🔥 Kooperation zwischen Teledyne FLIR OEM und Gremsy bringt neue KI-fähige Wärmekamera-Payloads
Mit den neuen Modellen ORUS-L und Lynx NDAA erweitert der vietnamesische Gimbal- und Payload-Spezialist Gremsy sein Produktportfolio um zwei fortschrittliche, NDAA-konforme UAV-Nutzlasten. Beide Systeme wurden in enger Kooperation mit Teledyne FLIR OEM entwickelt und integrieren den FLIR Boson+ LWIR-Kamerakern für hochauflösende Wärmebilddaten. Zielgruppe sind industrielle, öffentliche und sicherheitsrelevante Anwendungen, die thermische Echtzeit-Analyse mit KI-gestützter Objekterkennung kombinieren.

Die im Oktober 2025 vorgestellte Kooperation folgt der „Thermal by FLIR“-Initiative, mit der Teledyne FLIR OEM seine Kamerakerne für Partner-Integrationen öffnet. Im Zentrum steht das Boson+ Modul – ein ITAR-freies, NDAA-konformes Long-Wave-Infrared-(LWIR)-Kamerasystem mit hoher radiometrischer Präzision und geringem SWaP-Faktor (Size, Weight & Power). Durch die Integration in Gremsys kugelförmige Payload-Architektur erreicht das System einen hohen Schutzgrad (IP55), aerodynamische Effizienz und Platz für kombinierte EO/IR-, LRF- und Edge-AI-Hardware.
Das ORUS-L-Modell gilt als Flaggschiff der neuen Reihe. Es basiert auf der NVIDIA Jetson Orin NX-Plattform und kann Echtzeit-Analysen direkt an Bord durchführen – darunter Objekterkennung, Zielverfolgung und autonomes Tracking. Gremsy koppelt dafür seine eigene Bildverarbeitungs-Pipeline mit dem FLIR Boson+ Sensor, einem elektro-optischen Kameramodul und einem Laser-Rangefinder. Das System ist für Fluggeschwindigkeiten bis 100 km/h ausgelegt und kompatibel mit VTOL- und Fixed-Wing-Drohnen. Einsatzfelder reichen von kritischer Infrastruktur-Überwachung über Such- und Rettungsmissionen bis hin zu Sicherheits- und Verteidigungsanwendungen.

Parallel bringt Gremsy den Lynx NDAA-Payload auf den Markt – ein ultraleichtes ISR-System (Intelligence, Surveillance & Reconnaissance) für UAV-Plattformen mit begrenzter Nutzlast. Auch hier kombiniert der Hersteller sichtbares und thermisches Bildmaterial zur verbesserten Situationsaufklärung bei Tag und Nacht. Durch das stark optimierte Gewicht reduziert sich die Stromaufnahme deutlich, was die Flugzeit vieler Trägersysteme spürbar verlängert.

🟠 FLIR Boson+: Herzstück der Integration
Das FLIR Boson+-Modul ist ein weiterentwickelter LWIR-Kamerakern (640 × 512 px) mit radiometrischer Kalibrierung und erweiterten Analysefunktionen. Er ist ITAR-frei, erfüllt die Vorgaben des US National Defense Authorization Act (NDAA) und wird in der Verteidigungs-, Automobil- und AI-Industrie eingesetzt. Für Gremsy bedeutet die Integration eine Stärkung der internationalen Lieferfähigkeit: sämtliche Komponenten sind nicht-chinesischer Herkunft und somit weltweit exportierbar – ein zunehmend entscheidender Faktor im professionellen UAV-Markt.

Gremsy wurde 2011 in Ho-Chi-Minh-City gegründet und zählt heute zu den weltweit führenden Entwicklern professioneller Gimbal- und UAV-Payload-Systeme. Das Unternehmen arbeitet mit über 20 internationalen Partnern – darunter Sony, Teledyne FLIR OEM und Acecore Technologies – und unterhält eigene Fertigungskapazitäten in Vietnam. Durch die neue Produktgeneration erweitert Gremsy seine NDAA-konforme Modellpalette und stärkt die Marktposition in den Bereichen ISR, Inspektion, Energie-Monitoring und Defence.
Die Kooperation unterstreicht den Trend zu Edge-AI-fähigen Sensormodulen in kommerziellen und sicherheitsrelevanten Drohnensystemen. Mit der Boson+-Integration adressieren FLIR und Gremsy zugleich geopolitische Exportrestriktionen, steigende Datenschutz-Anforderungen und den Bedarf nach vertrauenswürdiger Sensorik innerhalb westlicher UAV-Lieferketten. Der Schritt stärkt Gremsys Position als bevorzugter OEM-Partner für Hersteller, die auf technologisch unabhängige Payload-Ökosysteme setzen.
Fazit
Mit ORUS-L und Lynx NDAA präsentieren Gremsy und Teledyne FLIR OEM eine neue Generation thermischer UAV-Payloads, die Edge-AI, NDAA-Compliance und modulare Integration vereinen. Beide Systeme markieren einen Meilenstein im Übergang von klassischen Kamera-Gimbals zu intelligenten Sensorknoten mit eigenständiger Rechenleistung. Damit rücken Drohnen-Payloads einen Schritt näher an den Standard vernetzter, taktisch nutzbarer Aufklärungssysteme – zugleich bleibt die Technologie auch für zivile Industrie-, Energie- und Sicherheitsanwendungen relevant.

