Raumfahrt · NASA Swift · Stand 3. November 2026, abends
NASA-Teleskop Swift fällt zur Erde: Zeitfenster, Regionen und was Deutschland betrifft
- Erwarteter Wiedereintritt: Mittwoch, 4. November 2026
- Space-Force-Prognose: 09:30 Uhr MEZ, aber ±11 Stunden
- Mögliche Trümmerzone: 20,6° Süd bis 20,6° Nord
Das NASA-Weltraumteleskop Swift wird nach Angaben der NASA voraussichtlich am Mittwoch, 4. November 2026, in die Erdatmosphäre eintreten und dabei größtenteils verglühen. Die U.S. Space Force sagte mit Stand Montag, 2. November, einen Wiedereintritt gegen 3:30 Uhr Ostküstenzeit voraus, das entspricht 09:30 Uhr MEZ. Die Unsicherheit beträgt allerdings elf Stunden in beide Richtungen.[1] Mögliche Trümmer können nur zwischen 20,6 Grad südlicher und 20,6 Grad nördlicher Breite niedergehen, also in den Tropen und Randtropen. Deutschland liegt weit außerhalb dieser Zone.[1]
Warum das jetzt Thema ist: Swift, offiziell Neil Gehrels Swift Observatory, war fast 22 Jahre im All und hat die Astronomie der Gammablitze geprägt. Ein kommerzieller Rettungsversuch scheiterte im Sommer, am 20. Oktober endete der wissenschaftliche Betrieb.[2] Seitdem sinkt das rund 1,5 Tonnen schwere Observatorium ohne eigenen Antrieb, und im Netz kursieren Uhrzeiten, die genauer wirken, als sie sind.
Hier erfährst du, welche Prognosen es gibt und wie belastbar sie sind, was die Zeitfenster in deutscher Zeit bedeuten, welche Regionen überhaupt infrage kommen und warum, was beim Wiedereintritt übrig bleiben kann und was Swift wissenschaftlich geleistet hat. Mit Zeitfenster-Umrechner und Breitengrad-Check für deinen Ort oder dein Reiseziel.
Stand: , abends. Datenbasis: NASA-Mitteilungen vom 23. Oktober und 2. November, Space-Track-Prognosen über Tracker, Aerospace-Prognosen laut Fachmedien, ESA. Der Wiedereintritt war zum Stand nicht bestätigt; alle Zeitangaben sind Prognosen.

Das Wichtigste in 20 Sekunden
Der südlichste Punkt Deutschlands liegt rund 26,7 Breitengrade nördlich der Zone, die NASA für mögliche Trümmer nennt. Das sind fast 3.000 Kilometer.
NASA erwartet, dass der Großteil von Swift in der Atmosphäre verbrennt. Einige Bauteile dürften den Eintritt aber überstehen.
09:30 Uhr MEZ ist nur die Mitte eines Fensters von 22 Stunden. Je nach Prognose reicht es vom Dienstagabend bis in den Mittwochabend.
Zum Stand gibt es keine offizielle Bestätigung des Wiedereintritts. Ort und Zeit nennen NASA und Space Force erst danach.
Was NASA zum Wiedereintritt mitteilt
Kurz gesagt: NASA erwartet den Wiedereintritt am Mittwoch, 4. November, nennt die Uhrzeit aber ausdrücklich als Prognose mit großer Unsicherheit. In ihrer Mitteilung vom 2. November, zuletzt am 3. November aktualisiert, stützt sich die Raumfahrtbehörde auf die Bahnverfolgung der U.S. Space Force. Deren Vorhersage lag am Montag bei etwa 3:30 Uhr Eastern Standard Time mit einer Unsicherheit von elf Stunden.[1] Die Space Force verfolgt Objekte in der Erdumlaufbahn mit Radar- und optischen Sensoren und veröffentlicht für bevorstehende Wiedereintritte sogenannte TIP-Meldungen (Tracking and Impact Prediction).
Das Observatorium wiegt laut NASA rund 3.200 Pfund, also etwa 1.450 Kilogramm.[1] Die meisten Teile sollen in der Atmosphäre verglühen, einige Komponenten dürften jedoch überstehen. Wo überlebende Trümmer niedergehen, hängt vom genauen Zeitpunkt ab und kann sogar zwischen Nord- und Südhalbkugel wechseln.[1] Das Risiko, dass irgendein Mensch auf der Erde zu Schaden kommt, beziffert NASA auf etwa 1 zu 2.100 und bezeichnet es als unwahrscheinlich.[1] NASA und Space Force kündigen an, die Bahn weiter zu beobachten und die Vorhersagen zu aktualisieren.
Wichtig für die Einordnung: Bei unserer Prüfung am Abend des 3. November war die Mitteilung vom 2. November der jüngste Eintrag im offiziellen Swift-Blog. Eine neuere Prognose hatte NASA dort nicht veröffentlicht.[4] Die Zahl 09:30 Uhr MEZ ist damit eine Momentaufnahme von Montag und keine neue Vorhersage.
- Erwarteter Wiedereintritt am 4. November 2026
- Space-Force-Prognose vom 2.11.: ca. 3:30 Uhr EST, ±11 Std.
- Trümmer nur zwischen 20,6° S und 20,6° N möglich
- Großteil verglüht, einzelne Bauteile überstehen
- Gesamtrisiko für Personen etwa 1 zu 2.100
- Genaue Uhrzeit des Eintritts
- Ort über Land oder Meer
- Menge und Art der überlebenden Teile
- Offizielle Bestätigung des Wiedereintritts
- Mögliche Sichtungen oder Funde
Uhrzeit in Deutschland: Prognose und Unsicherheitsfenster
Die Space-Force-Prognose vom 2. November entspricht 08:30 Uhr UTC und damit 09:30 Uhr MEZ am Mittwoch. Mit ±11 Stunden reicht das Fenster von Dienstag, 22:30 Uhr MEZ, bis Mittwoch, 20:30 Uhr MEZ.[1] Die USA sind seit dem 1. November auf Winterzeit; Eastern Standard Time liegt fünf Stunden hinter UTC, in Deutschland gilt seit Ende Oktober wieder die Normalzeit MEZ mit einer Stunde vor UTC. Zwischen US-Ostküste und Deutschland liegen also sechs Stunden.
Vorsicht bei Umrechnungen aus Medienberichten: Mindestens ein großes Nachrichtenportal hat 3:30 Uhr EST als 7:30 Uhr GMT angegeben.[22] Das ist eine Stunde zu früh und entspräche der US-Sommerzeit. Korrekt ist 08:30 Uhr UTC. Ähnliche Fallen kennst du von Raketenstarts: Auch beim geplanten Starship Flight 15 nennt SpaceX Zeiten in Texas-Ortszeit, die du für Deutschland erst umrechnen musst.
Mehrere Prognosen, unterschiedliche Fenster
Neben der Space Force rechnet vor allem das Center for Orbital and Reentry Debris Studies (CORDS) der Aerospace Corporation, einer gemeinnützigen US-Forschungseinrichtung, eigene Vorhersagen. Die Originalseite war für uns nicht abrufbar; die Werte stammen deshalb aus Fachmedien. Live Science nannte am 3. November eine Aerospace-Prognose von 5:12 Uhr EST mit ±8 Stunden.[15] Das ABC berichtete am selben Tag von 20:11 Uhr australischer Ostküstenzeit mit ±12 Stunden.[16] Eine frühere Aerospace-Rechnung auf Bahndaten vom 30. Oktober lag bei 09:30 Uhr UTC mit ±26 Stunden.[17]
Dass sich die Werte unterscheiden, ist kein Widerspruch, sondern Folge unterschiedlicher Zeitpunkte und Modelle. Jede neue Bahnmessung verkürzt das Fenster, gleichzeitig verschiebt der schwankende Luftwiderstand die Mitte. Eine sehr frühe Space-Track-TIP vom 1. November nannte noch ein Fenster von 840 Stunden.[14] Die Space-Track-Prognose vom 2. November, wie sie die Tracker-Seite Orbital Focus aufbereitet, gibt den 4. November an.[13] Ausreißer gibt es ebenfalls: Ein von NASA gefördertes Weltraumwetter-Programm namens SWORD kam laut ABC auf den frühen Dienstagabend.[16] Einen bestätigten Wiedereintritt zu dieser Zeit gab es bis zu unserem Stand nicht. Das Magazin EarthSky wiederum nannte am 2. November 05:31 Uhr UTC mit ±12 Stunden, ohne die zugrunde liegende Rechnung zu benennen.[18] Solche Werte ohne Quelle solltest du nur als grobe Orientierung lesen.
Tabelle seitlich wischen – weitere Spalten rechts
| Prognose | Stand | Mitte UTC | Mitte MEZ | Unsicherheit | Fenster MEZ | Beleg |
|---|---|---|---|---|---|---|
| U.S. Space Force (über NASA) | 2.11. | 4.11., 08:30 | 4.11., 09:30 | ±11 Std. | 3.11., 22:30 bis 4.11., 20:30 | NASA, Primärquelle |
| Aerospace CORDS | 3.11. | 4.11., 10:12 | 4.11., 11:12 | ±8 Std. | 4.11., 03:12 bis 19:12 | Live Science |
| Aerospace CORDS | 3.11., früh | 4.11., 09:11 | 4.11., 10:11 | ±12 Std. | 3.11., 22:11 bis 4.11., 22:11 | ABC News |
| Aerospace CORDS | Bahndaten 30.10. | 4.11., 09:30 | 4.11., 10:30 | ±26 Std. | 3.11., 08:30 bis 5.11., 12:30 | New Space Economy |
| Space-Track TIP | 1.11. | 4.11., 00:30 | 4.11., 01:30 | 840 Std. gesamt | sehr breit, überholt | KeepTrack |
Der wichtigste Unterschied steckt in der Spalte Unsicherheit: Selbst die engste Prognose lässt 16 Stunden offen. Warum das so viel ist, zeigt eine einfache Rechnung. In rund 230 Kilometern Höhe braucht Swift für eine Erdumrundung etwa 89 Minuten (eigene Berechnung auf Basis der Bahndaten vom 31. Oktober).[14] Kurz vor dem Wiedereintritt bewegt sich ein Raumfahrzeug mit typischerweise 28.000 km/h, also fast 470 Kilometer pro Minute.[9] Eine Abweichung von nur zehn Minuten verschiebt den Eintrittsort um tausende Kilometer. Ein Fenster von 22 Stunden umfasst rund 15 Erdumrundungen. Einen Ort kann daher seriös niemand vorhersagen.
Rechne selbst: Swift-Zeitfenster in MEZ und UTC
Wähle eine der veröffentlichten Prognosen oder trag eine neuere Angabe in UTC ein. Der Umrechner zeigt Mitte, Beginn und Ende des Fensters in UTC und deutscher Zeit, auf Wunsch zusätzlich in einer weiteren Zeitzone, und markiert, wo die aktuelle Uhrzeit deines Geräts liegt.
Annahmen und Grenzen: Die Werte der Voreinstellungen stammen aus den in der Tabelle genannten Quellen; die Aerospace-Werte sind Angaben aus Fachmedien. Der Balken zeigt das Fenster, der Strich in der Mitte die Prognosemitte, der rote Punkt deine aktuelle Gerätezeit, sofern sie im dargestellten Bereich liegt. Ein Fenster sagt nur, wann der Eintritt wahrscheinlich ist, nicht wo. Die Umrechnung nutzt die Zeitzonendaten deines Browsers. Es werden keine Eingaben gespeichert oder übertragen.
Welche Regionen unter der Umlaufbahn liegen
Infrage kommen nur Gebiete zwischen 20,6 Grad südlicher und 20,6 Grad nördlicher Breite. Das folgt aus der Bahnneigung von Swift: Die Umlaufbahn ist um 20,6 Grad gegen den Äquator geneigt.[23] Die Bodenspur, also die Linie direkt unter dem Satelliten, schwingt deshalb bei jeder Umrundung zwischen diesen beiden Breitengraden hin und her und kommt nie weiter nach Norden oder Süden. NASA nennt genau dieses Band als Bereich für überlebende Trümmer.[1] Space-Track-Bahndaten vom 31. Oktober weisen 20,5 Grad aus; die Abweichung ist für die Einordnung ohne Belang.[14]
In diesem Band liegen laut Live Science Teile Mexikos, der Karibik sowie Mittel- und Südamerikas, außerdem die Arabische Halbinsel, Indien, große Teile Afrikas und Ozeaniens.[15] Konkret sind das etwa Mittelamerika, Kolumbien, Venezuela, Peru und der Norden Brasiliens, die Sahelzone, West- und Ostafrika, der Süden Indiens und Sri Lanka, Thailand, Vietnam, die Philippinen, Indonesien und der Norden Australiens. Darwin und Cairns liegen im Band, Sydney und Brisbane nicht.
Rechnerisch umfasst die Zone gut ein Drittel der Erdoberfläche, genauer rund 35 Prozent (eigene Berechnung über die Kugelzonenformel). Ein Großteil davon ist Ozean, denn rund 71 Prozent der gesamten Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt.[12] Der australische Astrophysiker Brad Tucker schätzt deshalb, dass Swift sehr wahrscheinlich über dem Meer niedergeht; nur etwa drei von zehn Überflügen führten über Land.[16] Dass ein Land im Band liegt, macht es also nicht zu einem wahrscheinlichen Absturzort.
Tabelle seitlich wischen – weitere Spalten rechts
| Ort | Geografische Breite | Außerhalb der Zone? | Abstand zur Zonengrenze |
|---|---|---|---|
| List auf Sylt (nördlichster Punkt Deutschlands) | 55,06° N | Ja | 34,5° (ca. 3.830 km) |
| Berlin | 52,52° N | Ja | 31,9° (ca. 3.550 km) |
| Haldenwanger Eck (südlichster Punkt Deutschlands) | 47,27° N | Ja | 26,7° (ca. 2.970 km) |
| Gran Canaria | 27,9° N | Ja | 7,3° (ca. 810 km) |
| Cancún (Mexiko) | 21,2° N | Ja, knapp | 0,6° (ca. 70 km) |
| Mumbai (Indien) | 19,1° N | Nein | 1,5° innerhalb |
| Bangkok (Thailand) | 13,8° N | Nein | 6,8° innerhalb |
| Malé (Malediven) | 4,2° N | Nein | 16,4° innerhalb |
| Denpasar (Bali) | 8,7° S | Nein | 11,9° innerhalb |
| Rio de Janeiro (Brasilien) | 22,9° S | Ja, knapp | 2,3° (ca. 260 km) |
Die Tabelle zeigt, wie scharf die Grenze verläuft: Cancún liegt knapp nördlich, Mumbai knapp südlich davon. Für Urlauber in Thailand, auf Bali oder den Malediven gilt trotzdem dasselbe wie für alle Menschen im Band: Das Risiko für den Einzelnen ist verschwindend gering. Die Breitenangaben der Orte sind gerundete Atlaswerte; die Grenze selbst ist eine Modellgrenze für die Bodenspur, kein exakt vermessener Zaun.
Warum Deutschland außerhalb der genannten Zone liegt
Deutschland liegt komplett nördlich des 47. Breitengrads und damit weit außerhalb des Bands, das NASA für mögliche Swift-Trümmer nennt. Der südlichste Punkt ist ein Grenzstein am Haldenwanger Eck bei Oberstdorf auf 47° 16′ Nord, der nördlichste die Halbinsel Ellenbogen auf Sylt bei 55° 3′ Nord.[24] Selbst der Allgäuer Grenzstein liegt also rund 26,7 Breitengrade nördlich der Zonengrenze. Ein Breitengrad misst entlang eines Meridians rund 111 Kilometer, das ergibt knapp 3.000 Kilometer Abstand.
Physikalisch ist das eindeutig: Swift überfliegt Deutschland auf keiner einzigen Umrundung, weil die Bahn nie über den 20,6. Breitengrad hinausreicht.[1] Daran ändert auch die Unsicherheit der Uhrzeit nichts. Sie verschiebt nur, an welcher Stelle entlang der Bahn der Eintritt passiert, nicht die Bahn selbst. Für Deutschland besteht somit kein Risiko durch herabfallende Swift-Teile. Das gilt für das gesamte Bundesgebiet und unabhängig davon, welche der Prognosen am Ende zutrifft.
Sehen kannst du den Wiedereintritt von hier aus übrigens auch nicht. In etwa 230 Kilometern Höhe steht Swift nur für Orte über dem Horizont, die bis etwa 15 Breitengrade von der Bodenspur entfernt sind. Das endet grob beim 36. Breitengrad (eigene Abschätzung). Wer Satelliten über Deutschland beobachten will, hat bessere Chancen mit den Ketten frisch gestarteter Starlink-Satelliten. Wann und wie du sie am Himmel findest, zeigt unser Ratgeber Starlink heute sichtbar: Satellitenkette erkennen und Überflugzeiten prüfen.
Prüfe selbst: Kann der Wiedereintritt über meinem Ort passieren?
Wähle einen Ort oder trag die geografische Breite deines Wohn- oder Urlaubsorts ein, zum Beispiel aus einer Kartenapp. Der Check zeigt, ob der Ort innerhalb des Bands von 20,6° Süd bis 20,6° Nord liegt, über dem Swift-Trümmer laut NASA überhaupt niedergehen können, und wie weit er von der Grenze entfernt ist.
Annahmen und Grenzen: Grundlage ist das von NASA genannte Band von 20,6° S bis 20,6° N. Der Kilometerwert rechnet mit rund 111,2 km je Breitengrad. „Innerhalb“ heißt nur, dass ein Eintritt über dieser Breite physikalisch möglich ist, nicht, dass er dort wahrscheinlich ist. Ortsangaben sind gerundete Atlaswerte. Keine offizielle Warnung; maßgeblich sind die Hinweise von NASA und örtlichen Behörden. Es werden keine Eingaben gespeichert oder übertragen.
Was beim Wiedereintritt verglüht und was unklar bleibt
Der größte Teil von Swift wird in der Atmosphäre zerstört, einzelne dichte und hitzefeste Bauteile können aber den Boden erreichen. NASA formuliert genau so: Die meisten Teile verbrennen, einige dürften überstehen.[1] Welche Teile das sind, sagt die Behörde nicht. Laut ESA beginnt der Zerfall von Raumfahrzeugen in etwa 110 Kilometern Höhe; in den letzten Minuten bremst die Luft das Objekt stark ab und heizt es dabei so auf, dass es meist vollständig zerstört wird.[9]
Fachleute nennen konkrete Kandidaten. Laut ABC könnten Bauteile aus Wolfram, das dichter als Blei ist, und Teile der Spiegel überleben; die Stücke dürften nicht sehr groß sein.[16] Der Astrophysiker Jonathan McDowell schätzt, dass bei Satelliten dieser Größe oft rund zehn Prozent der Masse überleben. Mindestens etwa 100 Kilogramm wären für ihn keine Überraschung.[20] Die ESA nennt für große Objekte bei unkontrolliertem Eintritt 20 bis 40 Prozent Restmasse.[9] Swift ist mit rund anderthalb Tonnen allerdings deutlich kleiner als die Raumstationen, auf die sich diese Spanne stützt.
Die NASA-Zahl beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass irgendein Mensch weltweit zu Schaden kommt. Für dich persönlich ist das Risiko um Größenordnungen kleiner, in Deutschland ist es null.
Raumfahrtagenturen akzeptieren laut ESA für einen unkontrollierten Eintritt meist bis 1 zu 10.000. Swift liegt nach NASA-Angabe darüber, McDowell kommt auf etwa 1 zu 10.000.
Nach ESA-Angaben sind bislang keine Verletzungen durch herabstürzenden Weltraumschrott bekannt. Blitzschlag ist für Einzelne rund 60.000-mal wahrscheinlicher.
Die Karten fassen Angaben aus mehreren Quellen zusammen.[1][9][20] Woher die Abweichung zwischen NASA und McDowell kommt, legen beide nicht im Detail offen. Solche Rechnungen hängen davon ab, welche Teile als überlebend angenommen werden und wie groß ihre Trefferfläche ist. Unsere Einordnung: Das Gesamtrisiko ist für einen Eintritt dieser Größe vergleichsweise hoch, das persönliche Risiko bleibt extrem klein.
Fasse unbekannte Metall- oder Verbundteile nicht an, mache Fotos mit Ortsangabe und informiere die örtliche Polizei oder Behörden. Raumfahrtteile können scharfkantig sein oder Rückstände enthalten. Das ist eine allgemeine Sicherheitsempfehlung der Redaktion, keine behördliche Anweisung.
Rechtlich ist die Lage klar geregelt. Nach dem Weltraumhaftungsübereinkommen der Vereinten Nationen, in Kraft seit 1972, haftet der Startstaat absolut für Schäden, die sein Weltraumobjekt auf der Erdoberfläche verursacht.[10] Für Swift wären das die USA. Ob und wie Ansprüche im Einzelfall geltend gemacht werden, ist eine Frage zwischen den Staaten und nicht Gegenstand dieses Beitrags.
Wie genau Satelliten und Trümmerteile im All verfolgt werden und warum der Weltraumschrott ein wachsendes Problem ist, beschreibt unser Beitrag über Starlink Stargaze, das Beobachtungssystem für Satelliten und Weltraummüll.
Warum Swift abstürzt: Sonnenaktivität und gescheiterte Rettung
Swift stürzt ab, weil die Sonne im Maximum ihres Aktivitätszyklus die obere Atmosphäre aufgeheizt und den Luftwiderstand erhöht hat, und weil ein Anhebemanöver nicht zustande kam. NASA und NOAA verkündeten im Oktober 2024, dass die Sonne das Maximum des Sonnenzyklus 25 erreicht hat.[11] Eine aktivere Sonne erwärmt die Hochatmosphäre, die sich ausdehnt. Satelliten in niedrigen Bahnen treffen dann auf mehr Gasteilchen und verlieren schneller an Höhe. Swift verfügt über kein Triebwerk, mit dem es gegensteuern könnte.[19]
Ursprünglich kreiste Swift in rund 585 bis 604 Kilometern Höhe.[23] Im September 2025 beauftragte NASA deshalb das Unternehmen Katalyst Space Technologies für 30 Millionen US-Dollar, Swift mit einem robotischen Servicefahrzeug einzufangen und anzuheben. Grund war laut NASA, dass die Bahn wegen der gestiegenen Sonnenaktivität schneller zerfiel als erwartet.[6] Dasselbe Phänomen betrifft alle Satelliten in niedrigen Bahnen, auch Kommunikationskonstellationen. Wie SpaceX mit seinen neuen Starlink-V3-Satelliten Kapazität und Geschwindigkeit steigern will, zeigt, wie dicht der Raum unterhalb von 600 Kilometern inzwischen genutzt wird. Mit Amazon Leo als Konkurrent von Starlink kommen weitere Tausende Satelliten hinzu.
- 20.11.2004
Start mit Delta II
Swift startet von Cape Canaveral, ausgelegt für eine Hauptmission von zwei Jahren.
- 15.10.2024
Sonnenmaximum
NASA und NOAA bestätigen das Maximum des Sonnenzyklus 25.
- 24.09.2025
Auftrag an Katalyst
NASA vergibt 30 Millionen US-Dollar für einen Rettungsversuch.
- Feb. 2026
Wissenschaft pausiert
Das Team richtet Swift widerstandsarm aus, um den Abstieg zu bremsen.
- 03.07.2026
Start von LINK
Das Servicefahrzeug startet mit einer Pegasus XL bei Kwajalein im Pazifik.
- 19.08.2026
Rettung abgesagt
Wegen Lageregelungsproblemen wird LINK Swift nicht einfangen.
- 20.10.2026
Letzte Beobachtung
In 275 km Höhe geht Swift in den Safe Mode, die Mission endet.
- 04.11.2026
Erwarteter Wiedereintritt
Prognose mit breitem Zeitfenster, Bestätigung steht aus.
Die Zeitleiste stützt sich auf NASA, NOAA und Fachmedien.[2][11][6][19][21][5][3] Der Rettungsversuch selbst lief unglücklich. LINK startete am 3. Juli 2026 mit einer Pegasus XL, die unter einem Trägerflugzeug bei Kwajalein abgeworfen wurde.[21] Nach Angaben von Spaceflight Now fiel etwa eine Woche später ein Schalter aus, der die Reaktionsräder zur Lageregelung versorgt; Ende Juli taumelte das Fahrzeug.[19] NASA beschrieb wiederholte Kommunikationsabbrüche und Probleme mit der Ausrichtung. Am 19. August sagten NASA und Katalyst Einfang und Anhebung ab; LINK sollte nur noch Rendezvous-Technik erproben.[5] Bei einem Vorbeiflug kam es Swift auf 12 bis 15 Kilometer nahe, am 25. September trat LINK selbst in die Atmosphäre ein.[7]
Tabelle seitlich wischen – weitere Spalten rechts
| Zeitpunkt | Höhe | Einordnung | Beleg |
|---|---|---|---|
| Nach dem Start 2004 | 585 bis 604 km | Ursprüngliche Arbeitsbahn | Wikipedia |
| Juni 2026 | rund 340 km | Vor dem Start von LINK | ABC News |
| Kritische Schwelle | rund 300 km | Darunter wäre eine Anhebung laut NASA zu schwierig geworden | NASA |
| 20. Oktober 2026 | 275 km | Safe Mode, Ende des Betriebs | NASA |
| 31. Oktober 2026 | 224,9 bis 245,4 km | Perigäum und Apogäum laut Bahndaten | Space-Track über KeepTrack |
Die Höhenwerte stammen aus mehreren Quellen.[23][16][7][3][14] Bemerkenswert ist die Phase nach der Absage: Ab 28. August liefen zwei Instrumente wieder, ab 25. September auch das dritte samt automatischem Schwenken auf neue Gammablitze.[4] Laut NASA erhöhte die Wiederaufnahme der Beobachtungen den Luftwiderstand erneut, weil das Teleskop nicht mehr in der günstigsten Lage flog. Swift sank wieder schneller, bis es am 20. Oktober in 275 Kilometern Höhe den Widerstand nicht mehr ausgleichen konnte.[3] Das Betriebsteam an der Penn State University schickte daraufhin das Kommando, das den Betrieb beendete und das Observatorium auf den Wiedereintritt vorbereitete.[3]
Die Erfahrungen sind auch für ein prominenteres Teleskop relevant. NASA erwartet laut Spaceflight Now, dass das Hubble-Weltraumteleskop zwischen 2033 und 2034 in die Atmosphäre eintritt, und fragte Ende Oktober bei Unternehmen Konzepte für Anhebung, Wartung oder einen kontrollierten Absturz ab.[19]
Fast 22 Jahre Swift: Aufgaben und Instrumente
Swift wurde gebaut, um Gammablitze zu jagen, die stärksten bekannten Explosionen im Kosmos, und sie innerhalb von Sekunden bis Minuten mit Röntgen- und optischen Teleskopen nachzubeobachten. Gammablitze, englisch Gamma-Ray Bursts oder kurz GRB, entstehen etwa beim Kollaps sehr massereicher Sterne oder bei der Verschmelzung von Neutronensternen. Sie leuchten oft nur Sekunden, ihr Nachglühen verblasst innerhalb von Stunden. Genau darauf war Swift ausgelegt: Es schwenkt nach einer Entdeckung selbstständig in 20 bis 100 Sekunden auf die Quelle.[8] Der Name passt: Englisch swift heißt flink.
Gestartet ist Swift am 20. November 2004.[2] Eine Delta-II-Rakete brachte das 1.470 Kilogramm schwere Observatorium von der Startrampe SLC-17A in Cape Canaveral in die Umlaufbahn.[23] Gebaut und betrieben wurde es unter Federführung des Goddard Space Flight Center der NASA mit Partnern aus Großbritannien und Italien; die Italienische Raumfahrtagentur betreibt die Hauptbodenstation bei Malindi in Kenia.[23] 2018 benannte NASA die Mission nach ihrem verstorbenen ersten Leiter Neil Gehrels um.[23]

An Bord arbeiteten drei Instrumente zusammen. Das Burst Alert Telescope (BAT) sieht dank seines großen Gesichtsfelds laut NASA bis zu 50 Prozent des Himmels auf einmal.[8] Statt eines Spiegels nutzt es eine Kodiermaske aus etwa 52.000 zufällig verteilten Bleiplättchen einen Meter über den Detektoren; aus dem Schattenwurf errechnet es die Richtung eines Blitzes auf rund drei Bogenminuten genau und meldet sie innerhalb von 20 Sekunden an den Boden.[8] Das X-Ray Telescope (XRT) übernimmt dann die Röntgenbeobachtung, das Ultraviolet/Optical Telescope (UVOT) die Beobachtung im ultravioletten und sichtbaren Licht.
Tabelle seitlich wischen – weitere Spalten rechts
| Instrument | Bereich | Aufgabe | Ortungsgenauigkeit | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| BAT (Burst Alert Telescope) | Gammastrahlung, 15 bis 150 keV | Gammablitze entdecken, Himmelsdurchmusterung im harten Röntgenlicht | ca. 3 Bogenminuten | Kodiermaske mit rund 52.000 Bleiplättchen, Meldung binnen 20 s |
| XRT (X-Ray Telescope) | Röntgen, 0,2 bis 10 keV | Lichtkurven und Spektren des Nachglühens | ca. 3 Bogensekunden | Beginnt innerhalb von 70 s nach dem Schwenk |
| UVOT (Ultraviolet/Optical Telescope) | 170 bis 650 nm | Nachglühen im UV und sichtbaren Licht | 1 Bogensekunde oder besser | 30-cm-Spiegelteleskop, Gesichtsfeld 17 Bogenminuten |
Die Werte der Tabelle stammen von der NASA-Missionsseite, der Energiebereich des BAT aus dem englischen Wikipedia-Eintrag.[8][23] Entscheidend ist die Arbeitsteilung: Das BAT findet den Blitz grob, die beiden Teleskope grenzen die Position immer weiter ein. Erst so konnten große Bodenteleskope rechtzeitig nachsehen und etwa die Entfernung bestimmen.
Die Bilanz in Zahlen
Die Mission war auf zwei Jahre ausgelegt und lief fast 22.[1] In dieser Zeit beobachtete Swift laut NASA mehr als 2.000 Gammablitze und untersuchte über 1.400 Supernovae. Es sah Sterne, die von Schwarzen Löchern zerrissen wurden, beobachtete aktive Galaxien, führte eine Röntgendurchmusterung des ganzen Himmels durch und untersuchte Asteroiden und Kometen.[2] Rund 7.000 Fachartikel stützen sich auf Swift-Daten. Das Archiv umfasst etwa 12 Terabyte, darunter mehr als 1,5 Millionen UVOT-Bilder; pro Tag konnte Swift bis zu 75 Ziele ansteuern.[2]
Erste genaue Ortung eines kurzen Gammablitzes und erstes Röntgen-Nachglühen eines solchen Ereignisses.
Einer der hellsten je beobachteten Ausbrüche, kurzzeitig mit bloßem Auge sichtbar.
Damals die fernste bekannte kosmische Explosion, rund 13 Milliarden Lichtjahre entfernt.
UVOT registrierte UV-Licht der Kilonova zum ersten Gravitationswellensignal verschmelzender Neutronensterne.
Die Beispiele sind dem Wikipedia-Eintrag zur Mission entnommen.[23] Dazu kommt GRB 221009A vom Oktober 2022, einer der nächsten und der hellste je gemessene Gammablitz, dessen Röntgenringe Swift über zwölf Tage verfolgte.[23][8] Technisch hatte das Observatorium schon vorher Rückschläge überstanden: Im März 2024 fiel das zweite von vier Gyroskopen aus, ein Software-Patch ermöglichte den Betrieb mit zwei Kreiseln.[23] Gegen den Luftwiderstand gab es diese Art von Lösung nicht.
Offizielle Updates und bestätigter Abschluss
Verlässlich bestätigt ist ein Wiedereintritt erst, wenn die U.S. Space Force ihn meldet und NASA ihn übernimmt. Bis dahin sind alle Zeiten und Orte Prognosen. Eine solche Meldung nennt üblicherweise einen Zeitpunkt und eine ungefähre Position. Sichtungen von Feuerbällen oder Fundmeldungen in sozialen Medien sind ohne Abgleich mit diesen Daten keine Bestätigung.
NASA verweist für laufende Updates auf den offiziellen Swift-Blog. Dort erscheinen neue Prognosen und die Bestätigung.
Achte bei jeder Uhrzeit darauf, wann sie berechnet wurde und mit welchem Fenster. Eine Prognose von Montag ist am Mittwoch veraltet.
Angaben kommen meist in UTC oder US-Ostküstenzeit. Zu MEZ rechnest du eine beziehungsweise sechs Stunden dazu.
Erst nach der Meldung von Space Force und NASA stehen Zeit und Ort fest. Spekulative Karten mit Einschlagsorten ignorierst du am besten.
Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald NASA oder die Space Force den Wiedereintritt bestätigen, und ergänzen dann Zeitpunkt, Region und bekannte Funde. Wenn du dich generell für Satelliten in niedrigen Bahnen interessierst, findest du in unserem Überblick zu Internet über Satellit im Vergleich die Systeme, die heute in diesem Höhenbereich arbeiten. Wie Satelliten sogar normale Smartphones erreichen sollen, zeigt der Beitrag zu Starlink auf dem Smartphone mit der Telekom. Ob SpaceX daraus ein eigenes Mobilfunknetz machen will, ordnet unser Stand zu Starlink Mobile und den FCC-Plänen ein.
Für wen die Meldung relevant ist
Für Menschen in Deutschland ist der Swift-Absturz ein Raumfahrtereignis ohne direkte Folgen. Wer in den nächsten Stunden in den Tropen unterwegs ist, etwa in Thailand, Mexiko, der Karibik, Ostafrika oder auf den Malediven, liegt zwar im theoretisch möglichen Band, muss aber nichts tun. Behördliche Reisehinweise oder Flugbeschränkungen wegen Swift waren uns zum Stand nicht bekannt. Für die Astronomie ist der Verlust größer: Mit Swift verschwindet ein Instrument, das über zwei Jahrzehnte als schnelles Frühwarnsystem für Explosionen im All diente und andere Observatorien alarmierte.[1]
Häufige Fragen
Wann fällt Swift zur Erde?
NASA erwartet den Wiedereintritt am Mittwoch, 4. November 2026. Die Prognose der U.S. Space Force vom 2. November nannte etwa 3:30 Uhr Ostküstenzeit, also 09:30 Uhr MEZ, mit einer Unsicherheit von elf Stunden. Eine exakte Uhrzeit gibt es erst mit der offiziellen Bestätigung.
Wie spät ist der Swift-Absturz in deutscher Zeit?
Die Mitte der Space-Force-Prognose liegt bei 09:30 Uhr MEZ am 4. November, das Fenster reicht von Dienstag, 22:30 Uhr, bis Mittwoch, 20:30 Uhr MEZ. Aerospace-Prognosen, die Fachmedien am 3. November nannten, lagen bei 10:11 bis 11:12 Uhr MEZ mit ±8 bis ±12 Stunden.
Kann sich die Uhrzeit noch ändern?
Ja. Jede neue Bahnmessung verschiebt die Prognosemitte und verkleinert das Fenster, denn der Luftwiderstand in der Hochatmosphäre schwankt mit der Sonnenaktivität. Wie stark, zeigen die vergangenen Tage: Das Space-Track-Fenster schrumpfte von 840 Stunden am 1. November auf ±11 Stunden am 2. November.
Ist Deutschland von möglichen Trümmern betroffen?
Nein. Trümmer können laut NASA nur zwischen 20,6 Grad südlicher und 20,6 Grad nördlicher Breite niedergehen. Deutschland liegt zwischen etwa 47,3 und 55,1 Grad Nord und damit fast 3.000 Kilometer nördlich dieser Zone. Swift überfliegt Deutschland nicht.
Welche Länder liegen in der möglichen Absturzzone?
Im Band liegen unter anderem Teile Mexikos, Mittelamerika, die Karibik, der Norden Südamerikas, große Teile Afrikas, die Arabische Halbinsel im Süden, Südindien, Südostasien, Indonesien und Nordaustralien. Der größte Teil der Zone ist Ozean, deshalb gilt ein Eintritt über dem Meer als am wahrscheinlichsten.
Wie gefährlich ist der Swift-Absturz?
Für einzelne Menschen ist die Gefahr verschwindend gering. NASA beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass irgendein Mensch weltweit zu Schaden kommt, auf etwa 1 zu 2.100. Das persönliche Risiko ist um viele Größenordnungen kleiner, und laut ESA ist bislang kein Mensch durch herabfallenden Weltraumschrott verletzt worden.
Kann man Swift von Deutschland aus sehen?
Nein. Wegen der geringen Bahnneigung und der niedrigen Höhe steigt Swift von Deutschland aus nie über den Horizont. Sichtbar wäre das Observatorium nur von Orten bis etwa zum 36. Breitengrad, nach unserer Abschätzung.
Warum wurde Swift nicht gerettet?
Das Servicefahrzeug LINK der Firma Katalyst, das Swift einfangen und anheben sollte, bekam nach dem Start im Juli 2026 Probleme mit Lageregelung und Kommunikation. NASA sagte den Einfang am 19. August ab. Swift hat kein eigenes Triebwerk und konnte den Höhenverlust nicht ausgleichen.
Was war die Aufgabe des Swift-Teleskops?
Swift sollte Gammablitze entdecken und ihr Nachglühen sofort im Röntgen-, UV- und sichtbaren Licht beobachten. Dafür trug es drei Instrumente: BAT, XRT und UVOT. In fast 22 Jahren registrierte es mehr als 2.000 Gammablitze und untersuchte über 1.400 Supernovae.
Ist der Wiedereintritt bereits bestätigt?
Zum Stand dieses Beitrags am Abend des 3. November nicht. NASA und die U.S. Space Force melden den tatsächlichen Wiedereintritt nachträglich mit Zeit und ungefährer Position. Diesen Beitrag aktualisieren wir, sobald die Bestätigung vorliegt.
Sind die NASA-Bilder echte Fotos des Absturzes?
Nein. Beide Bilder in diesem Beitrag sind offizielle NASA-Grafiken: eine künstlerische Darstellung von Swift im Orbit und ein beschriftetes Schema der Instrumente. Sie zeigen weder den Wiedereintritt noch Trümmer.
Wer haftet, wenn Swift-Trümmer Schaden anrichten?
Nach dem Weltraumhaftungsübereinkommen der Vereinten Nationen haftet der Startstaat absolut für Schäden auf der Erdoberfläche, bei Swift also die USA. Die Abwicklung läuft zwischen Staaten; Betroffene wenden sich zunächst an die Behörden ihres Landes.
Fazit: Für Deutschland kein Risiko, die Uhrzeit bleibt ein Fenster
Swift tritt nach NASA-Angaben voraussichtlich am 4. November in die Atmosphäre ein, die oft genannten 09:30 Uhr MEZ sind aber nur die Mitte eines Fensters von 22 Stunden. Trümmer können ausschließlich in den Tropen und Randtropen niedergehen; Deutschland liegt fast 3.000 Kilometer nördlich dieser Zone. Wer im Band unterwegs ist, muss nichts unternehmen, das persönliche Risiko ist extrem klein. Verlässlich sind am Ende nur die Bestätigung von Space Force und NASA, nicht Einschlagskarten aus sozialen Netzwerken.
TransparenzQuellen und Datenbasis24 Einträge
Recherche- und Artikelstand: 3. November 2026, abends. Die Ziffern im Text führen zu den Belegen. NASA, ESA, NOAA, USGS und UNOOSA sind als Behörden- beziehungsweise Primärquellen gekennzeichnet, Tracker-Seiten als Datenaufbereitung, Medienberichte als Fachmedium oder Nachrichtenmedium. Die Seite der Aerospace Corporation war bei unserer Prüfung nicht abrufbar; deren Prognosen sind über Fachmedien belegt. Eigene Berechnungen sind im Text als solche gekennzeichnet.
- NASA Swift-Blog: NASA’s Swift Observatory to Re-Enter Atmosphere, 2. November 2026, aktualisiert 3. November 2026 (Behörde, Primärquelle)
https://science.nasa.gov/blogs/swift/2026/11/02/nasas-swift-observatory-to-re-enter-atmosphere/ ↩ Zum Text - NASA Science: NASA’s Swift Mission Ends, 23. Oktober 2026, aktualisiert 26. Oktober 2026 (Behörde, Primärquelle)
https://science.nasa.gov/missions/swift/nasas-swift-mission-ends/ ↩ Zum Text - NASA Swift-Blog: NASA’s Swift Mission Ends Ahead of Re-Entry, 23. Oktober 2026 (Behörde, Primärquelle)
https://science.nasa.gov/blogs/swift/2026/10/23/nasas-swift-mission-ends-ahead-of-re-entry/ ↩ Zum Text - NASA Swift-Blog: Beitragsübersicht Juli bis November 2026 (Behörde, Primärquelle)
https://science.nasa.gov/blogs/swift/ ↩ Zum Text - NASA Swift-Blog: NASA Updates Next Steps for Commercial Swift Boost Mission, 19. August 2026 (Behörde, Primärquelle)
https://science.nasa.gov/blogs/swift/2026/08/19/nasa-updates-next-steps-for-commercial-swift-boost-mission/ ↩ Zum Text - NASA-Pressemitteilung 25-065: NASA Awards Company to Attempt Swift Spacecraft Orbit Boost, 24. September 2025 (Behörde, Primärquelle)
https://www.nasa.gov/news-release/nasa-awards-company-to-attempt-swift-spacecraft-orbit-boost ↩ Zum Text - NASA Science: NASA Highlights Lessons Learned from Swift Boost Mission, 28. September 2026 (Behörde, Primärquelle)
https://science.nasa.gov/missions/swift/nasa-highlights-lessons-learned-from-swift-boost-mission/ ↩ Zum Text - NASA Science: Swift – Spacecraft und Instrumente (Behörde, Primärquelle)
https://science.nasa.gov/mission/swift/spacecraft/ ↩ Zum Text - ESA Space Safety: Reentry and collision avoidance (Behörde)
https://www.esa.int/Space_Safety/Space_Debris/Reentry_and_collision_avoidance ↩ Zum Text - UNOOSA: Convention on International Liability for Damage Caused by Space Objects (Völkerrecht, Primärquelle)
https://www.unoosa.org/oosa/en/ourwork/spacelaw/treaties/introliability-convention.html ↩ Zum Text - NOAA Space Weather Prediction Center: Joint Solar Maximum Announcement by NASA and NOAA, 15./16. Oktober 2024 (Behörde)
https://www.spaceweather.gov/news/joint-solar-maximum-announcement-nasa-and-noaa ↩ Zum Text - U.S. Geological Survey: How Much Water is There on Earth? (Behörde)
https://www.usgs.gov/special-topics/water-science-school/science/how-much-water-there-earth ↩ Zum Text - Orbital Focus: Anticipated and Recent Re-entries, Tabelle vom 3. November 2026, 06:03 UTC, auf Basis der Space-Track-Prognosen (Tracker)
https://www.orbitalfocus.uk/Diaries/Launches/Decays.php ↩ Zum Text - KeepTrack: SWIFT Reentry Watch, Space-Track-TIP vom 1. November 2026, 00:28 UTC (Tracker)
https://keeptrack.space/reentry-watch/reentry-28485 ↩ Zum Text - Live Science: NASA’s 3,200-pound Swift telescope could fall to Earth as soon as tonight, 3. November 2026 (Fachmedium)
https://www.livescience.com/space/space-exploration/nasas-3-200-pound-swift-telescope-could-fall-to-earth-as-soon-as-tonight-agency-says ↩ Zum Text - ABC News (Australien): NASA’s Swift space telescope predicted to crash back to Earth tomorrow, 3. November 2026 (Nachrichtenmedium)
https://www.abc.net.au/news/science/2026-11-03/nasa-swift-telescope-crash-landing/100018476 ↩ Zum Text - New Space Economy: Swift Reentry Forecast Points to November 3–5, 2. November 2026 (Fachmedium)
https://newspaceeconomy.ca/2026/11/02/swift-reentry-forecast-points-to-november-3-5-after-science-operations-end/ ↩ Zum Text - EarthSky: Swift spacecraft fiery reentry will be in the next 2 days, 2. November 2026 (Fachmedium)
https://earthsky.org/space/swift-spacecraft-boost-plunging-back-to-earth/ ↩ Zum Text - Spaceflight Now: NASA’s Neil Gehrels Swift Observatory to burn up this week after more than two decades in space, 3. November 2026 (Fachmedium)
https://spaceflightnow.com/2026/11/03/nasas-neil-gehrels-swift-observatory-to-burn-up-this-week-after-two-decades-in-space/ ↩ Zum Text - Gizmodo: Where Pieces of NASA’s Swift Observatory May Crash This Week, 2. November 2026 (Fachmedium)
https://gizmodo.com/nasas-swift-observatory-will-crash-back-to-earth-this-week-heres-where-pieces-may-land-2000833765 ↩ Zum Text - SpacePolicyOnline: No-Go for Katalyst’s Reboost of NASA’s Swift Observatory, 19. August 2026 (Fachmedium)
https://spacepolicyonline.com/news/no-go-for-katalysts-reboost-of-nasas-swift-observatory/ ↩ Zum Text - Infobae: El telescopio Swift caerá a la Tierra esta madrugada, 3. November 2026 (Nachrichtenmedium)
https://www.infobae.com/salud/ciencia/2026/11/03/el-telescopio-swift-caera-a-la-tierra-esta-madrugada-y-america-latina-esta-dentro-de-la-franja-de-posible-impacto/ ↩ Zum Text - Wikipedia (englisch): Neil Gehrels Swift Observatory (Nachschlagewerk)
https://en.wikipedia.org/wiki/Neil_Gehrels_Swift_Observatory ↩ Zum Text - Wikipedia (deutsch): Liste der Extrempunkte Deutschlands (Nachschlagewerk)
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Extrempunkte_Deutschlands ↩ Zum Text
Hinweis: Dieser Beitrag gibt den öffentlich belegten Stand vom Abend des 3. November 2026 wieder. Wiedereintrittsprognosen ändern sich laufend; alle Uhrzeiten und Regionen sind Vorhersagen mit Unsicherheit und keine bestätigten Ereignisse. Der Beitrag ist keine behördliche Warnung. Maßgeblich sind die Mitteilungen von NASA, der U.S. Space Force und der Behörden vor Ort. Gefundene mutmaßliche Raumfahrtteile solltest du nicht berühren, sondern den zuständigen Stellen melden.
Transparenz- & Redaktionshinweis: Mit Blick auf die seit dem 2. August 2026 geltenden Transparenzvorgaben nach Artikel 50 des EU AI Act werden unsere Beiträge vor der Veröffentlichung inhaltlich geprüft, redaktionell eingeordnet und freigegeben. Die abschließende Bewertung und redaktionelle Verantwortung liegen bei unserer Redaktion.
Für die visuelle Gestaltung verwenden wir neben eigenen und bereitgestellten Aufnahmen auch Symbolbilder und Illustrationen. Diese können im Rahmen der Erstellung oder Bearbeitung mithilfe digitaler Werkzeuge entstehen oder angepasst werden. Soweit für einzelne Inhalte gesetzliche Transparenz- oder Kennzeichnungspflichten bestehen, werden diese entsprechend kenntlich gemacht.


