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DJI-Sicherheit 2026: Keine Backdoors bei Air 3S & Matrice 4E

DJI-Sicherheitscheck 2026: Keine kritischen Risiken, Backdoors oder Datenabflüsse bei Air 3S und Matrice 4E gefunden

Cybersecurity · Datenschutz · DJI Air 3S · DJI Matrice 4E

Eine fünfmonatige unabhängige Sicherheitsbewertung der DJI Air 3S und DJI Matrice 4E hat keine kritischen, hohen oder mittleren Sicherheitsrisiken ergeben. Das US-Cybersicherheitsunternehmen OnDefend untersuchte nicht nur die Drohnen und Fernsteuerungen, sondern auch DJI Fly, DJI Pilot 2, Netzwerkverkehr, Funkverbindungen, Platinen, Bauteile, Firmware und Lieferkettenintegrität.

Im abgegrenzten Prüfzeitraum fanden die Sicherheitsforscher keine versteckten Backdoors, keine Datenübertragungen außerhalb der USA, keine unerklärten Funkemissionen, keine manipulierten Bauteile und keinen praktisch nutzbaren Weg zur Übernahme oder missbräuchlichen Manipulation der Drohnensysteme. Die Fernsteuerungen widerstanden außerdem den durchgeführten Jailbreak- und Firmware-Manipulationsversuchen.

Vollständig fehlerfrei waren die Systeme dennoch nicht. OnDefend dokumentierte zehn Schwachstellen mit niedrigem Risiko sowie 13 zusätzliche Beobachtungen. Diese betrafen vor allem Anwendungskonfigurationen, Sitzungsverwaltung, WLAN-Härtung, ältere Protokolle und einzelne lokal erreichbare Funktionen. Nach Einschätzung der Prüfer stellte keiner dieser Punkte ein realistisches Risiko für den sicheren Drohnenbetrieb oder eine großflächige Offenlegung vertraulicher Daten dar.

Dieser Artikel ordnet die Ergebnisse vollständig ein, erklärt die aufwendige Testmethodik, nennt alle veröffentlichten Schwachstellen und zeigt, was der Bericht für private Nutzer, Unternehmen, Behörden, BOS-Einheiten und Betreiber sensibler Drohnenflotten tatsächlich bedeutet.

  • 5 Monate Testdauer
  • Air 3S und Matrice 4E
  • 0 kritische Risiken
  • 0 hohe Risiken
  • 0 mittlere Risiken
  • 10 niedrige Risiken
  • 13 Beobachtungen
  • 1 MHz bis 6 GHz geprüft
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Was wurde getestet?
Alle Schwachstellen
Lokaler Datenmodus
Testmethodik
Zum FAQ

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Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Getestete Systeme: DJI Air 3S mit DJI RC 2 und DJI Fly sowie DJI Matrice 4E mit DJI RC Plus 2 Enterprise und DJI Pilot 2.
  • Prüfzeitraum: 21. Oktober 2025 bis 13. März 2026.
  • Prüfumfang: Software, Apps, Netzwerkverkehr, Firmware, Hardware, Platinen, Funkfrequenzen und Lieferkette.
  • Keine schweren Befunde: null kritische, null hohe und null mittlere Risiken.
  • Keine Backdoors: OnDefend fand keine versteckten Mechanismen für unbefugten Fernzugriff.
  • Keine Datenübertragung ins Ausland: Im untersuchten US-Betrieb wurden keine Datenverbindungen außerhalb der Vereinigten Staaten beobachtet.
  • Keine unerklärten Funkkanäle: Sämtliche Signale konnten bekannten Funktionen oder technischen Nebenprodukten der O4-Signalerzeugung zugeordnet werden.
  • Local Data Mode wirksam: Die Flugsteuerungs-App sendete im lokalen Datenmodus keine Nutzerdaten an internetbasierte Ziele.
  • Fernsteuerung nicht vollständig offline: Betriebssystem und andere Anwendungen konnten trotz Local Data Mode weiterhin Internetverbindungen aufbauen.
  • Keine Lieferkettenmanipulation: Es wurden keine gefälschten Komponenten oder nicht autorisierten Hardwareänderungen festgestellt.
  • Verbleibende Punkte: zehn niedrige Risiken und 13 Beobachtungen, hauptsächlich in Apps und WLAN-Konfigurationen.
  • Momentaufnahme: Die Resultate gelten für die geprüften Geräte-, Software- und Firmwareversionen und müssen nach Updates erneut validiert werden.

Die Ergebnisse gelten nicht pauschal für jede DJI-Drohne und jede künftige Version

OnDefend untersuchte konkrete Exemplare der DJI Air 3S und Matrice 4E mit den während des Prüfzeitraums installierten Software- und Firmwareständen. Der Bericht ist eine umfangreiche technische Momentaufnahme, aber keine unbegrenzte Sicherheitsgarantie für sämtliche DJI-Produkte, alle Länder, jede Netzwerkkonfiguration oder zukünftige Updates.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die wichtigsten Ergebnisse
  2. Welche Drohnen und Komponenten wurden getestet?
  3. Wie wurden die Testgeräte beschafft?
  4. Wie sind die Risikostufen einzuordnen?
  5. Keine Backdoors oder Fernzugänge gefunden
  6. Keine Datenübertragung außerhalb der USA
  7. Local Data Mode im Sicherheitstest
  8. Funkfrequenzen und O4-Übertragung
  9. Replay, Jamming und Injection
  10. Lieferkette und Hardware-BOM
  11. Jailbreak- und Firmware-Manipulation
  12. Zehn Schwachstellen mit niedrigem Risiko
  13. 13 zusätzliche Beobachtungen
  14. Die vollständige Testmethodik
  15. Netzwerk- und Anwendungstests
  16. Hardware-Teardown und Nahfeldanalyse
  17. Remote ID und ADS-B
  18. Bedeutung für private Anwender
  19. Bedeutung für Unternehmen und Behörden
  20. Empfohlene Sicherheitsmaßnahmen
  21. Grenzen der Untersuchung
  22. Politischer Kontext und FCC Covered List
  23. Frühere Audits und Zertifizierungen
  24. FAQ
  25. Fazit

Die wichtigsten Ergebnisse des DJI-Sicherheitschecks

Die Kernaussage des Berichts ist ungewöhnlich eindeutig: In den untersuchten Drohnensystemen fanden die Prüfer keine kritischen, hohen oder mittleren Risiken. Auch die drei politisch besonders relevanten Vorwürfe – unerlaubte Datenübertragung, versteckte Zugänge und manipulierbare Funkverbindungen – konnten während des Tests nicht bestätigt werden.

Kritische Risiken
0
Hohe Risiken
0
Mittlere Risiken
0
Niedrige Risiken
10
Keine versteckten Backdoors

Es wurden keine Mechanismen für unbefugten Fernzugriff oder verdeckte Kontrolle gefunden.

Keine Daten außerhalb der USA

Alle beobachteten Verbindungen der Flugsteuerungsanwendungen führten zu in den USA verorteten IP-Adressen.


Keine geheimen Funkkanäle

Alle erfassten Signale ließen sich bekannten Funktionen oder normalen Schaltungsartefakten zuordnen.

Keine Lieferkettenmanipulation

Platinen und Komponenten enthielten keine erkannten Fälschungen oder nicht autorisierten Änderungen.

Local Data Mode wirksam

Im lokalen Datenmodus verließ kein Flug-, Bild- oder Telemetriedatensatz über die Flugsteuerungs-App das System.

Controller widerstandsfähig

Die getesteten Fernsteuerungen widerstanden sämtlichen Jailbreak- und Firmware-Manipulationsversuchen.

Prüfbereich Ergebnis Einordnung
Backdoors und Fernzugriff Keine gefunden Kein technischer Beleg für versteckte Zugriffsmöglichkeiten
Datenabfluss an ausländische Server Keine Hinweise Beobachtete Ziele lagen während des Tests in den USA
Unerklärte Funkemissionen Keine gefunden Signale bekannten Systemfunktionen oder O4-Artefakten zugeordnet
Local Data Mode Wirksam Keine Nutzerdatenübertragung aus der Flug-App ins Internet
Jailbreak-Resistenz Widerstandsfähig Keine erfolgreiche dauerhafte Manipulation der Controller-Firmware
Anwendungssicherheit Niedriges Restrisiko Zehn niedrige Risiken und mehrere Beobachtungen
Lieferkettenintegrität Keine Manipulation erkannt Keine gefälschten oder nicht dokumentierten Hardwareänderungen

Welche DJI-Drohnen, Fernsteuerungen und Apps wurden getestet?

Die Bewertung konzentrierte sich auf ein aktuelles Consumer-System und ein professionelles Enterprise-System. Dadurch konnten sowohl DJI Fly als auch DJI Pilot 2 und zwei unterschiedliche Fernsteuerungsplattformen untersucht werden.

Bereich Consumer-System Enterprise-System
Drohne DJI Air 3S DJI Matrice 4E
Fernsteuerung DJI RC 2 DJI RC Plus 2 Enterprise
Flug-App DJI Fly DJI Pilot 2
Gerätezahl Zwei Air-3S-Systeme Zwei Matrice-4E-Systeme
Einsatzumgebung Kontrollierte Innen- und Außentests Kontrollierte Innen- und Außentests
Marktversion Reguläre US-Handelsversion Regulärer US-Händlerbestand

Untersucht wurden nicht nur die äußerlich zugänglichen Funktionen. Der Prüfbereich umfasste Drohnen, Fernsteuerungen, Anwendungen, Platinen, einzelne Komponenten und das vollständige Funkspektrum zwischen einem Megahertz und sechs Gigahertz.

Unabhängige Beschaffung: DJI konnte keine präparierten Testgeräte bereitstellen

Ein wichtiger Bestandteil der Testarchitektur war die Beschaffung der Geräte. Die Consumer-Drohnen wurden ohne vorherige Information an DJI direkt im freien Handel gekauft. Die Enterprise-Systeme stammten aus einem bereits vorhandenen Händlerbestand.

Der Hersteller konnte dadurch nicht gezielt ausgesuchte, besonders konfigurierte oder für den Test vorbereitete Einzelgeräte zur Verfügung stellen. Nach Darstellung des Berichts entsprachen die geprüften Systeme dem regulären US-Marktbestand.

Zwei Einheiten jedes Modells

OnDefend untersuchte jeweils zwei Exemplare der DJI Air 3S und Matrice 4E. Wiederholte Messungen mit mehreren Geräten reduzieren das Risiko, dass ein einzelner Produktionsfehler oder eine ungewöhnliche Einzelkonfiguration das Gesamtergebnis verfälscht.

Was bedeuten kritisch, hoch, mittel, niedrig und Beobachtung?

Die reine Anzahl der Befunde ist ohne eine Einordnung der Risikostufen wenig aussagekräftig. OnDefend unterscheidet zwischen bestätigten Schwachstellen mit unterschiedlicher Auswirkung und Verhaltensweisen, die lediglich dokumentiert wurden.

Stufe Bedeutung Gefundene Fälle
Kritisch Leicht ausnutzbare Schwachstelle mit schwerwiegender und weitreichender Auswirkung 0
Hoch Bestätigte Schwachstelle mit potenziell schwerer Auswirkung und moderatem Angriffsaufwand 0
Mittel Bestätigte Schwachstelle mit begrenzter Auswirkung unter bestimmten Bedingungen 0
Niedrig Bestätigte Schwäche mit begrenzter praktischer Auswirkung im normalen Betrieb 10
Beobachtung Dokumentiertes Verhalten, das nicht als Schwachstelle eingestuft wurde 13

Keine Backdoors oder versteckten Fernzugänge gefunden

Eine der zentralen Fragen lautete, ob die Systeme verdeckte Zugriffspfade enthalten, über die ein Hersteller, Angreifer oder ausländischer Akteur unbemerkt auf Drohne, Controller oder gespeicherte Daten zugreifen könnte.

OnDefend fand im untersuchten Umfang keine solchen Backdoors. Weder in den Anwendungen und Firmware-Komponenten noch bei den Hardware- und Funkuntersuchungen wurden Mechanismen entdeckt, die eine geheime Fernsteuerung oder versteckte Übertragung ermöglicht hätten.

„Keine Backdoor gefunden“ bedeutet nicht mathematisch bewiesene Abwesenheit

Sicherheitstests können zeigen, dass mit umfangreichen Methoden keine versteckte Funktion entdeckt wurde. Sie können jedoch niemals für alle denkbaren zukünftigen Angriffsmethoden, Versionsstände und nicht geprüften Produkte garantieren, dass eine solche Funktion grundsätzlich unmöglich ist.

Keine Datenübertragung außerhalb der Vereinigten Staaten festgestellt

Die Prüfer zeichneten den Netzwerkverkehr der Controller und Flugsteuerungsanwendungen während verschiedener Betriebsphasen auf. Dazu gehörten Startvorbereitung, Flug, Nachbereitung, normaler Onlinebetrieb und Local Data Mode.

Während des Prüfzeitraums fanden sie keine Hinweise darauf, dass DJI Fly oder DJI Pilot 2 Daten an Systeme außerhalb der USA übermittelten. Die beobachteten Ziele ließen sich US-basierten IP-Adressen zuordnen.

Zu den beobachteten Diensten gehörten erwartbare Infrastrukturangebote von Google, Facebook, Mozilla und Amazon. Daneben wurden Content-Delivery-Strukturen beobachtet, die mit Alibaba und Tencent in Verbindung standen, deren verwendete IP-Endpunkte jedoch in den USA verortet waren.

Serverbetreiber und Serverstandort sind nicht dasselbe

Die Beteiligung eines internationalen Infrastruktur- oder CDN-Anbieters bedeutet nicht automatisch, dass Daten in dessen Heimatland übertragen werden. Entscheidend für die Untersuchung war, an welchen technischen Endpunkt die Verbindung tatsächlich führte. OnDefend empfahl dennoch, geografische Zuordnungen künftig noch eindeutiger zu dokumentieren.

Local Data Mode verhindert den Abfluss von Nutzerdaten aus der Flug-App

Der lokale Datenmodus soll die Verbindung der eigentlichen Flugsteuerungs-App zum Internet unterbrechen. OnDefend überprüfte diese Funktion bei DJI Fly auf der RC 2 und DJI Pilot 2 auf der RC Plus 2 Enterprise.

Das Ergebnis: Während Local Data Mode aktiviert war, wurden aus der Flugsteuerungsanwendung keine Flugdaten, Bilder, Videos oder Telemetriedaten an internetbasierte Ziele übertragen. Auch nach dem Zurückschalten in den normalen Datenmodus wurden keine zuvor im Offlinebetrieb entstandenen Flugdaten nachträglich versendet.

Local Data Mode trennt nicht automatisch die gesamte Fernsteuerung vom Internet

Der lokale Datenmodus betrifft die DJI-Flugsteuerungsanwendung. Das Betriebssystem der Fernsteuerung und andere installierte Dienste können weiterhin Netzwerkverkehr erzeugen. Für eine vollständige physische oder logische Netztrennung sollte zusätzlich WLAN, Mobilfunk oder eine andere Internetverbindung des Controllers deaktiviert werden.

Betriebsart Flugsteuerungs-App Controller-Betriebssystem und andere Dienste
Normaler Datenmodus Internetverbindungen möglich Internetverbindungen möglich
Local Data Mode Keine Übertragung von Nutzerdaten an Internetziele beobachtet Andere Netzwerkverbindungen weiterhin möglich
Local Data Mode plus deaktiviertes WLAN und Mobilfunk Keine App-Verbindung Vollständigerer Air-Gap, sofern keine weitere Schnittstelle aktiv ist

Funkprüfung von 1 MHz bis 6 GHz: Keine unerklärten Übertragungen

Die Hardwareanalyse beschränkte sich nicht auf die dokumentierten WLAN- und O4-Frequenzbereiche. OnDefend scannte das elektromagnetische Spektrum von einem Megahertz bis sechs Gigahertz.

Zunächst wurde in einer kontrollierten Laborumgebung eine Grundmessung mit ausgeschalteten Geräten erstellt. Anschließend wurden die Drohnen in unterschiedlichen Zuständen untersucht: eingeschaltet und ungekoppelt, gekoppelt im Leerlauf, mit aktivem Videobild und während realer Flüge im Freien.

Erfasste Signale wurden von der Umgebungsmessung abgezogen, statistisch ausgewertet und mit Bedienzuständen, Frequenzband, Kanalbreite sowie bekannten technischen Funktionen abgeglichen.

1
Umgebung messen

Alle Geräte werden ausgeschaltet, um vorhandene Funkquellen im Raum zu erfassen.

2
Drohnen aktivieren

Die Systeme werden in verschiedenen Betriebszuständen eingeschaltet und wiederholt gemessen.

3
Signale isolieren

Umgebungsquellen werden rechnerisch entfernt, damit nur gerätebezogene Emissionen verbleiben.

4
Frequenzen zuordnen

Jede Emission wird mit Protokollen, Bedienzuständen und Hardwarekomponenten abgeglichen.

5
Bauteile lokalisieren

Nahfeldantennen identifizieren den Ursprung bis zu einzelnen Chips oder Leiterbahnen.

6
Ausnutzbarkeit prüfen

Replay-, Jamming-, Interferenz- und Injection-Tests untersuchen mögliche Angriffspfade.

Einige aufgezeichnete Emissionen waren zu Beginn nicht ausdrücklich in den FCC-Unterlagen beschrieben. Die Analyse ordnete sie jedoch technischen Nebenprodukten der dokumentierten O4-Signalerzeugung zu. Dazu gehören beispielsweise Teiler-, PLL-, Harmonische- und Intermodulationsartefakte.

Da sich diese Signale synchron mit bekannten O4-Bändern, Kanälen und Betriebszuständen veränderten, werteten die Prüfer sie nicht als versteckte Kommunikationskanäle.

O4 widerstand Replay-, Jamming- und Injection-Versuchen

OnDefend versuchte, die Funkverbindungen durch Wiederholungsangriffe, verstärkte Störungen, Interferenzen aus mehreren Quellen und manipulierte Signale zu beeinflussen.

Das untersuchte O4-Protokoll erwies sich im Test als widerstandsfähig gegen Replay-, Jamming- und Injection-Angriffe. Die Forscher fanden keinen praktisch nutzbaren Weg, um die Drohnen über die geprüften Funkangriffe zu übernehmen oder für eine missbräuchliche Nutzung zu manipulieren.

„Widerstandsfähig im Test“ bedeutet nicht störungsfrei unter allen Bedingungen

Jede Funkverbindung kann bei ausreichend starken Störungen Reichweite oder Verbindungsqualität verlieren. Die Aussage des Berichts bezieht sich darauf, dass sich aus den durchgeführten Angriffen kein realistischer Weg zur kontrollierten Übernahme, Signalinjektion oder Manipulation des Flugbetriebs ergab.

Keine Hinweise auf manipulierte Lieferketten oder gefälschte Bauteile

Bei modernen Drohnensystemen können Risiken nicht nur in der Software entstehen. Auch ausgetauschte Chips, versteckte Antennen, zusätzliche Funkmodule oder nicht dokumentierte Änderungen an Platinen könnten theoretisch einen unerlaubten Datenpfad schaffen.

OnDefend zerlegte die Geräte, katalogisierte Platinen und wichtige Bauteile und erstellte eine Hardware Bill of Materials. Chipbeschriftungen, Hersteller, Bauformen, Funktionen und – soweit ermittelbar – Herkunftsländer wurden dokumentiert.

Die physisch vorgefundenen Komponenten wurden anschließend mit erwarteten Stücklisten, FCC-Unterlagen, Datenblättern, Bedienungsanleitungen und öffentlich zugänglichen Herstellerinformationen abgeglichen.

Keine gefälschten Komponenten

Die Untersuchung ergab keine Hinweise auf ausgetauschte oder nachgeahmte Bauteile.

Keine versteckten Antennen

Es wurden keine geheimen Hardwarepfade für unbekannte Übertragungen identifiziert.

Keine nachträgliche Manipulation

Die gekauften Handelsgeräte zeigten keine erkannten Eingriffe in Platinen oder Baugruppen.

Keine nicht autorisierten Umbauten

Abweichungen ließen sich dokumentierten Funktionen oder üblichen Produktionsmerkmalen zuordnen.

Fernsteuerungen widerstanden Jailbreak- und Firmware-Manipulationsversuchen

Die Tester versuchten, Root-Rechte, privilegierte Shell-Zugriffe und dauerhafte Veränderungen an den Fernsteuerungen zu erreichen. Dazu gehörten klassische Jailbreak-Verfahren, Downgrade-Versuche, Privilegieneskalation, manipulierte Firmware und Angriffe auf WLAN-Dienste oder offene Ports.

Nach Angaben des Berichts widerstanden die geprüften Controller allen Jailbreak- und Firmware-Modifikationsversuchen. Für tiefergehende Analysen entwickelten die Forscher teilweise eigene Anwendungen, mit denen sich Laufzeitdaten und Telemetrie überwachen ließen. Daraus entstand jedoch keine dauerhaft nutzbare Übernahme des sicherheitskritischen Systems.

Die zehn veröffentlichten Schwachstellen mit niedrigem Risiko

OnDefend dokumentierte zehn Punkte als bestätigte Schwachstellen mit niedrigem Risiko. Niedrig bedeutet nicht bedeutungslos, sondern dass die praktische Auswirkung unter normalen Betriebsbedingungen begrenzt war oder ein Angriff besondere Voraussetzungen benötigte.

Nr. Schwachstelle Betroffenes System Einordnung
1 Ausgehender Netzwerkverkehr bei aktiviertem Local Data Mode DJI RC 2 Controller-Verkehr, nicht nachgewiesener Abfluss von Flugnutzerdaten
2 Dauerhaft gespeichertes Zugriffstoken DJI Fly Verbesserung der Sitzungsverwaltung empfohlen
3 Speicherung kryptografischer Schlüssel nicht vollständig nach Best Practice DJI-Anwendungen Härtung der lokalen Schlüsselablage empfohlen
4 Authentifizierungstoken in URLs sichtbar DJI Fly und DJI Pilot 2 URLs können in Protokollen oder Verlaufsspuren erscheinen
5 Dauerhafter Pre-Shared Key bei WPA-Authentifizierung DJI Air 3S Geteilte WLAN-Zugangsdaten sollten dynamischer verwaltet werden
6 Persistentes Cross-Site-Scripting DJI Fly Lokaler beziehungsweise funktionsgebundener Angriffspfad
7 Ausgehender Controller-Verkehr bei funktionalem Local-Data-Mode-Test DJI RC Plus 2 Enterprise Betriebssystemverkehr trotz isolierter Flug-App
8 Unterstützung schwacher TLS-Protokolle und Cipher DJI Fly und DJI Pilot 2 Modernisierung der zulässigen Verschlüsselungssuiten empfohlen
9 Denial of Service über einen offenen Port DJI Fly und DJI Pilot 2 Beeinträchtigung einer Anwendungskomponente, nicht der Flugsteuerung
10 Local File Inclusion mit Path Traversal in FlyShare DJI RC 2 Eingabevalidierung und Dateipfadkontrolle sollten verbessert werden

DJI arbeitete während der Prüfung bereits an Korrekturen

DJI stand während der Untersuchung mit OnDefend in Kontakt und setzte einzelne Maßnahmen bereits um. Ein gemeinsam verwendetes Standard-WLAN-Passwort wurde laut Zusammenfassung beispielsweise durch ein Firmware-Update korrigiert. Weitere Punkte sollen in nachfolgenden Softwareversionen behandelt werden.

Die 13 zusätzlichen Beobachtungen

Beobachtungen wurden nicht als bestätigte Schwachstellen eingestuft. Sie zeigen jedoch Bereiche, die aus Sicht eines Sicherheitsprüfers dokumentiert, gehärtet oder bei zukünftigen Versionen erneut untersucht werden sollten.

Kontozugriffsberechtigung

DJI Fly fordert eine Berechtigung zum Abruf von auf dem Gerät eingerichteten Konten an.

WPA/WPA2-PSK für QuickTransfer

Air 3S und RC 2 verwenden für den schnellen Datentransfer einen Pre-Shared Key.

RASP-Umgehung in DJI Fly

Schutzmechanismen gegen Laufzeitmanipulation konnten in bestimmten Analyseszenarien umgangen werden.

RASP-Umgehung in Pilot 2

Auch bei DJI Pilot 2 dokumentierten die Prüfer Umgehungsmöglichkeiten der Laufzeitschutzlogik.

Klartextverkehr erlaubt

Für einzelne im Prüfbereich liegende Domains war unverschlüsselter Verkehr grundsätzlich zugelassen.

Compiler-Härtung deaktiviert

Einige Bibliotheken wurden ohne sämtliche verfügbaren Compiler- und Linker-Schutzoptionen erstellt.

Veraltete Softwarekomponenten

In der Air 3S wurden Softwarebestandteile identifiziert, deren Aktualisierung empfohlen wurde.

Unsicherer Kryptomodus unterstützt

DJI Fly und Pilot 2 akzeptierten mindestens einen nicht optimalen kryptografischen Betriebsmodus.

RPATH ohne RUNPATH

Native Bibliotheken verwendeten eine weniger flexible beziehungsweise sicherheitstechnisch ungünstigere Pfadkonfiguration.

Installation auf Android 7 möglich

DJI Fly konnte auf einer älteren Android-Hauptversion installiert werden.

CORS vertraut beliebigem Ursprung

Eine DJI-Fly-Komponente akzeptierte Cross-Origin-Anfragen zu großzügig.

Nicht dokumentierte Air-3S-Funksignale

Zusätzliche Emissionen wurden gemessen, aber bekannten Schaltungsartefakten zugeordnet.

Nicht dokumentierte Matrice-4E-Funksignale

Auch hier wurden Signale erkannt, technisch erklärt und nicht als geheimer Kanal bewertet.

Die vollständige Testmethodik von OnDefend

Der Bericht unterscheidet zwischen Standardtests und erweiterten Hardwaretests. Die Kombination sollte nicht nur zeigen, wie sich die Systeme auf Softwareebene verhalten, sondern auch, was auf Platinen-, Chip- und Funkebene tatsächlich geschieht.

Testebene Prüfbereiche Ziel
Standardtests Anwendungen, Netzwerk, Betriebssystem, Firmware und erreichbare Dienste Dokumentiertes Verhalten und bekannte Schwachstellenklassen prüfen
Erweiterte Hardwaretests Platinen, Chips, Nahfeldsignale, Funkemissionen und Bauteilkatalog Versteckte Übertragungspfade und nicht dokumentierte Komponenten erkennen
Lieferkettenprüfung HBOM, Komponentenvergleich und Manipulationsanalyse Fälschungen, Austauschkomponenten und nachträgliche Änderungen finden
Angriffssimulation MitM, Replay, Jamming, Injection, Jailbreak und Privilegieneskalation Praktische Ausnutzbarkeit statt nur theoretischer Schwächen prüfen

Netzwerk-, App- und Firmwaretests im Detail

Der gesamte Datenverkehr wurde über kontrollierte WLAN-Zugangspunkte aufgezeichnet. Die Forscher analysierten Ziele, Protokolle, Verbindungsgrößen, Inhalte und den zeitlichen Zusammenhang mit konkreten Aktionen des Nutzers.

Zum Vergleich wurden Referenzmessungen mit unveränderten Android-Systemen derselben Hauptversion erstellt. Dadurch ließ sich unterscheiden, ob eine Verbindung von DJI Fly oder Pilot 2, vom Controller-Betriebssystem oder von einer anderen Systemkomponente stammte.

Packet Capture

Vollständige Aufzeichnung des Netzwerkverkehrs vor, während und nach dem Flug.

MitM-Simulation

Abfangen und Umleiten von Verbindungen unter kontrollierten Bedingungen.

Certificate-Pinning-Bypass

Umgehung von Zertifikatsprüfungen zur Analyse verschlüsselter Anwendungskommunikation.

Token- und Sitzungsanalyse

Prüfung von Zugriffstoken, Laufzeiten, Nonces, Signaturen und Wiederholbarkeit.

Port- und Dienstescans

Erfassung erreichbarer Netzwerkdienste und proprietärer Protokolle.

Fuzzing und Fehlereingaben

Übermittlung zufälliger, manipulierter und ungewöhnlicher Daten an erreichbare Dienste.

Statische App-Analyse

Untersuchung extrahierter Pakete und nativer Bibliotheken mit Werkzeugen wie Ghidra.

Dynamische Laufzeitanalyse

Beobachtung sicherheitsrelevanter Funktionsaufrufe mit Instrumentierungsframeworks.

Hardware-Teardown bis auf Chip- und Leiterbahnebene

Zur Lokalisierung unbekannter Funkquellen setzte OnDefend Nahfeldantennen mit einer Auflösung von etwa einem Millimeter ein. Verdächtige Module wurden schrittweise entfernt und die verbliebene Hardware danach erneut eingeschaltet und vermessen.

Auf diese Weise konnten Signale bis zu einzelnen integrierten Schaltungen, Leiterbahnen, Kameraeinheiten, Time-of-Flight-Sensoren oder Antennenstrukturen zurückverfolgt werden.

Zusätzlich veränderten die Prüfer Kanal, Bandbreite und Frequenzband der Funksteuerung. Bewegte sich eine Nebenemission exakt mit diesen Einstellungen, sprach dies für einen technischen PLL- oder Teiler-Effekt und gegen einen eigenständigen versteckten Sender.

Warum diese Methode über einen normalen App-Test hinausgeht

Eine Softwareanalyse kann nur Netzwerkverkehr erkennen, der über beobachtete Betriebssystem- und App-Schnittstellen läuft. Ein theoretisch in der Hardware versteckter Sender könnte davon unabhängig arbeiten. Die Nahfeld- und Spektrumanalyse sollte genau solche zusätzlichen physischen Übertragungswege identifizieren.

Remote ID, ADS-B und manipulierte Funksignale

Die Prüfer kontrollierten auch erwartete Remote-ID-Übertragungen und WLAN-Beacon-Signale. Zusätzlich wurden manipulierte ADS-B-Nachrichten auf 978 und 1.090 Megahertz eingespeist, um den Umgang mit fehlerhaften oder nicht normgerechten Daten zu beobachten.

Bei Funktionen, die laut Dokumentation ausschließlich empfangen, wurde überprüft, ob die Hardware tatsächlich keine Signale auf den entsprechenden Frequenzen aussendet.

Was bedeuten die Ergebnisse für private DJI-Nutzer?

Für Besitzer einer DJI Air 3S liefert die Untersuchung zunächst eine positive Einordnung. In den geprüften Geräten wurden keine versteckten Fernzugänge, geheimen Funkkanäle oder Datenübertragungen nach China gefunden.

Die veröffentlichten niedrigen Risiken betreffen überwiegend Situationen, in denen ein Angreifer bereits lokalen Zugriff, eine Netzwerkposition oder besondere technische Voraussetzungen besitzt. Ein realistischer Weg zur Übernahme der Flugsteuerung wurde daraus nicht abgeleitet.

Für die meisten Privatanwender bleibt das praktische Risiko niedrig

Wer Firmware und DJI Fly aktuell hält, nur vertrauenswürdige Netzwerke verwendet und die Fernsteuerung nicht ungeschützt Dritten überlässt, begegnet den veröffentlichten Restpunkten bereits mit wirksamen Schutzmaßnahmen.

Was bedeuten die Ergebnisse für Unternehmen, BOS und Behörden?

Für professionelle Betreiber sind die Aussagen zum Local Data Mode, zur Lieferkettenintegrität und zu den Funkemissionen besonders relevant. Diese Bereiche betreffen direkt die Verarbeitung sensibler Bild-, Telemetrie- und Geodaten.

Die Prüfung zeigt, dass der lokale Datenmodus die Flugsteuerungs-App wirksam vom Internet trennte. Für Behördeneinsätze mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen sollte dennoch zusätzlich die gesamte Netzwerkverbindung der Fernsteuerung deaktiviert werden.

OnDefend hält einen Weiterbetrieb mit kompensierenden Schutzmaßnahmen für vertretbar, während DJI die verbleibenden niedrigen Risiken in späteren Softwareversionen behebt. Als Beispiele nennt der Bericht etablierte Risikomanagementansätze, wie sie auch von NIST, CISA und weiteren Sicherheitsorganisationen verwendet werden.

Einsatzprofil Empfohlene Konfiguration
Normaler gewerblicher Betrieb Aktuelle Firmware, gesichertes WLAN, kontrollierte Nutzerkonten und reguläre Updateprozesse
Sensible Unternehmensdaten Local Data Mode, getrenntes Controller-Netzwerk und definierte Exportprozesse
BOS und kritische Infrastruktur Local Data Mode plus deaktiviertes WLAN beziehungsweise Mobilfunk während der Mission
Streng abgeschotteter Einsatz Vollständige Netztrennung, kontrollierte Datenträger, Geräteverwaltung und Freigabe definierter Softwarestände
Flottenbetrieb Zentrale Updatekontrolle, dokumentierte Firmwarestände und regelmäßige Neubewertung nach Updates

Empfohlene Sicherheitsmaßnahmen für DJI-Drohnen

  • DJI Fly, DJI Pilot 2, Fernsteuerung und Drohnen-Firmware regelmäßig aktualisieren.
  • Firmware-Updates zunächst dokumentieren und bei sensiblen Flotten kontrolliert ausrollen.
  • Für vertrauliche Missionen den Local Data Mode aktivieren.
  • Zusätzlich WLAN, Mobilfunk und nicht benötigte Netzwerkverbindungen der Fernsteuerung deaktivieren.
  • Fernsteuerungen nicht dauerhaft mit öffentlichen oder fremden WLAN-Netzen verbinden.
  • QuickTransfer nur aktivieren, wenn die Funktion tatsächlich benötigt wird.
  • Exportierte Flugprotokolle, Fotos und Videos nur auf verwaltete Speichersysteme übertragen.
  • Zugriff auf Fernsteuerungen durch Gerätesperre und organisatorische Regeln beschränken.
  • Keine unbekannten Apps oder nicht freigegebenen APK-Dateien installieren.
  • Geräte nicht unbeaufsichtigt Dritten überlassen.
  • Für Behörden und Unternehmen eine eigene Risikobewertung und Netzsegmentierung verwenden.
  • Versionsstände von App, Controller, Drohne und Nutzlast für jeden Einsatz dokumentieren.
  • Sicherheitsmeldungen und Release Notes nach größeren Updates prüfen.
  • Bei besonders sensiblen Anwendungen vollständige Offline-Workflows testen.
  • Nach Software- oder Hardwarewechseln die eigene Sicherheitsfreigabe neu bewerten.

Was der Bericht nicht beweist

Nicht jede DJI-Drohne wurde getestet

Die Ergebnisse beziehen sich auf Air 3S und Matrice 4E, nicht automatisch auf sämtliche Consumer- und Enterprise-Modelle.

Keine Aussage für alle zukünftigen Updates

Neue Firmware oder App-Versionen können Funktionen, Datenverkehr und Angriffsflächen verändern.

US-Infrastruktur statt weltweiter Serveranalyse

Die Aussage zu Serverstandorten bezieht sich auf die während der US-Tests beobachteten Verbindungen.

Von DJI autorisierte Untersuchung

DJI beauftragte beziehungsweise autorisierte die Bewertung, auch wenn OnDefend die technische Prüfung eigenständig durchführte.

Keine behördliche Produktzulassung

Der Bericht ist keine formelle Sicherheitsfreigabe einer US- oder europäischen Regierungsbehörde.

Keine Garantie von Nullrisiko

Zehn niedrige Risiken und 13 Beobachtungen zeigen, dass auch geprüfte Systeme weiter gehärtet werden können.

Nur zwei Exemplare pro Modell

Die Stichprobe ist auf vier Drohnensysteme begrenzt und kann nicht jede Produktionscharge repräsentieren.

Zeitlich begrenzte Momentaufnahme

Die Tests liefen von Oktober 2025 bis März 2026 und gelten für die dabei untersuchten Konfigurationen.

Politischer Kontext: DJI und die FCC Covered List

Die Veröffentlichung steht in engem Zusammenhang mit der politischen Debatte über DJI in den Vereinigten Staaten. DJI wurde im Dezember 2025 in die FCC Covered List aufgenommen und legte gegen diese Einstufung Einspruch ein.

Nach Darstellung von DJI war mit der Aufnahme keine konkret benannte und technisch dokumentierte Produktschwachstelle verbunden. Der Hersteller sieht die OnDefend-Ergebnisse deshalb als Argument für eine erneute evidenzbasierte Bewertung.

Der Bericht selbst entscheidet jedoch nicht über die politische oder rechtliche Einstufung. Neben technischen Risiken können Behörden auch Lieferkettenabhängigkeiten, geopolitische Erwägungen, Marktstruktur, Beschaffungsregeln oder theoretische zukünftige Zugriffsmöglichkeiten berücksichtigen.

Technische Sicherheit und politische Beschaffungsentscheidung sind nicht identisch

Ein technisch positives Prüfergebnis kann eine politische Einschränkung infrage stellen, hebt sie aber nicht automatisch auf. Umgekehrt ist eine politische Einstufung allein noch kein technischer Nachweis für eine konkrete Backdoor oder bereits stattfindende Datenübertragung.

Bedeutung von DJI für US-Behörden und Unternehmen

DJI verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass mehr als 80 Prozent von über 1.800 staatlichen und lokalen Strafverfolgungs- und Notfallbehörden mit Drohnenprogrammen DJI-Technik einsetzen. Genannt werden unter anderem Such- und Rettungseinsätze, Unfallrekonstruktionen, Tatortdokumentationen und taktische Lagebilder.

Eine vom Pilot Institute durchgeführte Befragung von mehr als 8.000 US-Drohnenbetreibern kam außerdem zu dem Ergebnis, dass 43 Prozent der gewerblichen Teilnehmer starke bis existenzbedrohende Auswirkungen durch Einschränkungen günstiger Drohnensysteme erwarten.

Diese Nutzungs- und Marktzahlen stammen nicht aus dem OnDefend-Penetrationstest

Die Angaben zu Behördennutzung und wirtschaftlichen Auswirkungen stammen aus ergänzenden Schreiben beziehungsweise Befragungen. Sie sind politischer und wirtschaftlicher Kontext, aber kein Bestandteil der technischen Sicherheitsprüfung.

Frühere Sicherheitsprüfungen und Zertifizierungen

DJI verweist darauf, dass Produkte und Datenpraktiken bereits vor der OnDefend-Bewertung durch verschiedene externe Unternehmen und öffentliche Einrichtungen untersucht wurden. Genannt werden unter anderem Booz Allen Hamilton, FTI Consulting, Kivu Consulting, TÜV SÜD, das US-Innenministerium und das Idaho National Laboratory.

Darüber hinaus führt der Hersteller verschiedene Datenschutz- und Sicherheitszertifizierungen an. Die konkrete Gültigkeit und der jeweilige Zertifizierungsumfang müssen jedoch immer für das betreffende Produkt, Unternehmen, Rechenzentrum oder Managementsystem geprüft werden.

Prüfung oder Standard Einordnung
ISO 27001 Managementsystem für Informationssicherheit
ISO 27701 Erweiterung für Datenschutz-Informationsmanagement
SOC 2 Prüfung interner Kontrollen bei Dienstleistungsunternehmen
FIPS 140-2 CMVP Level 1 Validierung bestimmter kryptografischer Module
NIST IR 8259 Cybersecurity-Basisanforderungen für IoT-Geräte
ETSI EN 303 645 Europäischer Cybersecurity-Standard für vernetzte Verbraucherprodukte
GDPR/DSGVO Europäische Vorgaben zur Verarbeitung personenbezogener Daten
AES-256-XTS Verschlüsselungsverfahren für bestimmte lokale Enterprise-Datenspeicher

FAQ zum DJI-Sicherheitscheck von OnDefend

Welche DJI-Drohnen wurden von OnDefend getestet?

Getestet wurden die DJI Air 3S mit DJI RC 2 und DJI Fly sowie die DJI Matrice 4E mit DJI RC Plus 2 Enterprise und DJI Pilot 2. Von jedem Modell wurden zwei Einheiten untersucht.

Wie lange dauerte der Sicherheitstest?

Der Prüfzeitraum lief vom 21. Oktober 2025 bis zum 13. März 2026 und umfasste damit knapp fünf Monate.

Wer ist OnDefend?

OnDefend ist ein US-amerikanisches Cybersicherheitsunternehmen aus Jacksonville, Florida. Das Offensive-Security-Team umfasst nach Unternehmensangaben auch Fachkräfte mit Erfahrung aus US-Militär und US-Regierungsbehörden.

War die Untersuchung wirklich unabhängig?

Die technische Prüfung wurde von OnDefend durchgeführt, war jedoch von DJI autorisiert. Die Consumer-Geräte wurden ohne vorherige Benachrichtigung des Herstellers im Handel gekauft; die Enterprise-Geräte stammten aus regulärem Händlerbestand.

Hat OnDefend Backdoors in DJI-Drohnen gefunden?

Nein. Im untersuchten Umfang wurden weder softwarebasierte noch hardwarebasierte Backdoors oder versteckte Mechanismen für einen unbefugten Fernzugriff gefunden.

Haben die getesteten Drohnen Daten nach China gesendet?

OnDefend fand während des Testzeitraums keine Hinweise auf Datenübertragungen nach China oder an andere Ziele außerhalb der USA. Sämtliche beobachteten Verbindungen führten zu US-basierten IP-Adressen.

Wurden Verbindungen zu chinesischen Unternehmen beobachtet?

Es wurden US-basierte Content-Delivery-Endpunkte beobachtet, die mit Alibaba und Tencent in Verbindung standen. Der technische Endpunkt lag nach der verwendeten IP-Geolokalisierung dennoch in den Vereinigten Staaten.

Funktioniert der Local Data Mode wirklich?

Ja. Die Untersuchung bestätigte, dass die Flugsteuerungs-App im lokalen Datenmodus keine Flugdaten, Bilder oder Telemetriedaten an internetbasierte Ziele sendete.

Ist die Fernsteuerung im Local Data Mode vollständig offline?

Nein. Das Betriebssystem und andere Dienste können weiterhin Netzwerkverbindungen herstellen. Für einen vollständigen Air-Gap müssen WLAN, Mobilfunk und andere Netzwerkschnittstellen zusätzlich deaktiviert werden.

Wurden kritische Sicherheitslücken entdeckt?

Nein. Der Bericht weist null kritische, null hohe und null mittlere Risiken aus.

Welche Schwachstellen wurden gefunden?

Gefunden wurden zehn Schwachstellen mit niedrigem Risiko. Sie betrafen unter anderem Sitzungstoken, kryptografische Speicherung, URL-Token, WLAN-Schlüssel, TLS-Konfiguration, einen offenen Port und eine FlyShare-Dateipfadfunktion.

Konnte die DJI Air 3S oder Matrice 4E gehackt werden?

Die Prüfer fanden keinen praktisch nutzbaren Weg zur Übernahme oder missbräuchlichen Manipulation der Flugsteuerung. Einzelne Anwendungsschwächen konnten unter kontrollierten Bedingungen demonstriert werden, führten aber nicht zu einer Übernahme der Drohne.

Konnten die Fernsteuerungen gerootet oder per Jailbreak geöffnet werden?

Die regulären Jailbreak-, Root-, Downgrade- und Firmware-Manipulationsversuche waren nicht erfolgreich. Die Controller wurden im Bericht als widerstandsfähig eingestuft.

Wurden geheime Funkfrequenzen entdeckt?

Es wurden zunächst nicht vollständig dokumentierte Emissionen gemessen. Diese konnten jedoch bekannten O4-Signalen und technischen PLL- beziehungsweise Teilerartefakten zugeordnet werden. Ein geheimer Kommunikationskanal wurde nicht gefunden.

Welcher Frequenzbereich wurde geprüft?

OnDefend untersuchte das vollständige Spektrum von einem Megahertz bis sechs Gigahertz.

Wurde das O4-System durch Jamming oder Replay übernommen?

Nein. Das untersuchte O4-Protokoll widerstand den durchgeführten Replay-, Jamming- und Injection-Angriffen. Ein Weg zur kontrollierten Übernahme wurde nicht gefunden.

Wurde die Lieferkette der DJI-Drohnen geprüft?

Ja. OnDefend katalogisierte Platinen und Komponenten, erstellte eine Hardware-BOM und verglich die Geräte mit Dokumentation und erwarteten Bauteilen. Manipulationen oder nicht autorisierte Hardwareänderungen wurden nicht gefunden.

Gilt das Ergebnis auch für andere DJI-Drohnen?

Nicht automatisch. Andere Modelle können ähnliche technische Plattformen verwenden, wurden in dieser Untersuchung aber nicht geprüft. Der Bericht gilt konkret für die getesteten Air-3S- und Matrice-4E-Systeme.

Gilt das Ergebnis auch für europäische Geräte?

Die getesteten Systeme entsprachen dem regulären US-Marktbestand. Hardware und Software können sich je nach Region ähneln, einzelne Netzwerkziele, Funktionen oder regulatorische Konfigurationen können jedoch abweichen.

Ist die Nutzung einer DJI-Drohne damit vollständig risikofrei?

Nein. Kein komplexes vernetztes System ist vollständig risikofrei. Der Bericht zeigt ein niedriges technisches Restrisiko im getesteten Umfang, nennt aber zugleich zehn Schwachstellen und empfiehlt fortlaufende Prüfungen.

Was sollten Behörden beim Local Data Mode zusätzlich tun?

Für eine vollständige Netztrennung sollte neben dem lokalen Datenmodus auch die WLAN- und Mobilfunkverbindung der Fernsteuerung deaktiviert werden. Zusätzlich sind verwaltete Datenträger, freigegebene Softwarestände und dokumentierte Exportwege sinnvoll.

Empfiehlt OnDefend weitere Sicherheitsprüfungen?

Ja. Software sollte mindestens bei jeder größeren Version und abhängig vom Veröffentlichungszyklus monatlich bis quartalsweise geprüft werden. Firmware sollte bei jeder Hauptversion, Hardware und Lieferkette bei Komponentenänderungen beziehungsweise mindestens regelmäßig erneut bewertet werden.

Hebt der Bericht die FCC-Einstufung von DJI auf?

Nein. Die Einstufung ist eine politische und regulatorische Entscheidung. Der Bericht liefert technische Argumente, ändert den rechtlichen Status aber nicht automatisch.

Warum hat DJI die Untersuchung veröffentlicht?

DJI möchte damit nachweisen, dass politische Sicherheitsvorwürfe technisch überprüfbar sind und die getesteten Produkte keine Backdoors, ausländischen Datenabflüsse oder geheimen Funkkanäle aufwiesen.

Fazit: Umfangreicher Test entkräftet zentrale Sicherheitsvorwürfe – aber nur für den geprüften Umfang

Die OnDefend-Untersuchung ist eine der technisch umfangreichsten öffentlich bekannten Sicherheitsbewertungen aktueller DJI-Drohnensysteme. Sie ging deutlich über eine klassische Analyse der Smartphone-App hinaus und bezog Netzwerkverkehr, Controller, Firmware, Platinen, Bauteile, Funkemissionen, Lieferkette und reale Angriffssimulationen ein.

Das Ergebnis fällt für DJI ausgesprochen positiv aus. Bei der Air 3S und Matrice 4E wurden keine kritischen, hohen oder mittleren Risiken gefunden. Ebenso gab es keine Hinweise auf versteckte Backdoors, Datenübertragungen außerhalb der USA, geheime Funkkanäle, manipulierte Komponenten oder einen realistisch nutzbaren Weg zur Übernahme der Flugsteuerung.

Besonders relevant ist die Bestätigung des Local Data Mode. Die eigentliche Flugsteuerungs-App übermittelte während des Offlinebetriebs keine Nutzerdaten ins Internet und holte dies auch später nicht nach. Betreiber mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen müssen allerdings zusätzlich die Netzwerkverbindung des gesamten Controllers abschalten.

Die zehn niedrigen Risiken und 13 Beobachtungen sollten dennoch nicht ignoriert werden. Sie betreffen unter anderem Sitzungsverwaltung, Verschlüsselungseinstellungen, WLAN-Schlüssel, lokal erreichbare Dienste und einzelne App-Funktionen. DJI arbeitete während der Prüfung bereits an Korrekturen und soll verbleibende Punkte mit späteren Updates beheben.

Der Bericht ist damit ein starkes technisches Gegenargument zu pauschalen Behauptungen über automatisch stattfindende Datenübertragungen, versteckte Fernzugänge oder geheime Funkkanäle. Er ist jedoch keine unbegrenzte Sicherheitsgarantie. Die Resultate gelten für konkrete Geräte, Versionen und einen begrenzten Zeitraum.

Die wichtigste Empfehlung lautet deshalb nicht, nach einem positiven Audit jede weitere Prüfung einzustellen. Im Gegenteil: Apps, Firmware, Hardware und Lieferketten sollten nach größeren Änderungen kontinuierlich neu bewertet werden. Genau diese Kombination aus transparenter Dokumentation, unabhängigen Tests und fortlaufender technischer Kontrolle schafft langfristig belastbares Vertrauen.

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Kategorie Nachrichten | Tags Backdoors, Cybersecurity, Datenabfluss, Datenschutz, DJI, DJI Air 3S, DJI Fly, DJI MATRICE 4E, DJI Pilot 2, DJI Sicherheit, Drohnensicherheit, FCC Covered List, Local Data Mode, OnDefend, Sicherheitslücken

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