Tesla · Waymo · Robotaxi-Datenvergleich · November 2026
Tesla vs. Waymo: Was Robotaxi-Meilen und Flottenzahlen wirklich zeigen
- Austin: 438.000 Tesla-Meilen in einer Oktoberwoche gegen 406.000 Waymo-Meilen im Schnitt des zweiten Quartals
- Texas-Register am 29.10.2026: 1.080 Tesla- und 1.259 Waymo-Fahrzeuge gemeldet
- USA gesamt: Waymo fährt pro Woche rund siebenmal so viele fahrerlose Meilen
Tesla hat Waymo in Austin nicht nachweislich überholt – die viel geteilten Zahlen stammen aus unterschiedlichen Zeiträumen, und bundesweit fährt Waymo weiterhin ein Vielfaches an fahrerlosen Meilen. Ende Oktober 2026 kursierte auf X eine Grafik, nach der Tesla in Austin mit 438.000 Meilen in einer Woche erstmals vor Waymo liege. Elon Musk kommentierte, das Rennen sei nie ein echter Wettbewerb gewesen.[16] Der Vergleich stellt allerdings eine einzelne Tesla-Woche bis zum 18. Oktober einem Waymo-Wochenschnitt aus dem zweiten Quartal gegenüber, also aus den Monaten April bis Juni.
Dahinter steckt mehr als ein Streit unter Fans zweier Unternehmen. Robotaxi-Zahlen bewegen Börsenkurse, prägen Debatten über Regulierung und landen in Prognosen, wann fahrerlose Taxis auch in Europa fahren. Waymo bereitet bereits einen Dienst in München vor.[9] Wer die Zahlen falsch liest, zieht falsche Schlüsse über Sicherheit, Reife und Marktposition.
Dieser Faktencheck ordnet die wichtigsten Kennzahlen beider Unternehmen ein: Meilen pro Woche, kumulierte Meilen, registrierte Fahrzeuge in Texas, Städte, bezahlte Fahrten und Sicherheitsdaten. Du erfährst, was „Unsupervised“ und „Rider-only“ jeweils bedeuten, warum eine Zulassung keine aktive Flotte ist und welche Angaben ein fairer Vergleich mindestens braucht. Mit einem Rechner für Hochrechnungen und einem Vergleichbarkeits-Check für die nächste Grafik, die in deinem Feed auftaucht.
Stand: . Grundlage sind das Fahrzeugregister der texanischen Verkehrsbehörde TxDMV vom 29. Oktober 2026, NHTSA-Unfallmeldungen, die Sicherheitsseiten von Tesla und Waymo sowie Aussagen aus den Quartalsberichten, jeweils am Prüfdatum abgerufen. Keine Anlageberatung.

Das Wichtigste in 20 Sekunden
Teslas Wert gilt für eine Woche im Oktober, Waymos für einen Quartalsschnitt bis Ende Juni. Waymo veröffentlicht seine Daten etwa drei Monate nach Quartalsende.
Die TxDMV-Liste zählt Fahrzeuge, die einer Genehmigung zugeordnet sind. Wie viele davon gleichzeitig Fahrgäste befördern, steht dort nicht.
15 US-Städte, über 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche und mehr als 300 Millionen fahrerlose Meilen. Tesla meldet rund 3,1 Millionen Meilen ohne Sicherheitsbegleiter seit Januar 2026.
Beide Firmen nutzen unterschiedliche Definitionen, Zeiträume und Vergleichsbasen. Teslas Datenbasis ist noch rund 90-mal kleiner, die Unsicherheit entsprechend größer.
Tesla gegen Waymo: Erst Messgröße und Zeitraum, dann der Vergleich
Eine Robotaxi-Zahl ist nur so aussagekräftig wie die vier Angaben, die sie umgeben: Zeitraum, Gebiet, Messgröße und Fahrzeugkonfiguration. Fehlt eine davon, lassen sich zwei Werte zwar nebeneinanderstellen, aber nicht sinnvoll vergleichen. Genau das passiert in den meisten Debatten um Tesla Robotaxi und Waymo.
Beide Unternehmen veröffentlichen ihre Kennzahlen in sehr unterschiedlichem Takt. Tesla führt auf seiner Seite zum Robotaxi-Sicherheitsbericht ein Datenfenster vom 22. Januar bis 18. Oktober 2026 und meldet für diesen Zeitraum 2,95 Millionen Meilen ohne Sicherheitsbegleiter in Austin, Dallas und Houston, nach eigenen Angaben 95 Prozent der gesamten Laufleistung.[4] Ein zusätzlicher Live-Zähler auf derselben Seite schreibt die Meilen mit dem aktuellen Tempo der Flotte fort, ist also ausdrücklich eine Schätzung.[4] Waymo dagegen aktualisiert seinen Safety-Impact-Hub quartalsweise im Takt der US-Unfallmeldepflicht. Der aktuelle Stand reicht bis Ende Juni 2026 und umfasst 271,3 Millionen Rider-only-Meilen.[5]
Schon die Gesamtzahlen zeigen, wie leicht Stände durcheinandergeraten: Alphabet-Chef Sundar Pichai sprach am 28. Oktober 2026 von mehr als 300 Millionen vollständig autonomen Meilen.[13] Das widerspricht dem Hub nicht, es ist ein späterer Stand ohne öffentliche Detaildaten. Für einen Vergleich taugt deshalb nur, was Zeitraum und Abgrenzung offenlegt.


Die folgende Übersicht stellt die meistzitierten Zahlen mit ihrem Bezugsrahmen zusammen. Sie zeigt auf einen Blick, welche Werte sich überhaupt sinnvoll gegenüberstellen lassen und welche nur nebeneinander aussehen, als würden sie zueinander passen.
Tabelle seitlich wischen – weitere Spalten rechts
| Kennzahl | Tesla | Waymo | Direkt vergleichbar? |
|---|---|---|---|
| Wochenmeilen Austin | 438.000 (eine Woche bis 18.10.2026) | ca. 406.000 (Schnitt April–Juni 2026) | Nein, andere Zeiträume |
| Wochenmeilen USA | beste Woche ca. 558.000 | ca. 3,90 Mio. (Schnitt Q2 2026) | Teilweise, Bestwert gegen Durchschnitt |
| Kumulierte fahrerlose Meilen | 2,95 Mio. in Texas (22.01.–18.10.2026), ca. 3,1 Mio. gesamt | 271,3 Mio. (bis Juni 2026), über 300 Mio. laut Alphabet (Oktober 2026) | Teilweise, andere Stichtage |
| Registrierte Fahrzeuge Texas | 1.080 (29.10.2026) | 1.259 (29.10.2026) | Gleicher Stichtag, aber keine aktive Flotte |
| Städte mit Dienst | 6 Metropolregionen fahrerlos, dazu Bay Area mit Fahrer | 15 US-Städte | Teilweise, Gebietsgröße unbekannt |
| Bezahlte Fahrten pro Woche | nicht veröffentlicht | über 500.000 | Nein, Tesla-Wert fehlt |
Der wichtigste Unterschied steckt in der ersten Zeile: Für Austin existiert derzeit kein Wertepaar aus demselben Zeitraum. Selbst der Registervergleich, der denselben Stichtag nutzt, misst nur Zulassungen und nicht, wie viele Fahrzeuge tatsächlich Fahrgäste befördern. Die nationalen Zahlen sind belastbarer, weil die Größenordnung so klar auseinanderliegt, dass auch ein paar Wochen Versatz das Bild nicht drehen.
Austin: Warum 438.000 und 406.000 keine aktuelle Momentaufnahme ergeben
Die Austin-Grafik vergleicht Teslas jüngste Einzelwoche mit einem rund vier Monate alten Waymo-Durchschnitt. Laut der Auswertung von Electrek meldete Tesla für die Woche bis zum 18. Oktober 2026 rund 438.000 Meilen ohne Sicherheitsbegleiter in Austin, 30 Prozent mehr als in der Vorwoche. Waymo kam im zweiten Quartal auf durchschnittlich etwa 406.000 Meilen pro Woche in Austin.[16] Beide Werte stammen aus dem Community-Projekt Robotaxi Tracker, das die Firmenangaben aufbereitet.[27]
Ein fairer Vergleich bräuchte Waymos Austin-Wert für dieselbe Oktoberwoche. Den gibt es öffentlich nicht, weil Waymo seine Daten erst nach Ablauf des Quartals und der Meldefristen veröffentlicht. Waymo hat seine Flotte in Texas seit Juni deutlich vergrößert: TechCrunch zählte Ende September auf Basis texanischer Zulassungsdaten 1.102 Waymo-Fahrzeuge im Bundesstaat, nach rund 600 im Juni.[20] Ob und wie stark Waymos Austin-Meilen seitdem gewachsen sind, lässt sich aus den veröffentlichten Quellen nicht ablesen. Eine Überholung in Austin ist damit weder belegt noch ausgeschlossen.
Die X-Grafik als Debattenbeispiel
Ausgelöst hat die Diskussion ein Beitrag von Jason Scharf mit der Austin-Grafik und dem Kommentar, der Kampf um das autonome Austin sei womöglich schon entschieden. Musk antwortete darauf.[16] Wir binden den Beitrag als Beispiel für die Debatte ein, nicht als Beleg. Die Grafik selbst nennt die Zeiträume, die Zuspitzung im Kommentar überspringt sie.
Austin-Grafik zu wöchentlichen fahrerlosen Meilen von Tesla und Waymo mit dem Kommentar „the battle for Autonomous Austin might already be over“.
— Jason Scharf (@Jason_A_Scharf) October 27, 2026
Gegenstimmen kamen schnell. Der Branchenbeobachter Grayson Brulte nannte den Austin-Vergleich im Podcast „Road to Autonomy“ einen Vergleich von Äpfeln mit Birnen: Tesla konzentriere seine Flotte auf eine Stadt, Waymo verteile sie auf viele Märkte.[25] Laut derselben Zusammenfassung entfallen rund 80 Prozent von Teslas wöchentlichen fahrerlosen Meilen auf Austin.[25] Für Tesla ist Austin der Schwerpunkt, für Waymo einer von 15 Märkten.
Für die Einordnung hilft ein Blick auf die Vorgeschichte: Tesla startete in Austin zunächst mit Sicherheitsbegleitern im Fahrzeug, ehe ab dem 22. Januar 2026 schrittweise Fahrten ohne Begleitperson hinzukamen.[18][4] Die Hintergründe zum Start, zu Begleitfahrzeugen und zur Regulierung beschreibt unser Beitrag zum Tesla-Robotaxi in Austin und dem Härtetest fürs Skalieren. Waymo fährt in Austin seit März 2025 ausschließlich über die Uber-App, zum Start in einem Gebiet von 37 Quadratmeilen.[14]
Unsupervised und Rider-only: Was die Unternehmen jeweils zählen
Teslas „Unsupervised Miles“ und Waymos „Rider-only Miles“ beschreiben ähnliche, aber nicht deckungsgleich definierte Größen. Beide meinen Fahrten ohne Menschen am Steuer und ohne Sicherheitsperson an Bord. Wie die Meilen erfasst werden, ob Leerfahrten zum Depot einfließen und welche Gebiete enthalten sind, legen die Unternehmen unterschiedlich offen.
Waymo definiert Rider-only-Meilen als Strecken, die der Waymo Driver ohne menschlichen Fahrer in den Städten mit Fahrdienst zurücklegt. In den FAQ heißt es zudem, dass manchmal niemand im Fahrzeug sitzt, etwa auf dem Weg zum Laden oder zwischen zwei Fahrgästen, und dass alle Unfälle im Rider-only-Betrieb erfasst werden.[5] Leerfahrten dürften also mitgezählt werden, ausdrücklich steht es nicht in der Definition. Tesla zählt nach eigener Darstellung Meilen, in denen das Robotaxi autonom und ohne Sicherheitsbegleiter fuhr; Fahrten mit Begleitperson sind ausgeschlossen. Wie die Laufleistung technisch ermittelt wird und ob Leerfahrten enthalten sind, nennt die Seite nicht.[4] Ein Kommentator unter dem Electrek-Artikel stellte genau diese Frage – sie ist berechtigt.[16]
Strecke ohne menschlichen Fahrer in einer Stadt mit Fahrdienst. Leerfahrten zum Laden oder zwischen Fahrgästen sind nach den FAQ wahrscheinlich enthalten. Veröffentlichung quartalsweise mit Verzug.
Strecke im autonomen Betrieb ohne Sicherheitsbegleiter an Bord. Erhebungsmethode und Umgang mit Leerfahrten nennt Tesla nicht. Datenfenster seit 22. Januar 2026.
Eine Person sitzt im Fahrzeug und kann eingreifen, oft auf dem Beifahrersitz. Diese Meilen schließt Tesla aus seinem Sicherheitsbericht aus – zu Recht, sonst wäre der Nenner verfälscht.
Ein Mensch sitzt am Steuer, wie bei Teslas Dienst in der Bay Area. Das ist rechtlich und technisch ein anderer Betrieb und gehört nicht in eine Statistik fahrerloser Meilen.
Meilen messen die Fahrleistung, bezahlte Fahrten die Nachfrage. Ein Fahrzeug kann viel fahren und wenig Umsatz bringen. Waymo nennt Fahrten, Tesla bislang nicht.
Teslas Zähler rechnet das aktuelle Tempo hoch. Er eignet sich zur Orientierung, nicht als Nenner einer Unfallquote, denn dafür braucht es ein abgeschlossenes Zeitfenster.
Hinzu kommt die Frage nach dem Fahrzeug: Die gemeldeten Meilen lassen nicht erkennen, wie viele Fahrzeuge sie erbracht haben. Tesla mischt seit September 2026 das Model Y mit dem zweisitzigen Cybercab, Waymo den Jaguar I-PACE mit dem Van Ojai. Wer daraus Meilen pro Fahrzeug errechnet, braucht eine Zahl aktiver Fahrzeuge, die keines der beiden Unternehmen regelmäßig veröffentlicht.
Rechne selbst: Was Wochenwerte hochgerechnet bedeuten
Der Rechner schreibt einen Wochenwert (Fahrten oder Meilen) mit einem konstanten Wachstum fort, summiert den Zeitraum und zeigt, welches Wochenwachstum für ein Ziel nötig wäre. Voreingestellt ist Waymos Angabe von rund 500.000 bezahlten Fahrten pro Woche mit dem Ziel von einer Million bis Ende 2026 und einer Flotte von etwa 4.000 Fahrzeugen.
Annahmen und Grenzen: konstantes Wachstum pro Woche, keine Saisoneffekte, keine Kapazitätsgrenzen. Die Fahrzeugzahl ist ein grober Wert; registrierte Fahrzeuge sind nicht automatisch aktiv. Meilen werden zusätzlich in Kilometer umgerechnet (1 Meile = 1,609344 km). Eine Hochrechnung ist keine Prognose und keine Aussage über künftige Unternehmenszahlen.
Der Standardfall zeigt, wie anspruchsvoll Waymos Ziel ist: Von 500.000 auf eine Million Fahrten pro Woche in acht Wochen wären gut neun Prozent Wachstum pro Woche nötig. Das Ziel von über einer Million bezahlter Fahrten pro Woche bis Ende 2026 hatte Waymo im Februar genannt.[26] Wer stattdessen Teslas Austin-Woche einsetzt, kann prüfen, was 30 Prozent Wochenwachstum über Monate bedeuten würden – und warum solche Raten selten lange halten.
Vergleichbarkeits-Check für Robotaxi-Grafiken
Hake ab, was die Grafik oder der Beitrag vor dir erfüllt. Voreingestellt ist der Austin-Vergleich 438.000 gegen 406.000 Meilen.
Der Check bewertet nur die formale Vergleichbarkeit, nicht die Richtigkeit der Zahlen. Eingaben bleiben in deinem Browser und werden nicht gespeichert.
Texas-Register: Zulassung ist keine aktive Flottengröße
Laut dem offiziellen TxDMV-Bericht vom 29. Oktober 2026 sind in Texas 1.080 Fahrzeuge für Tesla Robotaxi und 1.259 für Waymo gemeldet. Insgesamt führt die Behörde 17 Unternehmen mit 3.164 automatisierten Fahrzeugen.[1] Das Register ist neu: Seit dem 28. Mai 2026 brauchen Unternehmen, die in Texas kommerziell fahrerlos fahren, eine Genehmigung der Verkehrsbehörde. Grundlage ist das Gesetz SB 2807, das im September 2025 in Kraft trat.[2]
Was die Liste zählt, beschreibt die Behörde knapp: Inhaber einer Genehmigung pflegen ihre Liste aktiver Fahrzeuge selbst, indem sie Fahrzeuge hinzufügen oder entfernen.[2] Der Bericht nennt pro Unternehmen nur eine Gesamtzahl, keine Städte, keine Betriebszeiten und keine Auslastung.[1] Ein Fahrzeug, das in der Werkstatt steht, gereinigt wird, lädt, kartiert oder für die nächste Stadt vorbereitet wird, kann trotzdem auf der Liste stehen. Das ist keine Schwäche des Registers, sondern sein Zweck: Es dient der Aufsicht, nicht der Marktforschung.

Wie schnell die Zahlen wechseln und wie unterschiedlich sie zitiert werden, zeigt die Tesla-Seite: Electrek nannte am 27. Oktober auf Basis der Robotaxi-Tracker-Auswertung 970 registrierte Tesla-Fahrzeuge in Texas, davon 463 Cybercabs.[16] Eine Podcast-Zusammenfassung vom 30. Oktober sprach von rund 1.050 Fahrzeugen.[25] Im offiziellen Bericht vom 29. Oktober stehen 1.080.[1] In der Debatte kursierte zudem die Zahl 1.204 für Tesla, verbunden mit der Behauptung, Tesla liege nur 55 Fahrzeuge hinter Waymo und überhole mit 55 weiteren. Diese 1.204 ließ sich im offiziellen Bericht nicht nachvollziehen. Und selbst wenn sie stimmte, wäre die Rechnung schief: 55 zusätzliche Fahrzeuge schließen die Lücke zu 1.259 nur, erst das 56. Fahrzeug bedeutet ein Überholen.
Tabelle seitlich wischen – weitere Spalten rechts
| Stichtag | Tesla | Waymo | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Juni 2026 | – | ca. 600 | TechCrunch, Zulassungsdaten |
| 24.09.2026 | – | 1.102 | TechCrunch, Zulassungsdaten |
| 27.10.2026 | 970 (davon 463 Cybercab) | – | Electrek, Robotaxi Tracker |
| 29.10.2026 | 1.080 | 1.259 | TxDMV, offizieller Bericht |
| Debattenwert | 1.204 | 1.259 | nicht im offiziellen Bericht nachvollziehbar |
Nach dem offiziellen Stand liegt die Lücke bei 179 Fahrzeugen; Tesla bräuchte 180 weitere, um Waymo im Register zu überholen, sofern Waymo nicht nachmeldet. Waymos Wert umfasst allerdings vier texanische Märkte – Austin, Dallas, Houston und San Antonio –, während Teslas Fahrleistung zu rund 80 Prozent auf Austin entfällt.[20][25] Ein Gleichstand im Register würde deshalb noch lange keinen Gleichstand im Betrieb bedeuten, weder in Austin noch in ganz Texas.
Aus 1.080 zu 1.259 folgt weder, dass Tesla in Texas 46 Prozent des Robotaxi-Markts hält, noch dass alle Fahrzeuge gleichzeitig fahren. Für Marktanteile bräuchte es Fahrten oder Umsätze im gleichen Gebiet und Zeitraum.
Der Gesamtmarkt: Warum Austin allein nicht genügt
Auf Ebene der USA ist der Abstand eindeutig: Waymo fuhr im zweiten Quartal 2026 im Schnitt rund 3,90 Millionen fahrerlose Meilen pro Woche, Teslas bisher beste Woche lag bei etwa 558.000. Das entspricht einem Verhältnis von ungefähr 7 zu 1, kumuliert liegt Waymo mit 271,3 Millionen gegenüber rund 3,11 Millionen Tesla-Meilen etwa um den Faktor 87 vorn.[16] Selbst wenn Tesla seit dem Sommer schneller wächst, verschiebt das die Größenordnung zunächst nicht.
Waymo: 15 Städte, über 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche
Waymo ist nach Angaben von Alphabet in 15 großen US-Städten aktiv.[13] Im Oktober öffnete der Dienst für alle Nutzer in San Antonio, San Diego und Tampa[7] und erweiterte die Gebiete in Los Angeles, Nashville, Orlando, San Diego und der Bay Area um zusammen fast 250 Quadratmeilen.[8] Bereits im März 2026 meldete Waymo 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche, nach rund 50.000 im Mai 2024.[21] Ende Oktober berichtete die Nachrichtenagentur AFP von mehr als 500.000 bezahlten Fahrten pro Woche.[24] Seit dem Start hat Waymo nach eigenen Angaben über 20 Millionen Fahrten absolviert.[10]
Die Flotte umfasst laut TechCrunch rund 4.000 Fahrzeuge, etwa 80 Prozent davon in Kalifornien und Texas.[20] Das ist ein gerundeter Wert; Waymo aktualisiert Flottenzahlen selten.[21] Wirtschaftlich ist das Geschäft noch tief im Minus: Alphabets Sparte „Other Bets“, zu der Waymo gehört, wies im dritten Quartal 372 Millionen US-Dollar Umsatz und 2,0 Milliarden US-Dollar operativen Verlust aus.[24]

Tesla: sechs Metropolregionen, Bay Area mit Fahrer
Tesla betreibt sein Robotaxi nach Aussage von KI-Chef Ashok Elluswamy in sechs Städten.[15] Der Sicherheitsbericht nennt Austin, Dallas, Houston, Orlando, Tampa und Miami.[4] In der Bay Area fährt Tesla mit Sicherheitsfahrern, weil Kalifornien für Teslas Betrieb einen Menschen am Steuer verlangt.[17] Nach Recherchen von TechCrunch besaß Tesla in Kalifornien im Juli 2025 nur eine Testgenehmigung mit Sicherheitsfahrer und keine Genehmigung für fahrerlosen Betrieb.[22]
Im Quartalsgespräch am 21. Oktober sagte Finanzchef Vaibhav Taneja, die kumulierten Unsupervised-Meilen hätten sich im dritten Quartal verachtfacht; das Cybercab sei bislang nur in Austin verfügbar, weitere Städte sollten bis Jahresende folgen.[15] Für Dallas kündigte Elluswamy den Cybercab-Start für November an.[15] Dallas allein kam bis zum 18. Oktober auf 608.130 Meilen ohne Sicherheitsbegleiter, das zweitgrößte Tesla-Gebiet hinter Austin.[23] Die Eckdaten des Quartals fasst unser Beitrag zu Teslas Quartalszahlen Q3 2026 zusammen, den Stand zum Cybercab mit Dallas-Ziel und NHTSA-Prüfung unser Artikel zum Tesla Cybercab.
Was Tesla nicht veröffentlicht, ist ebenso aufschlussreich: In den von uns geprüften Quellen findet sich keine Zahl bezahlter Fahrten und keine aktive Flottengröße. Elluswamy sprach zwar von einem klaren Weg zu Millionen von Fahrzeugen in den nächsten Monaten.[15] Das ist eine Ankündigung, kein Messwert. Musks Zeitpläne haben sich in der Vergangenheit häufig verschoben,[17] wie die Geschichte des Tesla Roadster und seines verschobenen Marktstarts zeigt. Selbst fahrende Kundenautos sollen laut Elluswamy etwa ab dem zweiten Quartal 2027 in die Robotaxi-Flotte aufgenommen werden.[17]

Und in Europa?
Für Leser in Deutschland ist vor allem Waymos Expansion interessant. Das Unternehmen kündigte im August an, in München einen fahrerlosen Fahrdienst vorzubereiten; zunächst fahren Fahrzeuge manuell und mit geschultem Personal am Steuer, ein öffentlicher Betrieb ist gegen Ende 2027 geplant.[9] In der Region Madrid sollen erste Fahrgäste 2027 einsteigen.[10] Pichai nannte zudem Kanada, Deutschland, Singapur und Spanien als Ausbauziele.[13] Von Tesla liegen für Europa keine vergleichbaren Ankündigungen mit Datum vor. Wer sich für Musks Firmengeflecht über das Auto hinaus interessiert, findet die Einordnung einer möglichen Tesla-SpaceX-Fusion in einem eigenen Beitrag.
Vergleich mit Statusmarken: Was beide offenlegen
Die Statusübersicht zeigt, wo die Daten beider Unternehmen vergleichbar sind und wo nicht. Sie bewertet Betrieb und Transparenz, keine Fahrqualität. Grün bedeutet: Merkmal vorhanden oder offengelegt, Gelb: teilweise oder mit Einschränkungen, Rot: nicht vorhanden oder nicht veröffentlicht.
Tabelle seitlich wischen – weitere Spalten rechts
| Merkmal | Tesla Robotaxi | Waymo |
|---|---|---|
| Fahrten ohne Sicherheitsperson an Bord | Teilweise: Texas und Florida ja, Bay Area mit Fahrer | Ja, in den US-Diensten |
| Schnellstraßen im Dienst | Weitgehend nein (Einschätzung Electrek) | Teilweise: Phoenix, San Francisco, Los Angeles |
| Bezahlte Fahrten veröffentlicht | Nein | Ja, gerundet |
| Meilen mit Datenfenster | Ja, bis 18.10.2026 | Ja, bis Juni 2026 |
| Meilen nach Städten | Teilweise, Bericht nennt nur Texas gesamt | Ja, je Stadt |
| Konfidenzintervalle zur Sicherheit | Nein | Ja, 95 Prozent |
| Menschliche Vergleichsbasis | Ja, Texas-Polizeidaten | Ja, Stadtwerte ohne Autobahn |
| Unfallbeschreibungen bei NHTSA lesbar | Seit Mai 2026, zuvor geschwärzt | Ja |
| Eigens gebautes Robotaxi im Einsatz | Ja, Cybercab in Austin | Teilweise, Ojai neben Jaguar |
| Fahrdienst außerhalb der USA geplant | Keine datierte Ankündigung | Ja, u. a. München und Madrid 2027 |
Teslas Stärke liegt im Tempo und in einem eigens gebauten Fahrzeug, Waymos in Reichweite und Datentiefe. Die Zeile zu den NHTSA-Unfallbeschreibungen verdient eine Erklärung: Tesla hatte alle Beschreibungen als vertrauliche Geschäftsinformation markiert und war laut Electrek der einzige Betreiber automatisierter Fahrsysteme, der das so handhabte. Im Mai 2026 legte Tesla die Texte offen.[18]
Einsatzgebiet, Fahrzeugtyp und Fernunterstützung richtig einordnen
Eine Meile in einem kleinen, gut kartierten Innenstadtgebiet ist nicht dasselbe wie eine Meile auf einer Schnellstraße oder in einem schwierigen Viertel. Das Einsatzgebiet, im Fachjargon Geofence genannt, bestimmt, welchen Situationen ein Robotaxi überhaupt begegnet.
Electrek beschreibt Teslas Dienstgebiete als kleine Ausschnitte der jeweiligen Städte, mit langsamen Strecken, weitgehend ohne Schnellstraßen und unter Auslassung schwieriger Stadtteile.[17] Das ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Tesla-Angabe. Waymo bietet seit November 2025 Fahrten auf Schnellstraßen in Phoenix, San Francisco und Los Angeles an.[16] Seine eigene Sicherheitsauswertung beschränkt Waymo dennoch bewusst auf Stadtstraßen, weil es auf Autobahnen erst wenige Meilen gibt.[5] Das ist methodisch sauber, macht aber auch deutlich, dass selbst der Marktführer nicht alle Strecken vergleichen kann.
Fahrzeuge: Jaguar, Ojai, Model Y und Cybercab
Waymo baut den Anteil des Ojai aus, eines Vans mit der sechsten Generation des Waymo Driver. Im Oktober kündigte Waymo eine überarbeitete silberne Version an, die in San Francisco, Los Angeles und Las Vegas Fahrten übernehmen soll; die Produktion läuft im Werk in Mesa, Arizona, hoch.[11] In Texas machte der Ojai Ende September laut TechCrunch etwa ein Drittel der Waymo-Flotte aus.[20] Langfristig soll mit Toyota ein weiteres Fahrzeug hinzukommen: Ab 2027 testen beide Unternehmen einen autonomen bZ4X in Japan.[12]


Tesla fährt mit dem Model Y und seit dem 3. September 2026 in Austin auch mit dem Cybercab.[16] Der Zweisitzer wird in Texas gebaut; alle bisher produzierten Cybercabs gehen laut Tesla-Manager Lars Moravy in Teslas eigene Robotaxi-Flotte.[15] Musk sagte, die Cybercab-Flotte in Austin sei seit dem Start um den Faktor zehn gewachsen.[15] Eine absolute Zahl nannte er nicht. Die Fahrzeugfrage ist mehr als Design: Ein Zweisitzer befördert pro Fahrt weniger Menschen als ein Van, und wer Fahrten statt Meilen vergleicht, sollte das mitdenken. Wie viel Akkubelastung Fahrzeuge mit sehr hoher Laufleistung verkraften, ist bei Flotten ebenso ein Thema wie bei gebrauchten E-Autos und ihrem Akkuzustand; Lade- und Standzeiten bestimmen mit, wie viele registrierte Fahrzeuge tatsächlich fahren können. Ansätze wie der Akkuwechsel in 99 Sekunden zeigen, wie stark Betreiber an genau diesen Ausfallzeiten arbeiten.
Fernunterstützung: der unsichtbare Faktor
Fahrerlos heißt nicht ohne Menschen. Beide Unternehmen setzen auf Mitarbeitende, die Fahrzeuge aus der Ferne unterstützen können. Wie häufig das geschieht, veröffentlicht in den von uns geprüften Datensätzen keiner der beiden als Kennzahl pro Meile. Teslas Sicherheitsbericht zählt Kollisionen ausdrücklich auch dann, wenn ein Fernbediener assistierte.[4] In den NHTSA-Meldungen zu Teslas Robotaxi fanden Fachmedien bis Mitte Oktober fünf Fälle, in denen nach einer Fernübernahme ein Kontakt mit einem Hindernis folgte, meist bei sehr niedriger Geschwindigkeit.[19] Zwei frühe Fälle betrafen einen Metallzaun bei acht und eine Baustellenabsperrung bei neun Meilen pro Stunde.[18]
Sicherheit: Welche zusätzlichen Nenner und Definitionen nötig sind
Mehr gefahrene Meilen machen ein Robotaxi nicht automatisch sicherer, sie machen nur die Statistik belastbarer. Für eine Sicherheitsaussage braucht es Unfälle im Zähler, Meilen im Nenner, eine passende menschliche Vergleichsbasis und genug Fälle, damit Zufall keine große Rolle mehr spielt.
Waymo meldet für 271,3 Millionen Rider-only-Meilen bis Juni 2026 im Vergleich zu menschlichen Fahrern auf denselben Stadtstraßen 95 Prozent weniger Unfälle mit schweren oder tödlichen Verletzungen, je 82 Prozent weniger Unfälle mit Airbag-Auslösung und mit gemeldeten Verletzungen sowie 93 Prozent weniger Unfälle mit verletzten Fußgängern.[5] Rechnerisch entspricht das nach Waymos Darstellung 841 vermiedenen Unfällen mit Verletzten.[6] Waymo gibt 95-Prozent-Konfidenzintervalle an und korrigiert die menschliche Vergleichsbasis für gemeldete Verletzungen um geschätzt 32 Prozent nicht polizeilich erfasster Unfälle.[5] Es bleibt eine Herstellerauswertung, wenn auch eine mit offengelegter Methode und Rohdaten.

Tesla nennt für das Datenfenster bis 18. Oktober keine Airbag-Auslösung im eigenen Fahrzeug und keinen angefahrenen Fußgänger oder Radfahrer. Menschliche Fahrer hätten auf derselben Strecke in Texas nach Teslas Rechnung etwa 9,1 Unfälle mit Verletzten und rund 4,1 Unfälle mit Airbag-Auslösung im eigenen Fahrzeug verursacht.[4] Zwei Ereignisse wertet Tesla nicht als Verletzung, darunter einen Unfall mit mehreren Fahrzeugen, bei dem in einem anderen Auto ein Airbag auslöste. Tesla erfasst alle bei der NHTSA gemeldeten Kollisionen im fahrerlosen Betrieb, auch Bagatellschäden.[4]
Hier liegt das Kernproblem jedes Sicherheitsvergleichs: Bei rund 3 Millionen Meilen sind laut Teslas eigener Rechnung beim Menschen nur etwa neun Unfälle mit Verletzten zu erwarten. Ein einziger zusätzlicher oder fehlender Fall verschiebt die Quote dann erheblich. Konfidenzintervalle veröffentlicht Tesla nicht. Hinzu kommen unterschiedliche Definitionen: Waymo zählt Airbag-Auslösungen in jedem beteiligten Fahrzeug, Tesla hebt die Auslösung im eigenen Fahrzeug hervor. Waymo vergleicht mit Stadtwerten aus Phoenix, San Francisco, Los Angeles und Austin, Tesla mit texanischen Polizeidaten.[5][4]
Was die NHTSA-Meldungen zeigen – und was nicht
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA verpflichtet Betreiber automatisierter Fahrsysteme über die Standing General Order zur Meldung bestimmter Unfälle. Die Behörde warnt selbst, dass die Meldungen nicht nach gefahrenen Meilen, Einsatzgebiet oder Flottengröße normiert sind und sich deshalb nicht direkt zwischen Unternehmen vergleichen lassen. Zudem können Doppelmeldungen vorkommen, und frühe Meldungen sind oft unvollständig. Die aktuellen Dateien reichen bis zum 15. September 2026.[3]
Für Teslas Robotaxi zählte das Portal TeslAnt Mitte Oktober 36 eindeutige Meldungen, davon 26 aus Austin, 7 aus Dallas, 2 aus Houston und 1 aus Tampa. 32 betrafen nur Sachschäden, 2 nannten leichte Verletzungen.[19] Die ersten 17 Meldungen von Juli 2025 bis März 2026 betrafen alle Fahrten mit Sicherheitsbegleiter an Bord; viele waren Auffahrunfälle durch andere Autofahrer.[18] Wer diese Zahlen Waymos Unfallmeldungen gegenüberstellt, vergleicht Rohzählungen ohne Nenner – genau das, wovor die NHTSA warnt.
- Größenordnungen der Fahrleistung beider Betreiber
- Trends innerhalb eines Unternehmens über gleiche Zeitfenster
- Waymos Sicherheitsvergleich mit Konfidenzintervallen für die eigenen Städte
- Plausibilitätsprüfung von Behauptungen über Flottengröße
- Ein Sicherheitsurteil „Tesla gegen Waymo“ aus Rohzahlen
- Marktanteile aus Registerzahlen
- Aussagen über Austin aus ungleichen Zeiträumen
- Unfallquoten auf Basis eines Live-Zählers
Was ein belastbarer nächster Vergleich enthalten muss
Ein fairer Robotaxi-Vergleich braucht gleiche Zeitfenster, gleiche Gebiete, gleich definierte Messgrößen und einen offengelegten Nenner. Mit den bisher öffentlichen Daten lässt sich das für Austin nicht erfüllen. Sobald Waymo seine Daten für das dritte Quartal veröffentlicht, wird zumindest ein Vergleich Juli bis September möglich, sofern Tesla Wochenwerte für dieselben Wochen bereitstellt.
Quartal gegen Quartal oder Woche gegen Woche. Nie eine Einzelwoche gegen einen Durchschnitt und nie einen Bestwert gegen ein Mittel.
Stadt gegen Stadt oder USA gegen USA. Bei Städten zusätzlich die Größe des Dienstgebiets und den Anteil schwieriger Strecken nennen.
Fahrerlose Meilen, bezahlte Fahrten oder Fahrzeuge – nicht mischen. Leerfahrten und Fahrten mit Begleitperson ausdrücklich ein- oder ausschließen.
TxDMV-Listen beider Betreiber zum selben Stichtag nehmen, Doppelungen prüfen und klar als Zulassungen kennzeichnen.
Herstellerbericht, Behördenbericht oder Datensatz direkt nennen und den Abrufzeitpunkt angeben. Tracker und Grafiken nur als Sekundärquelle.
Bei kleinen Fallzahlen Konfidenzintervalle oder zumindest die absolute Zahl der Ereignisse angeben. Ohne das gibt es keine Sicherheitsrangliste.

Typische Fehler beim Lesen von Robotaxi-Zahlen
Der häufigste Fehler ist der Zeitversatz, wie im Austin-Fall. Fast ebenso verbreitet ist die Gleichsetzung von Zulassungen mit fahrenden Autos: Eine große Finanzpublikation hatte laut der „Road to Autonomy“-Zusammenfassung die texanischen Registerzahlen fälschlich als aktive Flotte in Austin behandelt.[25] Dritter Fehler: Meilen mit Sicherheitsfahrer in eine fahrerlose Statistik mischen, etwa Teslas Bay-Area-Fahrten. Vierter Fehler: Ankündigungen als erreichte Werte darstellen, etwa Millionen von Fahrzeugen oder eine Million Fahrten pro Woche. Und fünftens: Waymos Gesamtzahlen verschiedener Stände vermengen, etwa 271,3 Millionen Meilen bis Juni mit über 300 Millionen im Oktober.
Auch Waymo selbst kommuniziert je nach Anlass unterschiedlich: Im August sprach das Unternehmen von 16-mal weniger Unfällen mit schweren Verletzungen,[9] im September und Oktober von bis zu 20-mal weniger.[6][12] Das ist kein Widerspruch, sondern ein neuerer Datenstand. Wer Zitate übernimmt, sollte deshalb immer das Datum mitnehmen.
Für wen welche Zahl zählt
Für Fahrgäste in den USA sind Verfügbarkeit, Dienstgebiet und Wartezeit wichtiger als Meilenrekorde. Wer in Austin wohnt, kann beide Dienste nutzen, Waymo allerdings nur über Uber.[14][25] Für Anleger zählen bezahlte Fahrten, Kosten pro Meile und der Weg zur Profitabilität. Tesla nennt als Ziel 30 US-Cent pro Meile, ist nach Aussage von Taneja aber noch nicht dort.[15] Unsere Hintergründe zu Börsengang, Bewertung und Risiken rund um SpaceX zeigen, wie stark Erwartungen an Musk-Firmen in Kurse einfließen. Für Regulierer und Verkehrsplaner wiederum zählen Unfallraten, Störungen im Verkehr und das Verhalten gegenüber Rettungskräften – Daten, die derzeit nur bruchstückhaft öffentlich sind. Teslas zweites großes Zukunftsprojekt neben dem Robotaxi ist der humanoide Roboter; den Stand zu Produktion und Preis fasst unser Artikel zum Tesla Optimus zusammen.
Häufige Fragen
Hat Tesla Waymo in Austin überholt?
Das ist nicht belegt. Teslas 438.000 Meilen gelten für die Woche bis 18. Oktober 2026, Waymos 406.000 Meilen sind ein Wochendurchschnitt aus April bis Juni 2026. Waymos Austin-Wert für Oktober ist noch nicht veröffentlicht, und Waymos Texas-Flotte ist seit Juni deutlich gewachsen.
Sind registrierte Robotaxis alle aktiv im Einsatz?
Nein, nicht zwingend. Das TxDMV-Register listet Fahrzeuge, die einer Genehmigung zugeordnet sind – am 29. Oktober 2026 waren es 1.080 bei Tesla und 1.259 bei Waymo. Fahrzeuge in Wartung, beim Laden oder in Vorbereitung können darunter sein. Eine aktive Flottengröße nennt der Bericht nicht.
Sind 438.000 und 406.000 Meilen direkt vergleichbar?
Nein. Die Werte stammen aus unterschiedlichen Zeiträumen, und einer ist eine Einzelwoche, der andere ein Quartalsdurchschnitt. Außerdem legen Tesla und Waymo nicht identisch offen, wie sie fahrerlose Meilen erfassen und ob Leerfahrten enthalten sind.
Bedeutet mehr gefahrene Strecke automatisch höhere Sicherheit?
Nein. Mehr Meilen machen eine Sicherheitsstatistik belastbarer, nicht das Fahrzeug sicherer. Entscheidend sind Unfallraten pro Meile im Vergleich zu einer passenden menschlichen Basis, mit gleicher Definition und genug Fällen, um Zufall auszuschließen.
Wie unterscheiden sich Tesla- und Waymo-Daten?
Waymo veröffentlicht quartalsweise Meilen je Stadt, Sicherheitsvergleiche mit Konfidenzintervallen und gerundete Fahrtenzahlen. Tesla zeigt ein laufendes Datenfenster mit Meilen für Texas, eine eigene Vergleichsrechnung und einen geschätzten Live-Zähler, aber keine Fahrtenzahlen und keine Konfidenzintervalle.
Wie viele Robotaxis hat Waymo?
Rund 4.000 Fahrzeuge, so TechCrunch im September 2026; Waymo selbst aktualisiert die Zahl selten. In Texas waren am 29. Oktober 2026 laut TxDMV 1.259 Waymo-Fahrzeuge registriert.
In wie vielen Städten fahren Tesla und Waymo fahrerlos?
Waymo ist laut Alphabet in 15 großen US-Städten aktiv. Tesla nennt sechs Städte ohne Sicherheitsbegleiter: Austin, Dallas, Houston, Miami, Orlando und Tampa. In der Bay Area fährt Tesla mit Sicherheitsfahrer.
Wie viele bezahlte Fahrten macht Waymo pro Woche?
Mehr als 500.000, diese Größenordnung nannte Waymo erstmals im März 2026, und sie wurde Ende Oktober erneut berichtet. Bis Ende 2026 will Waymo über eine Million bezahlte Fahrten pro Woche erreichen. Tesla veröffentlicht keine Fahrtenzahlen.
Was ist der Unterschied zwischen Unsupervised und Rider-only?
Beides bezeichnet Fahrten ohne Menschen am Steuer und ohne Sicherheitsperson an Bord. „Unsupervised“ ist Teslas Begriff, „Rider-only“ Waymos. Die Definitionen sind ähnlich, aber nicht deckungsgleich dokumentiert, etwa beim Umgang mit Leerfahrten.
Wie viele Unfälle hat Teslas Robotaxi bei der NHTSA gemeldet?
Nach einer Zählung von TeslAnt waren es bis Mitte Oktober 2026 36 eindeutige Meldungen, überwiegend reine Sachschäden. Die NHTSA weist darauf hin, dass solche Zahlen nicht nach Meilen normiert sind und sich nicht direkt zwischen Unternehmen vergleichen lassen.
Kommen Robotaxis von Waymo oder Tesla nach Deutschland?
Waymo bereitet einen Dienst in München vor; ein öffentlicher Betrieb ist gegen Ende 2027 geplant, zunächst testen Fahrzeuge mit geschultem Personal am Steuer. Von Tesla gibt es keine datierte Ankündigung für ein Robotaxi in Deutschland.
Fazit: Waymo führt, Tesla wächst schnell – Austin beweist noch nichts
Waymo liegt bei Städten, bezahlten Fahrten, fahrerlosen Meilen und Datentiefe klar vorn; daran ändert die Austin-Grafik nichts. Tesla wächst in Texas mit hohem Tempo und betreibt mit dem Cybercab ein eigens gebautes Robotaxi, legt aber weder Fahrten noch eine aktive Flotte offen. Wer Zahlen beider Anbieter vergleicht, sollte zuerst Zeitraum, Gebiet und Messgröße prüfen und Sicherheitsurteile erst fällen, wenn Tesla eine Datenbasis mit Unsicherheitsangaben vorlegt.
TransparenzQuellen und Datenbasis27 Einträge
Recherche- und Artikelstand: 2. November 2026. Die Ziffern im Text führen zu den Belegen. Herstellerangaben sind als Herstellerquelle gekennzeichnet; Auswertungen von Fachmedien und Community-Projekten sind Sekundärquellen.
- TxDMV – Automated Motor Vehicle Authorization Program: Company and Vehicle Summary Report, Datenstand 29.10.2026 (Behörde)
https://prod-origin.txdmv.gov/sites/default/files/body-files/AV_Program_Report_10292026.pdf ↩ Zum Text - TxDMV – Automated Motor Vehicles: Genehmigungsprogramm nach SB 2807, Fristen und Fahrzeuglisten (Behörde)
https://prod-origin.txdmv.gov/AVprogram ↩ Zum Text - NHTSA – Standing General Order on Crash Reporting, Datenstand bis 15.09.2026 (Behörde)
https://www.nhtsa.gov/laws-regulations/standing-general-order-crash-reporting ↩ Zum Text - Tesla – Robotaxi Safety Report, Datenfenster 22.01.–18.10.2026 (Herstellerquelle)
https://www.tesla.com/robotaxi/safety ↩ Zum Text - Waymo – Safety Impact Data Hub, Daten bis Juni 2026 (Herstellerquelle)
https://waymo.com/safety/impact/ ↩ Zum Text - Waymo Blog – Sicherheitsdaten über 270 Millionen autonome Meilen, 24.09.2026 (Herstellerquelle)
https://www.waymo.com/blog/shorts/safetydata-september26/ ↩ Zum Text - Waymo Blog – Öffnung in San Antonio, San Diego und Tampa, 14.10.2026 (Herstellerquelle)
https://www.waymo.com/blog/shorts/sat-sd-tpa/ ↩ Zum Text - Waymo Blog – Erweiterung um fast 250 Quadratmeilen in fünf Städten, 27.10.2026 (Herstellerquelle)
https://www.waymo.com/blog/shorts/more-places/ ↩ Zum Text - Waymo Blog – Waymo in Munich, 25.08.2026 (Herstellerquelle)
https://waymo.com/blog/2026/08/waymo-in-munich ↩ Zum Text - Waymo Blog – Waymo in der Region Madrid, 20.10.2026 (Herstellerquelle)
https://www.waymo.com/blog/2026/10/waymo-in-madrid-region ↩ Zum Text - Waymo Blog – Neue Ojai-Version, 06.10.2026 (Herstellerquelle)
https://www.waymo.com/blog/shorts/silver-ojai/ ↩ Zum Text - Waymo Blog – Toyota und Waymo vertiefen Zusammenarbeit (bZ4X), 30.10.2026 (Herstellerquelle)
https://www.waymo.com/blog/2026/10/toyota-bz4x-partnership ↩ Zum Text - Google Blog – Q3 2026 earnings call: Remarks from our CEO, 28.10.2026 (Unternehmensquelle Alphabet)
https://blog.google/company-news/inside-google/message-ceo/alphabet-earnings-q3-2026/ ↩ Zum Text - Business Wire – Ride Into the Future With Waymo on Uber in Austin, 04.03.2025 (Pressemitteilung Uber/Waymo)
https://businesswire.com/news/home/20250304802317/en/Ride-Into-the-Future-With-Waymo-on-Uber-in-Austin ↩ Zum Text - The Motley Fool – Tesla (TSLA) Q3 2026 Earnings Call Transcript, 22.10.2026 (Transkript, Fachmedium)
https://www.fool.com/earnings/call-transcripts/2026/10/22/tesla-tsla-q3-2026-earnings-call-transcript/ ↩ Zum Text - Electrek – Musk declares Tesla Robotaxi win over Waymo, but Waymo still drives 7x more, 27.10.2026 (Fachmedium)
https://electrek.co/2026/10/27/musk-robotaxi-victory-waymo-austin-miles/ ↩ Zum Text - Electrek – Tesla pushes unsupervised FSD to Q2 2027, and only inside Robotaxi zones, 21.10.2026 (Fachmedium)
https://electrek.co/2026/10/21/tesla-unsupervised-fsd-q2-2027-robotaxi-fleet/ ↩ Zum Text - Electrek – Tesla finally reveals what happened in 17 Robotaxi crashes, 15.05.2026 (Fachmedium)
https://electrek.co/2026/05/15/tesla-unredacts-robotaxi-crash-narratives-nhtsa/ ↩ Zum Text - TeslAnt – Remote-Übernahmen in Teslas Robotaxi-Unfalldaten, 36 NHTSA-Meldungen, 16.10.2026 (Fachportal, Auswertung der NHTSA-Daten)
https://teslant.com/en/news/tesla-robotaxi-remote-operator-crashes-five-for-five-36-nhtsa-reports-2026-10 ↩ Zum Text - TechCrunch – Waymo is scaling fast: Here’s what the fleet data shows, 24.09.2026 (Fachmedium)
https://techcrunch.com/2026/09/24/waymo-is-scaling-fast-heres-what-the-fleet-data-shows/ ↩ Zum Text - TechCrunch – Waymo’s skyrocketing ridership in one chart, 27.03.2026 (Fachmedium)
https://techcrunch.com/2026/03/27/waymo-skyrocketing-ridership-in-one-chart/ ↩ Zum Text - TechCrunch – Tesla wants to bring its robotaxis to San Francisco. Here’s what’s standing in the way, 25.07.2025 (Fachmedium)
https://techcrunch.com/2025/07/25/tesla-wants-to-bring-its-robotaxis-to-san-francisco-heres-whats-standing-in-the-way ↩ Zum Text - Tesla North – Tesla Q3 Earnings Call: Cybercab Hits Dallas, FSD Unsupervised in 2027, 21.10.2026 (Fachmedium)
https://teslanorth.com/2026/10/21/tesla-q3-2026-call-takeaways/ ↩ Zum Text - The Manila Times / AFP – Shares in Google owner Alphabet plummet on profit miss, 29.10.2026 (Nachrichtenmedium)
https://www.manilatimes.net/2026/10/29/world/americas-emea/shares-in-google-owner-alphabet-plummet-on-profit-miss-ad-slowdown/2456741 ↩ Zum Text - BigGo Finance – Tesla’s Robotaxi Fleet Tops 1,000 in Texas as Grayson Brulte Says Waymo Comparison Is Apples to Oranges, 30.10.2026 (Zusammenfassung Podcast „Road to Autonomy“)
https://finance.biggo.com/news/e1e1f36531070fab ↩ Zum Text - Investing.com via Yahoo Finance – Waymo eyes 1 million paid rides per week as expansion accelerates, 12.02.2026 (Finanzmedium)
https://finance.yahoo.com/news/waymo-eyes-1-million-paid-152515066.html ↩ Zum Text - Robotaxi Tracker – Robotaxi miles (Community-Datenprojekt, Aufbereitung von Herstellerdaten)
https://www.robotaxitracker.com/miles ↩ Zum Text
Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zum Stand 2. November 2026 und ist keine Anlageberatung und keine Sicherheitsbewertung einzelner Fahrzeuge oder Dienste. Viele Zahlen sind Herstellerangaben oder Auswertungen Dritter; wo das der Fall ist, ist es im Text gekennzeichnet. Registerzahlen, Meilen und Fahrten ändern sich laufend, Ankündigungen beider Unternehmen sind keine eingetretenen Ereignisse.
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