Europas größter Optiker steigt vorsichtig, aber strategisch durchdacht ins Smart-Glasses-Geschäft ein: Die Fielmann Group investiert seit Jahren in Datenbrillen-Technologie – von der Beteiligung am Industrie-Spezialisten Ubimax 2020 bis zur Investition in das israelische Deep-Tech-Unternehmen Deep Optics 2022. Gleichzeitig dämpft Vorstandschef Marc Fielmann die Erwartungen: Smartglasses verkauft der Konzern erst in rund 200 seiner knapp 1.300 Filialen weltweit, und einen Smartphone-Ersatz erwartet er in den kommenden zwei bis drei Jahren nicht. Für Kund:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet das vor allem eines: Der Optiker wird zur zentralen Anlaufstelle, wenn es um Sehstärke, Anpassung und Beratung bei Smart Glasses geht – unabhängig davon, wie schnell der Massenmarkt tatsächlich kommt.
Fielmann Ventures investiert seit 2020 in Smart-Glasses-Technologie – von Industrie-AR bis zu dynamischen Brillengläsern. Bild: Fielmann
- Fielmann Smart Glasses
- Marc Fielmann
- Deep Optics
- Ubimax
- D-A-CH-Handel
Eckdaten auf einen Blick
- Fielmanns Einstieg ins Smart-Glasses-Geschäft
- Die Investment-Historie: Von Ubimax bis Deep Optics
- Warum der Optiker zum Türsteher des Smart-Glasses-Markts wird
- Was Fielmanns Strategie für Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet
- Fielmann im Vergleich zu Meta, Samsung, Apple und Snap
- Regulatorik und Datenschutz: Der Gegenwind für Kamerabrillen
- Praxistipps: So läuft der Kauf von Smart Glasses beim Optiker ab
- Häufige Fragen zu Fielmann und Smart Glasses
Fielmanns Einstieg ins Smart-Glasses-Geschäft
Während Meta und andere Tech-Konzerne Smart Glasses als nächsten großen Plattformwechsel nach dem Smartphone verkaufen, bleibt der Hamburger Optikerkonzern demonstrativ nüchtern. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa-AFX sagte Marc Fielmann, Vorstandsvorsitzender der Fielmann Group, dass Datenbrillen das Smartphone in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht ablösen würden. In der Zahl der Nutzer ordnet er die Geräte eher bei der Sportsonnenbrille ein als bei etablierten Wearables wie AirPods oder der Smartwatch (finanzen.net).
Die Nische in Zahlen: 200 von 1.300 Filialen
Konkret führt Fielmann Smartglasses aktuell in rund 200 seiner gut 1.300 Filialen weltweit – also in etwa jeder siebten Niederlassung. Besonders gefragt sind die Geräte in Großstädten sowie in den Auslandsmärkten Spanien und USA (Dr. Web). Eine flächendeckende Ausweitung, so Fielmann, würde der Konzern erst vornehmen, wenn die Nachfrage „bombastisch“ wäre. Bislang ist das nicht der Fall.
- Rund 200 von ca. 1.300 Fielmann-Filialen weltweit führen Smart Glasses.
- Nachfrageschwerpunkte liegen in Großstädten sowie in Spanien und den USA.
- Deutschland selbst zählt laut Marc Fielmann nicht zu den Märkten mit besonders hoher Nachfrage.
- Eine Ausweitung des Sortiments hängt direkt an der Kundennachfrage vor Ort, nicht an einer zentralen Roadmap.
Marc Fielmanns Vergleich: „Eher Sportsonnenbrille als AirPods“
Bemerkenswert ist die Einordnung, die Marc Fielmann selbst wählt: Er vergleicht Smart Glasses in ihrer aktuellen Verbreitung nicht mit Massenprodukten wie der Smartwatch, sondern mit einer Spezialkategorie wie der Sportsonnenbrille. Gleichzeitig würdigt er die Investitionsbereitschaft der Tech-Konzerne als klares Signal: „Wenn Meta deutlich zweistellige Milliardenbeträge investiert, wettet Meta darauf, das Smartphone abzulösen“ (finanzen.net). Für Fielmann selbst bleibt die Kategorie vorerst ein Zusatzgeschäft im stationären Handel – kein Wachstumstreiber, auf den sich die Konzernstrategie stützt.
Praxistipp
Wer in Deutschland aktuell Smart Glasses beim Optiker kaufen möchte, sollte vorab beim jeweiligen Fielmann-Standort nachfragen, ob das Sortiment dort überhaupt geführt wird. In ländlicheren Regionen und kleineren Städten ist die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer als in Großstädten.
Die Investment-Historie: Von Ubimax bis Deep Optics
Fielmanns Zurückhaltung bei der Verkaufsfläche steht in einem gewissen Kontrast zu seiner langjährigen Investitionstätigkeit im Bereich Smart Glasses. Über die Tochtergesellschaft Fielmann Ventures GmbH ist der Konzern bereits seit 2020 an Technologieunternehmen der Branche beteiligt – deutlich bevor Meta mit den Ray-Ban-Meta-Modellen den breiten Konsummarkt adressierte.
2020: Einstieg bei Ubimax – die B2B-Plattform für die Industrie
Im Mai 2020 übernahm die Fielmann Ventures GmbH zehn Prozent am Bremer Unternehmen Ubimax im Rahmen einer Series-B-Finanzierungsrunde. Ubimax hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits als Weltmarktführer für industrielle Augmented-Reality-Lösungen positioniert: Mehr als 400 Unternehmen – darunter Airbus, BMW, Coca-Cola, DHL und Siemens – setzten auf die Softwarelösungen für Smart Glasses, mehr als 6.000 Beschäftigte weltweit nutzten die sogenannten Ubimax-Frontline-Lösungen im Arbeitsalltag (Hamburg Business). Ziel der Partnerschaft war der Aufbau einer „führenden B2B-Plattform für Smart Glasses“: Firmenkunden sollten von der Hardwareauswahl über Vermessung und Anpassung bis zur Mitarbeiterschulung begleitet werden, während Fielmann selbst Sehtest, Vermessung und Anpassung in seinen damals rund 800 Filialen anbot (Fielmann Group AG).

Fielmann verkauft Smart Glasses bislang nur in einem kleinen Teil seines Filialnetzes. Bild: Fielmann
Marc Fielmann begründete den Schritt damals auch mit dem bestehenden B2B-Geschäft des Konzerns: „Fielmann ist bereits heute Partner von mehr als 11.000 Arbeitgebern europaweit, versorgt mehr als 100.000 Arbeitnehmer mit Bildschirmarbeitsplatzbrillen, Arbeitsschutzbrillen und Gehörschutz. Nun gehen wir den nächsten Schritt“, zitierte ihn die offizielle Pressemitteilung der Fielmann Group AG (Fielmann Group AG).
2022: Beteiligung an Deep Optics – dynamische Brillengläser für Smart Glasses
Im November 2022 folgte der nächste Schritt: Fielmann Ventures investierte zehn Prozent in das israelische Deep-Tech-Unternehmen Deep Optics mit Sitz in Petah Tikva. Das Unternehmen hat sich auf Brillen mit dynamischem optischen Fokus spezialisiert – die patentierte Technologie „32°N“ basiert auf Flüssigkristalllinsen, die die optische Wirkung des Glases automatisch an die jeweilige Entfernung anpassen und dabei ein deutlich größeres Sichtfeld bieten sollen als klassische Gleitsichtgläser (DOZ-Portal). Marc Fielmann bezeichnete die Investition als „entscheidenden Schritt in der Digitalisierung“ des Familienunternehmens im Rahmen der damaligen „Vision 2025“ und betonte das disruptive Potenzial der Technologie speziell für den Smart-Glasses-Markt.
- Fielmann Ventures GmbH: 100-prozentige Tochtergesellschaft, gegründet 2012, zuständig für Zukunftstechnologien.
- Ubimax (2020): Fokus auf B2B/Industrie-Smart-Glasses, u. a. Fertigung, Logistik, Qualitätskontrolle.
- Deep Optics (2022): Fokus auf variable Brillengläser mit Flüssigkristalltechnologie – Grundlage für Gleitsicht- und Smart-Glasses-Anwendungen.
- Beide Beteiligungen liegen bei jeweils 10 Prozent – Fielmann bleibt Minderheitsinvestor, nicht Mehrheitseigentümer.
Warum der Optiker zum Türsteher des Smart-Glasses-Markts wird
Der eigentliche Hebel im Smart-Glasses-Geschäft liegt nicht allein im Chip oder in der KI-Software, sondern im Korrekturglas. Die meisten Brillenträger benötigen eine Sehstärke – und genau an dieser Stelle sitzt der Optiker zwischen Hersteller und Kunde (Dr. Web). Das gilt inzwischen auch für die aktuelle Generation der Consumer-Smart-Glasses: Meta und EssilorLuxottica haben ihre Meta-Glasses-Modelle von Beginn an mit Sehstärken-Option konzipiert und verkaufen sie seit Juni 2026 auch in Deutschland ab 299 US-Dollar, umgerechnet rund 260 Euro. Auch das hochpreisigere Display-Modell Meta Ray-Ban Display setzt auf dieses Prinzip und ist auf eine Anpassung durch den Optiker angewiesen.
Sehstärke als Flaschenhals: Warum Hersteller auf Fielmann angewiesen sind
Solange Tech-Konzerne selbst keine flächendeckende Optiker-Infrastruktur betreiben, bleiben sie auf Vertriebspartner wie Fielmann angewiesen, um Kunden mit Korrekturbedarf zu erreichen. Genau hier zeigt sich die eigentliche Machtfrage der Branche: nicht beim Chiphersteller, sondern beim Optiker, der die Anpassung an die individuelle Sehstärke vornimmt. Solange Ketten wie Fielmann Smart Glasses nur zögerlich ins Regal nehmen, bleibt der viel beschworene Massenmarkt vorerst Theorie.
Ray-Ban Meta bei Fielmann: Sehstärken-Anpassung im Ladengeschäft
In der Praxis heißt das: Kund:innen, die eine Ray-Ban Meta oder vergleichbare Modelle mit Korrekturgläsern erwerben möchten, kommen um den stationären Optiker kaum herum. Fielmann bietet in den Filialen, die das Sortiment führen, Sehtest, Vermessung und Einsetzen der individuellen Gläser an – ein Service, den reine Online-Händler oder Elektronikmärkte in dieser Form nicht abdecken können. Damit positioniert sich der Konzern weniger als Technologie-Anbieter, sondern als spezialisierter Fitting- und Beratungspartner für Hersteller, die selbst keine Optiker-Expertise besitzen.
Was Fielmanns Strategie für Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet
Für Verbraucher:innen in der D-A-CH-Region ergibt sich aus Fielmanns Positionierung ein klares Bild: Smart Glasses sind hierzulande kein Produkt, das man in jeder Filiale um die Ecke kaufen kann – und ein spontaner Umstieg vom Smartphone ist nach Einschätzung des größten Optikers Europas ohnehin nicht in Sicht. Gleichzeitig bleibt der Optiker die wichtigste Anlaufstelle für alle, die eine Korrekturbrille benötigen und trotzdem Smart Glasses ausprobieren wollen.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt die Filialverfügbarkeit der entscheidende Faktor beim Kauf von Smart Glasses. Bild: Fielmann
Filialverfügbarkeit: Wo Smart Glasses überhaupt erhältlich sind
Da Fielmann Smart Glasses derzeit vor allem in Großstädten sowie stärker im Ausland als in Deutschland selbst ausrollt, sollten Interessierte in kleineren Städten mit eingeschränkter Verfügbarkeit rechnen. Wer die Geräte live testen möchte, hat die höchsten Chancen in Metropolregionen. Parallel dazu plant Fielmann für die kommenden fünf Jahre bis zu 100 zusätzliche Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz – ein Ausbau, der laut Unternehmensangaben aber vorrangig dem klassischen Augenoptik-Kerngeschäft dient und nicht primär dem Smart-Glasses-Vertrieb.
Beratung und Sehtest: Der Praxisvorteil beim stationären Optiker
Der zentrale Mehrwert für Kund:innen liegt in der fachlichen Beratung: Sehtest, Anpassung der Korrekturgläser und Einweisung in Datenschutzfunktionen der Kamera lassen sich beim Optiker in einem Termin erledigen. Angesichts des in mehreren Quellen beschriebenen Fachkräftemangels in der Augenoptik-Branche setzt Fielmann zunehmend auf KI-gestützte Sehtests, um Kapazitätsengpässe abzufedern – ein Trend, der auch die Beratungsqualität rund um Smart Glasses mittelfristig beeinflussen dürfte.
Fazit für Käufer:innen
Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz Smart Glasses mit individueller Sehstärke sucht, sollte gezielt nach Filialen mit entsprechendem Angebot fragen, statt sich auf ein flächendeckendes Sortiment zu verlassen. Der Optiker bleibt vorerst der Flaschenhals – aber auch der Qualitätsgarant für die Anpassung.
Fielmann im Vergleich zu Meta, Samsung, Apple und Snap
Im breiteren Smart-Glasses-Cluster übernimmt Fielmann eine andere Rolle als die großen Technologiekonzerne: Der Optiker tritt nicht als Hersteller auf, sondern als Vertriebs-, Service- und Anpassungspartner. Die folgende Einordnung zeigt, wie sich die Positionierung der wichtigsten Marktteilnehmer unterscheidet.
| Unternehmen | Rolle im Markt | Sehstärken-Option | Einstiegspreis | Status in Deutschland |
|---|---|---|---|---|
| Meta / EssilorLuxottica | Hersteller (Ray-Ban Meta, Meta Glasses) | Ja, von Beginn an vorgesehen | ab 299 US-Dollar (≈ 260 €) | Verkauf seit Juni 2026, Verbot wird geprüft |
| Samsung / Google | Hersteller (gemeinsame Entwicklung) | Angekündigt, Details offen | noch nicht kommuniziert | Marktstart zunächst außerhalb der EU |
| Apple | Noch kein Produkt am Markt | Erwartet laut Insiderberichten | noch nicht kommuniziert | Einstieg frühestens Ende 2027 erwartet |
| Snap | Hersteller (AR-Brille „Specs“) | Nicht im Fokus, eher Entwickler/AR | je nach Modell variabel | eingeschränkte Verfügbarkeit |
| Fielmann | Optiker, Vertriebs- und Anpassungspartner | Kernkompetenz (Sehtest, Fitting) | abhängig vom Hersteller-Modell | rund 200 von 1.300 Filialen weltweit |
Auffällig ist, dass sich die Wettbewerbslandschaft in den kommenden Jahren spürbar verändern könnte: Samsung hat auf seinem jüngsten Galaxy-Unpacked-Event zwei gemeinsam mit Google entwickelte Smart-Glasses-Modelle vorgestellt, deren Marktstart im Herbst angedacht ist – allerdings zunächst nur außerhalb der EU (GIGA). Auch Apple soll laut Berichten des Bloomberg-Journalisten Mark Gurman an eigenen Smart Glasses mit Gesundheitsfunktionen arbeiten, ein Marktstart wird jedoch frühestens Ende 2027 erwartet. In diesem Umfeld bleibt Fielmanns Rolle als neutraler Anpassungs- und Vertriebspartner ein strategischer Vorteil – unabhängig davon, welcher Hersteller sich am Ende durchsetzt.
Regulatorik und Datenschutz: Der Gegenwind für Kamerabrillen
Neben der Marktdynamik prägt auch die Regulierung das Bild, das Fielmann bei Smart Glasses zeichnet. Eine dauerhaft mitlaufende Kamera im öffentlichen Raum kollidiert in Europa potenziell mit der Datenschutz-Grundverordnung – ein Punkt, der die Zurückhaltung des Optikers zusätzlich erklärt.
HateAid-Strafanzeige gegen Fielmann und weitere Händler
Die Organisation HateAid hat Strafanzeige gegen mehrere Verkäufer der „Ray-Ban Meta Wayfarer Gen 2“ gestellt – neben Fielmann auch gegen Meta, Ray-Ban, Apollo-Optik, Mister Spex, MediaMarkt und Oakley. Kritikpunkt ist das unauffällige Design: Die Kamera sei im klassischen Ray-Ban-Gestell kaum erkennbar, sodass Betroffene möglicherweise nicht bemerken, dass sie gefilmt werden. „Egal ob in der U-Bahn, am Arbeitsplatz oder in der Sauna: Vor Smart Glasses sind Menschen nirgends sicher“, so HateAid-Geschäftsführerin Josephine Ballon (GIGA). Ob der Verkauf tatsächlich rechtlich zu beanstanden ist, muss erst durch die zuständigen Stellen geprüft werden – eine Strafanzeige allein bedeutet noch keinen Rechtsverstoß.
Hamburgische Datenschutzbehörde prüft ein Verbot
Zusätzlich beschäftigt sich die Hamburgische Datenschutzbehörde mit einem möglichen Verbot der Kamerabrillen; auch die Bundesnetzagentur prüft nach Medienberichten, ob Vertrieb und Besitz solcher Geräte eingeschränkt werden könnten. Für Fielmann als Optiker mit Filialnetz in ganz Deutschland ist das ein relevantes Risiko: Sollte es tatsächlich zu regulatorischen Einschränkungen kommen, würde das direkt das eigene Sortiment betreffen – ein weiterer Grund für die vorsichtige, filialweise Einführung statt eines flächendeckenden Rollouts.
Kamera-Kennzeichnung
Kritiker fordern, dass Aufnahmen bei Smart Glasses künftig klarer erkennbar sein müssen als über eine kleine LED.
Rechtliche Prüfung läuft
Weder das HateAid-Verfahren noch die Prüfung der Datenschutzbehörden sind bislang abgeschlossen.
Auswirkung auf den Handel
Ein mögliches Verbot würde nicht nur Meta, sondern auch Händler wie Fielmann unmittelbar betreffen.
Praxistipps: So läuft der Kauf von Smart Glasses beim Optiker ab
Wer sich für Smart Glasses mit Sehstärke interessiert, sollte den Ablauf beim Optiker kennen – er unterscheidet sich deutlich vom klassischen Online-Kauf einer Standard-Brille. Wer sich zunächst noch grundlegend orientieren möchte, findet einen Einstieg in unserem Ratgeber Was sind Smart Glasses?
1Filiale mit Sortiment finden
Vorab telefonisch oder online prüfen, ob der gewünschte Standort Smart Glasses überhaupt führt.
2Sehtest und Vermessung
Ein aktueller Sehtest und die individuelle Vermessung sind Voraussetzung für die Korrekturgläser.
3Modellauswahl und Anpassung
Das Gestell wird an die passende Fassung angepasst, die Gläser mit Sehstärke eingesetzt.
4Einweisung in Funktion & Datenschutz
Beratung zu Kamera-Warnlicht, App-Kopplung und den Grenzen der Aufnahmefunktion im öffentlichen Raum.
Praxistipp
Wer unsicher ist, ob eine Smart-Glasses-Kamera im jeweiligen Bundesland oder Kontext (etwa am Arbeitsplatz) überhaupt genutzt werden darf, sollte das aktiv beim Beratungsgespräch ansprechen – die Rechtslage rund um Kamerabrillen ist derzeit im Fluss.
Verkauft Fielmann Smart Glasses in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
Ja, allerdings nicht flächendeckend. Fielmann bietet Smart Glasses aktuell nur in rund 200 von etwa 1.300 Filialen weltweit an, mit Schwerpunkt auf Großstädten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Verfügbarkeit je nach Standort unterschiedlich.
Bekommt man bei Fielmann Smart Glasses mit individueller Sehstärke?
Ja. Fielmann bietet Sehtest, Vermessung und die Anpassung von Korrekturgläsern für Smart-Glasses-Modelle wie die Ray-Ban Meta an, sofern die jeweilige Filiale das Sortiment führt.
Warum verkauft Fielmann Smart Glasses nur in einem Teil seiner Filialen?
Laut Vorstandschef Marc Fielmann orientiert sich das Angebot strikt an der Nachfrage. Diese sei bislang eher in Großstädten sowie im Ausland – etwa Spanien und den USA – höher als im deutschen Durchschnitt.
Was hat es mit Fielmanns Investment in Deep Optics auf sich?
Fielmann Ventures hält seit 2022 zehn Prozent am israelischen Unternehmen Deep Optics, das dynamische Brillengläser auf Flüssigkristallbasis für Gleitsicht- und Smart-Glasses-Anwendungen entwickelt.
Was ist Ubimax und warum ist Fielmann daran beteiligt?
Ubimax ist ein Bremer Anbieter von industrieller Augmented-Reality-Software für Smart Glasses, unter anderem genutzt von Airbus, BMW und Siemens. Fielmann Ventures hält seit 2020 zehn Prozent, um im B2B-Bereich frühzeitig Kompetenzen aufzubauen.
Ersetzen Smart Glasses laut Fielmann-Chef bald das Smartphone?
Nein. Marc Fielmann geht davon aus, dass Smartglasses das Smartphone in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht ablösen werden, auch wenn Konzerne wie Meta hohe Investitionssummen in diese Richtung setzen.
Ist der Verkauf von Kamera-Smart-Glasses in Deutschland rechtlich unbedenklich?
Verkauf und Nutzung sind derzeit erlaubt, stehen aber unter verstärkter Beobachtung. Die Hamburgische Datenschutzbehörde prüft ein mögliches Verbot, und die Organisation HateAid hat Strafanzeige gegen mehrere Händler, darunter Fielmann, gestellt.
Was kosten Smart Glasses mit Fielmann-Sehstärke ungefähr?
Die Meta Glasses von Meta und EssilorLuxottica starten bei 299 US-Dollar (rund 260 Euro) für die Standardversion; Korrekturgläser mit individueller Sehstärke verursachen je nach Fielmann-Filiale zusätzliche Kosten für Anpassung und Glas.
Fazit: Fielmann setzt auf Substanz statt Hype
Fielmanns Doppelstrategie – frühzeitige, aber überschaubare Investments in Technologieunternehmen bei gleichzeitig extrem vorsichtigem Filial-Rollout – zeigt, wie ein etablierter Optikerkonzern mit dem Smart-Glasses-Hype umgeht: nicht ablehnend, aber auch nicht euphorisch. Für Kund:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz heißt das konkret, dass der Zugang zu Smart Glasses mit Sehstärke vorerst an bestimmte Filialen gebunden bleibt, während sich der Konzern gleichzeitig als unverzichtbarer Anpassungs- und Servicepartner für die großen Hersteller positioniert. Ob aus der aktuellen Nische in den kommenden Jahren ein breiteres Geschäftsfeld wird, hängt weniger von der Technik als von der Nachfrage an der Ladentheke ab – und von der ungeklärten Datenschutzfrage rund um Kamerabrillen. Einen Überblick über die aktuell besten getesteten Modelle liefert unsere große Kaufberatung Beste Smart Glasses 2026.
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Quellen
- Dr. Web: „Bleiben Smartglasses eine Nische für Großstädter?“ – drweb.de
- finanzen.net: „Fielmann-Aktie steigt: Smartglasses-Erwartungen gedämpft“ (dpa-AFX-Interview) – finanzen.net
- Hamburg Business: „Fielmann beteiligt sich an Datenbrillen-Startup Ubimax“ – hamburg-business.com
- Fielmann Group AG: „Fielmann invests in global market leader for enterprise wearables“ (offizielle Pressemitteilung) – fielmann-group.com
- DOZ-Portal: „Fielmann investiert in Deep Optics Smart Glasses“ – doz-verlag.de
- GIGA: „Strafanzeige gegen Fielmann: Diese Brille bringt den Optiker in Schwierigkeiten“ – giga.de
- cash.ch: „Fielmann dämpft Erwartungen an Smartglasses“ – cash.ch
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