummer 0800 211 25 25 von Stromnetz Berlin.
Die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei sind bei größeren Ausfällen regelmäßig mit Anrufen überlastet, die nur wissen wollen, wie lange es noch dauert – die Bezirksämter in Berlin und die Stadt Nürnberg bitten deshalb ausdrücklich, 110 und 112 nur bei echten Notfällen zu wählen: Personen im Aufzug, Rauch, medizinische Notlagen. Schreib die Störungsnummer jetzt auf Papier; wenn der Router aus ist, findest du sie nicht mehr online.
Geräte und Sicherungskasten: So verhinderst du Schäden
Die meisten Schäden entstehen nicht beim Ausfall, sondern bei der Rückkehr des Stroms. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, empfindliche Geräte wie PC und Fernseher auszuschalten, damit Spannungsschwankungen beim Wiedereinschalten keine Schäden verursachen. Die Stadt Münster ergänzt den Netzgedanken: Wenn alle Haushalte gleichzeitig mit laufenden Geräten wieder ans Netz gehen, belastet das die Versorgung – deshalb Geräte abschalten und nach der Rückkehr nacheinander einschalten.
Alles, was Hitze erzeugt, wird ausgeschaltet oder ausgesteckt – wegen Brandgefahr beim unbeaufsichtigten Wiederanlauf (Dresden, Münster, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg).
Netzteile mögen keine Spannungsschwankungen. Ausschalten reicht laut Verbraucherzentrale; wer sicher gehen will, zieht den Stecker oder nutzt eine schaltbare Steckdosenleiste.
Kühl- und Gefriergeräte bleiben am Netz und starten selbst wieder. Entscheidend ist nur die geschlossene Tür. Ein Thermometer im Gerät zeigt nach dem Ausfall, ob die Kette gehalten hat.
Gas- und Öltherme, Wärmepumpe und Pelletheizung stehen ohne Strom still. Nach dem Wiederanlauf laut Verbraucherzentrale auf Geräusche und Undichtigkeiten achten, Zeitprogramme und Uhren neu stellen.
Aufzüge nicht benutzen (Dresden). Gegensprechanlagen und elektrische Türöffner fallen aus; Garagentorantriebe haben innen eine Notentriegelung am roten Zugseil – wer keinen zweiten Zugang hat, rüstet eine Außen-Notentriegelung nach (Herstellerangabe Marantec).
Rein technische Defekte durch Spannungsschwankungen deckt die Hausratversicherung laut Verbraucherzentrale in der Regel nicht. Schäden dokumentieren und den Einzelfall prüfen lassen; Überspannungsschutz ist bei vielen Tarifen ein Zusatzbaustein.
Was wann ausfällt: Die Kaskade eines längeren Stromausfalls
Ein Stromausfall ist keine einzelne Störung, sondern eine Kette. Licht, Router und Heizung sind in Sekunde eins weg. Danach fallen nacheinander Systeme aus, die mit Batterien, Behältern oder Isolierung noch eine Weile durchhalten. Die Zeitachse zeigt die belegten Größenordnungen – sie hängen vom Gebäude, vom Versorger und vom Füllstand deines Gefrierschranks ab.
0 minSofortLicht, Router, Festnetz, Heizung
Das Festnetz läuft heute über den Router (VoIP) und ist laut Berliner Senat bei Stromausfall nicht verfügbar. Thermen und Wärmepumpen stehen still.
30 minMobilfunkMasten gehen in die Reserve
Viele Mobilfunkstandorte überbrücken laut Berliner Senat nur rund 30 Minuten; eine Pflicht zu 72 Stunden Notstrom hat die Bundesregierung im September 2026 abgelehnt.
4–6 hKühlschrankKältereserve aufgebraucht
Danach steigt die Temperatur über 4 Grad – Milch, Fleisch und Fisch zuerst verbrauchen (Verbraucherzentrale Niedersachsen).
24–36 hWasserHochbehälter laufen leer
Hochbehälter fassen meist nur einen Tagesbedarf (TZW); Berlin sichert die Trinkwasserversorgung per Notstrom für mindestens 36 Stunden (Berliner Wasserbetriebe).
48 hGefrierschrankVoller Gefrierschrank taut
Bis zu 48 Stunden bleibt ein voller, geschlossener Gefrierschrank gefroren, ein halbvoller rund 24 Stunden (Verbraucherzentrale, FDA).
Parallel dazu wird der Alltag außerhalb der Wohnung zäh: Zapfsäulen, Kassen, Geldautomaten und Kartenterminals brauchen Strom, Ampeln fallen aus, Supermärkte schließen. Die Berliner Wasserbetriebe bringen es auf den Punkt: Was bei einem mehrtägigen Blackout passiert, kann niemand seriös vorhersagen. Genau deshalb plant das BBK mit zehn Tagen Selbstversorgung – nicht, weil zehn Tage wahrscheinlich sind, sondern weil der Vorrat dann auch jede kürzere Störung abdeckt.
Kühlschrank und Gefriertruhe: Wie lange hält die Kälte – und was ist danach noch sicher?
Die Tür bleibt zu – das ist die einzige Regel, die wirklich zählt. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen nennt für den geschlossenen Kühlschrank vier bis sechs Stunden, je nach Füllstand und Isolierung, für den vollen Gefrierschrank bis zu 48 Stunden. Die Werte gehen auf die US-Lebensmittelbehörde FDA zurück, die zusätzlich 24 Stunden für ein halbvolles Gefriergerät angibt. Ein voller Gefrierschrank hält länger, weil die gefrorene Masse als Kältespeicher wirkt – Lücken deshalb mit gefrorenen Wasserflaschen füllen.
| Gerät und Zustand | Hält die Kälte | Kritische Grenze | Was danach gilt |
|---|---|---|---|
| Kühlschrank, geschlossen | ca. 4–6 Stunden | über 4 °C (VZ), spätestens 7 °C (BfR-Sollwert) | Leicht Verderbliches zuerst essen: Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Aufschnitt |
| Gefrierschrank voll, geschlossen | bis zu 48 Stunden | Eiskristalle verschwinden, Ware weich | Angetaut mit Eiskristallen: wieder einfrieren möglich (FDA, BfR) |
| Gefrierschrank halbvoll | ca. 24 Stunden (FDA) | wie oben | Lücken vorher mit Wasserflaschen auffüllen |
| Gefriergut von −18 auf −12 °C erwärmt | – | kein Gesundheitsrisiko | Qualitätsverlust laut BfR, aber verzehrbar |
| Rohes Fleisch, Geflügel, Fisch aufgetaut | – | über 7 °C gelagert | Vollständig durcherhitzen, dann kühlen oder einfrieren (BfR, dti); bei Zweifel entsorgen |
| Speiseeis angetaut | – | einmal weich | Entsorgen (dti) |
Die populäre Regel „aufgetautes Fleisch nie wieder einfrieren“ ist strenger als die Position des Bundesinstituts für Risikobewertung und des Deutschen Tiefkühlinstituts: Beide erlauben das Wiedereinfrieren nach vollständigem Durcherhitzen, gegarte Speisen und rohes Gemüse können zeitnah verbraucht oder direkt wieder eingefroren werden. Was gar nicht geht: nach Aussehen und Geruch urteilen. Die FDA empfiehlt, gekühlte verderbliche Lebensmittel zu entsorgen, die vier Stunden oder länger über 4,4 °C lagen – ohne Thermometer weißt du das nicht.

- Zeigt die höchste Temperatur seit dem letzten Zurücksetzen – die entscheidende Zahl nach einem Stromausfall
- Batteriebetrieb, läuft unabhängig von der Digitalanzeige des Kühlschranks
- Für Kühlschrank und Gefrierfach; die kälteste Zone liegt unten über dem Gemüsefach
Praktisch bewährt haben sich drei Dinge: Kühlakkus oder gefrorene Wasserflaschen im Gefrierfach, die bei Ausfall in den Kühlschrank wandern; ein Thermometer, das die Höchsttemperatur speichert; und ein Plan, in welcher Reihenfolge gegessen wird – erst der Kühlschrank, dann das Gefriergut, dann die Konserven. Im Winter rät das Tiefkühlinstitut nur zur kurzzeitigen Lagerung draußen bei Minusgraden, verpackt und vor Tieren geschützt; der Balkon ersetzt den Gefrierschrank nicht.
Wasser und Toilette: Was passiert, wenn die Pumpen stehen
Bei kurzen Ausfällen läuft das Wasser meist weiter – aber kalt. Die Verbraucherzentrale rechnet mit erhaltener Versorgung, jedoch ohne Warmwasser; bei längeren Ausfällen sind Einschränkungen möglich. Wie lange es reicht, hängt vom Versorger ab: Hochbehälter speichern laut dem Technologiezentrum Wasser in der Regel nur etwa einen Tagesbedarf, in Hanglagen verteilt die Schwerkraft das Wasser, im Flachland müssen zuerst die Notstromaggregate der Wasserwerke anspringen. Die Berliner Wasserbetriebe sichern die Versorgung nach eigenen Angaben für mindestens 36 Stunden mit etwa zwei Dritteln bis drei Vierteln des normalen Bedarfs.
Der Netzdruck reicht nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe nur bis rund 22 Meter Traufhöhe. Höhere Gebäude haben eigene Druckerhöhungsanlagen, die ohne Strom stehen – wer im sechsten Stock wohnt, hat deshalb oft als Erster kein Wasser mehr, während unten noch alles läuft. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg empfiehlt bei längerem Ausfall, Wasser in alle verfügbaren Behälter zu füllen: Badewanne, Waschbecken, Eimer, Töpfe. Die Badewanne ist dabei Brauchwasser für Toilette und Abwasch, nicht Trinkwasser.
2 lTrinkwasser je Person und Tag
BBK-Richtwert, davon 0,5 Liter zum Kochen. Kinder bis zwölf Jahre rechnet die BLE mit 1 Liter Trinkmenge, Menschen ab 65 mit 2 Litern plus Kochwasser. Haustiere nicht vergessen.
36 hNotstrom der Berliner Wasserbetriebe
Mindestens 36 Stunden Versorgung mit zwei Dritteln bis drei Vierteln des Bedarfs; danach helfen rund 5.200 Notbrunnen bundesweit – deren Wasser eher für Hygiene als zum Trinken gedacht ist.
22 mBis hierhin reicht der Netzdruck
Darüber pumpen Druckerhöhungsanlagen – und die brauchen Strom. In Hochhäusern Wasser sofort abfüllen, nicht erst nach einer Stunde.
1 EimerToilette ohne Spülkasten
Klassische Toiletten lassen sich mit einem Eimer Badewasser spülen. Fallen elektrische Abwasserpumpen oder Hebeanlagen aus, kann die Toilette unbenutzbar sein (Stadt Münster) – dann Müllbeutel in die Schüssel hängen oder Campingtoilette nutzen.

- 40 Liter Fassungsvermögen – der 10-Tage-Richtwert für zwei Personen
- Hahn zum sauberen Abfüllen, breite Öffnung zum Reinigen
- Dunkel und kühl lagern; Wasser aus der Leitung ohne Zusatz nach Herstellerangaben einige Wochen haltbar, mit Konservierungsmittel länger
- Eine Tablette je Liter: desinfiziert klares Wasser und konserviert es laut Hersteller bis zu sechs Monate
- Für Kanisterwasser und für Wasser aus Notbrunnen, das nicht als Trinkwasser freigegeben ist
- Trübes Wasser vorher filtern; Einwirkzeit laut Packung einhalten
Information und Notruf: Warum das Radio wichtiger ist als das Handy
Das Festnetz ist das erste Opfer. Seit der Umstellung auf All-IP läuft jedes Telefon über den Router, und der hat keinen Akku. Die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft stellt in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage fest, dass die Verfügbarkeit des Festnetzes bei einem flächendeckenden Stromausfall nicht gegeben ist – anders als beim alten analogen Anschluss, der aus der Vermittlungsstelle mitversorgt wurde. Der Mobilfunk hält länger, aber nicht lange: Viele Standorte überbrücken nur rund 30 Minuten, der Dienst verschlechtert sich mit der Dauer, und eine gesetzliche Pflicht zu 72 Stunden Notstrom hat die Bundesregierung im September 2026 abgelehnt.
Nach § 4 Absatz 8 der Notrufverordnung muss jeder Mobilfunkbetreiber die 112 auch für Kunden anderer Netze durchstellen; nach § 164 TKG sind Notrufe kostenlos und haben Vorrang. Voraussetzung: eine SIM-Karte und irgendeine Zelle, die noch sendet.
Die Warnung aufs Handy funktioniert nur, solange der Mast läuft und das Handy Netz hat. Ohne Mobilfunk und Strom bleibt das Display stumm – die Stadt Nürnberg sagt das ausdrücklich. Sirenen, Lautsprecherwagen und Radio sind die Rückfallebene.
UKW- und DAB+-Sender sind mit Notstrom für Tage ausgestattet, die öffentlich-rechtlichen Anstalten sind zur Verbreitung amtlicher Informationen verpflichtet. Ein Batterie- oder Kurbelradio ist deshalb die Kernempfehlung des BBK – welches Gerät passt, zeigt unser Ratgeber in der Serie am Ende des Beitrags.
Malteser und DRK geben für ihre Geräte bis zu 72 Stunden Akkubetrieb an. Nutzt das Gerät den Festnetzanschluss, ist es mit dem Router trotzdem stumm – nur Varianten mit Mobilfunkmodul bleiben erreichbar, solange die Zelle läuft. Das vorab beim Anbieter klären.

Für das Handy gilt: Energiesparmodus, Display dunkel, Flugmodus, sobald kein Netz mehr da ist – sonst sucht das Gerät ununterbrochen und leert den Akku in Stunden. Kurze Textnachrichten statt Anrufe, die Powerbank für Notrufe und den vereinbarten Kontakt nach draußen reservieren. Wichtige Nummern – Familie, Nachbarn, Hausarzt, Pflegedienst, Netzbetreiber, Hausverwaltung – gehören laut Verbraucherzentrale auf Papier. Und ein Treffpunkt für die Familie, falls Handys ausfallen und Schule oder Kita früher schließen, ist keine Paranoia, sondern Logistik.
Viele Kommunen betreiben inzwischen Katastrophenschutz-Leuchttürme: notstromversorgte Gebäude wie Feuerwachen oder Schulen, die bei mehrstündigem Ausfall öffnen, Lageinformationen geben, Notrufe absetzen, Erste Hilfe leisten und Handys laden. Wo deiner liegt, steht auf der Website der Stadt oder des Landkreises – jetzt nachsehen, nicht im Dunkeln. Das BBK ergänzt: Wenn 110 und 112 nicht funktionieren, sind Polizeiwache, Feuerwache, Krankenhaus und Rathaus die Anlaufstellen.
Licht, Kochen, Wärme: Sicher durch die Nacht
Die gefährlichsten Stunden eines Stromausfalls sind die mit Kerzen, Grill und Gasheizer. Beim iberischen Blackout 2025 zählten Medien mindestens acht Todesfälle, darunter durch Kerzenbrand und Generatorabgase. Die Reihenfolge ist deshalb klar: LED-Licht vor Kerzen, Kaltverpflegung vor Kochen, Decken vor Brennstoff. Das BBK formuliert es unmissverständlich – Campingkocher mit Gaskartusche sowie Holzkohle- und Gasgrill gehören nur ins Freie, in der Wohnung sind sie wegen Erstickungsgefahr tabu.
LED-Taschenlampen für Wege und Sicherungskasten, eine Laterne für den Aufenthaltsraum, eine Stirnlampe für Hände-frei-Arbeiten. Kerzen laut Verbraucherzentrale nur auf festem Untergrund, nie unbeaufsichtigt, Raum lüften.
Konserven, Brot, Aufstriche und Nüsse brauchen keinen Kocher. Warme Mahlzeiten laut BBK drinnen nur mit Stövchen und Teelicht, Fondue-Brennpaste oder einem ausdrücklich für Innenräume zugelassenen Gaskocher; Kartuschenkocher auf Balkon oder Terrasse.
Einen Aufenthaltsraum wählen, Türen schließen, Rollläden runter, Kleidung in Schichten, Decken und Schlafsäcke (BBK, Verbraucherzentrale). Trotzdem regelmäßig lüften, besonders bei Kerzen. Was Gasherd, Heizlüfter an Powerstation und Teelichtofen taugen, klärt der Beitrag „Heizen ohne Strom“ in unserer Serie.
Grill, Kartuschenkocher, Heizstrahler, Teelichtofen und Notstromaggregat erzeugen in Räumen Kohlenmonoxid. Plötzliche Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit sind Frühzeichen. Bei Alarm des CO-Melders: Fenster auf, Gebäude verlassen, 112.

- Rund 2.200 Watt Kochleistung mit Kartuschen CP 250 – Wasser für Tee oder eine Dose Eintopf in Minuten
- Nur im Freien oder auf Balkon und Terrasse betreiben; Kartuschen kühl und getrennt vom Kocher lagern
- Passende Kartuschen: Campingaz CP 250, 4er-Pack (ASIN B0743DH6G6), etwa 17 Euro
- Warnt vor Kohlenmonoxid aus Therme, Ofen, Kocher oder Grill – auch im Normalbetrieb ohne Stromausfall sinnvoll
- Batteriebetrieb, läuft also gerade dann, wenn der Strom fehlt
- Platzierung laut Feuerwehr-Empfehlung in Kopfhöhe im Schlaf- oder Aufenthaltsbereich, nicht in Küche oder Bad

- Für Radio, Taschenlampen, CO-Melder und Kühlschrankthermometer
- Deutlich längere Lagerfähigkeit als Alkaline, kein Auslaufen – ideal für die Notfallbox
- Verfallsdatum auf die Packung schreiben, abgelaufene Zellen im Alltag aufbrauchen
Notvorrat für 10 Tage: Wasser, Essen und der Vorratsrechner
Das BBK empfiehlt, dass sich jeder Haushalt möglichst zehn Tage selbst versorgen kann – und sagt zugleich, dass schon drei Tage sehr helfen. Die Verbraucherzentrale hält drei bis fünf Tage für ausreichend, weil Ausfälle in Deutschland fast nie länger dauern. Beide Zahlen sind kein Widerspruch: Die Verbraucherzentrale beschreibt den typischen regionalen Ausfall, das BBK die allgemeine Krisenvorsorge, die auch Hochwasser, Sturm oder eine Störung der Lieferketten abdeckt. Laut einer BBK-Umfrage, die das Amt im Oktober 2025 zitierte, haben 53 Prozent der Befragten noch keine gezielte Vorsorge getroffen.
Der Trick ist nicht der Bunker, sondern die Rotation: Du lagerst, was du ohnehin isst, und füllst nach, was du verbrauchst. Die Auswahlkriterien des BBK sind einfach – haltbar ohne Kühlung, essbar ohne Kochen oder mit kurzer Kochzeit, passend zu Allergien, Kindern und Haustieren. Der Rechner zeigt dir die Mengen für deinen Haushalt.
Vorratsrechner: Wasser und Kalorien für deinen Haushalt
Richtwerte nach BBK und BLE-Vorratskalkulator: 2 Liter Trinkwasser und 2.200 Kilokalorien je Person und Tag. Brauchwasser für Hygiene nennt das BBK nicht in Litern – der Schieberegler ist unser Richtwert für sparsamen Abwasch und Toilettenspülung.
Ergebnis folgt.
Rechenwerte, keine Ernährungsberatung. Kinder bis zwölf Jahre setzt die BLE mit 1 Liter Trinkmenge an, Menschen ab 65 mit 2 Litern plus Kochwasser; Haustiere, Säuglingsnahrung und Dauermedikamente kommen dazu.
Wie sich 2.200 Kilokalorien am Tag in Lebensmittel übersetzen, zeigt die Vorratstabelle der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), auf die der Vorratskalkulator des BBK verweist – hier für eine Person und zehn Tage:
| Lebensmittelgruppe | Menge für 1 Person, 10 Tage | Beispiele ohne Kühlung |
|---|---|---|
| Getränke | 20 Liter | Mineralwasser, davon rund 5 Liter zum Kochen; Saft und Tee ergänzen |
| Getreide, Brot, Kartoffeln | 3,3 kg | Nudeln, Reis, Haferflocken, Knäckebrot, Zwieback, Kartoffelpüreepulver |
| Gemüse, Hülsenfrüchte | 4,0 kg | Konserven (Bohnen, Erbsen, Mais, Tomaten), Linsen, Kichererbsen, Sauerkraut |
| Obst, Nüsse | 2,5 kg | Obstkonserven, Trockenfrüchte, Nüsse, lagerfähige Äpfel |
| Milch, Milcherzeugnisse | 2,5 kg | H-Milch, Milchpulver, Hartkäse, Schmelzkäse |
| Eier, Fleisch, Wurst, Fisch | 1,2 kg | Dosenfisch, Fleischkonserven, Dauerwurst, Volleipulver |
| Fette, Öle | 330 g | Pflanzenöl, Butterschmalz, Nussmus |
| Sonstiges | nach Bedarf | Salz, Zucker, Honig, Kaffee, Tee, Brühe, Gewürze, Zitronensaft |
Quelle: BLE-Vorratstabelle Mischkost (2024); ältere BBK-Checklisten nennen geringfügig andere Mengen. Für Vegetarier ist die Liste besonders einfach: Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse, Konservengemüse und H-Milch sind lange haltbar und brauchen wenig oder keine Kochzeit. Vergiss die kleinen Dinge nicht, die den Alltag tragen – Salz, Kaffee oder Tee, Dosenöffner, Müllbeutel, Feuchttücher. Lagerort: kühl, trocken, nicht im Bad; Mindesthaltbarkeitsdaten einmal im Halbjahr prüfen.

- Direkt aus der Dose essbar, kein Kochen, keine Kühlung – das Backup für Tage ohne Kocher
- Haltbarkeit laut Herstellerangabe zehn Jahre ab Herstellung; Datum auf dem Koffer notieren
- Mit ausreichend Wasser planen; Preis je Kalorie deutlich höher als beim Rotationsvorrat aus dem Supermarkt
Hausapotheke, Hygiene und Dokumente
Ohne Strom schließen Apotheken, Praxen arbeiten eingeschränkt, und der Rettungsdienst ist überlastet. Das BBK empfiehlt deshalb bei Dauermedikamenten einen Vorrat für mindestens zehn Tage und eine vollständige Hausapotheke – kühl, trocken, für Kinder unzugänglich und nicht im Bad gelagert. Die Verbraucherzentrale ergänzt das Erste-Hilfe-Set mit Verbandmaterial, Desinfektionsmittel, Schere, Pinzette und Einmalhandschuhen.
Persönliche Medikamente für zehn Tage, Schmerz- und Fiebermittel, Fieberthermometer, Mittel gegen Durchfall und Übelkeit, Elektrolyte, Wund- und Hautdesinfektion, Pflaster, Verbandmaterial, Verbandtuch für Brandwunden, Einmalhandschuhe, Kühlkompresse, Pinzette, Schere.
Seife, Desinfektionsmittel, Feuchttücher, Zahnpflege, Monatshygiene, Windeln, Toilettenpapier, Haushaltspapier, Haushaltshandschuhe. Große, stabile Müllbeutel zum Einhängen in die Toilette und eine Campingtoilette stehen ausdrücklich in der BBK-Checkliste.
Ausweise, Geburts- und Heiratsurkunden, Versicherungspolicen, Grundbuch- oder Mietunterlagen, Zeugnisse, Vollmachten, Impfausweis, Befunde, Passwortliste, Fotos – als Originale oder beglaubigte Kopien, wasser- und feuerfest, plus digitale Kopie auf USB-Stick oder in der Cloud.
Warme Kleidung, Regenschutz, Erste-Hilfe-Material, Medikamente, geladene Powerbank, Lebensmittel für zwei Tage und Trinkflasche, Dokumentenmappe, Schlafsack, Taschenlampe, Radio, Feuerzeug, Bargeld, Ersatzbrille; für Kinder eine SOS-Kapsel mit Name und Adresse (BBK).

- Verbandmaterial, Pflaster, Kompressen, Rettungsdecke, Handschuhe, Schere – die Betriebsnorm als Basis für den Haushalt
- Wandhalterung für einen festen Platz, den jeder in der Familie kennt
- Ergänzen mit Fieberthermometer, Schmerz- und Durchfallmitteln, Elektrolyten und Dauermedikamenten für zehn Tage

- Entlastet den Haushalt, wenn Spülung oder Abwasserpumpe ausfallen – vom BBK als Campingtoilette in der Hygiene-Checkliste genannt
- Beutel mit Gelbildner binden Flüssigkeit und Geruch; Beutel im Restmüll entsorgen
- Als Hygiene-Set ergänzen: Einmalhandschuhe, Desinfektion, Feuchttücher, Müllbeutel mit Verschluss
Besondere Bedürfnisse: Kinder, Ältere, Haustiere, medizinische Geräte
Ein Stromausfall ist für Haushalte mit Pflegebedarf, Säuglingen oder strombetriebenen Medizingeräten kein Komfortproblem, sondern eine Risikolage. Die Verbraucherzentrale rät, für Beatmungs-, Sauerstoff- und Dialysegeräte vorab eine Notfalllösung mit Arzt, Hersteller und Pflegedienst zu klären. Wichtig zu wissen: Es gibt in Deutschland kein zentrales Register und keinen Anspruch auf bevorzugte Wiederversorgung – die Region Hannover verweist auf die freiwillige Registrierung bei notfallregister.eu, die der Planung von Feuerwehr und Rettungsdienst dient, aber keinen Anspruch auf individuelle Hilfe begründet.
Ersatzakku und Ladegerät, Beatmungsbeutel und eine unabhängige Sauerstoffflasche vorhalten; Ausweichort klären. Die Stadt Halle rät heimbeatmeten Patienten, bei knappem Akku oder einem Ausfall über zwei Stunden die 112 zu rufen – der Transport in eine Klinik mit gesicherter Versorgung ist möglich. Eine USV-Powerstation überbrückt die Nacht; Details im Beitrag „Powerstation bei Stromausfall“.
Laut Cochrane-Review (2023) ist die Lagerung angebrochener Insulinpatronen bei Raumtemperatur über etwa vier bis sechs Wochen gängig; ungeöffnet sind laut Herstellerdaten bis 25 °C mehrere Monate möglich. Maßgeblich bleibt die Packungsbeilage. Kühlakkus im Gefrierfach bereithalten, Insulin nicht einfrieren.
Fertige Säuglingsnahrung oder Pulver plus abgekochtes Wasser im Thermosbehälter, Windeln, Feuchttücher, Lieblingsessen. Kinder laut BBK offen und sachlich informieren, Aufgaben geben – Lampen verteilen, Radio bedienen –, nicht mit Sorgen allein lassen.
Pflegedienste vorab fragen, ob sie bei längerem Ausfall weiterarbeiten (Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg). Treppenlift, Pflegebett und Hausnotruf prüfen. Nachbarn in höheren Stockwerken ohne Aufzug sind nach einem Tag auf Hilfe angewiesen – das Dresdner Merkblatt nennt ihre Betreuung ausdrücklich.
Futter und Wasser für zehn Tage gehören laut BBK in den Vorrat; Aquarien und Terrarien verlieren Heizung, Filter und Licht – eine kleine Powerstation hält Pumpe und Heizstab über Stunden.
Kein Aufzug, kein Wasser oberhalb der Druckerhöhungsanlage, kein Türöffner. Wasser sofort abfüllen, Nachbarn auf der Etage ansprechen, eine Taschenlampe am Treppenhaus deponieren.
Bargeld, Auto und Tankstelle: Was draußen nicht mehr geht
Ohne Strom funktionieren weder Geldautomaten noch Kartenterminals. Das BBK und die Verbraucherzentrale empfehlen deshalb Bargeld zu Hause, die Verbraucherzentrale ausdrücklich in kleiner Stückelung – einen Betrag nennen beide nicht. Eine Orientierung liefert ein Papier der Europäischen Zentralbank vom September 2025: Behörden in den Niederlanden, Österreich und Finnland raten zu etwa 70 bis 100 Euro pro Person, genug für den Grundbedarf über rund 72 Stunden. Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz nannte Scheine und Münzen nach dem spanischen Blackout „ausfallsicher“. Bei Kartenverlust gilt weiter der Sperr-Notruf 116 116.
70–100 €je Person in kleinen Scheinen
Orientierungswert aus den Empfehlungen in den Niederlanden, Österreich und Finnland, die die EZB zitiert. Wechselgeld haben Händler ohne Kasse nicht.
½ Tankals Untergrenze im Winter
Zapfsäulen brauchen Strom. Ein halb voller Tank reicht für Fahrten zu Angehörigen oder in die Klinik – und das Auto lädt über die 12-Volt-Buchse Handys und Powerstations.
0 Fahrtenohne Grund
Ampeln sind aus, Tunnel und Schranken gesperrt, jede Fahrt verbrennt Reserve. Das Auto ist Notfalloption, nicht Erkundungsfahrzeug. In der Garage den Motor nie laufen lassen – die Lüftung steht.
E-Autoals Stromquelle
Elektroautos mit Vehicle-to-Load liefern über eine Schuko-Steckdose Strom für Kühlschrank und Licht – Reichweite für die Rückfahrt zur nächsten funktionierenden Ladesäule einplanen.
Ausrüstung für den Ernstfall: Was sich lohnt – nach Priorität
Die Verbraucherzentrale sagt es deutlich: Umfangreiche Vorräte oder teure Notstromlösungen sind für Privathaushalte meist nicht nötig, einfache Vorsorge reicht in der Regel. Unsere Reihenfolge folgt diesem Gedanken – zuerst, was jede Störung sofort entspannt, dann, was längere Ausfälle trägt. Die ersten vier Posten kosten zusammen unter 100 Euro.
- Stufe 1Pflicht: Radio, Licht, Batterien, Wasserkanister
Batterie- oder Kurbelradio, zwei LED-Taschenlampen, Lithium-AA-Zellen, ein Kanister mit Hahn. Dazu Bargeld und die Nummernliste auf Papier.
- Stufe 2Sinnvoll: Powerbank, CO-Melder, Thermometer, Erste Hilfe
Zwei Powerbanks mit 20.000 mAh, ein Kohlenmonoxid-Melder, ein Max-/Min-Thermometer für den Kühlschrank, ein Verbandkasten nach DIN 13157.
- Stufe 3Für längere Ausfälle: Kocher, Toilette, Notration
Kartuschenkocher für den Balkon, Campingtoilette mit Beuteln, Wasserentkeimung, ein Koffer Fertiggerichte als Backup.
- Stufe 4Komfort und Medizin: Powerstation
1-kWh-Powerstation für Router, Kühlschrank in Intervallen, Heizdecke oder CPAP-Gerät – nur, wenn du sie auch im Alltag nutzt oder ein medizinischer Grund besteht.

- Zwei Lampen zum Verteilen: Flur und Sicherungskasten, Schlafzimmer und Notfallbox
- Laden per USB-C an Powerbank oder Powerstation; Modi inklusive SOS
- Alle drei Monate nachladen – eine leere Taschenlampe ist im Dunkeln nur Dekoration
- Raumlicht für Küche und Aufenthaltsraum, aufhängbar oder magnetisch an der Dunstabzugshaube
- Streulicht statt Spot – entspannt die Nacht mehr als jede Taschenlampe
- Batteriebetrieb (AA) – passt zu den Lithium-Zellen aus dem Vorrat
- Günstigere Alternative zum Sangean: DAB+ und UKW, Farbdisplay, Kurbel und Solarzelle als Reserve
- Großer Akku laut Hersteller für viele Stunden Radio bei mittlerer Lautstärke – vorher voll laden und vierteljährlich prüfen
- Leselicht und Taschenlampe integriert; als Zweitradio fürs Schlafzimmer geeignet
- Zweite Powerbank für Rucksack oder Notfallbox – rund 74 Wattstunden, zwei bis drei Handyladungen
- Lädt Radio, Lampen und Handy per USB; Kabel dazulegen
- Geladen lagern, alle drei Monate nachladen (Herstellerempfehlung Anker für Powerbanks allgemein)
- Der günstige Einstieg: sechs Personentage Trinkwasser nach BBK-Richtwert für rund zehn Euro
- Hahn zum sauberen Zapfen, stapelbar, auch als Brauchwasserbehälter für die Toilette
- Vor dem ersten Füllen ausspülen, dunkel lagern, Wasser halbjährlich tauschen
- Für Router, Licht, Handys und den Kühlschrank in Intervallen – rechnerisch ein bis zwei Tage
- USV-Funktion mit 10 Millisekunden Umschaltzeit für CPAP-Geräte oder Aquarien, laut DJI
- Lädt über das Auto mit bis zu 400 Watt nach – im Winter verlässlicher als Solar
Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Deutschland?
Sehr unwahrscheinlich – und trotzdem nicht ausgeschlossen. Der SAIDI-Wert der Bundesnetzagentur, die mittlere Unterbrechungsdauer je Kunde, lag 2024 bei 11,7 Minuten; das Zehnjahresmittel beträgt 12,7 Minuten. Die großen Ereignisse der letzten zwei Jahre hatten keine Netzknappheit als Ursache, sondern Sabotage, technische Fehler und Regelungsprobleme: In Berlin trennte im Januar 2026 ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke rund 45.000 Haushalte, 2.200 Betriebe und etwa 100.000 Menschen bis zu vier Tage vom Netz. An der Westküste Schleswig-Holsteins löste am 18. Oktober 2026 ein Fehler im 110-Kilovolt-Netz einen zweistündigen Ausfall für bis zu 40.000 Haushalte aus.
Der iberische Blackout vom 28. April 2025 ist das Referenzereignis für einen echten Systemausfall: Um 12:33 Uhr verloren Spanien und Portugal den Synchronlauf mit dem europäischen Verbundnetz, 31 Gigawatt Last fielen weg, die Versorgung war erst nach rund zehn Stunden weitgehend wiederhergestellt. Der Abschlussbericht des Expertengremiums des europäischen Netzbetreiberverbands ENTSO-E vom 20. März 2026 nennt als Ursache ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren – Spannungsschwingungen, Lücken in der Spannungs- und Blindleistungsregelung, uneinheitliche Regelpraxis und Abschaltungen von Erzeugungsanlagen –, nicht einen einzelnen Auslöser und auch nicht „die Erneuerbaren“ an sich. Der Bericht formuliert 22 Empfehlungen für alle europäischen Netzbetreiber.
Politisch hat sich seit dem Winter 2025/26 etwas bewegt: Das KRITIS-Dachgesetz ist seit dem 17. März 2026 in Kraft und verpflichtet Betreiber kritischer Anlagen – Energie, Wasser, Verkehr, Gesundheit und weitere Sektoren ab 500.000 versorgten Einwohnern – zu Risikoanalysen, Resilienzplänen und Störungsmeldungen binnen 24 Stunden. Beim Mobilfunk bleibt es dagegen bei „angemessenen“ Vorkehrungen ohne feste Dauer. Für dich heißt das: Das Netz ist robust, die Kommunikation ist es nicht. Genau dort setzt die private Vorsorge an.
Typische Fehler bei Stromausfall – und was stattdessen hilft
Jedes Öffnen kostet Kältereserve. Stattdessen: Thermometer lesen, Reihenfolge festlegen, Tür zu lassen.
Zwanzig Nachrichten, Taschenlampen-App, ständiges Netz-Suchen. Stattdessen: Flugmodus, Radio, ein Kontakt nach draußen.
Blockiert Leitungen für echte Notfälle. Stattdessen: Störungsnummer des Netzbetreibers, Radio, Nachbarn.
Kohlenmonoxid ist die häufigste Todesursache bei Blackouts. Stattdessen: Decken, Warmzone, Kochen draußen, CO-Melder.
Dann ist der Druck weg. Stattdessen: bei großflächigem Ausfall sofort Kanister, Töpfe, Badewanne füllen.
Leere Powerbank, ausgelaufene Batterien, abgelaufene Konserven. Stattdessen: fester Prüftermin pro Quartal, Vorrat rotieren.
Deine Checkliste: In einer Stunde vorbereitet
Stromausfall-Vorsorge für den Winter 2026/27
0 von 12 erledigt
Die Haken bleiben auf diesem Gerät gespeichert, damit du die Liste in Etappen abarbeiten kannst. Wann und wie die Warnsysteme bundesweit getestet werden, erklärt unser Beitrag zum Warntag 2026.
Vorbereitet durch den Winter: Unsere Serie „Energie sparen und vorbereitet sein“
Dieser Ratgeber ist die Grundlage – Notstrom, Wärme, Information und Solar vertiefen die anderen Beiträge der Serie:
Häufige Fragen zum Stromausfall
Was tun bei Stromausfall – in der richtigen Reihenfolge?
Herd, Ofen und andere Hitzegeräte ausschalten, eine Lampe eingeschaltet lassen, Sicherungskasten prüfen, Treppenhaus und Straße ansehen. Dann Radio an, Handy in den Flugmodus, Kühlgeräte geschlossen halten und bei großflächigem Ausfall Wasser abfüllen. Den Ausfall beim Netzbetreiber melden, nicht über 112.
Wie finde ich heraus, ob nur meine Wohnung betroffen ist?
Zuerst der Sicherungskasten: Ist ein Automat oder der FI-Schalter gefallen, liegt die Ursache in der Wohnung. Sind alle Sicherungen drin, prüfe Treppenhauslicht, Nachbarfenster und Straßenlaternen. Ist nur dein Haus dunkel, sind Hausanschluss oder Zähler betroffen – Hausverwaltung und Netzbetreiber informieren.
Wen rufe ich bei einem Stromausfall an?
Den örtlichen Netzbetreiber über seine Störungsnummer – nicht den Stromanbieter, mit dem du den Vertrag hast, und nicht die 112. Die Nummer steht auf der Stromrechnung und auf der Website des Netzbetreibers; das Portal störungsauskunft.de zeigt laufende Störungen vieler Netzbetreiber. Notrufe nur bei Gefahr für Menschen, etwa Personen im Aufzug.
Wie lange hält der Kühlschrank bei Stromausfall?
Geschlossen etwa vier bis sechs Stunden, je nach Füllstand und Isolierung (Verbraucherzentrale Niedersachsen). Danach steigt die Temperatur über 4 Grad; Milchprodukte, Fleisch und Fisch zuerst verbrauchen. Ein Thermometer mit Maximalwert zeigt nach dem Ausfall, ob die Kette gehalten hat.
Wie lange bleibt die Gefriertruhe gefroren?
Ein voller, geschlossener Gefrierschrank bis zu 48 Stunden, ein halbvoller rund 24 Stunden (Verbraucherzentrale, FDA). Lücken mit gefrorenen Wasserflaschen füllen verlängert die Zeit. Steigt die Temperatur von −18 auf −12 Grad, ist das laut BfR ein Qualitäts-, kein Gesundheitsproblem.
Darf ich aufgetautes Fleisch wieder einfrieren?
Laut Bundesinstitut für Risikobewertung und Deutschem Tiefkühlinstitut ja – nach vollständigem Durcherhitzen. Sind noch Eiskristalle vorhanden oder blieb die Ware unter 4 bis 7 Grad, ist auch direktes Wiedereinfrieren möglich. Bei unklarer Dauer oder Temperatur entsorgen; angetautes Speiseeis immer wegwerfen.
Wie viel Wasser brauche ich pro Person und Tag?
Zwei Liter Trinkwasser je Person und Tag, davon ein halber Liter zum Kochen – das ist der Richtwert des BBK. Für zehn Tage sind das 20 Liter pro Person, für eine vierköpfige Familie 80 Liter. Brauchwasser für Toilette und Abwasch kommt dazu; dafür eignet sich die gefüllte Badewanne.
Läuft das Wasser bei Stromausfall weiter?
Bei kurzen Ausfällen meist ja, aber ohne Warmwasser. Hochbehälter fassen in der Regel etwa einen Tagesbedarf; die Berliner Wasserbetriebe sichern mindestens 36 Stunden per Notstrom. In Gebäuden oberhalb von rund 22 Metern Traufhöhe fällt das Wasser sofort aus, weil die Druckerhöhungsanlage Strom braucht.
Funktioniert der Notruf 112 bei Stromausfall?
Über das Mobilfunknetz ja, solange irgendeine Zelle noch sendet – auch im Netz eines anderen Anbieters und ohne Guthaben (§ 4 Notrufverordnung, § 164 TKG). Das Festnetz fällt mit dem Router sofort aus. Ohne jedes Netz sind Polizeiwache, Feuerwache, Krankenhaus und Rathaus die Anlaufstellen.
Wie lange hält das Handynetz bei Stromausfall?
Viele Mobilfunkstandorte überbrücken laut Berliner Senat nur rund 30 Minuten mit Batterien, einige länger; der Dienst verschlechtert sich mit der Dauer. Eine Pflicht zu 72 Stunden Notstrom hat die Bundesregierung im September 2026 abgelehnt. Deshalb: Flugmodus, Akku sparen, Radio als Informationsquelle.
Welche Vorräte empfiehlt das BBK für zehn Tage?
Je Person 20 Liter Getränke, rund 3,3 Kilogramm Getreideprodukte, 4 Kilogramm Gemüse und Hülsenfrüchte, 2,5 Kilogramm Obst und Nüsse, 2,5 Kilogramm Milchprodukte, 1,2 Kilogramm Eier, Fleisch, Wurst oder Fisch sowie 330 Gramm Fette – nach der BLE-Vorratstabelle, auf die der BBK-Kalkulator verweist. Haltbar, ohne Kühlung, möglichst ohne Kochen.
Darf ich in der Wohnung mit dem Campingkocher kochen?
Kartuschenkocher und Grills gehören laut BBK ausschließlich ins Freie oder auf Balkon und Terrasse. Drinnen sind nur Stövchen mit Teelicht, Fondue-Brennpaste und ausdrücklich für Innenräume zugelassene Geräte vertretbar – kurz, mit offenem Fenster und CO-Melder. Kohlenmonoxid ist geruchlos und kann in Minuten tödlich sein.
Wie viel Bargeld sollte ich zu Hause haben?
BBK und Verbraucherzentrale empfehlen Bargeld in kleiner Stückelung, ohne Betrag. Als Orientierung zitiert die EZB Empfehlungen aus den Niederlanden, Österreich und Finnland: etwa 70 bis 100 Euro pro Person für rund 72 Stunden Grundbedarf. Geldautomaten und Kartenterminals funktionieren ohne Strom nicht.
Zahlt die Versicherung Schäden durch den Stromausfall?
Rein technische Defekte durch Spannungsschwankungen deckt die Hausratversicherung laut Verbraucherzentrale in der Regel nicht; verdorbene Tiefkühlware ist nur in manchen Tarifen mitversichert. Schäden mit Fotos dokumentieren und beim Versicherer den Einzelfall prüfen lassen.
Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Deutschland?
Gering: 2024 fehlte der Strom im Schnitt 11,7 Minuten je Haushalt. Die großen Ausfälle der letzten Zeit – Berlin im Januar 2026, Schleswig-Holstein im Oktober 2026 – waren regionale Störungen durch Sabotage oder Netzfehler, kein Systemkollaps wie in Spanien und Portugal 2025. Vorsorge lohnt sich trotzdem, weil sie jede dieser Störungen entspannt.
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Fazit: Der beste Blackout-Plan ist der, den du einmal durchgedacht hast
Ein Stromausfall ist in Deutschland selten und meist kurz – Berlin und Schleswig-Holstein haben trotzdem gezeigt, dass Stunden und Tage möglich sind. Der stärkste Hebel ist nicht Technik, sondern Reihenfolge: erst Sicherheit, dann Überblick, dann Information, dann Ressourcen. Wer Herd und Kerzen im Griff hat, Kühlgeräte geschlossen hält, Wasser früh sichert, den Akku schont und ein Radio besitzt, kommt durch jede übliche Störung ohne Schaden.
Für den längeren Fall reichen ein Radio, zwei Lampen, Lithium-Batterien, ein Kanister, zwei Powerbanks, ein CO-Melder und ein Vorrat, den du ohnehin isst – zusammen deutlich unter 200 Euro, und das meiste davon nutzt du auch ohne Stromausfall. Der Vorratsrechner sagt dir, wie viel Wasser und Essen dein Haushalt braucht; die Checkliste führt dich in einer Stunde durch den Rest. Zehn Tage sind das Ziel des BBK, drei Tage der Einstieg. Fang mit drei an.
TransparenzQuellen und Datenbasis37 Einträge
Grundlage sind amtliche Ratgeber und Statistiken, Angaben von Wasserversorgern, Netzbetreibern und Kommunen, wissenschaftliche Übersichtsarbeiten sowie Preise von Amazon.de, abgerufen am 21. Oktober 2026. Mengen und Laufzeiten sind Richt- und Rechenwerte, keine eigenen Messungen. Bereits im Text verlinkte Beiträge von drohnen.de führen wir nicht erneut auf.
- BBK: Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ (1. Auflage, Stand 10/2025) – 10 Tage, Wasser, Hausapotheke, Hygiene, Dokumente, Kochen (amtlich)
- BBK: Ratgeber und Checkliste – 10 Tage Ziel, 3 Tage Einstieg (amtlich)
- BBK: Pressemitteilung zum neuen Ratgeber (13. Oktober 2025) – 53 Prozent ohne gezielte Vorsorge (amtlich)
- BBK: Vorsorge und Handeln bei Stromausfall – Grill nur im Freien, CO-Melder, Bargeld, Radio (amtlich)
- BBK: Notgepäck – Inhalt, SOS-Kapsel für Kinder (amtlich)
- BLE: Vorratstabelle Mischkost (2024) und Vorratskalkulator – Mengen, 2.200 kcal, Trinkmengen nach Alter (amtlich)
- Bundesnetzagentur: Versorgungsunterbrechungen Strom 2024 – SAIDI 11,7 Minuten, Zehnjahresmittel (amtlich)
- Verbraucherzentrale: Was tun bei Stromausfall (Stand 19. Januar 2026) – Melden, Geräte, Vorrat 3–5 Tage, Bargeld, Versicherung
- Verbraucherzentrale Niedersachsen: Verpflegung bei Stromausfall (Stand 4. August 2026) – 4–6 Stunden, 48 Stunden, Kochen draußen
- US-FDA: Food and Water Safety During Power Outages – 4 h / 24 h / 48 h, Wegwerfregel (amtlich, USA)
- BfR: Korrektes Kühlen von Lebensmitteln im Privathaushalt – Sollwerte, −12 °C, Wiedereinfrieren (amtlich)
- Deutsches Tiefkühlinstitut: Tiefkühlkost bei Stromausfall (14. Januar 2026) – Durcherhitzen, Speiseeis, Lagerung draußen (Verbandsquelle)
- ZfK: Berliner Trinkwasserversorgung bei Stromausfall (2022) – 36 Stunden Notstrom
- web.de: Wasserversorgung im Krisenfall (29. August 2025) – Hochbehälter, 22 Meter, Notbrunnen (Aussagen BWB, TZW, BBK)
- Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg: Hilfe zur Selbsthilfe bei Stromausfall (Stand 23. April 2026) – Wasser abfüllen, Pflegedienste, Notruf (amtlich)
- Stadt Münster: Was tun beim Stromausfall – Abwasserpumpen, Geräte nacheinander einschalten (amtlich)
- Landeshauptstadt Dresden: Merkblatt Stromausfall (3. Auflage, 11/2024) – Herd aus, Aufzug, Nachbarn (amtlich)
- Stadt Nürnberg: FAQ Energiemangellage – Notruf nur im Notfall, Cell Broadcast ohne Strom (amtlich)
- Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/15792 (2023) – Festnetz/VoIP bei Stromausfall nicht verfügbar (amtlich)
- Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/23917 – Batteriepuffer im Mobilfunk rund 30 Minuten (amtlich)
- Borncity: Bundesregierung lehnt 72-Stunden-Notstrompflicht ab (2026) – Mobilfunk, Berliner Betroffenenzahlen
- § 4 Notrufverordnung und § 164 TKG – Notruf über jedes Mobilfunknetz, kostenlos, mit Vorrang (Gesetz)
- Malteser: Hausnotruf-FAQ und DRK-Hausruf-FAQ – bis zu 72 Stunden Akkubetrieb (Anbieterangaben)
- ZfK: störungsauskunft.de – Störungsportal der Netzbetreiber
- Marantec: Notentriegelung für Garagentore (Herstellerquelle)
- Cochrane: Temperatur- und Lagerbedingungen für Humaninsulin (2023) – Raumtemperatur 4–6 Wochen (wissenschaftlich)
- Region Hannover: Hilfe bei einem Blackout (2026) – notfallregister.eu, kein Anspruch (amtlich)
- Stadt Halle: Stromausfall bei heimbeatmeten Menschen – 112 bei Ausfall über zwei Stunden (amtlich)
- The Local: EZB-Papier „Keep calm and carry cash“ (25. September 2025) – 70 bis 100 Euro je Person
- giga.de: Bundesbank-Vorstand Balz zum Bargeld (Juli 2025) – „ausfallsicher“
- ENTSO-E: Iberian Blackout 28 April 2025 – Final Report (20. März 2026) – Ablauf, Ursachen, 22 Empfehlungen
- Wikipedia: 2025 Iberian Peninsula blackout – Dauer, Todesfälle (Sekundärquelle, mit Vorsicht)
- Bundeszentrale für politische Bildung: Stromausfall in Berlin – Januar 2026, 45.000 Haushalte
- nadr.de: Stromausfall an der Westküste Schleswig-Holsteins (19. Oktober 2026) – 40.000 Haushalte, Angaben SH Netz (Medienbericht)
- reuschlaw: KRITIS-Dachgesetz in Kraft getreten und GÖRG: Inhalte des KRITIS-Dachgesetzes (März 2026) – in Kraft 17. März 2026, Schwellenwert, Fristen (Fachquellen)
- Deutscher Feuerwehrverband: Warnung vor Kohlenmonoxid – Grill nie in Innenräumen, Frühzeichen (Verbandsquelle)
- Amazon.de – Produktpreise und Verfügbarkeiten vom 21. Oktober 2026 (Marktquelle)
Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen mit Stand 21. Oktober 2026 und ersetzt keine individuelle Beratung durch Elektrofachbetrieb, Ärztin oder Arzt, Apotheke, Versicherer oder Behörden. Mengen- und Zeitangaben sind Richtwerte aus den genannten Quellen; bei Lebensmitteln und Medikamenten gelten im Zweifel die Herstellerangaben und das Prinzip „im Zweifel entsorgen“. Bei akuter Gefahr – Rauch, Gasgeruch, Kohlenmonoxid-Alarm, medizinischer Notfall – hat die Sicherheit Vorrang: Gebäude verlassen und 112 wählen. Zuständigkeiten, Störungsnummern und Hilfsangebote unterscheiden sich regional; beachte die Hinweise deiner Kommune und deines Netzbetreibers.
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