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Jahresrückblick 2024: Drohnen-Unfälle, Luftfahrt & Sicherheit – Die wichtigsten Fakten aus dem EASA Annual Safety Review 2025

Luftfahrtsicherheit bleibt ein Prozess kontinuierlichen Lernens.

Der EASA Annual Safety Review 2025 zieht eine Bilanz für Europa und hebt dabei den enormen Wert proaktiver Sicherheitskultur, datengetriebener Analysen und Big-Data-Initiativen wie Data4Safety hervor. Die Branche steht vor neuen Herausforderungen – von wachsendem Flugaufkommen nach der Pandemie bis hin zum rasanten Anstieg von Drohnen und unbemannten Flugsystemen (UAS) im europäischen Luftraum.

Mit mehr als 7.000 Verkehrsflugzeugen und über 7,7 Millionen Flügen hat Europa 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Gleichzeitig dokumentiert die EASA nicht nur Fortschritte, sondern auch die Notwendigkeit konsequenter Prävention: Im letzten Jahr ereigneten sich europaweit drei tödliche Flugunfälle mit Linienmaschinen (weltweit 14), dazu zahlreiche sicherheitsrelevante Vorfälle in allen Sparten – von der Airline bis zur Drohne.

Gerade im Bereich Drohnen hebt der Report hervor: Datengestützte Risikoanalyse, systematische Erfassung und transparente Auswertung aller Vorfälle sind entscheidend, um auch bei steigender Verkehrsdichte ein hohes Schutzniveau für Passagiere, Crew und Unbeteiligte am Boden zu gewährleisten. Die EASA ruft alle Marktakteure – von Betreibern über Behörden bis zu Industrie und Entwicklern – dazu auf, Sicherheitsmanagement und offene Fehlerkultur („Just Culture“) gemeinsam weiterzuentwickeln.

„Die Vorfälle seit Ende 2024 zeigen: Wir müssen alles tun, um Passagiere, Crew und die Gesellschaft zu schützen – und das funktioniert nur mit datengestützter Prävention, ehrlichem Risikomanagement und dem Willen, auch neue Trends wie Drohnen vollumfänglich sicher zu integrieren.“

— Florian Guillermet, EASA Executive Director

Zum vollständigen EASA-Bericht (ASR 2025)

Sicherheitsbilanz 2024: Warum die EASA auf offene Risikokultur und Innovation setzt

Der aktuelle Annual Safety Review gibt einen einzigartigen Einblick in Unfallstatistiken, Trends und Risikobewertung der letzten 10 Jahre. Das Spektrum reicht von Airlines und Businessjets über Helikopter und Segelflieger bis hin zu Ballons und Drohnen/UAS. Für jedes Segment liefert der Report nicht nur eine detaillierte Analyse der Unfälle, ernsten Vorfälle und ihrer Ursachen, sondern auch eine Bewertung der größten Risiken nach Domäne – inklusive neuer Kategorien für Drohnen und experimentelle Flugsysteme.


Im Zentrum steht der Wandel von einer reaktiven hin zu einer vorausschauenden Sicherheitskultur: Moderne Methoden wie Big-Data-Auswertung, „Data4Safety“-Programme und die Integration von Cybersecurity- und Safety-Daten machen es möglich, komplexe Gefahrenlagen frühzeitig zu erkennen und passgenau zu steuern. Gerade für neue Technologien wie UAS und Advanced Air Mobility ist das die Basis für nachhaltiges Wachstum und maximale Sicherheit.

Key Facts & Highlights: EASA Safety Review 2025

  • 7.000+ Verkehrsflugzeuge & über 7,7 Millionen Flüge in Europa – neuer Höchststand seit Pandemie-Ende.
  • 0 tödliche Drohnenunfälle europaweit im Jahr 2024, keine schweren Personenschäden durch UAS.
  • 21 sicherheitsrelevante Drohnen-Incidents gemeldet, davon 7 mit bemannter Luftfahrt (Airprox/Kollisionen) – Anteil steigt auf 33% aller UAS-Vorfälle.
  • 3 tödliche Flugunfälle in der europäischen Linienfliegerei (weltweit 14), 27 Unfälle in der allgemeinen Luftfahrt, 7 bei Helikoptern, 1 Ballon, 10 Segelflugzeuge (Rekordtief für Segelflug).
  • Hauptursachen für Drohnenvorfälle: Kontrollverlust (Loss of Control), Airprox/Kollisionen mit bemannter Luftfahrt, Navigationsfehler, selten technische Defekte.
  • Big Data & Prävention: EASA setzt auf Data4Safety und offene Fehlerkultur („Just Culture“) zur frühzeitigen Risikoerkennung & kontinuierlichen Verbesserung.
  • Regulatorische Empfehlungen: Mehr Schulung, Meldepflichten, technische Innovation (Remote ID, Kollisionswarnung, Geo-Fencing) & klare Standards für neue Technologien wie UAS und Advanced Air Mobility.
  • Sicherheitsmanagement im Wandel: Integration von Cybersecurity, Safety-Daten und branchenspezifischer Prävention als Schlüssel für Wachstum und Akzeptanz.

EASA Annual Safety Review 2025 – UAS (Drohnen) auf einen Blick

Kapitel 6 des Berichts betrachtet ausschließlich Unfälle und ernste Zwischenfälle mit Unmanned Aircraft Systems (UAS), die sich 2023–2024 in EASA-Mitgliedstaaten ereignet haben. Grundlage sind Meldungen aus der Unfall- und Zwischenfalluntersuchung nach VO (EU) 996/2010 sowie Vorkommnisse, die in das European Central Repository (ECR) gemäß VO (EU) 376/2014 berichtet wurden. Alle Ereignisklassen wurden mit den Nationalen Luftfahrtbehörden (NAA) abgeglichen.

Wichtig für die Einordnung: Für viele Freizeit-/Hobby-UAS ohne Zulassung besteht keine Meldepflicht – außer, es kommt zu Todesfällen, schweren Verletzungen oder die UAS ist mit einem bemannten Luftfahrzeug beteiligt. Das ECR enthält jedoch auch freiwillige Meldungen; diese wurden ebenfalls berücksichtigt.

Der Datensatz umfasst Modellflugzeuge (wenn als UAS im Sinne der EU-Regeln erfasst), Experimental-/Testflüge unter dem EASA Basic Regulation-Rahmen (VO (EU) 2018/1139) sowie UAS-Einsätze in Search & Rescue und Feuerwehr. Nicht enthalten sind staatliche Operationen (Militär/Polizei u. Ä.) – außer, es war zusätzlich ein ziviles Luftfahrzeug beteiligt. Ereignisse mit EU-registrierten Luftfahrzeugen außerhalb der EASA-Staaten fallen in andere Kapitel des Reports.

Ergebnis 2024: Es gab keinen tödlichen UAS-Unfall und keine schweren Verletzungen am Boden. Gleichzeitig stieg der Anteil der Vorkommnisse, an denen bemannte Luftfahrt beteiligt war.

Was wird gezählt – und was nicht?

  • Gezählt: Unfälle und ernste Zwischenfälle mit UAS in EASA-Mitgliedstaaten; Meldungen aus VO (EU) 996/2010 und dem ECR nach VO (EU) 376/2014; freiwillige UAS-Berichte im ECR; Modellflug-Ereignisse (als UAS erfasst); Experimental-/Testflüge; UAS in Such- und Rettung sowie Brandbekämpfung.
  • Nicht gezählt: Staatliche Einsätze (Militär/Polizei etc.), sofern nicht zusätzlich ein ziviles Luftfahrzeug beteiligt war; Ereignisse außerhalb der EASA-Staaten (finden sich in anderen Kapiteln); Freizeit-UAS ohne Meldepflicht, es sei denn es gab Tote/Schwerverletzte oder eine Beteiligung bemannter Luftfahrt.

Begriffe & Abkürzungen kurz erklärt

  • UAS (Unmanned Aircraft System): Unbemanntes Luftfahrzeug inklusive Steuer- und Kontrollausrüstung; Definition nach VO (EU) 2019/947 und VO (EU) 2018/1139.
  • ECR (European Central Repository): EU-Datenbank für Vorkommnisse in der Zivilluftfahrt nach VO (EU) 376/2014.
  • NAA (National Aviation Authority): Nationale Luftfahrtbehörde eines Mitgliedstaats; validiert und klassifiziert Ereignisse.
  • Serious incident (ernster Zwischenfall): Ereignis, das beinahe zu einem Unfall geführt hätte und untersucht werden muss.

Hinweis: Die Liste der im Kapitel berücksichtigten tödlichen UAS-Unfälle befindet sich im Anhang des Berichts; sie enthält den einzigen tödlichen Fall aus 2023. 2024 wurde kein solcher Fall registriert.

Schlüsseldaten 2023/2024: Unfälle, ernste Vorfälle & Personenschäden (UAS)

Die folgenden Zahlen bilden die Kerndaten für den UAS-Bereich (Drohnen). Erfasst sind tödliche und nicht-tödliche Unfälle sowie ernste Vorfälle für die Jahre 2023 und 2024.

  • Tödliche Unfälle: 2023: 1 | 2024: 0
  • Nicht-tödliche Unfälle: 2023: 15* | 2024: 15
  • Ernste Vorfälle (Serious incidents): 2023: 4 | 2024: 6

2024 trat kein tödlicher UAS-Unfall auf. Keiner der nicht-tödlichen Unfälle im Jahr 2024 führte zu schweren Verletzungen am Boden.

Die erste Tabelle zeigt die Anzahl der Unfälle (tödlich und nicht tödlich) sowie der ernsten Vorfälle für die Jahre 2023 und 2024. Die zweite Tabelle gibt die Zahl der Todesfälle und schweren Verletzungen an, die bei diesen Unfällen in den Jahren 2023 und 2024 aufgetreten sind.

Säulendiagramm mit Anzahl der Drohnenunfälle, ernsten Vorfälle und Todesfälle 2023 und 2024 laut EASA-Statistik.
Säulendiagramm mit Anzahl der Drohnenunfälle, ernsten Vorfälle und Todesfälle 2023 und 2024 laut EASA-Statistik.
Kategorie 2023 2024
Tödliche Unfälle 1 0
Nicht-tödliche Unfälle 15* 15
Ernste Vorfälle 4 6
Balkendiagramm der Personenschäden am Boden durch Drohnen (UAS): Todesfälle und schwere Verletzungen 2023 und 2024.
Balkendiagramm der Personenschäden am Boden durch Drohnen (UAS): Todesfälle und schwere Verletzungen 2023 und 2024.
Schäden Gesamtzahl 2023 Gesamtzahl 2024
Todesfälle (ground) 1 0
Schwere Verletzungen (ground) 1 0

* Anmerkung zu 2023: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der nicht-tödlichen Unfälle für 2023 nach nachträglicher Verarbeitung aller Meldungen der Mitgliedstaaten (gemäß Verordnung (EU) 996/2010) von 9 auf 15; die ernsten Vorfälle von 2 auf 4.

Personenschäden am Boden durch UAS – Risiken & Zahlen

Aufgrund der besonderen Charakteristika des Drohnenbereichs (UAS) ist es entscheidend, das Risiko für Personen am Boden gesondert zu überwachen. Die Statistiken für 2023 und 2024 zeigen:

  • Im Jahr 2023 gab es einen Todesfall sowie einen Fall schwerer Verletzung, die durch UAS verursacht wurden.
  • Im Jahr 2024 wurde weder ein Todesfall noch eine schwere Verletzung durch einen Unfall mit UAS am Boden registriert.

Details zu den Vorfällen aus 2023 wurden bereits im letztjährigen EASA-Sicherheitsbericht veröffentlicht. Für 2024 bleibt festzuhalten: Es gab kein einziges Ereignis, bei dem unbeteiligte Personen am Boden schwer verletzt oder getötet wurden – ein positives Zeichen für die Entwicklung der UAS-Sicherheit.

Beteiligung bemannter Luftfahrt & Unfallkategorien (UAS 2023–2024)

Kapitel 6 des EASA Annual Safety Review 2025 (UAS) zeigt auch: 2024 gab es in Europa weder Todesfälle noch schwere Verletzungen durch Drohnenunfälle. Gleichzeitig nahm die Berührung mit bemannter Luftfahrt deutlich zu – ein zentrales Handlungsfeld für Prävention.

Zusammentreffen mit bemannter Luftfahrt

Im Jahr 2024 wurden 7 Vorkommnisse mit bemannten Luftfahrzeugen erfasst – 1 Unfall und 6 ernste Vorfälle. Damit waren 33 % aller 21 UAS-Ereignisse des Jahres 2024 mit bemannter Luftfahrt verbunden (2023: 10 % bei 20 Ereignissen).

Jahr Ereignisse gesamt (Unfälle + ernste Vorfälle) …davon mit bemannter Luftfahrt
2023 20 2
2024 21 7
  • Unfall 2024 (Schweiz): Kollision zwischen einem kleinen UAS (~250 g) und einem kleinen, nicht zertifizierten Luftfahrzeug in ca. 100 m AGL (Höhe über Grund) über einem See. Das bemannte Luftfahrzeug erlitt geringe Schäden und setzte den Flug fort.
  • Ernste Vorfälle 2024: 6 Fälle: Österreich (2), Deutschland (1), Niederlande (2), Schweiz (1). Beteiligte Muster u. a. Airbus A320, A321, A340, ein Robinson R44, ein Bombardier BD500 (A220) sowie ein Segelflugzeug ohne Motor. In allen Fällen blieben Größe und Herkunft der gesichteten UAS unbekannt bzw. nicht codiert.
  • Risikoeinstufung: Ein Ereignis erhielt einen ERCS-Score X4 (gelb) im europäischen Risikoklassifizierungsschema.
  • Meldepflicht & Realität: Fernpiloten müssen solche Begegnungen melden. Selbstmeldungen von UAS, die außerhalb der erlaubten Höhen oder Geozonen betrieben wurden, sind laut Bericht jedoch sehr selten.

Unfall- und Vorfallkategorien (ICAO-ADREP) für 2023–2024

Die Analyse der Unfälle und ernsten Vorfälle im Bereich Unmanned Aircraft Systems (UAS) für 2023 und 2024 erfolgt auf Basis der ICAO Accident Incident Data Reporting (ADREP) Taxonomie. Sie dient einer international einheitlichen, detaillierten Klassifikation aller Ereignisse, sodass Ursachen, Risikomuster und Präventionsansätze gezielt abgeleitet werden können. Zu beachten ist: Ein einzelnes Ereignis kann mehreren Kategorien zugeordnet werden, etwa wenn ein technischer Fehler (z. B. Motorausfall) einen Kontrollverlust im Flug nach sich zieht oder bei komplexen Schadensverläufen mit Folgeereignissen. Die Gesamtzahl der Kategoriezuteilungen ist daher stets höher als die Anzahl der Einzelereignisse.

  • LOC-I – Loss of Control (in-flight): 18 Einordnungen. Kontrollverlust im Flug durch Pilotenfehler, Technikversagen, äußere Einflüsse oder Bedienungsfehler. LOC-I ist damit die häufigste Ursache und betrifft sowohl Unfälle als auch ernste Zwischenfälle.
  • MAC – Airprox / ACAS-Alert / Staffelungsverlust / (Beinahe-)Kollision: 18 Einordnungen. Bezieht sich auf gefährliche Annäherungen (Airprox), automatisierte Kollisionswarnungen (ACAS/TCAS), Verlust der Staffelung (Loss of Separation) sowie tatsächliche oder fast erfolgte Zusammenstöße (Midair Collisions) mit bemannten Luftfahrzeugen.
  • OTHR – Other: 9 Einordnungen. „Sonstige“ Ereignisse, die keiner anderen Kategorie eindeutig zugewiesen werden können oder besonders ungewöhnliche/spezielle Vorfälle darstellen. Diese Kategorie umfasst auch den tödlichen Modellflug-Unfall 2023 auf einem Modellfluggelände. Die häufige Nutzung von OTHR weist darauf hin, dass viele UAS-Ereignisse in ihrer Charakteristik (noch) nicht standardisiert abgebildet werden können und spricht für die Notwendigkeit einer präziseren Differenzierung in künftigen Reports.
  • LALT – Low Altitude Operations: 4 Einordnungen. Tiefflugoperationen bzw. Verstöße gegen Mindestflughöhen, z. B. im Nahbereich von Menschen, Gebäuden oder bei Verstößen gegen Betriebsgrenzen. Ein Fall führte zu einer schweren Verletzung am Boden (2023).
  • NAV – Navigation Error: 4 Einordnungen. Navigationsfehler durch Fehlbedienung, Verlust der Signalverbindung, mangelhafte Geo-Fencing-Konfiguration oder falsche Routenvorgaben.
Balkendiagramm: Verteilung der UAS-Unfall- und Vorfallkategorien nach ICAO-ADREP 2023/2024; am häufigsten Kontrollverlust im Flug (LOC-I) und kritische Annäherungen/Kollisionen (MAC).
Verteilung der Unfall- und Vorfallkategorien bei Drohnen gemäß ICAO-ADREP für 2023 und 2024. Quelle: Screenshot – EASA Annual Safety Review 2025

Weitere relevante Kategorien & Hinweise (ICAO-ADREP-Definitionen)

  • ARC (Abnormal Runway Contact): Ungewöhnliche oder fehlerhafte Landung/Start mit Bodenkontakt abseits der Norm.
  • CFIT (Controlled Flight Into Terrain): Kollision mit Gelände/Objekten trotz intakter Steuerung.
  • SCF-PP (Powerplant Failure/Malfunction): Antriebs-/Motorausfall.
  • SCF-NP (System/Component Failure – non-powerplant): System- oder Komponentenausfall außerhalb des Antriebs.
  • LOC-G (Loss of Control – Ground): Kontrollverlust am Boden.
  • CTOL (Collision with Obstacle During Take-off/Landing): Kollision mit Hindernissen beim Start/Landung.
  • F-POST (Fire/Smoke post-impact): Brand/Qualm nach Unfall/Aufprall.
  • RE (Runway Excursion): Verlassen der vorgesehenen Start-/Landebahn.
  • UNK (Unknown/Undetermined): Ereignisse mit unbekannter oder ungeklärter Ursache.
  • Zusätzlich (im ADREP-System gelistet): AMAN (Abrupt Manoeuvre, abruptes Manöver) und WSTRW (Windshear/Thunderstorm, Windscherung/Gewitter).

Mehrfachkategorisierung: Ein UAS-Ereignis kann – je nach Verlauf und Folgeereignis – mehreren Kategorien zugeordnet werden (z. B. Antriebsfehler plus Kontrollverlust). Daher übersteigt die Summe der Kategorisierungen die Zahl der Einzelvorfälle.

Fazit der EASA: Die besonders hohe Nutzung von „OTHR“ (Sonstige) unterstreicht die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Kategorisierung und der spezifischen Zuordnung für UAS-Events, damit die UAS-Community präzisere Analysen und gezieltere Prävention erhält.

Begriffe & Abkürzungen (kompakt erklärt)

  • UAS: Unmanned Aircraft System – unbemanntes Flugsystem inkl. Fernsteuerung und ggf. Bodenkontrollstation.
  • AGL: Above Ground Level – Höhe über Grund.
  • Airprox: Gefährliche Annäherung zweier Luftfahrzeuge (Beinahekollision).
  • ACAS: Airborne Collision Avoidance System – Kollisionswarnsystem wie TCAS.
  • ERCS: European Risk Classification Scheme – System zur europaweiten Risikobewertung (z. B. X4 = gelb).
  • Serious Incident: Ereignis mit hohem Sicherheitsrisiko, das knapp unterhalb der Unfalldefinition liegt.
  • Fachlicher Kontext: Die ADREP-Taxonomie der ICAO garantiert eine internationale Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit der Ursachenforschung in der Luftfahrt. Sie ist damit essenziell für präventive Maßnahmen, gezieltes Sicherheitsmanagement und regulatorische Weiterentwicklung.
  • Praxistipp für die Community: Auch Drohnenpiloten sollten die wichtigsten Kategorien kennen, um eigene Flugprotokolle und Vorfallberichte korrekt einzureichen und so zu mehr Sicherheit im Luftraum beizutragen.

Fazit: EASA Annual Safety Review 2025 – Chancen, Risiken und die Zukunft der Drohnensicherheit

Die Bilanz 2024 im EASA Annual Safety Review zeigt: Europas Luftfahrt bleibt sicher, aber steht durch Drohnen und neue Flugtechnologien vor einem epochalen Wandel. Die aktuelle Statistik macht Mut: Kein einziger tödlicher Drohnenunfall und keine schweren Personenschäden durch UAS im letzten Jahr. Risikoabschätzung, Prävention und offene Fehlerkultur funktionieren – insbesondere, wenn Betreiber, Piloten und Behörden gemeinsam agieren, lernen und konsequent Daten teilen.

Gleichzeitig zeigt der Anstieg von Vorfällen mit Beteiligung der bemannten Luftfahrt, dass mit wachsender UAS-Dichte neue Gefahren entstehen. Gerade Kollisionsrisiken, Kontrollverlust (LOC-I) und unvorhergesehene Flugzustände bleiben die größten Herausforderungen. Die häufige Nutzung der Kategorie „Other“ in der Unfallklassifikation signalisiert zudem, dass viele Risiken heute noch nicht einmal eindeutig klassifiziert sind – und damit auch noch schwer gezielt adressiert werden können.

**Die Lösung liegt in proaktivem Handeln:** Nur Big Data, systematische Melde- und Fehlerkultur sowie internationale Kooperation ermöglichen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Innovationen wie Drohnen und Advanced Air Mobility sicher zu integrieren. Regulatoren und Industrie sind gefragt, Standards, Remote-ID, Geofencing und Schulung kontinuierlich anzupassen. Die EASA setzt dabei auf die Offenheit aller Marktteilnehmer und die „Just Culture“ als Leitbild – ein Vorbild für die gesamte Branche.

Für die Praxis: Jeder Drohnenpilot, jede Organisation sollte die wichtigsten Unfallkategorien und Risiken kennen, Meldepflichten beachten und den eigenen Flugbetrieb kritisch reflektieren. Nur so bleibt der europäische Luftraum ein sicherer Ort – auch im Zeitalter von UAS und KI-gesteuerten Fluggeräten.

Fazit: Drohnensicherheit ist kein Zustand, sondern ein fortwährender Prozess. Wer jetzt auf Wissenstransfer, Offenheit und smarte Technologien setzt, sorgt nicht nur für Sicherheit – sondern gestaltet die Zukunft der Luftfahrt aktiv mit.

Kategorie Drohnen Wissen, Drohnen-News | Tags 2025, Drohnen, Drohnenregulierung, Drohnenunfall, EASA, EASA Safety Review, EU-Vorschriften, Europa, Luftfahrt, Modellflug, Schadensbilanz, SICHERHEIT, Sicherheitsbericht, UAS, Unfall, Unfallbericht, Unfallstatistik

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