Neue E-Auto-Förderung 2026: Warum Experten Alarm schlagen – und China profitieren könnte
Stand: 02.02.2026
Die neue E-Auto-Förderung 2026 ist zurück – und sie wirkt schon, bevor überhaupt viele Zulassungszahlen messbar sind: Online-Plattformen melden sprunghaft steigende Anfragen, Händler spüren deutlich mehr Gesprächsbedarf, und die Debatte läuft heiß. Gleichzeitig kommt aus der Branche eine ungewöhnlich harte Gegenrede: Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer nennt die Prämie in seiner aktuellen Rabattstudie ein steuerfinanziertes Programm, das der Markt nicht brauche – und spricht von einer möglichen „Vergeudung von Steuergeldern“. Der Kernkonflikt: Während die Politik den Umstieg beschleunigen will, halten Kritiker die Förderung für fehladressiert (falsche Zielgruppe), ökonomisch fragwürdig (Mitnahmeeffekte) und industriepolitisch riskant (Vorteile für günstige Importe, besonders aus China).
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Was steckt konkret im Paket – und wo liegen die Sollbruchstellen? Entscheidend sind Details: Förderhöhe (1.500 bis 6.000 Euro), Einkommensgrenzen, Kinderkomponente, Mindesthaltedauer und die klare Einschränkung: Gebrauchtwagen werden nicht gefördert. Genau an diesen Punkten setzen die schärfsten Einwände an. Gleichzeitig gibt es eine zweite Realität: Viele Interessierte brauchen weniger eine politische Bewertung als eine praktische Antwort auf die Frage: „Was bekomme ich – und lohnt sich der Kauf jetzt?“ Dafür helfen die internen Übersichtsseiten und Tools.
Das Wichtigste zur E-Auto-Prämie 2026 auf einen Blick
- Förderung für Privatkunden beim Kauf von BEV (reine E-Autos), PHEV (Plug-in-Hybride) und Range-Extender
- Förderhöhe: je nach Fahrzeugtyp und persönlicher Situation 1.500 bis 6.000 Euro
- Einkommensgrenzen: bis 80.000 Euro Haushaltseinkommen (mit 2 Kindern bis 90.000 Euro)
- Maximal-Förderung: bei 45.000 Euro Haushaltseinkommen (plus Kinder-Komponente, begrenzt)
- Pflicht: Fahrzeug mindestens 3 Jahre halten
- Wichtig: keine Förderung für Gebrauchtwagen
Inhaltsverzeichnis
- 1) Was ist an der E-Auto-Förderung 2026 neu?
- 2) Förderhöhe, Einkommensgrenzen, Haltedauer: die Regeln
- 3) Marktreaktion: Warum das Interesse explodiert
- 4) Kritik: „Vergeudung von Steuergeldern“ – Dudenhöffers Hauptpunkte
- 5) Das Praxisproblem: Zielgruppe, Wallbox, Gebrauchtwagen-Lücke
- 6) Industriepolitik: China-Vorteil vs. deutscher Premium-Nachteil
- 7) Rabatte & Leasing: Warum viele noch zögern
- 8) Einordnung: Was würde wirklich helfen?
- FAQ
- Fazit
Was ist an der E-Auto-Förderung 2026 neu?
Die neue Förderung setzt wieder auf eine klassische Kaufprämien-Logik, diesmal aber mit sozialer Staffelung und klaren Grenzen. Der Ansatz: Privatkunden sollen beim Umstieg finanziell entlastet werden, wobei Haushaltseinkommen und Kinder die Höhe beeinflussen. Neu bzw. zentral ist die Kombination aus Prämienkorridor (1.500 bis 6.000 Euro), Einkommensobergrenzen sowie der Pflicht, das Fahrzeug mindestens drei Jahre zu behalten. Gleichzeitig bleibt eine der größten Lücken bestehen: Gebrauchtwagen werden nicht gefördert. Damit zielt die Förderung faktisch auf Neuwagen – und genau das macht sie politisch sichtbar, aber sozial und praktisch angreifbar.
Wer die Regelbasis vollständig nachvollziehen will, findet sie kompakt und strukturiert hier: E-Auto-Förderung 2026: Regeln, Förderhöhen & Voraussetzungen und ergänzend für Detailfragen: E-Auto-Förderung 2026 FAQ.
Förderhöhe, Einkommensgrenzen, Haltedauer: die Regeln
Im Kern gilt: Die Förderung ist nach Fahrzeugart und persönlicher Situation gestaffelt. Genannt werden 1.500 bis 6.000 Euro. Dazu kommen Einkommensobergrenzen, damit das Programm nicht bei sehr hohen Einkommen landet. Im Material zur Förderung werden als Grenzen 80.000 Euro Haushaltseinkommen (ohne Kinder) und 90.000 Euro (mit zwei Kindern) genannt. Für die maximale Förderung ist der entscheidende Punkt die sehr niedrig angesetzte Schwelle: In der Debatte steht besonders die Konstellation, dass Familien die höchste Prämie nur bei einem Haushaltseinkommen von maximal 45.000 Euro erreichen können. Pro Kind ist zudem ein Aufschlag vorgesehen, insgesamt begrenzt. Dazu kommt eine harte Bedingung: Wer die Prämie will, muss das Fahrzeug ab Kauf mindestens drei Jahre halten, sonst droht eine Rückforderung.
Diese Regelkombination ist politisch logisch (Steuergeld gezielt), aber praktisch kompliziert (Leasing, Vorfinanzierung, Zulassungszeitpunkt). Für die schnelle Selbsteinordnung ist der Rechner am hilfreichsten: E-Auto-Förderung 2026 Rechner.
Marktreaktion: Warum das Interesse explodiert
Die ersten Reaktionen zeigen ein typisches Muster: Eine staatliche Prämie wirkt wie ein Megafon. Plattformen wie Meinauto.de und Carwow berichten, dass Anfragen zu E-Autos nach der Ankündigung deutlich steigen. Im Material wird von verzehnfachtem Traffic (Meinauto.de) und mehr als verdreifachten Anfragen (Carwow) im Vergleich zur Vorwoche gesprochen. Dazu kommt ein psychologischer Effekt: Viele, die „irgendwann“ einen Neuwagen wollten, werden plötzlich zu „jetzt“-Käufern, weil sie Angst haben, das Zeitfenster zu verpassen oder später weniger zu bekommen. Gleichzeitig steigt auch der Informationsbedarf: Menschen wollen wissen, wie Antrag, Zulassung, Einkommen und Fahrzeugart zusammenhängen. Genau deshalb ist die Kombination aus Regel-Übersicht, FAQ und Rechner in der Praxis wichtiger als jede Kommentarspalte.
Wer nicht nur Förderung, sondern Gesamtkosten verstehen will, sollte zusätzlich die Perspektive „Was kostet ein E-Auto wirklich?“ nutzen: E-Auto kaufen 2026: Förderung, Kosten & Preisvergleich.
Video-Kernaussagen: „E-Autoprämie 2026 – Geschenk für BYD?“ (wallstreetONLINE)
- Preisabstand schrumpft: Laut Auswertung sinkt der Abstand zwischen E-Auto und Verbrenner von über 7.000 € (2024) auf rund 1.340 € (Dezember 2025) – deshalb stellt sich die Frage, wofür eine Kaufprämie überhaupt noch nötig ist.
- „Rabattupgrade“ mit Steuergeld: Die Prämie wird als teures, staatlich finanziertes Zusatz-Rabattprogramm beschrieben – mit dem Risiko, dass Steuergeld vor allem Kaufentscheidungen subventioniert, die ohnehin gefallen wären (Mitnahmeeffekte).
- Sozial-Design mit Widerspruch: Förderlogik über Einkommen: über 80.000 € Haushaltseinkommen keine Prämie; maximale Prämie bei 45.000 € (mit zwei Kindern). Gleichzeitig: Wer in dieser Einkommenslage ist, kauft häufig Gebrauchtwagen – die in der Logik hier als zentraler Haken herausgestellt werden.
- Beispiel „Lockvogel“: Es wird ein Kleinstwagen genannt, der durch Hersteller-Rabatt + Prämie extrem billig würde – als Hinweis, dass die Prämie Modelle nach oben spülen kann, die ohne Subvention kaum Nachfrage hätten.
- Rabatte bleiben hoch: Beobachtung im Markt: keine breite Rabatt-Rücknahme, keine flächendeckenden neuen Extraaktionen – viele Hersteller würden die Prämie eher ignorieren, weil sie selbst nur begrenzt profitieren.
- Deutsche Hersteller: wenig Effekt auf Margen: Erwartung: Bei VW, BMW, Mercedes, Audi keine besonderen Ergebnis-Sprünge durch die Prämie; der Wettbewerb zwingt ohnehin zu hohen Nachlässen.
- Gewinnerlogik: günstige Importsegmente: Vorteil vor allem dort, wo Fahrzeuge preislich niedrig sind und verfügbar. Im Gespräch wird betont: Im- und ausländische Anbieter könnten stärker profitieren als deutsche Premiumanbieter, die in höheren Preisgruppen liegen.
- China-Argument („Geschenk für BYD“): Chinesische Anbieter seien im Schnitt 3.000–4.000 € günstiger in den meistverkauften Segmenten. Kommt dann die Prämie obendrauf, steigt die Attraktivität – mit dem Narrativ, dass deutsches Steuergeld indirekt Importe subventioniert.
- Preiskorridor unter 30.000 €: Genau dort sieht das Interview den stärksten Prämienhebel – und damit die besten Karten für Hersteller mit kleinen, günstigen Modellen (Importeure und Volumenmarken).
- VW-Strategie & Einstiegsstromer: Neue Einstiegsmodelle (Stichwort „ID Polo 2026“) werden als sinnvoller Schritt bewertet – entscheidend sei alltagstaugliche Reichweite und ein stimmiges Portfolio, nicht „200-km-Modelle“ als reines Zahlenargument.
- Plug-in-Hybride: Für deutsche Hersteller wichtig als Übergang (vor allem Flotten), aber laut Gespräch kaum prämienrelevant, weil PHEV oft 10.000–15.000 € teurer sind und die Einkommensgrenzen hier wenig passen.
- Arbeitsplätze/Standort-Risiko: Kernaussage: Wenn die Prämie vor allem nicht in Deutschland gebaute Fahrzeuge stützt, stärkt sie Beschäftigung im Ausland – und verschärft den Druck auf deutsche Standorte und Zulieferketten.
- Politik als Risikofaktor: Das Hin und Her aus Prämien-Signalen und Verbrenner-Debatten wird als widersprüchlich beschrieben – und als Unsicherheitsfaktor, der Konsumenten wie Unternehmen verunsichert.
Kritik: „Vergeudung von Steuergeldern“ – Dudenhöffers Hauptpunkte
Ferdinand Dudenhöffer greift das Programm an der empfindlichsten Stelle an: der ökonomischen Notwendigkeit. Seine zentrale Aussage lautet, es sei ein steuerfinanziertes Förderprogramm, das der Markt nicht brauche. Dahinter steckt eine klare Logik: Wenn der Absatz ohnehin über Preisbewegungen, Rabatte und Modellpolitik in Richtung E-Mobilität gedrückt wird, kann eine Prämie schnell zum Mitnahmeeffekt werden. Genau davor gab es vorab Bedenken: Hersteller könnten Rabatte reduzieren, weil der Staat Geld zuschießt. Im vorliegenden Material heißt es allerdings, dass sich im Januar keine systematische Rabattabsenkung gezeigt habe – im Gegenteil: Der durchschnittliche Rabatt auf Stromer sei bei den beobachteten Modellen sogar leicht auf 19,5 Prozent gestiegen, abgesehen von einzelnen Lockvogel-Angeboten. Dudenhöffers Schluss bleibt trotzdem hart: Wenn Rabatte am Markt schon hoch sind, ist die Prämie nicht zwingend „Hebel“, sondern kann schlicht teuer erkaufter Zusatz-Discount sein.
Seine zweite Hauptlinie: Industriepolitisch helfe das Programm nicht dort, wo es weh tut – bei Arbeitsplätzen und Wertschöpfung. Eine „kleine Sonderkonjunktur“ durch Prämie rette keine Jobs, wenn am Ende vor allem die Fahrzeuge profitieren, die Deutschland gar nicht produziert.
Das Praxisproblem: Zielgruppe, Wallbox, Gebrauchtwagen-Lücke
Der stärkste inhaltliche Treffer der Kritik ist nicht ideologisch, sondern banal praktisch: Die höchste Förderung soll ausgerechnet jene erreichen, die am seltensten Neuwagen kaufen. Dudenhöffer argumentiert: Familien mit 45.000 Euro Jahreseinkommen oder weniger kaufen üblicherweise Gebrauchtwagen. Und genau die sind ausgeschlossen. Damit entsteht ein Widerspruch: Die Förderung ist „sozial“ gestaffelt, aber sie belohnt vor allem den Neuwagenkauf – und der ist für einkommensschwächere Haushalte oft nicht realistisch. Dazu kommt das Infrastrukturthema: Wer in der Stadt wohnt, hat häufig keine einfache Möglichkeit für eine Wallbox (Mietwohnung, Stellplatzfrage, Genehmigungen). Das ist kein Detail, sondern ein Umstiegs-Killer, weil ohne verlässliches Laden zu Hause der Alltag schnell nervt.
Genau an dieser Stelle kippt die Debatte von „Förderhöhe“ zu „Machbarkeit“: Eine Prämie ersetzt keine Steckdose. Wenn das Programm wirklich die Zielgruppe treffen soll, wäre die Kombination aus Gebrauchtwagen-Förderung plus städtischer Ladeinfrastruktur logischer als eine reine Neuwagen-Prämie.
Video-Kernaussagen: „E-Auto-Förderung 2026 – hohe Prämien sichern“ (Steuerberater erklärt)
- Förderstart 2026 – aber Antrag später: Die Förderung gilt ab 01/2026; der Antrag soll voraussichtlich erst ab Mai 2026 möglich sein. Wichtig: Das ist nach aktuellem Stand als Entwurf/FAQ-Stand beschrieben, Details können sich noch ändern.
- Zielgruppe: Privatpersonen (nicht „Unternehmen“): Förderberechtigt sind laut Darstellung Privatpersonen. Unternehmen sollen grundsätzlich ausgeschlossen sein – gleichzeitig wird diskutiert, ob es dabei faktisch um Fahrzeuge im Betriebsvermögen geht (und ob Unternehmer mit privat gehaltenem Fahrzeug unter Umständen trotzdem förderfähig sein könnten, je nach finaler Ausgestaltung).
- Förderhöhe gestaffelt: Genannt wird eine Spanne von 1.500 € bis 6.000 € (teils auch „keine Förderung“, wenn Kriterien nicht erfüllt sind). Reine BEV (batterieelektrisch) werden stärker gefördert als andere Antriebsarten.
- Welche Fahrzeuge zählen? Gefördert werden laut Video Kauf und Leasing von BEV sowie Plug-in-Hybriden und Range Extendern – BEV mit höherer Gewichtung. Bei PHEV/REX wird auf technische Voraussetzungen hingewiesen, die voraussichtlich über Hersteller-/Modellkriterien abgedeckt werden.
- Einkommensgrenze & Kinder-Staffel: Förderung bis 80.000 € zu versteuerndes Einkommen pro Jahr; mit Kind(ern) unter 18 steigt die Grenze (Beispiel: +5.000 € je Kind, genannt bis 90.000 € bei zwei Kindern). Der Kernpunkt: Es wird nicht „nur“ auf Einzelpersonen geschaut, sondern auf Haushalt / gemeinsame Veranlagung – das kann es komplexer machen.
- Bemessungsgrundlage: Ø der letzten 2 Steuerbescheide: Entscheidendes Dokument sind die letzten zwei Einkommensteuerbescheide; es wird der Durchschnitt gebildet. Beispiel im Video: Jahre 2023 und 2024 als Referenz, je nachdem, welche Bescheide vorliegen.
- Konkrete Staffel-Beispiele (genannte Tabelle): Bei bis 45.000 € zu versteuerndem Einkommen werden 5.000 € genannt; mit 1 Kind 5.500 €; mit 2+ Kindern 6.000 € (maximal). Offene Detailfrage im Video: Was gilt, wenn ein Kind im Förderjahr 18 wird?
- Schlüssel-Datum ist die Zulassung – nicht Bestellung: Entscheidend ist das Datum der Zulassung des Fahrzeugs. Nicht Lieferung, nicht Kaufvertragsschluss allein – die Zulassung ist der „Trigger“ für Fristen und Anspruch.
- Antragsfrist (genannt): Nach Zulassung soll es eine Frist geben, innerhalb derer der Antrag gestellt werden kann (im Video wird bis zu 12 Monate erwähnt). Heißt: Wer zulässt, sollte Fristen sauber dokumentieren.
- Ablauf: Erst kaufen/leasen, Förderung später: Die Förderung wird als nachgelagerte Auszahlung beschrieben: Fahrzeug wird angeschafft/zugelassen, Antrag wird gestellt, Prüfung erfolgt, Geld kommt rückwirkend. Risiko: Wer bestellt, trägt zunächst das Risiko, dass am Ende nicht alles bewilligt wird.
- Digitale Antragstellung (AusweisApp/eID): Antrag soll online laufen; als Praxis-Tipp wird die AusweisApp / eID-Funktion genannt (PIN, Smartphone-Login), damit die Antragstellung später nicht an Technik scheitert.
- Nachweise, die voraussichtlich gebraucht werden: Genannt werden typischerweise Kauf-/Leasingvertrag, Zulassungsbescheinigung (Fahrzeugschein), zwei Steuerbescheide und je nach Fall weitere Belege (z. B. für Haushalts-/Rentner-Konstellationen).
- Mindesthaltedauer: Der Wagen soll mindestens 36 Monate gehalten werden. Zweck: Mitnahmeeffekte verhindern („heute kaufen, Prämie kassieren, morgen verkaufen“). Offene Praxisfragen: Unfall/Totalverlust – wie wird damit umgegangen? Muss später aktiv nachgewiesen werden, dass die 36 Monate erfüllt wurden?
- Leasing gleichgestellt – aber nicht „kurz“: Leasing wird als gleichwertig zum Kauf beschrieben, allerdings mit der Logik: unter 36 Monaten dürfte es problematisch werden, weil die Mindesthaltedauer einzuhalten ist.
- Praxis-Hinweis des Steuerberaters: Wer Förderung will, braucht aktuelle Steuerbescheide – indirekt wird geraten, Steuererklärungen zeitnah einzureichen, damit Bescheide vorliegen und das Verfahren nicht an Formalien scheitert.
Industriepolitik: China-Vorteil vs. deutscher Premium-Nachteil
Der politisch brisanteste Vorwurf lautet: Die Prämie könnte den Anteil billiger Importe erhöhen – insbesondere aus China. Dudenhöffer sagt sinngemäß: Die Voraussetzungen dafür seien mit der Förderlogik geschaffen. Das klingt polemisch, ist aber nachvollziehbar: Wenn eine Prämie vor allem im preisgünstigen Segment am stärksten wirkt, profitieren tendenziell Hersteller mit günstigen Modellen und aggressiver Preispolitik. Genau dort sind chinesische Marken in Europa besonders konkurrenzfähig. Für deutsche Premiumhersteller (Audi, BMW, Mercedes, Porsche) ergibt sich das Gegenproblem: Ihre Modelle sind im Schnitt teurer, damit passt die Förderung weniger „schön“ ins Budget der Zielgruppe. Ergebnis: Premium steht womöglich am Rand und schaut zu, während das Volumen im Einstiegs- und Preisbrechersegment wächst.
Wer die Marktdynamik rund um chinesische Hersteller einordnen will, findet hier den passenden Deep-Dive: Chinesische Autohersteller in Deutschland 2026: Markt, Modelle, Strategie.
Rabatte & Leasing: Warum viele trotz Prämie noch zögern
Die Prämie erzeugt Interesse, aber sie löst nicht automatisch Kaufabschlüsse aus. Ein Grund ist das Timing: Zwischen Bestellung und Zulassung vergehen bei Neuwagen oft Monate. Dazu kommt die Umsetzung: Viele Interessierte haben Fragen, vor allem zu Leasing und zur Vorfinanzierung der Prämie, wenn sie erst nach Zulassung beantragt werden kann. Genau diese Unsicherheit führt laut Branchenstimmen dazu, dass ein Teil der Kunden abwartet, bis die Regeln in der Praxis glasklar sind. Gleichzeitig gibt es das Rabatt-Thema: Wenn Händlerangebote ohnehin hoch rabattiert sind, wird die Frage spitzer: „Nehme ich jetzt den großen Händler-Rabatt – oder warte ich auf die sichere Auszahlung der Prämie?“ Dass im Januar bei den beobachteten Modellen keine flächendeckende Rabattsenkung sichtbar war, beruhigt zwar, garantiert aber nichts für die nächsten Monate, wenn der Markt die Prämie einpreist.
Praktisch hilft hier ein Dreischritt: Regeln prüfen → eigene Förderung berechnen → Gesamtkosten vergleichen. Dafür sind diese drei internen Anlaufstellen am schnellsten: Regeln, Rechner, Kostenvergleich.
Einordnung: Was würde wirklich helfen?
Die Debatte zeigt eine klassische Schwäche von Kaufprämien: Sie sind schnell, sichtbar, politisch wirksam – aber strukturell begrenzt. Wenn das Ziel wirklich lautet, den Umstieg dauerhaft zu beschleunigen, sind drei Hebel deutlich „härter“ als jede Einmalprämie: verlässliche Ladeinfrastruktur (besonders in Städten), attraktive Fahrstrompreise und Planungssicherheit ohne abrupte Stopps. Genau das ist der Grund, warum Branchenvertreter gleichzeitig von einem möglichen „Kater“ nach einem „Kaufrausch“ sprechen: Wenn Förderprogramme enden oder sich ändern, bricht die Nachfrage oft abrupt ein. Die Prämie kann also kurzfristig die Tür öffnen, aber den Umstieg gewinnen am Ende Alltagstauglichkeit, Kostenstabilität und Infrastruktur. Wer heute über die Förderung nachdenkt, sollte deshalb nicht nur auf die Zahl schauen, sondern auf die Frage: „Kann ich zuverlässig laden – und bleibt das finanziell in meinem Rahmen?“
FAQ zur E-Auto-Förderung 2026
Wie hoch ist die Prämie 2026?
Genannt wird ein Korridor von 1.500 bis 6.000 Euro, abhängig von Fahrzeugart (BEV, PHEV, Range-Extender) und persönlicher Situation (Einkommen, Kinder).
Welche Einkommensgrenzen gelten?
Als Obergrenzen werden 80.000 Euro Haushaltseinkommen genannt, mit zwei Kindern 90.000 Euro. Für die maximale Förderung steht besonders die Schwelle von 45.000 Euro im Fokus.
Werden Gebrauchtwagen gefördert?
Nein. Genau das ist einer der zentralen Kritikpunkte, weil einkommensschwächere Haushalte häufig Gebrauchtwagen kaufen.
Muss das Auto eine Mindestzeit gehalten werden?
Ja. Wer die Förderung nutzt, muss das Fahrzeug mindestens drei Jahre behalten.
Warum wird über China-Vorteile gesprochen?
Kritiker argumentieren, dass eine Prämie im preissensitiven Segment besonders stark wirkt und dadurch günstige Importmodelle profitieren könnten, während deutsche Premiumhersteller mit teureren Fahrzeugen weniger direkt profitieren.
Weitere Antworten (Antrag, Einkommen, Sonderfälle) bündelt die interne FAQ-Seite: E-Auto-Förderung 2026 FAQ.
Fazit: Starker Impuls – aber mit echten Sollbruchstellen
Die neue E-Auto-Förderung 2026 zeigt sofort Wirkung beim Interesse, doch genau das macht die Kritik so scharf: Ein Programm kann kommunikativ erfolgreich sein und trotzdem ökonomisch wackeln. Die härtesten Einwände treffen die Konstruktion: Maximalförderung bei 45.000 Euro Einkommen, aber keine Gebrauchtwagen-Förderung und oft fehlende Wallbox-Möglichkeiten in Städten. Dazu kommt die industriepolitische Frage, ob die Prämie am Ende eher preisaggressive Importsegmente stärkt, während deutsche Premiumhersteller weniger profitieren. Unterm Strich gilt: Wer kaufen will, sollte jetzt nicht nur auf Schlagzeilen reagieren, sondern die eigenen Zahlen sauber prüfen.
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